NACHRICHTENPORTAL

Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Menschliche Gebeine aus der Kolonialzeit: Aktuelle Debatten

Das Nordmagazin vom NDR setzt sich – umfangreich – mit der möglichen oder schwierigen Rückgabe von menschlichen Gebeinen aus deutschen Universitäten oder Museen an die Herkunftsländer. Die Schädel oder Knochen sind oft Relikte aus der Kolonialzeit. Verlinkt sind auch viele weitere Artikel. Wer sich in das Thema einarbeiten möchte, hat hier schon einmal eine breite Grundlage. 16.12.2025:
https://www.ndr.de/kultur/der-lange-weg-nach-hause-menschliche-ueberreste-aus-der-kolonialzeit,hereroschaedel-100.html

Die Staatlichen Museen zu Berlin veröffentlichten am 02.12.2025 einen Artikel über Rückführungen aus ihrem Bestand.
https://www.smb.museum/nachrichten/detail/repatriierungen-aus-dem-ethnologischen-museum-rueckgaben-und-gespraeche/

Am 17.12.2025 hat es in Berlin eine Anhörung des Ausschusses für Kultur und Medien gegeben, in der die Gedenkstättenkonzeption der Bundesregierung diskutiert wurde. Durch diese Debatte zog sich die Diskussion um den Umgang mit dem Kolonialismus. Auf der Seite des Deutschen Bundestages ist ein Text darüber und die gesamte zweistündige Diskussion eingestellt.
https://www.bundestag.de/ausschuesse/a22_kultur/oeffentliche_sitzungen/1131998-1131998

  114 Aufrufe
114 Aufrufe

Kleiner Rundumschlag zum Tattoo -- Nachrichtliches und Historisches

Die Tinte auf der Haut geht auch unter die Haut. Verblüffend ist das nicht. Eine Schweizerische Studie hat sich nun aber genauer mit dem Thema Tattoo beschäftigt. Ergebnis: Ein Teil der Tattoo-Tinte landet, wie vermutet, in den Lymphknoten und von dort aus kann sie Entzündungen auslösen. Die können, auch das ist nicht verwunderlich, lange oder kurz dauern.

Neu ist dagegen wohl die Erkenntnis: Die Ansammlung von Tattoo-Tinte in den Lymphknoten hat auch unmittelbare Auswirkungen auf Impfungen. Vor allem: Sie hat unterschiedliche Auswirkungen auf die Reaktionen des Körpers auf den Impfstoff.

Nun sind die Tattoos, wir wissen es aus den Medien, mindestens schon seit der Steinzeit üblich. Dabei stets mit unterschiedlicher Bedeutung: religiös, sozial, rituell, einfach nur beschriftend usw. Und auch die Kunst und die Schönheit haben gewiss von Anfang an eine Rolle gespielt.

Da hat es auch nichts genutzt, dass Gott, der Herr, selbst eine biblische Warnung ausgesprochen hat, die zu diesem Thema auch gern immer wieder zitiert wird:

Leviticus, 19,28, Lutherbibel 2017:
„Ihr sollt um eines Toten willen an eurem Leibe keine Einschnitte machen noch euch Zeichen einritzen; ich bin der HERR.“

Oder, zeitgemäß und „jugendorientiert“, von der Volxbibel in die Gegenwart übersetzt:

„27-28 Wenn bei euch jemand gestorben ist, dann könnt ihr ruhig trauern. Aber ich will nicht, dass ihr dann so seltsame Rituale macht von den anderen Völkern, von den Leuten, die mich nicht kennen, also euch den Bart abschneidet oder euch ritzt oder wegen dem Toten euch ’ne Tätowierung stechen lasst. Nicht vergessen, ich bin Gott!“

Weiterlesen
  156 Aufrufe
156 Aufrufe

mRNA-Impfstoff gegen Grippe

Bald soll auch gegen die Grippe ein mRNA-Impfstoff zur Verfügung stehen. Die Ergebnisse von Moderna und Pfizer sind eindeutig: Ein mRNA-Wirkstoff lässt sich schneller an die jeweils aktuellen Grippeviren anpassen. Damit ist er effizienter. Aber es ist auch von mehr Nebenwirkungen die Rede. Die Berichterstattung:

Die „Welt“, 24.11.2025: „Schutz gegen Influenza - Neue mRNA-Impfstoffe gegen Grippe wirken besser – haben aber einen Haken“
https://www.welt.de/gesundheit/article691ec88c76d3bd8e531d0e31/grippe-neue-mrna-impfungen-gegen-influenza-wirken-besser-haben-aber-einen-haken.html

