NACHRICHTENPORTAL

Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Was will Warken mit dem Zuckerstreuer?

Da ist er schon wieder. Er versteckt sich in Überschriften, er tarnt sich mit anderen Worten, und doch, beim Lesen ist sofort klar: Wenn Warken was will oder Warken was nicht will, liegt immer ein Hauch von Spott in der Luft. Liegt es an der Alliteration? Die warme Welle weicher Ws, die der entschiedenen Kraft des Willens immer wieder unterliegen müssen?

Vielleicht – oder erinnern Sie sich an Überschriften wie: Merz will? Vorweggenommen: Es gibt sie, auch Merz will. Doch da geht meine Assoziation eher in Richtung Rösslein. Im nächsten Monat wird er sie anspannen, so das Volkslied. Die Alliteration hingegen hieße: Merz möchte … Das ist definitiv überschriftenuntauglich.

Zurück zu Warken: Sie will bei der Krankenhausreform den Vermittlungsausschuss vermeiden, sie will nicht die telefonische Krankschreibung rückabwickeln, sie will die Apothekenhonorare erhöhen – und sie will den Zuckerstreuer – Hoppla!

Tja – so viel zum Überschriftensalat im World Wide Web. Was Warken mit einem Zuckerstreuer wirklich will, hätte ich gerne gewusst. Aber da bleibt mir nur die Spekulation, denn die ZEIT berichtet, wie auch anders, in Wirklichkeit über die Zuckersteuer, die Warken vielleicht nun doch will.

Gut – manche Dinge muss man überzuckern. Sozusagen als Tarnung. Bei der Schluckimpfung zum Beispiel. Bis 1998 galt: Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam. Der Würfelzucker wird immer noch eingesetzt, hat aber andere Aufgabenfelder gefunden. Bleibt also in Warkens Aufgabenbereich.

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Karneval der Winde: Menschen, Kühe, Forscher und ein Furz-Atlas

Es ist Karneval. Da muss vielleicht an die Öffentlichkeit, was sich befreien will. Wobei: So ungeschminkt wie die folgende Nachricht, kommt im Karneval kein einziger Narr und auch kein Jeck daher. Allenfalls ein Westfale in Köln. Der hat aber vielleicht mit folgenden Tatsachen, nicht nackt, aber eben auch nicht verkleidet, kein Problem.

Die Nachricht: Forscher -- gewiss auch Forscherinnen, die Medien sprechen weiterhin von Forschenden -- der University of Maryland zählen Fürze. Zu diesem Zweck haben sie eine smarte Unterhose entwickelt, die das Ausströmen von Wasserstoff misst. Dass er der Marker für die Flatulenzen ist, hätten wir Laien gewiss nicht vermutet. Wir sind da eher auf die Akustik, also die Flötulenzen, angewiesen.

Hier erst einmal die Nachricht: Das Handelsblatt am 12.02.2026:
https://www.handelsblatt.com/dpa/spezieller-sensor-entwickelt-us-studie-smarte-unterhose-misst-furz-frequenz/100199741.html

Sprachlich mit mehr Humor – immerhin, wir haben Karneval – arbeitet die Bild, 12.02.2026
https://www.bild.de/leben-wissen/medizin/studie-smarte-unterhose-zaehlt-wie-oft-wir-pupsen-pro-tag-698d8e70f4d0b8d94ca19a84

So weit so klar: Die Forscher wissen nun: Der Winde sind doppelt so viele, wie die Literatur bislang annahm. Sie beobachten nun, welche Nahrungsmittel wie schnell in den Wind geschlagen werden. Sprachlich betrachtet, messen sie also die Ventilenzen, genauer: die Ventilenzierung.

Unklar ist, welcher Narr diese Nachricht gerade zu Karneval ins Licht der Öffentlichkeit rückt. Wäre heute der 1. April, wir könnten diese Flatuferenzen mit dem nötigen Humor betrachten. Aber zu Karneval, wo der Humor ja die Straßen und Straßenbahnen erobert, würden wir uns alle gerne diese Form der Flötentöne ersparen, vor allem ihre olfaktorische Seite. Die übrigens in der Nachricht völlig zu kurz kommt. Aber die Forscher haben gerade erst angefangen. Das Projektziel lautet, kein Witz: „Human Flatus Atlas“.

