KI-Antworten, die das Zeug zum Schenkelklopfer haben, kennen Sie bestimmt alle. Und jede Wette: Jedes Betriebsklima bessert sich sofort, wenn zwischen den Schreibtischen, nein, natürlich über die Desktops hinweg, diese Lachvorlagen zum Kettenchat werden. Ich suchte heute, das als Einstieg, nach BMI-Abkürzungen. Der erste Fehler der KI: Sie lieferte mir den Brockhaus. Genauer gesagt: das Bibliographische Institut & F. A. Brockhaus AG.
Auf meine Frage, wo dann bitte das M im Brockhaus versteckt sei:
Nachrichten aus dem Gesundheitswesen
Künftig könnte der BMI durch ein neues Maß ersetzt werden. Die KI hilft mit, und das Messgerät heißt dann Obscore. Sollte Ihnen das obskur vorkommen: Das war meine Absicht. Klar, dass wir nicht vom Bundesministerium des Inneren reden, liegt auf der Hand. Wobei: Wollen wir nicht vielleicht doch wissen, welchen Maßstab die KI ans Bundesministerium anlegt? Vielleicht an anderer Stelle.
Jetzt aber sind wir beim Dilemma der Adipösen: Nicht jeder Bauch ist fett, manch einer, den der BMI als zu dick einstuft, hat in Wirklichkeit ganze Muskelpakete unter seinem T-Shirt versteckt. Das nächste Dilemma: Der Obscore, der eine Alternative werden könnte, braucht, um nicht obskur zu werden, Daten. Klar – ohne Input keine Info, also kein Output. Also: ein einfacher Bluttest – und 20 allgemeine Gesundheitsfragen.
Klar: Das ist kein Test für zuhause. Deswegen könnte es dem BMI noch anderweitig an den Kragen – bzw. an die Zahlen – gehen. Mit Hilfe des Bauchumfangs und des Taille-Hüft-Verhältnisses lässt sich auch der BMI in seinen Qualitäten optimieren.
Mit einem Landarzt in Brandenburg unterwegs ist der „rbb24 explorer“. 18 Minuten dauert der Beitrag, in dem es mit dem jungen Arzt von Haus zu Haus geht. Auch eine Studentin, die sich für die Zeit nach dem Studium als Landärztin verpflichtet hat, kommt zu Wort. Die Sendung ist vom 20.05.2026:
https://www.ardmediathek.de/video/rbb24-explorer/der-arzt-den-hier-alle-brauchen-landarzt-in-brandenburg/rbb/Y3JpZDovL3JiYl8xZmI5ZWU5Yi1mZDIyLTQzNDEtYTkyNC0xOWViYmMyZTczYWZfcHVibGljYXRpb24
Im Kölner Express ist am 21.05.2026 ein Artikel zu lesen über einen der ersten Landarztstudenten, der das Studium jetzt abgeschlossen hat. Als Krankenpfleger angekommen, arbeitet er jetzt in Minden-Lübbecke.
https://www.express.de/ratgeber/gesundheit/trotz-maessigem-abi-tobias-goebel-wird-landarzt-dank-quote-1284803
Mit optisch weniger Ablenkung findet sich dieser Artikel am 21.05.2026 auch im Kölsch Radio als Lesetext:
https://www.koelsch-radio.de/per-quote-zum-landarzt-mensch-ist-mehr-als-herz-und-niere-3301263/
aber auch in der ZEIT, 21.05.2026:
https://www.zeit.de/news/2026-05/21/per-quote-zum-landarzt-mensch-ist-mehr-als-herz-und-niere
und hinter Bezahlschranke kann man ihn in vielen anderen Zeitungen lesen, zum Beispiel in der Westdeutschen Zeitung, 21.05.2026:
https://www.wz.de/nrw/per-quote-zum-landarzt-mensch-ist-mehr-als-herz-und-niere_bid-148669969#0
Fake News kennen Sie: Das sind gemachte Nachrichten. Die Schlaumeier dieser Welt stellen diesen gemachten Nachrichten die Fakten gegenüber. Sprachlich ist das nicht im mindesten weise – denn die Fakten sind nichts anderes als das „Gemachte“. Fake und Fakt haben ihren Ursprung beide im Lateinischen – und der Faktenfuchs macht, von hier aus betrachtet, die Tatsachen genauso selbst wie der Erfinder der Fake News.
Auch wenn das eine süffisante Erkenntnis ist: So kommen wir nicht weiter. Gesucht wird die Wahrheit. In der Annahme, dass die Wahrheit faktisch ist – aber wir wollen hier nicht philosophisch werden. Die Wahrheit wurde ja auch schon längst gefunden. Ebenfalls von den Römern: Sie steckt im Wein. In vino veritas.
Als Kirchgänger wissen Sie zudem, dass der wahre Gott vom wahren Gott stammt. Deum verum de deo vero. Auch das ist keine Philosophie, das ist tiefste Theologie. Es folgt: genitum, non factum. Übersetzt: Gezeugt, nicht geschaffen. Muss man nicht verstehen, ist eines der Geheimnisse des Glaubens. Wichtig ist hier: non factum. Denn nun wird’s zwiespältig. Im selben Text heißt es an anderer Stelle, im anderen Kontext, mit anderer Absicht: Homo factus est. Übersetzt. Er wurde Mensch. Fakt ist: Jeder Lateinschüler in seinen sprachlichen Anfängen würde übersetzen: Ein Mensch ist gemacht worden.