Deutsches Ärzteblatt, 20.11.2025: „Weiterer mRNA-Impfstoff schützt besser vor Grippe als konventioneller Impfstoff“
https://www.aerzteblatt.de/news/weiterer-mrna-impfstoff-schutzt-besser-vor-grippe-als-konventioneller-impfstoff-105d0553-5a91-40fb-9eca-7547be4e399f

Biermann-Medizin, 21.11.2025: „mRNA-Impfstoffe als Schutz vor Grippe“
https://biermann-medizin.de/grippeschutz-mrna-impfstoffe/

Apotheken-Umschau, 19.11.2025: „Pfizer-Studie -- Neue mRNA-Impfung soll deutlich besser vor Grippe schützen“
https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/infektionskrankheiten/mrna-impfung-gegen-grippe-deutlich-besserer-schutz-vor-influenza-1439747.html#

Die Deutsche Apotheker Zeitung, 19.11.2025: „Phase-III-Ergebnisse zum Impfstoffkandidaten von Pfizer - Impfen wir künftig mit mRNA-Vakzinen gegen Grippe?“
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2025/11/20/bald-mit-mrna-vakzinen-gegen-grippe-impfen

Weiterlesen
  244 Aufrufe
244 Aufrufe

Polioviren in Hamburgs Abwasser

In Hamburgs Abwasser sind Polioviren gefunden worden – und zwar Wild-Polioviren (Typ 1), die in Deutschland seit 30 Jahren nicht mehr nachgewiesen wurden. Das Ärzteblatt weist schon in der Überschrift darauf hin, dass das Infektionsrisiko gering ist:

Spiegel, 15.11.2025:
ttps://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/polio-viren-im-abwasser-in-hamburg-risiko-fuer-bevoelkerung-gering-a-d74f0669-78c2-477d-9b68-50a1b22979f0

Spektrum, 14.11.2025:
https://www.spektrum.de/news/kinderlaehmung-polioviren-in-hamburger-abwasser-impfung-empfohlen/2296130?utm_source=firefox-newtab-de-de

NDR, 13.11.2025:
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/hamburg-erstmals-wieder-polio-viren-im-abwasser-gefunden,polio-118.html

Das Ärzteblatt, 13.11.2025:‘
https://www.aerzteblatt.de/news/polio-wildviren-im-abwasser-nachgewiesen-aber-geringes-infektionsrisiko-fur-die-bevolkerung-b4b317af-71b3-4dfb-96c9-5443896e9c8f

  196 Aufrufe
196 Aufrufe

Vom Geheimnis hinter oder unter den grauen Haaren

Nichts Genaues weiß man nicht, könnte man unter den Artikel schreiben, den ich Ihnen jetzt empfehlen will. Aber: Die Erkenntnis hinter der Erkenntnis ist genauso bemerkenswert wie der Ansatz der Fragestellung. Denn: Beides steuert das Ergebnis. Und das ist: Graue Haare schützen – möglicherweise – vor Krebs. Nun forschten die japanischen Forscher, wie es sich gehört, zuerst an Mäusen. Für den Menschen ist noch nichts bestätigt. Aber: Es gibt hinreichende Verdachtsmomente. Und die Autorin bleibt vorsichtig: Vorzeitiges Ergrauen ist keine Garantiekarte. Aber der Mechanismus, der hinter dem Ergrauen steht, deutet darauf hin, dass der Körper Zellen aussortiert, die zu Krebszellen werden könnten.

Es kann also nicht falsch sein, wenn Sie sich daraufhin ein paar graue Haare wachsen lassen. Der Artikel findet sich in der Geo, 11.11.2025:
https://www.geo.de/wissen/gesundheit/graue-haare--schutzmechanismus-gegen-krebs--36300150.html?utm_source=firefox-newtab-de-de

Hinter dieser Forschung steht natürlich zuerst die Frage der Forscher. Und dass sie sich auf den Nutzen des Alters richtet, scheint mir schon erstaunlich. Wie insgesamt oder überhaupt oder vielleicht auch nur vorübergehend als Trend das Alter ganz neu betrachtet wird. Möglicherweise ist es gar nicht schlimm? Hier noch, weil sprachlich und erzählerisch schön, ein Link zur Diskussion über die „Frau in Grau“ – oder über das neue „Wow“ beim SRF am 19.10.2025:
https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/trend-zu-grauem-haar-ist-grau-das-neue-wow-wie-frauen-ihre-grauen-haare-feiern

  332 Aufrufe
332 Aufrufe

Genie und Wahnsinn in der Forschung

Dass Genie und Wahnsinn einander durchaus nahestehen, wusste schon Edgar Allen Poe. Das Urteil darüber, ob eine Erfindung oder eine Idee zum Geniestreich wird oder als Idiotie belächelt, fällt vielleicht jeder für sich, wirklich entscheidend wird aber wohl der Zeitgeist sein. Oder das Ergebnis.