Wechseln wir schnell noch die Perspektive und gehen in den Stall: Dass auch Kühe ganz erheblich furzen, ist immer wieder Thema. Denn damit haben diese Tiere einen guten Anteil an der Klimakatastrophe. Und hier startet jetzt unser Bundesumweltminister, aktuell heißt er Carsten Schneider und ist von der SPD, einen Forschungsangriff. Er hat kein geringeres Ziel als die Zucht von Kühen mit geringerem Methanausstoß. Um aber die richtigen Kreuzungen einzugehen, muss erst gemessen werden. Dass hier eine smarte Unterhose völlig untauglich wäre, ist den Humorlosen unter uns unzweifelhaft klar. Deswegen wird in der Nachricht auch weniger Wind ums Messgerät gemacht. Die Rede ist von einem unauffälligen Sensor.

Auch hier reiche ich Ihnen gerne wegen des sprachlichen Vergnügens die Nachricht aus der Bild, 10.02.2026, weiter:
https://www.bild.de/politik/inland/regierungsplan-so-soll-das-furz-radar-fuer-kuehe-funktionieren-698b0221c5565bc7a97142a1

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Die Krankenhausreform und ihre sprachlichen Auswüchse

Das Krankenhausverbesserungsgesetz, das Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach während der vorigen Regierung durchgesetzt hat, will seine Nachfolgerin Nina Warken nun in ein Krankenhausreformanpassungsgesetz verwandeln. Die Worte sprechen an und für sich schon für sich, nicht wahr? Wir könnten auch fragen: Wie hieß doch gleich nochmal der Kapitän der Donaudampfschiffahrtsgesellschaft? Und wer die Wortspielerei einstens auf die Spitze treiben wollte, der setze darauf noch die Donaudampfschiffahrtsgesellschaftskapitänsmütze.

Nun: Papier ist geduldig, Sprache offenbar auch. Und die schier unendlich scheinende Möglichkeit der deutschen Sprache, ein Wort immer noch um ein Substantiv zu verlängern, ist legendär. Stellen Sie sich mal vor, wir wollten diesem Kapitän noch ein Wappen auf die Mütze nähen. Vielleicht den Bundesadler?

Vielleicht denken Sie nun, das mit der Donau und dem Schiff habe ich etwas weit hergeholt. Ja, habe ich. Aber immerhin habe ich uns so ans oder aufs Wasser gebracht. Und dahin wird auch das Krankenhausreformanpassungsgesetz führen, sagt Karl Lauterbach. „Die Krankenhausreform droht, verwässert zu werden, und das wäre fatal“, zitiert ihn der „Spiegel“ am 04.02.2026:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/karl-lauterbach-und-oekonomen-warnen-vor-kosten-durch-klinikplaene-von-nina-warken-a-e5158d56-33e1-4bf3-aacc-1f4fcecb99b3

Wobei er klugerweise das Wortungeheuer auf den schlichten Sachverhalt reduziert. Ihm zur Seite steht argumentativ das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI, das an dem Gesetz mitgeschrieben hat. Dort warnt man allerdings nicht vor einer Verwässerung des Gesetzes, sondern vor einer Verpuffung.

