NACHRICHTENPORTAL

Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Suchwortsalat mit Feiertagsbeilage -- Onlineeinkäufe quer Beet

Waren Sie schon mal bei Temu einkaufen? Nein? Und Sie haben auch noch nie heimlich geguckt, was es dort so alles zu kaufen gibt? Nein? Das ist schade. Lassen Sie sich nicht von der Verachtung derer anstecken, deren Urteil allzu schnell eindeutig ausfällt. Wobei es ganz eindeutig der Wahrheit entspricht, dass viele Händler in Deutschland Waren von Temu zu einem Preis verkaufen, der ein Vielfaches des Originalpreises ist. Aber das soll hier nicht das Thema sein.

Ich will Sie auch keineswegs mit Einkaufsempfehlungen belästigen. Es geht vielmehr ums große Ganze. Und da kommt Temu ganz groß raus. Genauso wie wahrscheinlich alle anderen Unternehmen, die weltweit alles Mögliche zum Verkauf anbieten. Haben wir uns noch vor wenigen Jahren über Übersetzungsfehler in Gebrauchsanleitungen amüsiert, haben jetzt längst die Paradigmen gewechselt. Die Sprachkenntnisse der Übersetzungsgeräte und Marketingfachleute haben sich nämlich enorm verbessert und ihr Sprachschatz hat sich nahezu vervielfältigt. Das ergibt zusammen eine multikulturelle Möglichkeitspalette, die Sie in dieser Form zuvor für unmöglich gehalten hätten.

Sie wollen Beispiele? Die Klick-Stapelboxen, nach denen ich gesucht habe, sind: „erhältlich in frischem Grün, perfekt als Valentinstagsgeschenk oder Ramadan-Aufbewahrungslösung“.* Der lange Holzschuhanzieher, der mir fast wie von selbst auf den Bildschirm erschien, ist ein „ideales Geschenk für Familienmitglieder zum Erntedankfest“. Spätestens, wenn Sie dann wie ich bei Ihrer Suche auf Servietten mit Mond-Öllampen-Design stoßen, wissen Sie, was die Stunde geschlagen hat oder woher der Wind weht. Diese Servietten sind nämlich ganz besonders. Ihre Ecken sind mit filigranen weißen Blatt- und Blütenmotiven mäandernd geschmückt. In der Mitte der Serviette ein Halbmond in Schwarz, ebenfalls filigran und mäandernd. Im Himmel, optisch im luftleeren Raum, aufgehängt, sind weiße Laternen, eigentlich sehr dinglich gezeichnet, dafür aber filigran verziert. Die Farbe der Servietten: ein schlichtes, neutrales, vielleicht eher langweiliges, auf jeden Fall zurückhaltendes Beige. Sei’s drum. Diese „Einweg-Servietten für Ramadan sind auch tauglich für: Valentinstag, Karneval, Mardi Gras, Kölner Karneval, Ostern, Hochzeiten“.

Jetzt staunen Sie, nicht wahr? So viel Vielfalt und so viel Multikulti auf einer faltbaren Serviette! Den Karneval finden Sie in Verbindung mit Hochzeiten etwas eigenartig? Aber er ist motivisch eingearbeitet. Die mäandernden kleinen Pinselstriche des Mondes sind nämlich keine kleinen Blütenblätter, wie man vermuten könnte. Wenn man ganz genau hinsieht, verstecken sich hinter diesen Pinselstrichen im Halbmond lauter kleine Clownsgesichter.

Hier kennt jemand die Zeichen der Zeit und weiß sie symbolisch miteinander zu verbinden. In einer Welt, die so unfriedlich und kriegerisch ist, wie die unsere, kann es doch gewiss nicht schaden, wenn beim Fastenbrechen in islamischen Haushalten eine Kölner Pappnas, ein verschmitzt lachender Chinese und ein bärtiger Franzose in einem Halbmond versteckt darauf hinweisen, dass wir doch alle irgendwie lustig sind. Wer das aber nicht will, der braucht diese Gesichter übrigens gar nicht zu sehen. Sie sind nämlich allesamt als optische Täuschung auf die Serviette gestrichelt. Man kann das ganze Mäander auch nur als Muster wahrnehmen.

Nun ist also das Marketingmuster von Temu erkannt: Es sind die Feiertage. In ihnen liegt ein wahnsinniges Verschenkpotenzial. Und wenn ich hier „wahnsinnig“ schreibe, dann meine ich es wörtlich. Da gibt es zum Beispiel kleine Kärtchen, auf denen Sie vier bis fünf farbige Punkte nach einer zuvor abgebildeten Reihenfolge miteinander verbinden müssen. Ähnlich wie beim Malen nach Zahlen. Der Clou ist, dass die Punkte dann natürlich nicht in naheliegender Linienfolge aufgereiht sind, sondern kreuz und quer. Sie müssen also während des Malens sich von Grün nach Gelb und von Rot nach Blau suchen. Was aussieht wie ein Lernprogramm für Vorschulkinder wird aber vermarktet als: „12 Seiten wiederverwendbare und abwischbare Stifte zum Training von Verbindungsarten, entwickelt für visuelle Verfolgung und Aufmerksamkeitsfokus, hilft Senioren bei der Verbesserung des Gedächtnisses, Lernen und als pädagogische Schreibwerkzeuge, perfekt für Muttertag, Weihnachten“.