Aber selbst ohne Ergebnis, Erfolg und Entscheidung: Manche Forschungen sind auf jeden Fall auch amüsant.

So informiert uns Deutschlandfunk Nova über ein Forschungsvorhaben, das dazu führen soll, dass Menschen die Grippeimpfung künftig mittels Zahnseide verabreicht werden kann. Ob das wirklich der einfachere Weg ist, sei dahingestellt. Bei Mäusen jedenfalls, deren Interesse an professioneller Zahnreinigung wahrscheinlich eher gering ist, war die Impfung mittels Zahnseide gar nicht so einfach. Der Artikel ist vom 10.08.2025:
https://www.deutschlandfunknova.de/nachrichten/grippe-impfungen-mit-zahnseide

Auf eine ganz andere Art und Weise verrückt ist die Forschung, die sich um das Verhalten der Winkerkrabben bemühen. Männliche Winkerkrabben winken mit ihren großen Scheren, um weibliche Winkerkrabben zu beeindrucken. Forscher haben ihnen nun einen Winkerkrabbenroboter gegenübergestellt, dessen Schere genauso beeindruckend ist wie das Durchhaltevermögen der Maschine. Gesichert ist: Die männlichen Winkerkrabben bemühen sich um eine adäquate Reaktion. Die Weibchen hingegen scheinen den Apparat nicht wirklich ernst zu nehmen. Nachzulesen bei t3n, 08.08.2025:
https://t3n.de/news/was-dieser-krebsroboter-alles-ueber-sich-ergehen-lassen-musste-1701419/?utm_source=firefox-newtab-de-de

Nicht ganz so verrückt wirkt das Vorhaben, RNA-Sprays zu entwickeln, mit denen künftig Pflanzen besprüht werden sollen, um so die Pflanzen in die Lage zu versetzen, sich gegen Schädlinge zu wehren bzw. sich von ihnen weder schädigen noch beeindrucken zu lassen. Wenn man aber die Geschichte dieser Forschung betrachtet, bleibt immerhin noch Abenteuerliches genug für die Betrachtung. Denn es war die Coronapandemie, die der RNA-Forschung zu einem deutlich vergrößterten Wirkungs-, Forschungs- und Arbeitsfeld verhalf. Der Artikel auf der Seite „Transparenz Gentecnic“ ist am 21.02.2025 aktualisiert worden, ist aber mit Sicherheit älter. Der erste Kommentar ist vom Januar 2023:
https://www.transgen.de/forschung/2860.rna-spray-pflanzenschutz.html

Weiterlesen
  452 Aufrufe
452 Aufrufe

Studie: Atemwegseffekte können schlafende Krebszellen aktivieren

Der Effekt ist aus dem Alltag längst bekannt: Der Krebs schien besiegt. Vielleicht war er es auch. Aber er ist es ja nie wirklich. Eine Studie hat jetzt nachgewiesen, dass „schlafende“ Krebszellen aktiviert werden können von Corona, Grippe und anderen Atemwegseffekten. Scinexx berichtet am 31.07.2025 über eine Studie aus der Universität in Colorade, USA:
https://www.scinexx.de/news/medizin/atemwegs-infekte-koennen-krebs-metastasen-wecken/

Die Süddeutsche Zeitung hat ihren Artikel darüber hinter Bezahlschranke gelegt, 31.07.2025:
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/krebsrisiko-atemwegsinfektionen-corona-grippe-studie-li.3292141?reduced=true

Die Frankfurter Rundschau nimmt das Thema am 01.08.2025 auf:
https://www.fr.de/panorama/grippe-kann-schlafende-krebszellen-wecken-ueberraschende-studienergebnisse-93861004.html

  340 Aufrufe
340 Aufrufe

Studie: Die Zahl der neuen Demenzerkrankungen nimmt ab

Diese Nachricht ist erstaunlich: Die Zahl der Demenzkranken sinkt in Deutschland. Eigentlich würde man angesichts einer älter werdenden Gesellschaft auch eine steigende Zahl demenzkranker Menschen erwarten. Doch ein Forschungsteam um den Greifswalder Wissenschaftler Bernhard Michalowsky hat anhand von Abrechnungsdaten das Gegenteil bewiesen. Und die geringere Zahl lässt sich nicht allein durch ein verändertes Diagnoseverhalten erklären. Die Apotheken-Umschau berichtet am 17.07.2025:
https://www.apotheken-umschau.de/news/weniger-demenz-neuerkrankungen-als-erwartet-1371691.html