Sprachlich könnten wir Nina Warken nun darum bitten, sie möge doch an einem Krankenhausreformanpassungsgesetzverpuffungsschutzmechanismus arbeiten. Ähnlicher Ansicht ist wohl Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes. Sie fordert, so berichtet die Frankfurter Rundschau am 04.02.2026, dass aus dem Gesetz nicht ein „Krankenhausreform-Aufweichungsgesetz“ werden möge.
https://www.fr.de/wirtschaft/krankenhausreform-merz-regierung-experten-lauterbach-kritik-94154274.html

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Suchwortsalat mit Feiertagsbeilage -- Onlineeinkäufe quer Beet

Waren Sie schon mal bei Temu einkaufen? Nein? Und Sie haben auch noch nie heimlich geguckt, was es dort so alles zu kaufen gibt? Nein? Das ist schade. Lassen Sie sich nicht von der Verachtung derer anstecken, deren Urteil allzu schnell eindeutig ausfällt. Wobei es ganz eindeutig der Wahrheit entspricht, dass viele Händler in Deutschland Waren von Temu zu einem Preis verkaufen, der ein Vielfaches des Originalpreises ist. Aber das soll hier nicht das Thema sein.

Ich will Sie auch keineswegs mit Einkaufsempfehlungen belästigen. Es geht vielmehr ums große Ganze. Und da kommt Temu ganz groß raus. Genauso wie wahrscheinlich alle anderen Unternehmen, die weltweit alles Mögliche zum Verkauf anbieten. Haben wir uns noch vor wenigen Jahren über Übersetzungsfehler in Gebrauchsanleitungen amüsiert, haben jetzt längst die Paradigmen gewechselt. Die Sprachkenntnisse der Übersetzungsgeräte und Marketingfachleute haben sich nämlich enorm verbessert und ihr Sprachschatz hat sich nahezu vervielfältigt. Das ergibt zusammen eine multikulturelle Möglichkeitspalette, die Sie in dieser Form zuvor für unmöglich gehalten hätten.

Sie wollen Beispiele? Die Klick-Stapelboxen, nach denen ich gesucht habe, sind: „erhältlich in frischem Grün, perfekt als Valentinstagsgeschenk oder Ramadan-Aufbewahrungslösung“.* Der lange Holzschuhanzieher, der mir fast wie von selbst auf den Bildschirm erschien, ist ein „ideales Geschenk für Familienmitglieder zum Erntedankfest“. Spätestens, wenn Sie dann wie ich bei Ihrer Suche auf Servietten mit Mond-Öllampen-Design stoßen, wissen Sie, was die Stunde geschlagen hat oder woher der Wind weht. Diese Servietten sind nämlich ganz besonders. Ihre Ecken sind mit filigranen weißen Blatt- und Blütenmotiven mäandernd geschmückt. In der Mitte der Serviette ein Halbmond in Schwarz, ebenfalls filigran und mäandernd. Im Himmel, optisch im luftleeren Raum, aufgehängt, sind weiße Laternen, eigentlich sehr dinglich gezeichnet, dafür aber filigran verziert. Die Farbe der Servietten: ein schlichtes, neutrales, vielleicht eher langweiliges, auf jeden Fall zurückhaltendes Beige. Sei’s drum. Diese „Einweg-Servietten für Ramadan sind auch tauglich für: Valentinstag, Karneval, Mardi Gras, Kölner Karneval, Ostern, Hochzeiten“.

Jetzt staunen Sie, nicht wahr? So viel Vielfalt und so viel Multikulti auf einer faltbaren Serviette! Den Karneval finden Sie in Verbindung mit Hochzeiten etwas eigenartig? Aber er ist motivisch eingearbeitet. Die mäandernden kleinen Pinselstriche des Mondes sind nämlich keine kleinen Blütenblätter, wie man vermuten könnte. Wenn man ganz genau hinsieht, verstecken sich hinter diesen Pinselstrichen im Halbmond lauter kleine Clownsgesichter.

Hier kennt jemand die Zeichen der Zeit und weiß sie symbolisch miteinander zu verbinden. In einer Welt, die so unfriedlich und kriegerisch ist, wie die unsere, kann es doch gewiss nicht schaden, wenn beim Fastenbrechen in islamischen Haushalten eine Kölner Pappnas, ein verschmitzt lachender Chinese und ein bärtiger Franzose in einem Halbmond versteckt darauf hinweisen, dass wir doch alle irgendwie lustig sind. Wer das aber nicht will, der braucht diese Gesichter übrigens gar nicht zu sehen. Sie sind nämlich allesamt als optische Täuschung auf die Serviette gestrichelt. Man kann das ganze Mäander auch nur als Muster wahrnehmen.