Aber auch bei Hygieneprodukten legen die Marketingexperten Wert auf Vielfalt. So sind zum Beispiel Damenbinden, dem Trend der Gegenwart gemäß, waschbar und wiederverwendbar, weich und bequem – und: unisex.

Sie merken: Es kommt vor allem aufs Stichwort an, oder sagen wir aufs Suchwort. Und Texte, die wirken, als seien sie vor allem schlecht übersetzt, sind in Wirklichkeit nur eine maschinelle Zusammenstellung von Suchwörtern.

Zum Abschluss preise ich Ihnen hier noch einen wunderbaren Suchwortsalat an: „120 Stück Interdentalbürsten in verschiedenen Farben – Weiche Nylonborsten, farbenfroher ergonomischer Griff, kompaktes & tragbares Design für Mundhygiene und Lebensmittelentfernung, ideales Geschenk für Erwachsene und Zahnärzte“

Ich bin mir sicher: Ihr Zahnarzt wird von einem solchen Geschenk mindestens so begeistert sein, wie die Mutter, die nach dem Muttertag farbigen Punkten auf Kärtchen hinterherzeichnen soll. Und ich bin mir auch sicher: Temu ist nicht nur eine Schatzkiste voller praktischer und unpraktischer Helfer und Gebrauchsgegenstände. Sondern auch eine Fundgrube voller sprachlicher Schön- und Unschönheiten. Stilblüten sind nichts dagegen. Fehlt nur noch eine Antwort auf die Frage: Was eigentlich ist ein tragbares Design?

* Die Links zu allen Produkten und Zitaten spare ich mir und Ihnen, denn sie sind ellenlang. Die Zitate müssen Sie mir für dieses Mal einfach blind glauben – oder Sie suchen sie bei Temu wieder. Ich verspreche Ihnen, auch wenn Sie sie dort nicht finden: fündig werden Sie trotzdem.

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Vom Primärarztsystem hin zum Primärversorgungssystem

Primärarztsystem ist das eine Schlagwort, Dialog das andere. Mit beiden geht bzw. ging Bundesgesundheitsministerin Nina Warken in die Schlagzeilen. Wobei: Hier liegt schon ein kleiner, aber feiner nachrichtlicher Unterschied: Es ist nun nämlich nicht mehr der (Haus-)Arzt, der der erste Ansprechpartner sein soll. Die Ersteinschätzung der Notwendigkeiten für den Patienten soll telefonisch oder digital erfolgen, auch von KI ist die Rede. Und, wenn man schon dabei ist: Auch Folgerezepte könnten ohne Arztkontakt ausgestellt werden können. Das allerdings ist, wenn es so formuliert ist, ja schon Wirklichkeit. Warken diskutiert gerade mit Vertretern der Ärzte und der Krankenkassen. Und das korrekte neue Schlagwort heißt nun: Primärversorgungssystem.

02.02.2026:

Die Rheinische Post berichtet am 01.02.2026 ausführlich über die Planungen der Bundesregierung zur Patientensteuerung:
https://rp-online.de/politik/deutschland/bundesregierung-plant-reform-wie-arztbesuche-kuenftig-ablaufen-sollen-v1_aid-142942681

Die Ärzte-Zeitung am 31.01.2026 hinter Anmeldeschranke:
https://www.aerztezeitung.de/Politik/Primaerversorgungssystem-Warken-steht-vor-ihrer-wohl-schwierigsten-Operation-461829.html

Der Merkur am 30.01.2026:
https://www.merkur.de/wirtschaft/fuer-kassenpatienten-aendert-merz-regierung-plant-hausarztpflicht-was-sich-94143091.html

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Krankenhausticker: Zusammenschluss in Bremen

Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab: Insolvente Krankenhäuser, schwierige Übernahmeverhandlungen, Fragezeichen zur Krankenhausreform. Darum sollen hier jetzt alle wirtschaftlichen, medizinischen, sozialen und (personal-)politischen Artikel zur Lage der Krankenhäuser und zu Umstrukturierungen als fortlaufende Linkliste gesammelt werden. Damit die Liste möglichst vollständig wird, werden auch Artikel hinter Bezahlschranke aufgenommen.

02.02.2026:

In Bremen schließen sich das Rotes-Kreuz-Krankenhaus und die Roland-Klinik unter dem Dach des Rotes-Kreuz-Krankenhaus zusammen. Bericht im Regionalmagazin buten un binnen, 30.01.2026:
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/krankenhaus-zusammenschluss-rkk-roland-klinik-bremen-100.html

In Mosbach demonstrierten 1500 Menschen für den Erhalt des Krankenhauses. Der Bericht in der Rhein-Neckar-Zeitung liegt hinter Bezahlschranke, ein schönes Foto kann man aber kostenlos anschauen. 30.01.2026:
https://www.rnz.de/region/neckartal-odenwald_artikel,-Mosbach-1500-Menschen-demonstrieren-fuer-den-Krankenhaus-Standort-_arid,1940308.html

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Grippe-Ticker 2025/2026 -- Maskenpflicht in Krankenhäusern im Kreis Höxter

Es geht wieder los: Die Grippe geht um. Und mit ihr die schlechten Nachrichten. Die Welle, die sich aus den mittleren Werten vergangener Jahre grafisch ergibt, lässt einen rapiden Anstieg bis zum Februar vermuten. Heißt: Es wird wieder Zeit für einen Grippe-Ticker. Auch wenn man dann und wann den Eindruck haben kann, dass es nicht die Grippe ist, die falsch tickt. Aber: Das ist Einschätzungssache – und soll Ihnen (gerne) selbst überlassen bleiben. Und: Da an Nachrichten über die Grippe überhaupt kein Mangel besteht, liste ich hier die Nachrichten hinter Bezahlschranke nicht mit auf. Es sei denn sie hätten außergewöhnliche oder einzige Infos.