Das Ärzteblatt hat die Studie online gestellt:
https://api.aerzteblatt.de/pdf/122/14/m373.pdf

Über den Wissenschaftler Bernhard Michalowsky erfahren Sie beim Deutschen Zentrum für Neurogenerative Erkrankungen mehr:
https://www.dzne.de/forschung/forschungsbereiche/versorgungsforschung/forschungsgruppen/michalowsky/forschungsschwerpunkte/

  395 Aufrufe
395 Aufrufe

5500 Jahre alte Pesterreger gefunden

Die frühesten Belege für die Pest sind 5500 Jahre alt, so die Ergebnisse eines Forschungsteams an der Universität Kopenhagen. Und der Verdacht: Seit die Menschen Ackerbau und Viehzucht betreiben, ermöglichen sie es den Krankheitserregern überhaupt erst, sich dauerhaft an den Menschen anzupassen und Infektionen zu verbreiten. Mehr in Geo, 14.07.2025 oder in der „Welt“ vom 14.07.2025:
https://www.geo.de/wissen/forschung-und-technik/pest--leptospirose--rueckfallfieber--forschende-finden-jahrtausendealte-erreger-35891524.html?utm_source=firefox-newtab-de-de

https://www.welt.de/gesundheit/article256399106/Krankheiten-Forscher-gewinnen-erstaunliche-Erkenntnisse-ueber-den-Ursprung-von-Infektionen.html

Der ORF berichtete am 09.07.2025 über die Studie aus Kopenhagen:
https://science.orf.at/stories/3230987/

Der Tagesspiegel formuliert die Essenz der Studie so: „Seuchen aus der Steinzeit: Wie der Mensch zum Erreger-Magnet wurde – mit Folgen bis heute“, 13.07.2025 (Artikel hinter Bezahlschranke, kostenloser 30-Tage-Test möglich):
https://www.tagesspiegel.de/wissen/seuchen-aus-der-steinzeit-wie-der-mensch-zum-erreger-magnet-wurde--mit-folgen-bis-heute-14015474.html

  363 Aufrufe
363 Aufrufe

mRNA-Impfstoff gegen Lungenpest entwickelt

Israelische Forscher haben einen mRNA-Wirkstoff gegen die Lungenpest entwickelt, der sich auch schon in Tierversuchen als wirksam erwiesen hat, aber noch weiter getestet werden muss. Das Problem: ein mRNA-Impfstoff gegen Bakterien ist schwieriger herzustellen als ein Impfstoff gegen Viren.

Dass diese Forschungen im unmittelbaren Zusammenhang mit „Bioterrorismus“ stehen, wird in dem Text von scinexx deutlich, 15.07.2025:
https://www.scinexx.de/news/medizin/erster-mrna-impfstoff-gegen-lungenpest/

Die Bild berichtet ebenfalls am 15.07.2025, erläutert das Forschungsvorhaben und die Probleme dabei gut verständlich. Auffällig ist aber, dass die Autorin den Aspekt vollkommen ausblendet, dass der Impfstoff auch deswegen von großem Forschungsinteresse ist, weil er im Falle eines biologischen Angriffs – die Rede ist von Terrorismus, nicht vom Krieg – als Schutz bedeutend sein könnte.
https://www.bild.de/leben-wissen/medizin/pest-neuer-mrna-impfstoff-gegen-toedliche-lungenpest-entwickelt-6875e4db7310134cfb62a15a

Auf Wikipedia lässt sich kurz die Geschichte der Entwicklung (bzw. Nicht-Entwicklung) eines Pestimpfstoffes nachlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pestimpfstoff

Infos zur Behandlung der Pest und zu den nicht mehr zugelassenen oder in anderen Ländern zugelassenen Impfstoffen hat die Shop-Apotheke gut überschaubar zusammengetragen (das Aufpoppen der Werbung stört die Übersicht aber erst einmal eine ganze Weile). Die Impf-Infos finden sich im blau hinterlegten Kasten. Der Artikel ist vom 07.05.2024:
https://www.shop-apotheke.com/ratgeber/pest/#

Weiterlesen
  418 Aufrufe
418 Aufrufe

Virusgenom der spanischen Grippe erforscht

Ein internationales Forscherteam hat ein Virusgenom der Grippepandemie von 1918 bis 1920 anhand eines historischen Präparates bestimmt.