Wir lernen: Das mit den Fakten ist durchaus schwierig. Wir müssen jetzt noch einmal ganz tief ins Lateinische abtauchen. Ich habe Ihnen hier mal kopiert, was die lateinische Sprache alles so machen kann, wenn sie das Verb „facere“ benutzt:
· machen, tun, handeln, herstellen, errichten lassen
· leisten, aufwenden
· schätzen, wert halten (b. Gen. Pretii)
· machen zu (b. dopp. Akk.)
· bewirken, verursachen, veranlassen
· hervorbringen, erschaffen, erzeugen
· vorbringen, Anklage erheben
· den Fall setzen (fac, ut)
· veranstalten, abhalten (KL: Gottesdienst, Predigt)
https://www.navigium.de/latein-woerterbuch/facere?nr=null
Versuchen Sie mal, sich das lateinische Glaubensbekenntnis von einer KI erklären zu lassen: Das wird so etwas wie ein Lehrstück, das immer wieder mit der gleichen Formel beginnt: gemeint ist ...
So ist das mit den Fakten. Sie sind nicht nur gemacht, sie sind auch gemeint. Dass Fakten „Sinn machen“ hingegen, beruht auf der gleichen sprachlichen Vielfalt des deutschen Verbs machen. Die Bedeutungsliste dürfte ebenso lang sein, wie fürs Verb „facere“ – die Krux: Man kann gar keinen Sinn machen. Die Briten tun das in ihrer Sprache und waren uns darin Vorbild. Aber sie meinen mit „to make sense“, dass etwas einen Sinn ergibt. Der Sinn liegt in der Sache selbst und wird nicht gemacht. Der Unsinn eigentlich auch nicht. Kinder aber dürfen, und da übertreiben wir schon, Unsinn machen.
Zurück zur Wahrheit: Ich weiß nicht, wo sie ist. Aber sie ist ganz gewiss ein Phantom. Womit ich nicht sagen will, dass alles richtig ist. Auch nicht, dass alles falsch ist. Aber sobald einer den Mund auftut, um Ihnen die Wahrheit zu sagen: Seien Sie vorsichtig und gucken Sie ganz tief ins Weinglas. Sollten Sie noch dazu eine Glaskugel haben, schauen Sie auch dort hinein. Vielleicht erfahren Sie dabei mehr, als derzeit über die Mattscheiben und Bildschirme dieser Welt.
In diesem Sinne: Frohe Pfingsten. Das ist ja immerhin der Tag, an dem der Heilige Geist in Feuerzungen auf die Apostel herabkam, auf dass sie die Wahrheit hinaus in alle Welt tragen.
KI in der Arztpraxis – da werden Träume, Hoffnungen, Sorgen, Ängste und Befürchtungen wach. Manchmal alles gleichzeitig. Überwog in den Medien noch bis vor gar nicht allzu langer Zeit die Berichterstattung über künftige Möglichkeiten, ist die KI mittlerweile schon längst in vielen Praxen angekommen. Entweder fest etabliert oder als Versuch. Ihre Aufgaben sind dabei durchaus verschieden und reichen von Telefonvermittlung bis zur Überwachung von Patienten oder bis zur Datenauswertung. Die Stimmen, die sich zur KI in der Arztpraxis zu Wort melden, kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Eine kurze schnelle Übersicht über die Lage in den Medien ist deshalb kaum möglich. Ich werde hier auf einzelne Links ein wenig umfänglicher eingehen – sodass Sie schnell einen Überblick haben, was Sie wirklich gerade interessiert. Geordnet sind die Linkbeschreibungen chronologisch.
Patientenüberwachung/Kardiologie:
Der SWR berichtet am 23.04.2026 aus einer Praxis im Westerwald, die 15 Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen überwacht. Der Text ist überschaubar, ein Patient kommt auch zu Wort, das Audio zum Text dauert etwas länger als zwei Minuten.
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/westerwaelder-arztpraxis-ueberwacht-patienten-mit-kuenstlicher-intelligenz-100.html
Umfrage unter Ärzten:
Die Stiftung Gesundheit hat 957 Ärzte befragt zum Nutzen digitaler und KI-gestützter Anwendungen. Ergebnis: 70,3 Prozent der Ärzte sehen einen Nutzen. Die Webseite Health&Care Management berichtet – auch über die derzeitige Anwendung und über die Unterstützung, die noch gewünscht wird. 23.04.2026:
https://www.hcm-magazin.de/aktuelles/2026/ki-in-der-arztpraxis.html
Telefonassistenz:
Das Solinger Tageblatt hat vor ungefähr einem Monat aus einer Arztpraxis berichtet, in der die KI den Telefonjob übernimmt. Der Artikel liegt jedoch hinter Bezahlschranke, es gibt aber günstige Einstiegspreise:
https://www.solinger-tageblatt.de/lokales/solingen/in-dieser-solinger-arztpraxis-geht-der-ki-assistent-ans-telefon-QP6ANETXMBFBDBPBLG4XD4UGJE.html
Dokumentation von Patientengesprächen:
Über eine Software, die Patientengespräche mithört und gleichzeitig dokumentiert, berichtet elektronik.net am Beispiel einer sauerländischen Landarztpraxis. 02.04.2026:
https://www.elektroniknet.de/medizintechnik/e-health/so-laeuft-ki-gestuetzte-dokumentation-in-einer-deutschen-arztpraxis.a3069e6e-da8d-4751-95ad-682852f88842.html
Mit der KVNO in die Zukunft? In Düsseldorf und Köln können Praxisteams die digitale Praxisorganisation live erleben und ausprobieren. Am Kölner Standort (Butzweilerhof) kommt aktuell eine Sonderausstellung mit rund 20 konkreten KI-Tools hinzu.