02.02.2026:

Der SWR hat im Radio mit einer Serie zur Grippe begonnen. Zwei Folgen mit etwa 5 Minuten Länge können Sie schon anhören. Eine Folge beschäftigt sich mit der Frage, wie die Gesundheitsvorsorge verbessert werden könnte. Die andere fragt: "Zink, Zitrone und Gemüse: Was hilft gegen Viren einer Grippe?" 01.02.2026:
https://www.swr.de/swraktuell-radio/grippe-erkaeltung-viren-100.html

Im Stern gibts am 31.01.2026 einen Überblick über die Grippe- und RSV-Fälle in Sachsen.
https://www.stern.de/gesellschaft/regional/sachsen/erkaeltungswelle--mehr-grippe--und-rsv-faelle-in-sachsen-37094354.html

In vier Krankenhäusern im Kreis Höxter müssen Besucher und Patienten jetzt Maske tragen, berichtet der WDR am 30.01.2026. Für Patienten gilt diese Regel, wenn sie grippe- oder erkältungsähnliche Symptome haben und über den Flur gehen.
https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/maskenpflicht-kliniken-hoexter-grippe-100.html

Die Thüringer Allgemeine fasst am 30.01.2026, wie sich in Thüringen Grippe in RSV verbreiten:
https://www.thueringer-allgemeine.de/panorama/article411077351/grippewelle-in-thueringen-tausende-gemeldete-faelle-auch-rs-virus-legt-zu.html

Das ZDF interpretierte am 29.01.2026 die Zahlen des RKI:
https://www.zdfheute.de/wissen/erkaeltung-grippe-welle-rki-100.html

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Linkliste zu MVZ-Nachrichten -- Diskussion in Schenklengsfeld

Die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) – nachrichtlich umgibt sie eine Wolke aus Hoffnung und Skepsis. Sie könnten eine Lösung sein für Strukturen, in denen es an Ärzten mangelt. Sie können dem Bedürfnis angehender Ärzte nach geregelter Arbeitszeit und möglichst wenig Bürokratie gerecht werden. Dann wieder gab es eine Phase der Skepsis: MVZ-Gründungen, in denen das Gewinn-Interesse ganz vorne stand, sorgten für eine schlechte Presse. Und jetzt: Nachrichten von Insolvenzen machen die Runde. Und gleichzeitig gelten die MVZ in vielen Regionen als Lösungsmöglichkeit für Strukturen, in denen es an Ärzten mangelt. 

02.02.2026:

In Schenklengsfeld, Osthessen, könnte aus der Hausarztpraxis ein kommunales MVZ werden. Der bisherige Hausarzt geht in den Ruhestand. Ein MVZ könnte die Zukunft der angestellten Ärzte und Mitarbeiter sichern - und vor allem auch die Patienten weiterversorgen. Hersfelder Zeitung, 01.02.2026:
https://www.hersfelder-zeitung.de/lokales/schenklengsfeld-friedewald/schenklengsfeld-ort355202/ein-kommunales-mvz-soll-die-hausarztpraxis-in-schenklengsfeld-retten-94147676.html

In Villingen-Schwenningen ist ein neues MVZ geplant. Hinter Bezahlschranke berichtet der Südkurier am 29.01.2026:
https://www.suedkurier.de/schwarzwald/neue-plaene-gegen-den-aerztemangel-neben-dem-klinikum-entsteht-das-naechste-mvz-113230146

Auch in Ornbau, Landkreis Ansbach, ist ein MVZ geplant. Hinter Bezahlschranke gibt's Infos bei NN.de, 01.02.2026:
https://www.nn.de/region/gunzenhausen/endlich-wieder-ein-arzt-vor-ort-in-ornbau-offnet-das-medizinische-versorgungszentrum-1.14989461

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Lesetipp: Die Lebens-, Leidens- und auch Sterbegeschichte von Max

In der zweiten Überschriftenzeile steht: „Eine Geschichte über das Sterben, die vielleicht mehr über das Leben erzählt als über den Tod“. Vielleicht ist das falsch. Vielleicht hätte die Autorin titeln sollen: „Eine Geschichte über das Leben, die das Sterben auch erzählt.“

Die Geschichte, von der hier die Rede ist, ist eine Lebensgeschichte – und sie ist eine Leidensgeschichte. Das Leiden von Max beginnt, noch bevor er überhaupt in der Schule ist. Er hat juvenile Polyarthritis – und die bewirkt, dass sein Knochengerüst am Ende den Mann, zu dem er wachsen wird, gar nicht richtig halten kann.