Bericht bei idw-online, 14.07.2025:
https://nachrichten.idw-online.de/2025/07/14/schweizer-virusgenom-der-spanischen-grippe-entschluesselt

  342 Aufrufe
342 Aufrufe

Die Ehe - ein Demenzrisiko? Oder: Die Wissenschaft hat festgestellt ...

Die Ehe, so eine aktuelle Studie der Florida State University, ist ein echtes Risiko – für Demenz. 24000 Teilnehmer, Zeitraum bis zu 18 Jahre, Durchschnittsalter: 71,8. Ergebnis: 21,9 Prozent der verheirateten oder verwitweten Personen entwickelten eine Demenzerkrankung. Von den Geschiedenen oder Unverheirateten waren es nur 12,9 Prozent. Den Bericht zur Studie – und am Ende des Textes auch einen Link zur Studie – finden Sie in der Frankfurter Rundschau vom 12.06.2025:
https://www.fr.de/panorama/langzeitstudie-ehe-schuetzt-nicht-vor-demenz-im-gegenteil-zr-93765039.html

Nun ist guter Rat teuer. Denn bislang war das Gegenteil die herrschende Vorstellung. Nach dem Rat, an dem es nun ja mangelt, kommt das Raten oder Rätseln: Vielleicht, so eine der Thesen, ernähren sich die alleinlebenden Menschen besser, vielleicht haben sie umfassendere soziale Kontakte. Vielleicht aber ist alles auch ganz einfach: In der Ehe fällt die Demenz früher auf. Denn der alleinlebende Mensch hat keinen Partner, bei dem schon die ersten Symptome Argwohn wecken. Vielleicht.

Bevor Sie nun daran denken, Ihre Ehe auf welchem Wege auch immer zu beenden, nur um selbst nicht in der Demenz zu enden, kann ich Ihnen mit einer anderen, ebenfalls neuen, Studie weiterhelfen.

Chip führt nämlich am 26.06.2025 britische Forscher ins Feld – der Link zur Studie ist im Text hinter die britischen Forscher gelegt. Diese Forscher haben herausgefunden, dass Singles im Vergleich zu Verheirateten ein um 42 Prozent höheres Risiko haben, an Demenz zu erkranken, als Eheleute. Verwitwete trifft immer noch ein höheres Risiko von immerhin 20 Prozent:
https://www.chip.de/news/Verheiratet-Dann-haben-Sie-bei-Demenz-einen-klaren-Vorteil_185566079.html

Auch hier bleibt ein Erklärungsversuch nicht aus. Eheleute, so hier die Vermutung, haben nämlich umfassendere soziale Kontakte. Und sie ernähren sich gesünder.

Weiterlesen
  424 Aufrufe
424 Aufrufe

Von der PET-Flasche zum Paracetamol-Päckchen

Es gibt Nachrichten, da kommt der Kopf beim Lesen ins Stolpern: Paracetamol aus Plastikflaschen? E.coli kann das. Sofern gentechnisch verändert. Macht man sich klar, dass der Grundstoff für Paracetamol bislang aus Erdöl gewonnen wird, kommt der Verstand beim Lesen der Nachricht wieder auf die Beine. Wer den nötigen Umwandlungsprozess ganz genau kennenlernen will, der kann sich hier weiterbilden:

Die Welt erklärt gut verständlich am 30.06.2025:
https://www.welt.de/gesundheit/article256298916/Schmerzmittel-Bakterien-fressen-Plastikflaschen-und-erzeugen-Paracetamol.html

Auch dem Tagesspiegel kann man ganz gut folgen, 24.06.2025:
https://www.tagesspiegel.de/wissen/medikament-aus-mull-forscher-gewinnen-aus-alten-plastikflaschen-paracetamol-13904002.html

Leicht verständlich und einfach erklärt in der Bild, 24.06.2025:
https://www.bild.de/leben-wissen/medizin/nachhaltiges-schmerzmittel-bakterien-verwandeln-plastik-in-paracetamol-685acfb63446cc6249ea4045

  445 Aufrufe
445 Aufrufe

Demenzielle Ernährungslehren

Mein Deutschlehrer hat es vor langer Zeit gut mit uns gemeint, als er uns aus dem Lehrplan Büchners Woyzeck zu lesen gab. Der arme Soldat – monatelang bekam er nur Erbsen vorgesetzt, während der Doktor, der ihn für diesen recht einseitigen Versuch bezahlte, die Auswirkungen der Erbsenkost auf Harn, Puls und vor allem Verstand überprüfte. Dass Woyzecks Verstand tatsächlich beschädigt war, begriffen wir Schüler sehr schnell. Ob die Erbsenversuche dafür wirklich die Ursache waren, daran ließ Büchner uns zweifeln. Kein Zweifel hingegen bestand beim Lesen darin, dass der Doktor auch nicht ganz dicht in seinem Oberstübchen war.