Nun ist also das Marketingmuster von Temu erkannt: Es sind die Feiertage. In ihnen liegt ein wahnsinniges Verschenkpotenzial. Und wenn ich hier „wahnsinnig“ schreibe, dann meine ich es wörtlich. Da gibt es zum Beispiel kleine Kärtchen, auf denen Sie vier bis fünf farbige Punkte nach einer zuvor abgebildeten Reihenfolge miteinander verbinden müssen. Ähnlich wie beim Malen nach Zahlen. Der Clou ist, dass die Punkte dann natürlich nicht in naheliegender Linienfolge aufgereiht sind, sondern kreuz und quer. Sie müssen also während des Malens sich von Grün nach Gelb und von Rot nach Blau suchen. Was aussieht wie ein Lernprogramm für Vorschulkinder wird aber vermarktet als: „12 Seiten wiederverwendbare und abwischbare Stifte zum Training von Verbindungsarten, entwickelt für visuelle Verfolgung und Aufmerksamkeitsfokus, hilft Senioren bei der Verbesserung des Gedächtnisses, Lernen und als pädagogische Schreibwerkzeuge, perfekt für Muttertag, Weihnachten“.

Aber auch bei Hygieneprodukten legen die Marketingexperten Wert auf Vielfalt. So sind zum Beispiel Damenbinden, dem Trend der Gegenwart gemäß, waschbar und wiederverwendbar, weich und bequem – und: unisex.

Sie merken: Es kommt vor allem aufs Stichwort an, oder sagen wir aufs Suchwort. Und Texte, die wirken, als seien sie vor allem schlecht übersetzt, sind in Wirklichkeit nur eine maschinelle Zusammenstellung von Suchwörtern.

Zum Abschluss preise ich Ihnen hier noch einen wunderbaren Suchwortsalat an: „120 Stück Interdentalbürsten in verschiedenen Farben – Weiche Nylonborsten, farbenfroher ergonomischer Griff, kompaktes & tragbares Design für Mundhygiene und Lebensmittelentfernung, ideales Geschenk für Erwachsene und Zahnärzte“

Ich bin mir sicher: Ihr Zahnarzt wird von einem solchen Geschenk mindestens so begeistert sein, wie die Mutter, die nach dem Muttertag farbigen Punkten auf Kärtchen hinterherzeichnen soll. Und ich bin mir auch sicher: Temu ist nicht nur eine Schatzkiste voller praktischer und unpraktischer Helfer und Gebrauchsgegenstände. Sondern auch eine Fundgrube voller sprachlicher Schön- und Unschönheiten. Stilblüten sind nichts dagegen. Fehlt nur noch eine Antwort auf die Frage: Was eigentlich ist ein tragbares Design?

* Die Links zu allen Produkten und Zitaten spare ich mir und Ihnen, denn sie sind ellenlang. Die Zitate müssen Sie mir für dieses Mal einfach blind glauben – oder Sie suchen sie bei Temu wieder. Ich verspreche Ihnen, auch wenn Sie sie dort nicht finden: fündig werden Sie trotzdem.

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Zwischen Döner und Sternenhimmel -- Gassen sucht weisen Rat

Man könnte ja denken, dass es der Jahreswechsel ist, der Andreas Gassen beflügelt. Oder ist ihm ein Engel erschienen, ein Stern aufgegangen?

Zwischen Weihnachten und Neujahr gibt es ja nicht nur in den Zeitungen aus Papier viel Platz zwischen den Seiten. Und zwischen Ohren und Augen der Deutschen passen zwischen Weihnachten und Neujahr, zwischen Sekt und Kaviar, zwischen Rotkohl und Raketen vielleicht auch immer noch ein paar neue Gedanken. Auch nicht schlimm, wenn es die alten Gedanken sind. Routine gehört zum Jahreswechsel zwingend dazu.