Seine Lebens- und Sterbegeschichte aufgeschrieben für die Bild hat eine Freundin, die auch Journalistin ist. Er hatte sie gebeten, von seinem Leben und seiner Suche nach dem richtigen Weg in den Tod zu erzählen. Das macht Katharina Render nicht nur sehr einfühlsam, sie schreibt so, dass der Leser fast lachend und weinend mit in der Geschichte sitzt.

Und sie ist nicht mal eben kurz erzählt, diese Lebensgeschichte. Der Vorleser braucht 18 Minuten. Will sagen: Katharina Render hat für Max die klassischen Bild-Formate gesprengt.

Der Artikel, mit privaten Fotos und Fotos von Christian Spreitz, ist vom 19.01.2026:
https://www.bild.de/leben-wissen/menschen-schicksale/mit-39-jahren-max-beschliesst-zu-sterben-6864e447aa0dfb270f803071?dicbo=v2-rDA07kJ&cid=kooperation.article.outbrain.desktop.AR_3.ff.bild

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Ein Podcast vom Landarzt

„Der Landarzt vom Murgtal“ – hört sich beschaulich an, oder? Ist’s aber weder im übertragenen, noch im Wortsinn. Der Landarzt vom Murgtal ist ein zehnteiliger Podcast vom SWR, der aus dem Leben des Landarztes Dr. Hans-Jörg Schaible berichtet. Sie sind also akustisch dabei: in der Praxis, in der Anmeldung, in der Familie – und die passenden Radionachrichten hören Sie auch eingeblendet. Und zwischendrin die Bewertungen und Betrachtungen derer, in deren Leben Sie gerade sich reinhören. Die Serie ist vom Oktober 2025:
https://www.swr.de/swrkultur/doku-und-feature/podcast-der-landarzt-vom-murgtal-100.html

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Gassens Pläne und die Antworten der Hausärzte

Manche Medien gehen in ihrer Interpretation der Nachricht über das Faktische hinaus. So titelt „In Franken“: „Kassenärztliche Bundesvereinigung: Abschaffung der Krankschreibung geplant“ (Link unten in der Sammlung). Das ist nun so mutig wie sachlich falsch. Bislang muss als Nachricht reichen: Andreas Gassen, KBV-Chef, trommelt und wirbelt weiterhin auf allen Kanälen. Seine Forderung ist die Abschaffung der Krankschreibung in den ersten drei Tagen. Seine Argumente haben vieles für sich: Die befürchtete Blaumacherei sei auch mit dem jetzt üblichen Verfahren leicht möglich, eine ernste Erkrankung sei ohnehin erst nach dem dritten Tag als ernst konstatierbar, und die Krankschreibung, die es ermöglicht, für ein krankes Kind zuhause zu bleiben, sei logischer Unsinn.

Dass er darüber hinaus vor allem aber daran denkt, den Arztpraxen einen Aufwand zu sparen, der vor allem aus Verwaltungsnotwendigkeit und weniger aus medizinischer Notwendigkeit resultiert, verhehlt er dabei auch nicht.

Auffällig: Reaktionen aus den Reihen der Gesundheitspolitik bleiben irgendwie aus. Zumindest aber unter der Wahrnehmungsschwelle. Und aus den Reihen der Ärzte gibt's Protest. Offenbar ist der Hausärzteverband verärgert und fordert Gassen zum Rückzieher auf. So berichtet zumindest die Ärzte-Zeitung oberhalb der Anmeldungsschranke. Mitarbeiter der Gesundheitsbranche und Fachjournalisten können sich kostenfrei anmelden. Der Artikel ist etwa eine Woche alt:
https://www.aerztezeitung.de/Politik/Hausaerztinnen-und-aerzte-sauer-auf-KBV-Chef-Gassen-vertritt-nicht-mehr-die-Interessen-der-Aerztinne-461712.html

Der Protest des Hausärztinnen und Hausärzteverbandes zäumt sich vor allem auf an der Absicht der Abschaffung der telefonischen Krankschreibung – und er richtet sich konkret gegen den KBV-Chef. Hier ein Link zum Brief des HAEV an die Ärztekollegen, 21.01.2026:
https://www.haev.de/presse-medien/hintergrund/nachrichten-details/politisches-update-telefon-au-muss-bleiben

Den Artikel zum Thema lesen Sie in der digitalen Ausgabe der „Hausärztliche Praxis“ vom 21.06.2026:
https://www.hausaerztlichepraxis.digital/politik/hausaerztinnen-und-hausaerzteverband-telefon-au-muss-bleiben-173773.html

Und hier nun die aktuelle Linkliste mit den Medien, die über Gassens Forderungen nach Abschaffung der Krankschreibung in den ersten drei Tagen berichten. Zuerst oben zitiertes Portal

„In Franken“, 26.01.2026:
https://www.infranken.de/ratgeber/karriere-geld/kassenaerztlichen-bundesvereinigung-abschaffung-der-krankschreibung-geplant-art-6315030

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Landarztquote auch für Zahnmediziner und Apotheker?

