Der Elefant im Raum – dazu noch in schwebender Position! Dieses Bild, 2024 von der Krankenhausgesellschaft NRW entweder geprägt oder verbreitet, wird NRWs Gesundheitsminister Karl- Josef Laumann (CDU) nicht wieder los. Vielleicht will er es ja auch gar nicht – und vielleicht trifft es die Sache auch ganz gut. Auch wenn gemeinhin der Elefant im Raum das Thema ist, das alle geflissentlich übersehen, obwohl es unübersehbar ist.
https://www.kgnw.de/presse/aktuelles/2024-04-26-gdw
Nun hat Laumann, der auch schon mal als Poltergeist, westfälisches Urgestein, Mann der Arbeit dargestellt wird, zumindest so elefantös den Raum betreten, dass die schreibende Zunft sich um herzhafte Beschreibungen bemüht.
Claudia Lehnen malt uns Laumann in ihrem Text im Kölner Stadt-Anzeiger als großen Bruder aus, der Taschengeld- und sonstige Freiräume für die Jüngeren miterkämpft.
Allen Bildern ist gemeinsam: Sie wollen einen Alltagshelden benennen. Einen der vielleicht ein wenig laut ist, der aber die nötigen Schritte tut.
Vielleicht ist es hier wie mit dem Licht, das seinen Schatten zurückwirft auf den, der da leuchtet. Sicher aber ist, dass diese sprachliche Suche nach hemdsärmeliger Heldenhaftigkeit auch viel mit der Sehnsucht des Schreibers zu tun hat. Und mit dem Versuch, etwas zu benennen, was aus dem Rahmen fällt.
Und worum geht’s? Um die Termine beim Facharzt, die wohl kaum noch jemand binnen kurzer Frist bekommt. Um den Weg zum Facharzt, um den Lotsen zum Facharzt, um die freie Arztwahl geht es natürlich auch. Also im Grunde um die Quadratur des Kreises: Die freie Arztwahl soll nicht eingeschränkt werden, doch der Patient soll einen vorgeschriebenen Weg gehen. Zum Nutzen aller und zur Entlastung des überlasteten Systems. Das, was nach einer großen Gesundheitsreform klingt, die auf Bundesebene diskutiert wird, im Kleinen. Wobei das Kleine hier ja das Größte ist: NRW ist das Bundesland mit den meisten Einwohnern.