Und so durfte KV-Chef Andreas Gassen nicht nur davon träumen, sondern sich fast sicher sein, dass in den Köpfen und Gedanken der Deutschen Platz genug ist für eine alte Idee im neuen Gewand: Die Praxisgebühr muss wieder her, um die Krankenkassen zu sanieren. Diesmal aber eben als Kontaktgebühr. Wer Kontakt mit einem Arzt aufnimmt, soll drei bis vier Euro zahlen. Wenn das keine kluge Wegweisung ist!

Schon vor Weihnachten hatte Gassen uns wissen lassen, dass eine Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal zumutbar ist. „Das ist der Preis eines Döners“, titelte am 17.12.2025 die „Welt“ – und setzte damit Gassens Worte ganz oben an.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article693d1c90f679420e000b341b/aerzteverbandschef-gassen-zehn-euro-praxisgebuehr-pro-quartal-sind-zumutbar-das-ist-der-preis-eines-doeners.html

Der Artikel in der "Welt" enthält übrigens einen ganzen Strauß von Vorschlägen – und ich wette, es gibt keinen Vorschlag darunter, der noch nicht rauf und runter debattiert worden wäre: Homöopathie aus den Kassenleistungen herausnehmen, Gesundheits-Apps ebenfalls, Zuckersteuer, Zigaretten- und Alkoholsteuer erhöhen.

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Paywall vom Rolli gehackt

Wie eine Rollstuhlfahrerin ihren Rolli – genauer: die App ihres Rollis – gehackt hat, erfahren Sie im Spiegel. Der App zugrunde lag ein Abo-Modell, dass schnelleres Fahren nur bei höheren Zahlungen erlaubte. Torsten Kleinz berichtet am 28.12.2025:
https://www.spiegel.de/netzwelt/hackerkonferenz-39c3-warum-eine-multiple-sklerose-erkrankte-ihren-rollstuhl-hackte-a-169573b3-dbc9-4aed-bc33-1cc39cee6971

Im Standard berichtet Georg Pichler am 29.12.2025:
https://www.derstandard.at/story/3000000302326/wie-eine-multiple-sklerose-erkrankte-die-paywall-ihres-rollstuhls-knackte

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Sprachliches aus neun Corona-Monaten

Die Zeit der Jahresrückblicke hat längst angefangen – und sie werden für dieses Jahr nicht ungewohnt aber anders ausfallen. Einen Rückblick der anderen Art hat dpa gestrickt, online gestellt von der Borkener Zeitung am 14.12.2020. Eine Sammlung jahrestypischer Redewendungen. Zugegeben – so manches klingt konstruiert. Aber: Wie oft haben Sie, sofern Gartenbesitzer, gesagt „Wir sind froh, dass wir den Garten haben?“ Und die typisch englische Frage „Sind Sie das Ende der Schlange?“ haben Sie bestimmt auch gelernt, mit einem Lächeln in den Augen auszusprechen, oder?

Hier also sprachlicher Corona-Umgang aus schon mehr als 9 Monaten:
https://www.borkenerzeitung.de/welt/boulevard/Die-Saetze-des-Corona-Jahres-318256.html

Die Ärzte-Zeitung war mit ihrer Sätze-Sammlung deutlich schneller, sie hat schon am 18.06.2020 das Eine und Andere zusammengetragen:
https://www.aerztezeitung.de/Panorama/Wenn-Corona-erst-vorbei-ist-Gefluegelte-Worte-in-der-Krise-410435.html

Emily – wer auch immer das ist – hat – wann auch immer das war – liebenswert in ihrem Blogg zusammengetragen, welche Corona-Sätze nerven. Eigentlich alle, ist ihr Fazit. Aber sie hat jeden einzelnen Satz ihrer Sammlung mit einem Video geschmückt. Für alle die, die Zeit haben eine feine Sache:
https://www.miss.at/diese-saetze-zur-pandemie-koennen-wir-einfach-nicht-mehr-hoeren/