Das Angebot ist für Mitglieder aller KVen kostenfrei. Da die Besuche individuell betreut werden, ist eine Online-Anmeldung vorab zwingend erforderlich.
Hier der Link zu Praxis4Future:
https://www.kvno.de/praxis4future
Und der Link zur KI-Ausstellung in Köln:
https://www.kvno.de/medien/presse/pressemeldungen/pressemeldungen-detail/nachricht/kv-nordrhein-eroeffnet-fokus-ki-ausstellung-in-koeln
Natürlich hat die KVNO das Rad nicht neu erfunden. Die KV Westfalen-Lippe (KVWL) zeigt die digitale Zukunft in ihrer „dipraxis“:
https://www.kvwl.de/dipraxis
Nun ist ein Urteil gefällt: Betreiber von Webseiten müssen für Falschantworten und Halluzinationen der KI, die sie einsetzen, geradestehen. Hier im konkreten Fall hatte ein Chatbot Berufsbezeichnungen frei erfunden.
Die ganze Geschichte bei Golem, 16.05.2026:
https://www.golem.de/news/urteil-klinik-haftet-fuer-falschaussagen-von-ki-chatbot-2605-208728.html
Der Spiegel berichtete am 15.05.2026:
https://www.spiegel.de/netzwelt/urteil-in-hamm-wer-einen-chatbot-betreibt-ist-fuer-dessen-luegen-verantwortlich-a-96c73b7d-25ab-4c09-a510-f0582bc601ee
Das Handelsblatt am 15.05.2026:
https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/halluzinationen-vor-gericht-urteile-chatbot-betreiber-voll-fuer-ki-fehler-verantwortlich/100225379.html
Wer jetzt in diesen Zeiten, auf die das Wort nachpandemisch eigentlich so recht nicht mehr zutrifft, Klickzahlen und Leser generieren will, der schreibt über Zoonosen. Das Hantavirus scheint zwar thematisch ausdiskutiert, ist es aber noch lange nicht, auch wenn die WHO das Erkrankungsrisiko als gering beschreibt. Wegen der derzeitigen Variation des Ebolavirus, die gerade im Kongo sich umtreibt, hat die WHO aber den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, Nina Warken beruhigt für Deutschland und erklärt: Die WHO mache das, um für Unterstützung der vom Virus betroffenen Region zu sorgen. Ja, das nehmen wir auch an.
https://hasepost.de/gesundheitsministerin-ebola-pandemie-weltweit-nahezu-ausgeschlossen-713603/
https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/ebola-who-gesundheitsnotlage-100.html
Die nächste Meldung ist nur wenige Stunden alt: Im Landkreis Regen in Bayern hat sich jemand mit dem Bornavirus infiziert und liegt auf der Intensivstation. Im vorigen Jahr sind mehrere Menschen an dieser seltenen, aber gefährlichen Infektion gestorben.
https://www.br.de/nachrichten/bayern/bornavirus-infizierter-aus-bayern-auf-intensivstation,VJz2MZm
Komisch ist das alles nicht. Zum Lachen schon gar nicht. Aber Sie können quasi zusehen, und das ist vielleicht doch komisch, wie die verschiedensten Zoonosen sich jeweils in Windeseile im Internet verbreiten. Sie brauchen nur einen aktuellen Anlass, wenige Stunden Zeit – und dann geben Sie von Zeit zu Zeit den Namen des aktuellen Virus in die Suchmaske Ihrer Wahl ein.
Ganz schnell sind Sie in der Lage, eine Zoonosen-Genese zu formulieren. Auf jeden Fall können Sie quasi live verfolgen, wie viral diese Geschichte(n) medial wirken. Wenn Sie eher der Mensch sind, der es mit einem Überblick versuchen will: Geben Sie das Wort Zoonose ein – und suchen Sie nach Nachrichten. Schnell werden sie feststellen: Die Vogelgrippe grassiert noch, die Hasenpest hat in Niedersachsen und Bremen von Jahresanfang bis Ende April drei Menschen „erwischt“ – in ganz Deutschland sind es in selben Zeitraum 33.
https://hannover.t-online.de/region/hannover/id_101224132/hannover-hasenpest-in-niedersachsen-mehrere-menschen-erkrankt.html
Die nächste Erkenntnis: Da draußen sind eine ganze Menge Zoo-Nasen unterwegs auf der Suche nach der nächsten Zoonose. Auch Medienmenschen brauchen halt den richtigen Riecher. Und im medialen Clickbattle bettelt es sich immer noch am besten mit tierisch guten Nachrichten. Das Dilemma: Wie man sich bettet, so liegt man. Und sollten Sie jetzt gerade liegen: Stehen Sie nicht auf, die nächste Info wird Sie plätten, auch wenn sie schon zehn Jahre alt ist: Das Zikavirus, für das ja eigentlich die Mücken zuständig sind, kann auch von Männern übertragen werden. Beim Sex. Kein Witz. Ich sag ja: Bleiben Sie liegen und vor allem: Lassen Sie Ihren Mann liegen. Denn er muss selbst nicht einmal Symptome haben, um das Virus weiterzugeben.
https://www.handelsblatt.com/technik/medizin/warnung-der-who-zika-virus-immer-oefter-durch-sex-uebertragen/13071884.html
Nun wollen wir hier aber nicht die Mücke zum Elefanten machen. Wobei die Mücke, zoonosologisch betrachtet, ziemlich elefantös aufgestellt ist: Sie überträgt zum Beispiel das West-Nil-Fieber, das Dengue-Fieber, das Chikungunya-Fieber, das Gelbfieber, die Zika-Virus-Infektion, Malaria, das Rifttal-Fieber, das Sindbis-Fieber, die Usutu-Virus-Infektion, das Sandmückenfieber, die Flussblindheit und die Leishmaniose.
Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab: Insolvente Krankenhäuser, schwierige Übernahmeverhandlungen, Fragezeichen zur Krankenhausreform. Darum sollen hier jetzt alle wirtschaftlichen, medizinischen, sozialen und (personal-)politischen Artikel zur Lage der Krankenhäuser und zu Umstrukturierungen als fortlaufende Linkliste gesammelt werden. Damit die Liste möglichst vollständig wird, werden auch Artikel hinter Bezahlschranke aufgenommen.
15.05.2026:
Über den Neubau der Klinik Harlaching berichtet der BR am 13.05.2026:
https://www.br.de/nachrichten/bayern/muenchen-klinik-harlaching-wird-groesster-krankenhausbau-in-bayern,VJVYHKF
Der Merkur berichtet von den Krankenhausplänen des Landes Bayern - darunter ein Neubau eines Klinikums Starnberg mit 430 Betten. 15.05.2026:
https://www.merkur.de/lokales/starnberg/landkreis/bayern-gibt-gruenes-licht-fuer-ein-neues-klinikum-mit-430-betten-94306823.html
Ameos übernimmt den Medizin Campus Bodensee in Friedrichshafen, berichtet der SWR am 14.05.2026:
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/friedrichshafen/schweizer-ameos-gruppe-uebernimmt-insolventen-medizin-campus-bodensee-102.html
In Kleve und Geldern sollen die Krankenhäuser für hunderte Millionen Euro ausgebaut werden, schreibt die Rheinische Post. Die weiteren Infos liegen hinter Bezahlschranke. 15.05.2026:
https://rp-online.de/nrw/staedte/kleve/krankenhaus-revolution-im-kreis-kleve-millionen-investitionen-fuer-klinik-umbauten_aid-145730461
Das Krankenhaus in Donaueschingen schließt bis 2032 - die Abteilungen sollen nach Villingen-Schwenningen umziehen. Der SWR berichtete am 12.05.2026:
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/freiburg/klinikium-donaueschingen-wird-geschlossen-100.html
Offenbar ist die Zukunft des Bremerhavener Krankenhauses Reinkenheide wackelig. Das Bremer Regionalmagazin buten und binnen fasst am 13.05.2026 eine Stellungnahme der Gesundheitministerin zusammen:
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/reinkenheide-klinik-krankenhaus-senatorin-bremerhaven-100.html
Im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo ist eine Variante des Ebola-Virus ausgebrochen. Die Behörden zählen bereits 65 Tote und 246 Verdachtsfälle.
Bericht in der ZEIT, 15.05.2026:
https://www.zeit.de/gesundheit/2026-05/ebola-ausbruch-kongo-ituri-provinz
Die Süddeutsche Zeitung, 15.05.2026:
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/lebensbedrohliches-virus-gesundheitsbehoerde-ebola-ausbruch-im-kongo-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-260515-930-82982
Deutschlandfunk, 15.05.2026:
https://www.deutschlandfunk.de/neuer-ebola-ausbruch-bestaetigt-100.html
Ach du Schneck, da schleimen sie sich schon wieder quer durch den Garten! Und heimsen sich ein, was des Gärtners erste Erfolge hätten werden können. Schneckliche Geschichte – und jedes Jahr dasselbe Spiel – und die Regeln uralt. So berichtet schon am 03.02.1882 ein Leser in der Dortmunder Zeitung, wie er den Nacktschnecken eine Bierfalle baut, weil sie sich über seine Erdbeerbeete, seine Verbenen, seine Astern und seine Petunien hermachen. Ob er der Erfinder der Bierfalle ist, kann man nicht wissen. Gesichert ist: Im Februar kann dieser Artikel nicht aktuell sein. Aber die Schneckenplage droht und der Tipp mit der Bierfalle wandert in den nächsten Monaten von Zeitung zu Zeitung.