Die Landarztquote an den Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern auf Zahnmedizin und Pharmazie auszuweiten, das will der Landtag beschließen. Im „Stern“ finden Sie die Zusammenfassung der Diskussion, 26.01.2026:
https://www.stern.de/gesellschaft/regional/mecklenburg-vorpommern/medizin--landarztquote-wird-ausgeweitet---fuehrt-das-zum-erfolg--37077940.html

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Ein Bild und viele ungesagte Worte

Es könnte ein modernes Stillleben sein. Wenngleich ein fotografisches. Auf jeden Fall aber ein stilistisches. Der Tisch ist kein Tisch, sondern eine Fläche ganz in Rosa. Der Hintergrund ist keine Wand, sondern eine Fläche ganz in Türkis. Auf der Fläche, die kein Tisch ist aber rosa, steht eine Schale, vielleicht aus Keramik. Auf jeden Fall eine rustikale Schale, deren Porzellan an Keramik erinnern soll. Die Schale ist deutlich größer als ein Essteller es wäre. Man könnte sie gut als Obstschale verwenden. Für ein Stillleben hat das ja Tradition.

Aber da ist kein Obst, da sind nur Nudeln. Die ganze Schale voll mit Nudeln. Kunstvoll geschichtete Fusilli. Beim Hingucken fühlen Sie sich unweigerlich an den Konservenstapel erinnert: Irgendwer muss hier von unten eine Nudel herausziehen, und dann gibt es den fusillischen Dominoeffekt. Von allein jedenfalls fallen die Nudeln nicht. Erstens: Es ist ein Bild. Zweitens: Die Nudeln sind gar nicht gar. Sie sind nur fast gar. Vielleicht kleben sie dann besser.

Das Bild also ist farblich anregend. Appetitlich ist es nicht. Und wer würde schon eine solche Schale voller Nudeln essen wollen. Pur und garantiert ohne Ketchup.

Aber: Das Bild ist ein Stillleben. Wir schreiben das ja jetzt mit drei „l“. Damit jeder weiß: Das Bild ist still.

Wäre die Umgebung des Bildes auch still geblieben, es hätte einen gewissen Reiz. Aber: Das Bild ist umgeben von Text. Denn es ist gar kein Bild, es ist eine Illustration. Dass Adipositas das Thema ist, hatten Sie vor lauter Bild gewiss übersehen. Die Überschrift aber ist unübersehbar: „Wie Übergewicht das Gehirn programmiert – und welche Folgen es mit sich bringt“, will uns Geo am 21.01.2026 unterrichten. Und verspricht uns: In sechs Minuten sind wir durch mit dem Text. Kann man schaffen. Ob man das muss, will ich nicht beurteilen.
https://www.geo.de/wissen/gesundheit/adipositas-veraendert-unser-gehirn-37061672.html

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Kleiner Exkurs über Blaumacher und Schwarzbrenner

Dass der Blaumacher, dessen Ruf noch nicht unter die Räder geraten war, Stoffe färbte und am Montag darauf wartete, dass die Farbe auch ihre blaue Wirkung entfaltete, haben Sie gewiss schon irgendwo gelesen, und dass der blaue Montag sich sprachlich möglicherweise doch auch vom Alkohol am Vorabend erklärt, haben Sie gewiss schon vermutet. Und den Blaumacher, der seine Arbeit nicht antritt, kennen tatsächlich die alten Zeitungen schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Also legt der Blaumacher sich wahrscheinlich schon, zumindest dem Vorwurfe nach, seit 200 Jahren auf die faule Haut. Zuvor aber, das sei hier auch erwähnt, war der Montag im Handwerk anerkanntermaßen ein freier Tag, den die Gesellen für sich selbst nutzen konnten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Blauer_Montag

Und später, die Industrualisierung ist längst im Gange, war der Blaumacher an vielen Stellen in den Fabriken und an den Webstühlen unentbehrlich. Hier ein kleiner Exkurs quer durch die Industriegeschichte:

Am 08.12.1849 wird im Aachener Anzeiger ein Arbeiter zum „Blaumachen der Nähnadeln gesucht, der diese Arbeit gründlich versteht“.
https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/7056487?query=blaumacher

Die Nähnadeln wurden durch chemische oder thermische Verfahren vor Rost geschützt – und waren hinterher blau. Der Fabrikant, der diese Anzeige aufgesetzt hat, bleibt in der Zeitung anonym. Aber vielleicht war es jener Nadelfabrikant Conrad Seyler, über dessen Patent die Aachener Zeitung am 16.06.1860 informiert.

„Dem Nadelfabrikanten Conrad Seyler zu Burt­scheid bei Aachen ist unter dem 12. Juni d. J. ein Patent auf eine durch Zeichnung und Beschreibung erläuterte, in ihrer ganzen Zusammensetzung für neu und eigenthümlich erkannte Maschine zum Blaumachen der Nähnadeln an den Köpfen; [… hier folgt noch ein Patent] auf fünf Jahre, von jenem Tage an gerechnet und für den Umfang des preußischen Staates ertheilt worden.“
https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/6392449?query=blaumacher

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Auf die Blaumacher, fertig, los!