Wir haben gelernt: In der Aufklärung lag das Bild vom Menschen in der Forschung ganz in der Nähe eines mechanistischen Modells. Für das Büchner auch gern an anderen Stellen die Errungenschaft des Automaten als Bild bemüht. Für Woyzeck heißt das: Erbsen rein, Verstand raus. Im Prinzip – und in der Übertreibung. Die Literaturwissenschaft lehrt uns, dass Woyzeck schizophren ist.

Vielleicht war’s ja auch ganz andersherum, und der aufgeklärte Doktor wollte mit seiner Erbsendiät die Schizophrenie des Soldaten heilen. Sein Versuch misslang auf jeden Fall gründlich. Das Drama endet tödlich.

Mit einer gewissen Überheblichkeit ließen wir uns als 17-Jährige aufklären über die Welt am Beginn der Aufklärung, über die Schrecken und Einseitigkeiten der Aufklärung. Und über den zynischen Humor – ist das noch Humor? – Büchners. Unsere Welt war das nicht. Unser Menschenbild war das auch nicht. Und unsere Zeit war das auch nicht.

Oder?

Weiterlesen
  442 Aufrufe
442 Aufrufe

Lecanemab - Hoffnung am Anfang von Alzheimer

Die Europäische Arzneimittelbehörde hat ein neues Medikament gegen Alzheimer mit Namen Lecanemab zugelassen. Die Nachricht ist von Mitte April. Der Kölner Stadt-Anzeiger hat sie in seiner heutigen Ausgabe zum Aufmacher auf dem Titelblatt gemacht und ein Interview veröffentlicht, das Claudia Lehnen mit Franz Jessen geführt hat, dem Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Uniklinik in Köln. Im Interview wird klar, welche Möglichkeiten dieses Medikament, das „erste seiner Art“ hat, für wen es geeignet ist und welche Hoffnungen sich damit verknüpfen. Es ist abgedruckt im Magazinteil der Papierausgabe heute, 23.04.2025. Online findet sich das Interview hier:
https://www.ksta.de/ratgeber/gesundheit/lecanemab-alzheimer-medikament-zulassung-interview-professor-frank-jessen-uniklinik-koeln-1006273

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland hatte am 18.04.2025 mit Josef Hecken, dem Chef des GBA, gesprochen, der vor überzogenen Hoffnungen warnt.
https://www.rnd.de/politik/alzheimer-medikament-lecanemab-experte-warnt-vor-ueberzogenen-erwartungen-RK7E45SZX5BHJER3YJ335ZXGPE.html

Vor der Zulassung von Lecanemab hatte die Arzneimittelbehörde der EU ein anderes Medikament, auf dem sich große Hoffnungen gründeten, überraschend nicht zugelassen. Die Risiken von Donanemab seien zu groß.

Für den Überblick deshalb hier zwei chronologische Listen mit einigen ausgewählten Links:

Donamebab:

Weiterlesen
  406 Aufrufe
406 Aufrufe

Brustkrebs - Aktuelles, Statistisches, Persönliches

Marisa Kurz ist Ärztin – und sie schreibt für „Spektrum“ einen ausführlichen Artikel über Brustkrebs. Ihr Ziel: den Krebs verstehen. Ob das überhaupt gelingen kann, sei mal dahingestellt. Was ihr auf jeden Fall gelingt: Der Leser bekommt eine Vorstellung davon, wie Brustkrebs – statistisch – in der Welt verteilt ist, welche Länder wann und warum vorne liegen, welche Voraussetzungen es dem Krebs leichter machen etc. Wobei – und auch darauf weist die Autorin hin – die Statistik natürlich nur widerspiegelt, was erfasst ist. Die Erkrankungen, die nicht diagnostiziert wurden, verfälschen ebendiese Statistik.
Der Artikel vom 15.04.2025:
https://www.spektrum.de/kolumne/in-welchen-laendern-das-risiko-fuer-brustkrebs-besonders-hoch-ist/2261192?utm_source=firefox-newtab-de-de

Die Berliner Morgenpost greift am 17.04.2025 auf die Studie – und vor allem auch auf den Artikel von Marisa Kurz im Spektrum zurück und fasst zusammen:
https://www.morgenpost.de/ratgeber-wissen/article408807528/brustkrebs-warum-frauen-in-deutschland-haeufiger-betroffen-sind.html