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/1353557
Aber es geht auch andersherum: Die Neusser Zeitung vom 07.05.1872 weiß, dass man in „einigen Gegenden Deutschlands“ Nacktschnecken in Gärten züchtet. In diesen Gärten wächst nur Gras, kein Baum, kein Strauch – und sie sind von fließendem Wasser umgeben. Kinder werden in die Wälder geschickt, um Schnecken zu sammeln. Sie erhalten für 100 Schnecken 3 Thaler. Dann werden die Schnecken mit Kohl und Gras gefüttert, sie bekommen ein Häuschen aus Moos zum Schutz. Dort verkriechen sie sich, manchmal bis ins Erdreich hinein – und von dort aus werden sie dann verpackt und versandt:
https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/11787063
Für den Menschen aber waren Schnecken, und nicht nur die Weinbergschnecken, in der Medizin äußerst nützlich. Die Neusser Zeitung verweist am 02.09.1913 zuallererst auf Plinius, der die afrikanische Nacktschnecke gegen verschiedene Leiden eingesetzt habe. „Mit der Zeit bürgerte sich der Schneckenverbrauch in der Pharmazie indes immer mehr ein, sodaß gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts der Franzose Figuier sogar eigens ein Buch über die verschieden, aus Schnecken zubereiteten Medikamente herausgab. Die Heilkraft der Schnecken sollte hauptsächlich auf Brust- und Halsleiden günstig einwirken, zu welchem Zweck man den Tieren reichlich Zucker zusetzte, sie aber auch zuweilen in rohem Zustande „einnehmen“, ließ. Ferner wurde das Schneckenfleisch, speziell das unserer Gartenwegschnecke auch häufig zu sog. Kraftsuppen für Rekonvaleszenten verwendet.“
https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/pagetext/12020529
Schneckensaft, so der Name des Medikamentes gegen den Husten, wurde zu dieser Zeit häufig schon – nicht immer – durch Eibischsaft mit Thymianextrakt ersetzt. Den Namen aber hat die Medizin dennoch beibehalten. Und wenn Sie jetzt den Kopf schütteln über so viel medizinischen Unverstand in längst vergangenen Zeiten, seien Sie vorsichtig und geben in der Suchmaschine Ihrer Wahl das Wort Schneckensaft oder das Wort Schneckensirup ein. Sie werden viele Produkte finden, von denen einige auch heute noch den Schneckenextrakt der Wegschnecke, also der Nacktschnecke in unseren Gärten, enthalten. Hier eine Produktbeschreibung: „Schneckensirup aus der Wegschnecke unterstützt nicht nur die körpereigene Immunabwehr, sondern dient zur gezielten Ernährung in der Erkältungszeit. Der im Schneckensirup enthaltene Schneckenschleim ist ein seit jeher bekanntes Hausmittel bei Husten, und Verschleimung der Bronchien.“
https://hecht-pharma.de/Schneckensirup/p-18249119.1?referralCode=019cad7ad97b7ee5a37450ae1cbc5fd5&gad_source=1&gad_campaignid=23608380210&gclid=CjwKCAjwzevPBhBaEiwAplAxvoM4CEoTTHcBHPwRq9lRMJ2Awi4-pX3T-iL_todoxzQzmSJP_eOHixoCqtQQAvD_BwE
Über die Verwendung von Schnecken in der Kosmetik hatte ich am 29.11.2023 schon einen historischen Rückblick zusammengestellt:
Da ist sie: Die Bundesregierung hat nun endlich die eierlegende Wollmilchsau gefunden, der nicht nur Sprachenthusiasten seit Jahrzehnten hinterherjagen. Die Zuckersteuer! Googles KI fasst die Fähigkeiten dieses (Un)-Tieres so zusammen: „Die Steuer soll den Zuckergehalt in Getränken senken, die Adipositas- und Diabetes-Prävention unterstützen und Mehreinnahmen für das Gesundheitswesen generieren.“ Wir nannten das früher: drei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Gut, dass etwas in der Art auf uns zukommen würde, konnte nur der ignorieren, der Augen und Ohren zugleich verschließt. Das ist auf lange Zeit kaum möglich.
Sie erinnern sich an Renate Künast? Grüne Verbraucherschutzministerin von 2001 bis 2005. Sie hatte das Ernährungs- und Landwirtschaftsministerium auch namentlich um den Verbraucherschutz erweitert.* Und sie war die Ministerin, die öfter betonte, dass sie auch mal ein Stück Schokolade esse. An der Stelle wurde mir klar: Die meinen das ernst! Die wollen uns erziehen! Das alles wird noch einst enden in einer grünen Erziehungsdiktatur! Frau Künast hatte ja auch schon wacker angefangen: Die Tabakwerbung war verboten, Süßigkeitenwerbung sollte den Kinderaugen entzogen werden, und der Zucker war ihr nächster Gegner. „Zucker ist der neue Tabak“, sagte sie 2015.
Und nun? Die Regierung ist schwarz-rot. Mehr schwarz als rot. Die Grünen sind nicht einmal die stärkste Oppositionspartei. Und die Zuckersteuer soll nun die Mehreinnahmen für das Gesundheitswesen generieren.
Das Verfahren ist einfach – und in Großbritannien erprobt. Ab einer bestimmten Zuckermenge muss die Industrie bei der Herstellung von Softgetränken mehr Steuern zahlen. Der Ausweichtrick der Industrie ist so einfach wie gewollt: Sie weicht bei der Herstellung von Softgetränken auf Süßstoffe aus und muss die Steuer nicht oder nur gering zahlen. Erfolgszahlen aus Großbritannien liegen schon vor und werden in Deutschland gerade medial aufbereitet: weniger Karies, weniger Fettleibigkeit. Zahlen und Fakten zur Auswirkung des gesteigerten Süßstoffkonsums wird es erst in Jahren geben können. Es gibt aber Vermutungen, Verdachtsmomente und Hinweise: Auch Süßstoffe haben Wirkungen. Zum Beispiel auf den Blutzuckerspiegel. Oder die Darmflora. Oder und so weiter.
Kann also durchaus sein, dass sich nach jahrelanger Zuckersteuer herausstellen wird: Das Trinken von Softdrinks auf Süßstoffbasis geht zulasten der Gesundheit und damit auf Kosten der Krankenkasse. Linke Tasche, rechte Tasche – so sagten wir früher. Vielleicht hat die Wollmilchsau uns mit der Zuckersteuer also tatsächlich ein Ei gelegt.