„Jetzt geht es den Blaumachern an den Kragen“, lautet die Schlagzeile, die sofort ins Auge springt. Und es ist mir ein Vergnügen, Sie raten zu lassen, wer mit dieser Zeile in die Schlacht zieht. Nein, natürlich ist es nicht die Bild-Zeitung. Denn die hofft ja gewiss auch auf die Blaumacher als Leser. Wer hier sprachlich die Messer wetzt, ist weder auf das Abo noch auf den Einzelkauf der Blaumacher angewiesen. Natürlich ist es die FAZ. Und die titelt hier unter Zurücknahme aller Contenance, die an dieser Stelle auch journalistisch geboten wäre. Der Autor, Christian Geinitz, kommentiert in einem anderen Artikel gleich in der Überschrift: „Blaumachen ist unverantwortlich“. Stellt sich, nebenbei bemerkt, noch die Frage, ob es denn verantwortlich ist, journalistisch mit Klischees zu arbeiten, die mehr als 100 Jahre alt sind – und definitiv aus einer völlig anderen Arbeitswelt stammen.

Beide Artikel der FAZ sind vom 20.01.2026 hinter Bezahlschranke:
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/gesundheitsministerin-nina-warken-will-telefonische-krankschreibung-pruefen-200457689.html
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/telefonische-krankschreibung-blaumachen-ist-unverantwortlich-110822540.html

Gut, ohne die Bezahlschranke zu überwinden, kann ich nicht wirklich wissen, worüber sich Christian Geinitz dergestalt aufregen will, dass wir ihm zurufen möchten: „Auf in den Kampf, die Schwiegermutter naht. Stolz in der Brust, siegesbewusst.“ Doch dass die telefonische Krankschreibung der Auslöser für Artikel und Kommentar sind, daran lassen die ausführlichen URLs ja keinen Zweifel.

Aber das Thema ist ja auch zu schön. Die Liste derer, die es aufnehmen, ist lang. Und das liegt daran, dass Nina Warken, die Bundesgesundheitsministerin, auf Merzens Einwürfe reagiert hat. Zwar haben wir noch nicht einmal Februar, und erst im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt … Aber wer kanzlert, muss früh aufstehen. Sie wissen schon, der frühe Vogel fängt den Blaumacher. Oder: „Wenn früh am Morgen die Werksirene dröhnt und die Stechuhr beim Stechen lustvoll stöhnt …“

Nun stellen sich also die großen Medien hinter Merz und Warken, um der telefonischen Krankschreibung den Garaus zu machen, und wie Geier Sturzflug es 1982 so schön besungen hat, das Bruttosozialprodukt zu steigern. Hier zur Erinnerung die zweite Strophe:

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Kommentar: Die Diskussion zum Krankenstand verfehlt ihr eigenes Thema

Und? Kennen Sie den Refrain schon auswendig? Wir singen, Sie haben es schon gemerkt, wieder das Lied vom hohen Krankenstand in Deutschland. Bundeskanzler Friedrich Merz hat angestimmt. Auf einer Wahlkampfveranstaltung in Bad Rappenau, der zweitgrößten Stadt im Landkreis Heidelberg im Lande Baden-Württemberg. Die Landtagswahl ist schon bald, am 8. März.

Aber halt, ich bin ungenau: Das Lied vom hohen Krankenstand wurde schon gleich nach dem Jahreswechsel gesungen – und zwar auf der Klausurtagung der CSU. Und dort wurde als Beschluss gefasst die Forderung nach Abschaffung der telefonischen Krankschreibung.

Nun ist Wahlkampf in Baden-Württemberg und Friedrich Merz singt denselben Text. KBV-Chef Andreas Gassen fällt ein und stimmt ihm zu. Die telefonische Krankschreibung lade natürlich zum Missbrauch ein, wird er in den Nachrichten gerade gerne und überall zitiert (alle Links unten am Ende des Textes).

Hängt Andreas Gassen nun sein Fähnchen in den Wind? Oder segelt er im Windschatten? Sicher ist: Gassen verfolgt seine eigenen Ziele – und die sind sehr viel grundsätzlicher. Sein Vorstoß im Oktober 2025: Die Abschaffung der AU in den ersten drei Tagen. Die nämlich produziere Abertausende von Arztbesuchen, die nicht notwendig seien. Und vielleicht könne man bei der Gelegenheit auch gleich die Dreitagepflicht zur Vier- oder Fünftagepflicht ausweiten.

Dass Gassen mit diesen Vorschlägen bei Bundesgesundheitministerin Nina Warken keineswegs auf offene Ohren oder Türen stieß, ist nicht verblüffend. Und dass Gassen seine Idee weiterverfolgt, verwundert auch nicht. Denkt man sein Modell zu Ende, dann bedarf es der telefonischen Krankschreibung schlicht gar nicht: Ein kranker Arbeitnehmer mit fünf Karenztagen ist nach diesen Tagen entweder wieder gesund oder aber ernsthaft krank – und ein Gang zum Arzt ist sowieso notwendig.

Bleibt die Frage, warum Gassen Merz zur Seite springt. Oder hat er sich einfach nur medial verkalkuliert. Vielleicht hatte er gehofft, die Diskussion in seinem Sinne verschieben zu können. Und vielleicht spielt er dabei mit dem Feuer: Hinter Merzens Forderung, die natürlich auch die Forderung der CDU ist, stecken die Wirtschaftsverbände, die nicht wirklich den hohen Krankenstand meinen, wenn sie klagen. Sie suchen nur nach Wegen der Produktivitätssteigerung. Denn dass der Krankenstand auch deswegen eklatant gestiegen ist, weil die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen mittlerweile alle – und die Betonung liegt auf alle – elektronisch erfasst werden, hat sich mit Sicherheit auch bis dahin rumgesprochen.