In Hallo Niedersachsen berichtet der NDR am 12.04.2025 über Frauen, die Brustkrebs haben oder hatten, und aus einem Gesprächskreis in Gifhorn. Das Video dauert 4:44 min:
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Brustkrebs-Wie-umgehen-mit-der-Diagnose,hallonds94504.html

Und die Frauenzeitschrift Brigitte wartet mit einem sehr emotionalen Statement auf: „Lasst mich bitte in Ruhe krank sein“, lautet die Überschrift zu einem Text über eine 48 Jahre alte Krebspatientin, die übergriffige, gut gemeinte, schlecht geratene Anteilnahme ihrer Mitmenschen so geballt aufzählt, dass es dem Leser schwindeln kann, 12.04.2025:
https://www.brigitte.de/gesund/gesundheit/brustkrebs--lasst-mich-in-ruhe-krank-sein-13971592.html

Und noch eine persönliche Geschichte: Der SWR berichtet von einer jungen Frau, die im Alter von 22 Jahren die Diagnose Brustkrebs erhielt – und jetzt seit fünf Jahren krebsfrei ist. Der Artikel ist vom 05.02.2025:
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/kaiserslautern/brustkrebs-mit-22-jahren-was-ist-wenn-ich-sterbe-weltkrebstag-chemotherapie-angst-100.html

  424 Aufrufe
424 Aufrufe

Impfungen mit Zusatznutzen - (lassen Leser langsam stutzen)

Die euphorischen Worte gleich zu Anfang des Textes lassen vermuten: Hier ist Werbung im Spiel. Und der Titel der Zeitung – wir lesen die Berliner Morgenpost – lässt dies zumindest nicht undenkbar scheinen. Noch dazu scheint diese Nachricht (noch) nahezu exklusiv in der Berliner Morgenpost zu stehen. Einzigartig. Oder eigenartig. Entscheiden Sie selbst:

Im ersten Satz sinngemäß: Die Corona-Impfung könnte sehr viel mehr Nutzen für uns haben, als wir bislang schon wussten. Im zweiten Satz:

„Während der Corona-Pandemie arbeiteten Forscher weltweit in atemberaubendem Tempo, um die Menschheit schnellstmöglich mit Impfstoffen zu versorgen und so bestmöglich zu schützen.“

Klingt vertrauenerweckend, nicht wahr? Es folgt das Loblied auf die mRNA-Impfstoffe, die, wie jetzt Forscher in Köln erforscht haben, unser Immunsystem „umprogrammiert“ haben. Und zwar, so der Artikel, in eine gute Richtung. Das Fazit: mRNA-Impfstoffe können das Immunsystem des Körpers so ankurbeln, dass es fortan schneller und besser auf Infektionen reagiert.

Wunderbar. Oder? Nur der sprachliche Eifer der Berliner Morgenpost lässt stutzen. Vor allem, wenn man sich erinnert, welche ebenfalls positive Impfnachricht vor etwa einer Woche die mediale Runde machte. Da war es die Gürtelrose-Impfung, die auch einen ungeahnten Zusatznutzen aufweisen soll: Sie kann, vor allem bei Frauen, offenbar Demenz verhindern, aufschieben oder mildern.

Weiterlesen
  418 Aufrufe
418 Aufrufe

MPox - die Berichterstattung

MPox epidemisch – die Medien warten mit Forschern auf, die auch auf die Gefahr einer Pandemie hinweisen. Meldungen über den ersten Fall in Niedersachsen, den ersten Fall in der Schweiz, die Lage in Berlin stehen neben Forderungen über Aufklärungskampagnen in der schwulen Szene. Dazwischen verblüfft eine Nachricht, deren Rolle und Bedeutung für die Berichterstattung zumindest bedenkenswert ist. „Der Aktionär“ berichtet nämlich am 07.04.2025 mit folgernder Überschrift: „Bavarian Nordic: Trotz Mpox-Warnung – Aktie im Sinkflug“:
https://www.deraktionaer.de/artikel/pharma-biotech/bavarian-nordic-trotz-mpox-warnung-aktie-im-sinkflug-20378002.html

Wer es nicht schon wusste, der weiß es jetzt: Bavarian Nordic liefert den Impfstoff, der vor MPox schützt. Doch der Markt hat das wohl weniger im Blick als Trumps Zollpolitik, vermutet „Der Aktionär“: „Erst der (erzwungene) Rücktritt des obersten US-Impfstoffexperten Peter Marks, jetzt die erratische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump: Aktionäre von Bavarian Nordic brauchen derzeit starke Nerven. Am Montag wurde das Papier auf ein frisches 52-Wochen-Tief durchgereicht. Eine eindringliche Mpox-Expertenwarnung wird vom Markt komplett ausgeblendet.“

Womit eines klar wird: Auch die (epidemischen?) Warnungen vor der nächsten Epidemie haben ihre ganz eigenen – und auch verschiedenen – Kausalzusammenhänge.