Die gute Nachricht: Wir haben gar keine Erziehungsdiktatur bekommen. Meine Befürchtungen waren völlig übertrieben gewesen. Die schwarz-rote Regierung nutzt nur – und das ausgesprochen pragmatisch – die Felder, die die Grünen beackert haben.
PS: An dieser Stelle noch ein Rückblick in die Geschichte: 1902 hat Kaiser Wilhelm II. zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte eine Sektsteuer eingeführt. Sie sprudelt noch heute, mehr als 120 Jahre nachdem die Schiffe versunken sind und nach zwei Weltkriegen, einer Monarchie, einer Republik und einer Diktatur. Die Zuckersteuer hingegen, 1841 in Preußen als Rübensteuer eingeführt, ist in Deutschland 1993 abgeschafft worden, um Wettbewerbsverzerrungen im EU-Binnenmarkt zu vermeiden.
* 2013 ist der Verbraucherschutz ins Justizministerium umgezogen, 2021 ins Umweltministerium.
Linkliste zur geplanten Zuckersteuer:
Von 19,6 auf 16,3 Milliarden Euro: Die Rede ist von den Summen, die die Regierung bei den Krankenkassen einsparen will. Nach Informationen des „Spiegel“ verzichtet der derzeitige Gesetzentwurf auf eine Kürzung des Krankengeldes. Die Beteiligung an den Gesundheitskosten der Grundsicherungsempfänger soll sukzessive, also schrittweise, durch Gelder vom Bund erhöht werden. Die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze soll bleiben; der Zuschlag für beitragsfrei mitversicherte Ehegatten ist in diesem Entwurf von 3,5 Prozentpunkten auf 2,5 Prozentpunkte gesenkt worden. Damit sinkt die maximale Belastung für die bisher beitragsfrei Mitversicherten von voraussichtlich 218 Euro auf 156 Euro monatlich.“
Der Spiegel am 28.04.2026:
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gesetzliche-krankenversicherung-bundesregierung-verzichtet-offenbar-auf-allgemeine-kuerzung-des-krankengeldes-a-2b1852dd-30cb-457f-bc9a-404b3a326a1e
ntv spricht sich in der Überschrift dahingehend aus „Versicherte weniger belastet“, 28.04.2026:
https://www.n-tv.de/politik/Koalition-einigt-sich-auf-GKV-Reform-id30763734.html
Der „Merkur“ aber legt im Text den Finger auf die Schwachstelle der gekürzten Kürzungen: „Die abgesenkten Sparziele der Krankenkassen-Reform werfen die Frage auf, ob das erklärte Ziel der Merz-Regierung – stabile Beiträge für Millionen Versicherte – tatsächlich erreichbar ist.“, 28.04.2026:
https://www.merkur.de/politik/gesetzesplan-fuer-krankenkassen-reform-durchgesickert-warken-stutzt-sparziel-zr-94282448.html
Der SWR hat sich am Donnerstag, 24.04.2026 in seinem Magazin „Zur Sache Baden-Württemberg“ auf die Suche nach Lösungen für den Ärztemangel begeben. Die Sendung dauert 45 Minuten und ist online in der ARD Mediathek abrufbar:
https://www.ardmediathek.de/video/zur-sache-baden-wuerttemberg/loesungen-fuer-aerztemangel-so-geht-es-patienten-in-baden-wuerttemberg/swr-bw/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIzMTYwMjQ
Das Bremer Regionalmagazin buten un binnen zeichnet am 25.04.2026 die Lösungssuche bzw. den Konflikt um den Ärztemangel im Lande Bremen nach. Der Spannungsbogen: kommunales MVZ und der Erhalt der freien Arztpraxen. Zu dem Text gibt es ein Audio von 4:39 min:
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/aerztemangel-staat-bremen-100.html
Der rbb sendet morgen, 28.04.2026 um 20.15 Uhr eine Reportage mit dem Titel „Krank auf dem Land – Ideen gegen den Ärztemangel“. Die Ankündigung finden Sie heute schon hier:
https://www.rbb-online.de/doku/o-r/rbb24-reportage/krank-auf-dem-land.html
Im Herbst beginnt an der neuen Medizinischen Hochschule Lausitz - Carl Thiem in Cottbus ein Studium für angehende Landärzte. rbb24 berichtet am 25.04.2026 hier:
https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/04/brandenburg-medizin-studienplatz-vergabe-landarzt-mangel.html
Der NDR hat in Mecklenburg-Vorpommern am 14.04.2026 eine Talk-Sendung zum Ärztemangel veranstaltet. Der „NDR Talk vor Ort“ dauert anderthalb Stunden und ist hier abrufbar:
https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/tickets-fuer-talk-vor-ort-diagnose-aerztemangel-notfall-auf-dem-land,talkvorort-278.html
Es hagelt Kritik an Warkens Plänen zur finanziellen Absicherung der gesetzlichen Krankenversicherungen. Vor allem auch, weil Widersprüche bleiben: So sollen die Kassen weiterhin einen Teil der Kosten der Bürgergeldempfänger tragen – und auf der anderen Seite soll die Beitragsbemessungsgrenze für die Gutverdienenden hochgelegt werden. Aber auch die Deckelung der Vergütung sorgt bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für Protest. Einige Extravergütungen sollen gestrichen werden – und bei den Honoraren soll es eine Höchstgrenze, den Deckel, geben. Dazu kommt nun noch ein Gesetzesentwurf, der die Notfallversorgung sicherstellen und reformieren soll. Hier eine kurze Linkliste quer durch die aktuellen Diskussionen. Chronologisch und ohne Leseschranke:
Die ZEIT berichtet am 22.04.2026 über den Gesetzesentwurf zur Umstrukturierung der Notfallversorgung:
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-04/nina-warken-notfallversorgung-reform-krankenhaeuser-rettungsdienste-digitalisierung-gxe
Die Tagesschau zur Notfallversorungsreform, 22.04.2026:
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/notfallversorgung-reform-100.html
T-online steigt in den Bericht zu Änderungen für die Notaufnahme mit der Kritik der Kassenärzte ein, 22.04.2026:
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101224234/warken-stellt-reform-plaene-vor-das-soll-sich-in-den-notaufnahmen-aendern.html
Die „Welt“ am 22.04.2026 zur geplanten Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze: „Nina Warken rechnet mit Massenflucht in private Krankenversicherung“
https://www.welt.de/politik/deutschland/article69e8a55e4a467a67285600d7/steigende-beitraege-nina-warken-rechnet-mit-massenflucht-in-private-krankenversicherung.html
Auch im Tagesspiegel, 22.04.2026: „Warken rechnet mit Wechselwelle in private Krankenversicherung“
https://www.tagesspiegel.de/politik/anhebung-der-beitragsbemessungsgrenze-warken-rechnet-mit-wechselwelle-in-private-krankenversicherung-15509938.html
Die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) – nachrichtlich umgibt sie eine Wolke aus Hoffnung und Skepsis. Sie könnten eine Lösung sein für Strukturen, in denen es an Ärzten mangelt. Sie können dem Bedürfnis angehender Ärzte nach geregelter Arbeitszeit und möglichst wenig Bürokratie gerecht werden. Dann wieder gab es eine Phase der Skepsis: MVZ-Gründungen, in denen das Gewinn-Interesse ganz vorne stand, sorgten für eine schlechte Presse. Und jetzt: Nachrichten von Insolvenzen machen die Runde. Und gleichzeitig gelten die MVZ in vielen Regionen als Lösungsmöglichkeit für Strukturen, in denen es an Ärzten mangelt.
22.04.2026:
Wer bei den Nachrichten rund ums MVZ in Höxter auf dem Laufenden bleiben will: Hinter Bezahlschranke hat die Neue Westfälische ein Interview mit Jens Grothues, einem Mediziner aus Beverungen eingestellt. Und der warnt vor dem finanziellen Risiko:
https://www.nw.de/lokal/kreis_hoexter/hoexter/24315813_Hoexter-vor-MVZ-Wahl-Arzt-Grothues-warnt-vor-finanziellem-Risiko.html
In Leutkirch soll im Sommer ein MVZ eröffnet werden. Die Schwäbische berichtet am 19.04.2026:
https://www.schwaebische.de/regional/allgaeu/leutkirch/neues-medizinisches-versorgungszentrum-startet-mit-drei-hausarzt-praxen-4503915
Sie haben’s schon gelesen, nicht wahr? Das mit der „gelebten Frauenpolitik“. Ist ja auch gut, dass endlich mal jemand die Frauen in oder an die Hand nimmt. Dass das auch noch bei der CDU passiert – nun gut, wir alle haben ja unsere falschen Erwartungen. Nun lebt also Nina Warken die Frauenpolitik par excellence. Denn: Die Beitragsfreiheit von Frauen, die über ihren Mann versichert sind, keine Kinder erziehen und keine Angehörigen pflegen, ist ein, ich zitiere: „Beschäftigungshemmnis“.
Es geht noch genauer: Das Streichen der Beitragsfreiheit für diese Frauen fördere die Eigenständigkeit und Vorsorge, vor allem bei der Rente, so Warken. Die Tagesschau berichtet am 17.04.2026:
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/warken-kritik-mitversicherung-gesundheitsreform-100.html
Ja, recht hat sie. So ein Midi-Job von mindestens 603 Euro pro Monat: Damit ist der Lebensabend ohne Mann gesichert. Oder etwa nicht?
Auf jeden Fall lernen wir eines: Gelebte Frauenpolitik ist, wenn man die Frauen an oder in die Hand nimmt und ihnen die Richtung weist. Wurden früher die Frauen an den Herd geschickt, was, wie wir wissen, ja völlig falsch ist und weder Eigenständigkeit noch eigene Rente fördert, werden sie nun auf den Arbeitsmarkt geschickt. Damit sie eigenständig vorsorgen. Das ist gut, weil der Staat dann weniger vorsorgen muss. Ob das aber gelebte Frauenpolitik ist oder gelenkte Sozialpolitik, das müssten wir eigentlich ausdiskutieren.
Tun wir hier aber nicht. Denn nun geht’s zu Nina Warkens Schattenseiten. Optisch hat die ZEIT das wunderschön in Szene gesetzt, deswegen sei sie hier zuerst zitiert. Die Nachricht: Nina Warken will die monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung erhöhen. Einmalig und um 300 Euro.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-04/gesundheitsreform-krankenversicherung-nina-warken-spd-beitragsbemessungsgrenze
Nun ist aus den 66 Vorschlägen der Finanzkommission Gesundheit eine Streichliste geworden. Das Handelsblatt berichtet am 14.04.2026 hier.