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Landgericht Berlin verurteilt Doctolib wegen Irreführung

Die Verbraucherzentrale hatte gegen Doctolib geklagt, weil auf der Plattform Patienten Selbstzahlertermine angeboten wurden, selbst wenn es in den Einstellungen abgelehnt war. Das Landgericht Berlin hat das untersagt, Doctolib hat Berufung eingelegt.

Die Nachricht ausführlich und mit Hintergrund bei heise.de, 15.01.2026:
https://www.heise.de/news/Landgericht-Berlin-Doctolib-Filter-fuer-Kassenpatienten-irrefuehrend-11141760.html

… in der ZEIT, 15.01.2026:
https://www.zeit.de/gesundheit/2026-01/doctolib-gericht-urteil-termin-arzt-verbraucherzentrale

… in der „Welt“, 15.01.2026:
https://www.welt.de/gesundheit/article69689472124ec15494002f1e/doctolib-gericht-verurteilt-buchungsplattform-wegen-irrefuehrung-der-versicherten.html

… in Apotheke adhoc, 15.01.2026:
https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/arzttermine-doctolib-wegen-irrefuehrung-verurteilt/#

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Eine Modekrankheit aus Paris -- Die Grippe zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Die Grippe – nicht immer weiß der Patient, woher er sie hat und wie sie ihn ergreifen konnte. Genauso wenig wissen die Sprachwissenschaftler über ihre Herkunft Bescheid. Sicher scheint einzig zu sein, dass die Franzosen diesen Namen prägten. Und schon hier scheiden sich die Geister: Die einen sagen, die Grippe ist vom Verb „gripper“ abgeleitet, was nichts anderes heißt, als „ergreifen“. Die Ähnlichkeit des deutschen und des französischen Verbs scheint das zu belegen.

Aber dann gibt es die anderen, und die sagen, das französische Substantiv bedeutet Grille oder Laune. Der Grippepatient wird dies nickend bestätigen können, auch wenn ihm nach Grillen so gar nicht zumute ist und seine Laune sich in Grenzen hält.

Das Herkunftswörterbuch des Wahrig greift noch weiter zurück: Die Grippe, nämlich das französische Wort, könnte demnach zurückgehen auf die russische Heiserkeit: chripe.
https://www.wissen.de/wortherkunft/grippe

Dass die Bezeichnung der Krankheit aus Frankreich kommt, dafür spricht vieles. Vor allem die Zeitungen aus dem Jahr 1803. Damals griff die Grippe nach den Parisern. Aber auch Meldungen aus anderen französischen Städten erreichten die deutschen Zeitungen.

Die Kölnische Zeitung schreibt am 26.02.1803:

„Der lustige Pariser, der gerne über alle Gegenstände entweder scherzet oder dichtet, hat auch über die in Paris noch herrschende traurige Krankheit la Grippe allerhand lustige Geschichten ins Publikum gebracht. – Indessen ist zu befürchten, daß die nicht scherzende la Grippe den Dichter de Lille, im Ernste in die andere Welt schicken werde. – Der gelehrte Mechanikus Tremel ist schon gegrippt worden.“
https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/1078244

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Ein Krankenhaus mit Sterneküche

Im Krankenhaus Bad Belzig kocht ein Sternekoch. Bislang. Nun aber geht er in Rente und nun füllt seine Frau seinen Platz aus. Sie ist ebenfalls Sterneköchin. Der rbb berichtet am 05.01.2026 in einem 3-Minuten-Beitrag aus der Küche:
https://www.rbb-online.de/brandenburgaktuell/archiv/20260105_1930/sternekoch-krankenhaus.html

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Debatte über Kürzungen im Gesundheitssystem: Es dampft in allen Gassen

Andreas Gassen, KV-Vorsitzender, orientiert sich offenbar nicht nur an den Sternen und den Dönerpreisen auf seiner Suche nach Rettungswegen für das Gesundheitssystem (oder wahrscheinlich genauer: für die Krankenkassen). Jetzt wandelt er, immer noch Rat suchend, auch durch die Straßen, die vor Kurzem noch Hendrik Streeck für die Diskussion geöffnet hat. Es geht um die Behandlung (nein, gemeint ist in Wirklichkeit: die Nicht- oder Geringer-Behandlung) von Schwerstkranken. Geredet hat Gassen mit der Neuen Osnabrücker Zeitung, die seit jeher den Ruf genießt, bei vielen gesellschaftlichen Themen journalistisch gern der Vorreiter zu sein. (Ebenso berühmt ist oder war die NOZ für ihre Kommentare). Im Interview, das Tobias Schmidt für die NOZ führt, sagt Gassen:

„Wir müssen uns mit der Frage beschäftigen, ob es womöglich einen gewissen Automatismus gibt, alle medizinischen und technischen Möglichkeiten maximal auszuschöpfen, auch wenn das nicht in jedem Einzelfall im Sinne der Patienten ist.“
https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/kassenaerztechef-gassen-mit-vorschlaegen-steuern-auf-alkohol-erhoehen-49534225

Gassens Satz in diesem Interview, der gerade die Schlagzeilen im Flug erobert:

„In England bekommen Sie mit 70 Jahren eben keine neue Hüfte mehr.“

Aber Gassen weiß, welche Wege wandelbar sind. Sein Vorschlag: Der Staat soll für die Gesundheitsversorgung der Bürgergeldempfänger zahlen, damit die Krankenkassen diese Kosten nicht stemmen müssen. Das würde ganz nebenbei natürlich die Beiträge der Versicherten entlasten (so zumindest die Andeutung im Interview).