Deswegen hier eine kleine aktuelle Linkliste, nicht vollständig, da sich die Nachrichten naturgemäß oft gleichen, aber chronologisch geordnet:

Im Landkreis Harburg, Niedersachsen, ist der erste MPox-Fall Niedersachsens aufgetreten. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe laut Landesgesundheitsamt nicht. 09.04.2025:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Mpox-Erster-Fall-in-Niedersachsen-bestaetigt,mpox114.html

Weiterlesen
  432 Aufrufe
432 Aufrufe

Schützt eine Gürtelrose-Impfung vor Demenz?

Kein Zweifel: Dieses Ergebnis hätte man nicht erwartet. Womöglich schützt eine Gürtelrose-Impfung Frauen vor Demenz. Vor Gürtelrose auch. In den Medien reicht die Reaktion von Verwunderung bis zur Empfehlung. Hier die aktuellen Links:

Der SWR spricht sieben Minuten (Audio) mit einen Virologen der Uniklinik Freiburg, 03.04.2025:
https://www.swr.de/swrkultur/wissen/guertelrose-impfung-scheint-frauen-vor-demenz-zu-schuetzen-100.html

t-online am 03.04.2025
https://www.t-online.de/gesundheit/aktuelles/id_100663612/guertelrose-impfung-senkt-laut-studie-demenzrisiko-um-20-prozent.html

Die „Welt“ am 03.04.2025 hinter Bezahlschranke:
https://www.welt.de/gesundheit/plus255845050/Guertelrose-Die-Impfung-die-vor-Demenz-schuetzt.html

Die Deutsche Welle, 03.04.2025:
https://www.dw.com/de/g%C3%BCrtelrose-impfung-sch%C3%BCtzt-frauen-vor-demenz/a-72106702

Weiterlesen
  431 Aufrufe
431 Aufrufe

Mit Bakterien gegen Krebs

Der Ansatz ist nicht neu: Bakterien können im Kampf gegen den Krebs helfen. Schwierig ist es, über das Verhalten der Bakterien die Kontrolle zu behalten. Der Bericht von Justin Stebbing, Professor für Biomedizin an der Anglia Ruskin University in Großbritannien, ist online zu finden bei telepolis. 24.03.2025:
https://www.telepolis.de/features/Bakterien-als-Krebskiller-Neue-Verbuendete-im-Kampf-gegen-Tumore-10319886.html

Der Merkur berichtet über eine Studie in Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien, die ebenfalls das Wirken von Bakterien gegen Krebs beobachtet, 25.03.2025:
https://www.merkur.de/welt/triumph-in-der-melanom-forschung-therapie-gegen-krebs-mobilisiert-soldaten-unseres-immunsystems-93646826.html

Die FR hatte diesen Artikel schon am 23.03.2025 aufgenommen:
https://www.fr.de/panorama/meilenstein-in-der-krebsforschung-neuartige-behandlung-koennte-immuntherapie-revolutionieren-zr-93642162.html

Von einer möglichen Renaissance bakterieller Krebstherapeutika berichtete die Pharmazeutische Zeitung am 18.03.2025:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/bakterien-als-lebende-krebstherapeutika-153893/seite/alle/?cHash=2c6b291235db9d4c556bfbf018e25446

  373 Aufrufe
373 Aufrufe

KBV Praxisnachrichten

PraxisNachrichten

Robert-Koch-Institut

Dies ist der RSS Feed des Robert Koch-Instituts zum Epidemiologisches Bulletin.

Neueste Kommentare

Mechthild Eissing Am Anfang war die Wurst - bis die EU das Wort ergriff
23. Dezember 2025
Die ZEIT ist auf der Suche nach der Geschichte der Veggie-Wurst bei Konrad Adenauer fündig geworden....
Mechthild Eissing Am Anfang war die Wurst - bis die EU das Wort ergriff
11. Dezember 2025
Die EU ist immer noch nicht weiter mit ihrer Entscheidung zur Veggie-Wurst und zum pflanzlichen Schn...
Mechthild Eissing Falsche Diagnosen und ungeahnte Krankheiten in manchen ePAs
07. Dezember 2025
Der WDR hat einen 40-minütigen Beitrag online gestellt über die Möglichkeit falscher Diagnosen in de...

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.