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gesundheit-warken-stellt-weitreichende-sparmassnahmen-fuer-gkv-vor/100216839.html
Der BR berichtet am 14.04.2026 ausführlich darüber, was auf die Versicherten zukommt
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/krankenkassen-reform-das-plant-gesundheitsministerin-warken,VGkdBxm
Der Spiegel, 14.04.2026:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/krankenkassen-warken-konkretisiert-sparplaene-fuer-20-milliarden-euro-a-9b9eeefd-022b-4596-98e0-a3c8a2ee578c
In der ARD Mediathek können Sie das Statement der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zu den Reformvorschlägen und ihre künftige Umsetzung hören. Dauer, 14 min. Eingestellt am 14.04.2026:
https://www.ardmediathek.de/video/phoenix-vor-ort/nina-warken-zur-krankenversicherungsreform/phoenix/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvNTE5MzAyNw
Worauf zu achten ist, wenn KI-Systeme im Krankenhaus eingesetzt werden, fasst Dr. Uwe Schläger in den „Datenschutz-Notizen“ ausführlich zusammen. Wer’s eilig hat, bekommt am Ende des Textes im Fazit einen Kurzüberblick. Online ist der Artikel seit dem 13.04.2026:
https://www.datenschutz-notizen.de/ki-systeme-im-krankenhaus-datenschutzrechtliche-und-sicherheitstechnische-pflichten-3959696/
Der ORF hat ein Videobeitrag erstellt zum Thema KI im Krankenhaus. Beispiele sind Sturzvorsorge oder die Infektionsgefahr im Krankenhaus. Der etwa dreiminütige Beitrag vom 13.04.2026 ist bis zum 13.05.2026 online abrufbar:
https://on.orf.at/video/14319212/16070762/ki-im-krankenhaus
Die Medizinische Fakultät Duisburg entwickelt ebenfalls ein System mithilfe von KI, das den Ausbruch von Infektionskrankheiten im Krankenhaus früh erkennen soll, 13.03.2026:
https://mt-portal.de/aktuell/ki-system-soll-infektionsausbrueche-im-krankenhaus-frueher-erkennen/
kma online bringt am 08.04.2026 Beispiele an, wie Krankenhäuser sich umstrukturieren, um den Einsatz von KI sinnvoll planen und steuern zu können:
https://www.kma-online.de/aktuelles/it-digital-health/detail/charite-und-lmu-wie-kliniken-eigene-ki-institute-aufbauen-55467
Die Bundesregierung setzt sich mit den Vorschlägen der Expertenkommission auseinander, die die gesetzliche Krankenversicherung absichern soll. Klar ist offenbar: Der Vorschlag, die Mitversicherung für nicht arbeitende Ehepartner zu streichen, wird wohl mit Ausnahmeregelungen versehen werden für die Mütter bzw. Väter von Kindern unter 6 Jahren und/oder für pflegende Familienangehörige. Sprachlich sauber ist die mediale Wiedergabe selten: Denn was bzw. wer unter den Begriff Familienversicherung fällt, ist nicht immer klar. Denn schließlich: Auch die Kinder sind ja kostenfrei mitversichert. Die Überschrift von t-online am 10.04.2026 ist also nicht nur in sich selbst unpassend: „Aus für Familienversicherung: Regierung plant Ausnahmen“
https://www.t-online.de/finanzen/ratgeber/versicherungen/krankenversicherung/id_101207082/mitversicherung-vor-dem-aus-ausnahmen-bei-familienversicherung-geplant.html
Der Spiegel arbeitet am 10.04.2026 in der Überschrift sprachlich scheinbar treffender: „Ende der Gratisversicherung für Ehepartner: Koalition plant Ausnahmen“ – Aber Vorsicht Falle: Das klingt nach einem Geschenk der Versicherer an die Ehepartner – und fragt nicht nach der Leistung, die Ehepartner nun tatsächlich nicht nur ihrer Familie gegenüber, sondern ja auch für die Gesellschaft erbringen. Es hat ja einen Grund, dass diese Ehepartner nicht versichert sind. Böse gesagt: Hier überspielt jemand (nein, das ist nicht allein der Spiegel) die Funktionalität einer Familie. Die keinesfalls die Summe mehrerer Individuen ist, denen allen dieselben Möglichkeiten und Freiheiten gegeben sind:
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/krankenkassen-ende-der-gratisversicherung-fuer-ehepartner-aber-koalition-plant-ausnahmen-a-4a76b6c6-4454-4f65-ab02-fc51de5e72f4
Der Merkur hat am 10.04.2026 die gesamten Pläne im Blick, die die Krankenkassen auf finanziell bessere Grundlagen stellen soll:
https://www.merkur.de/verbraucher/kritisch-krankenkassen-reform-der-merz-regierung-patientenbeauftragter-sieht-einen-punkt-sehr-zr-94243846.html
Das Handelsblatt zettelt schon die Diskussion über den nächsten – offenbar nicht ausgearbeiteten – Vorschlag an, den die SPD eingeworfen hat: Die Beitragsbemessungsgrenze, also die Grenze, ab der die Beiträge nicht mehr steigen, weil der Höchstbetrag erreicht ist, höher zu legen. Wer mehr wissen will muss ebenfalls eine Grenze überspringen – die Bezahlschranke. 10.04.2026:
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/krankenversicherung-warum-gutverdienern-hoehere-krankenkassenbeitraege-drohen-koennen-01/100213498.html
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