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Zwischen Döner und Sternenhimmel -- Gassen sucht weisen Rat

Man könnte ja denken, dass es der Jahreswechsel ist, der Andreas Gassen beflügelt. Oder ist ihm ein Engel erschienen, ein Stern aufgegangen?

Zwischen Weihnachten und Neujahr gibt es ja nicht nur in den Zeitungen aus Papier viel Platz zwischen den Seiten. Und zwischen Ohren und Augen der Deutschen passen zwischen Weihnachten und Neujahr, zwischen Sekt und Kaviar, zwischen Rotkohl und Raketen vielleicht auch immer noch ein paar neue Gedanken. Auch nicht schlimm, wenn es die alten Gedanken sind. Routine gehört zum Jahreswechsel zwingend dazu.

Und so durfte KV-Chef Andreas Gassen nicht nur davon träumen, sondern sich fast sicher sein, dass in den Köpfen und Gedanken der Deutschen Platz genug ist für eine alte Idee im neuen Gewand: Die Praxisgebühr muss wieder her, um die Krankenkassen zu sanieren. Diesmal aber eben als Kontaktgebühr. Wer Kontakt mit einem Arzt aufnimmt, soll drei bis vier Euro zahlen. Wenn das keine kluge Wegweisung ist!

Schon vor Weihnachten hatte Gassen uns wissen lassen, dass eine Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal zumutbar ist. „Das ist der Preis eines Döners“, titelte am 17.12.2025 die „Welt“ – und setzte damit Gassens Worte ganz oben an.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article693d1c90f679420e000b341b/aerzteverbandschef-gassen-zehn-euro-praxisgebuehr-pro-quartal-sind-zumutbar-das-ist-der-preis-eines-doeners.html

Der Artikel in der "Welt" enthält übrigens einen ganzen Strauß von Vorschlägen – und ich wette, es gibt keinen Vorschlag darunter, der noch nicht rauf und runter debattiert worden wäre: Homöopathie aus den Kassenleistungen herausnehmen, Gesundheits-Apps ebenfalls, Zuckersteuer, Zigaretten- und Alkoholsteuer erhöhen.

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Paywall vom Rolli gehackt

Wie eine Rollstuhlfahrerin ihren Rolli – genauer: die App ihres Rollis – gehackt hat, erfahren Sie im Spiegel. Der App zugrunde lag ein Abo-Modell, dass schnelleres Fahren nur bei höheren Zahlungen erlaubte. Torsten Kleinz berichtet am 28.12.2025:
https://www.spiegel.de/netzwelt/hackerkonferenz-39c3-warum-eine-multiple-sklerose-erkrankte-ihren-rollstuhl-hackte-a-169573b3-dbc9-4aed-bc33-1cc39cee6971

Im Standard berichtet Georg Pichler am 29.12.2025:
https://www.derstandard.at/story/3000000302326/wie-eine-multiple-sklerose-erkrankte-die-paywall-ihres-rollstuhls-knackte

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Krankenkassenbeiträge steigen -- Warkens Wille war wohl nicht genug

Die Rheinische Post spricht vom „Beitragsschock“, doch zumindest kam der Schock wohl für die meisten nicht überraschend. Entgegen dem Versprechen der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken werden über den Jahreswechsel viele Krankenkassenbeiträge doch erhöht. Und auch die Behandlung der Schuldfrage wird niemanden verblüffen. Schuldig sind die anderen.

Dennoch hier eine aktuelle Linkliste:

Der Focus berichtet umfassend und sammelt die Fakten: „31 Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge – so viel zahlen Sie drauf“, titelt er am 23.12.2025:
https://www.focus.de/finanzen/versicherungen/31-kassen-erhoehen-ihre-beitraege-so-viel-zahlen-sie-drauf_48d02683-319e-4ca9-a67c-2e6606a27d8b.htm

Noch faktischer arbeitet die „Welt“: Dort finden Sie eine lange Liste über die Erhöhungen der Krankenkassen. Inklusive der Beiträge, die gleich bleiben, 23.12.2025:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article694a3403f6fc544dba9b193c/krankenkasse-die-grosse-gkv-uebersicht-so-teuer-wird-ihre-krankenkasse-im-neuen-jahr.html

Die Tagesschau am 22.12.2025: „Warken gibt Krankenkassen Mitschuld“
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/beitragerhoehung-krankenkasse-opposition-100.html

Die taz, 22.12.2025:
https://taz.de/Streit-zwischen-Warken-und-Krankenkassen/!6140658/

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