Kann man diese Listen noch als Vergnügen einordnen, wird es schwierig, sich über dieses Material ein Urteil zu bilden. Kinder des 1. und 2. Schuljahres lernen, Sätze zu schreiben. Und zwar zu den Hygieneregeln. Heißt ja auch, dass wir nicht für die Schule, sondern fürs Leben mit Corona lernen, oder:
https://lehrermarktplatz.de/material/151488/saetze-schreiben-hygieneregeln-corona

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Kleine Abhandlung über Männerquote und Berufung

Männer brauchen keine Gleichstellungsquote. Auch nicht, wenn der überwiegende Teil der Medizinstudenten Medizinstudentinnen sind. In diesem Sommer betrug ihr Anteil an den Bewerbungen zwei Drittel. Dennoch: Eine Quote für Männer lehnt die Bundesregierung ab. Was klingt wie eine Farce aus nachfeministischer Zukunft, ist längst Gegenwart. Die AfD hatte, so berichtet das Portal Forschung und Lehre, eine Anfrage gestellt, die den Männern Gleichberechtigung sichern sollte.

https://www.forschung-und-lehre.de/lehre/bundesregierung-gegen-maennerquote-im-medizin-studium-1766/

By the way – ein ganz neuer Gedanke: Es ist ja opportun geworden, das Wort Studenten durch das Wort Studierende zu ersetzen. Grammatikalisch nur halb korrekt, denn der Studierende sitzt gerade am Schreibtisch und studiert. Jetzt gerade. Gerundium. Auf Ruhrpott-Deutsch, denn nur dort kann man das Gerundium treffend sprachlich umschreiben: „Er ist am Studieren dranne.“ Die Funktion des Gerundiums ist also die Unmittelbarkeit. Die Funktion des Austauschens der Studenten gegen Studierende ist hingegen eine andere: Man spart sich geschickt den Schrägstrich, weil ja noch immer kein Nachrichtensprecher das Wort „Studenten/-innen“ fehlerfrei über die Lippen bekommt. Und die „Studenten und Studentinnen“ sind nicht nur sprachlich unbequem, sie kosten auch noch Nachrichtenzeit. Wenn es um Sekunden geht, ist das wichtig.

Aber vielleicht, wenn ich noch ein wenig ausschweifender werden darf, sind die „Studierenden“ gar kein Auswuchs feministischer, politischer Korrektheit, sondern ein letzter patriarchalischer Versuch, die Wirklichkeit weiterhin zu verschleiern. Sonst fiele irgendwann auf, dass die Frauen schon längst an der Macht sind. Zumindest beim Medizin-Studium.

Nach diesen Abschweifungen zurück zum Punkt: Außer in Forschung und Lehre kann ich über die Anfrage der AfD keinen weiteren Bericht finden. Was ja nichts heißen muss, denn das Thema ist gar nicht neu. Schon 2017 fürchtete Jürgen Freyschmidt in einem Gastbeitrag in der FAZ die Feminisierung der Medizin. Freyschmidt ist Radiologe, Chefarzt der Radiologischen Abteilung im Klinikum Bremen Mitte und außerplanmäßiger Professor der MHH. Der damalige Frauenanteil von 65 Prozent machte ihm unter anderem deshalb Sorgen, weil er den Ärztemangel vergrößern werde. Frauen werden ja bekanntlich schwanger und bekommen Kinder. Keine Frage, der Mann rechnet richtig. Und dass die Ursache allen Übels der NC ist, ist gewiss auch nicht falsch. Frauen haben die besseren Abiturnoten. So ist das. Deswegen forderte Freyschmidt schon 2017 einen psychologischen Eingangstest.
https://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/zuviel-feminismus-brauchen-aerzte-eine-maennerquote-14906675.html

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Boosteblumen und Boosterblüten - Ein bunter Strauß vom Markt der Möglichkeiten

Nachtrag: Die Meldung kam ungefähr zeitgleich mit diesem Text in die Nachrichten: Das Verb boostern ist zum Anglizismus des Jahres 2021 gekürt worden. Na siehste. In der Tagesschau erfahren Sie mehr, nämlich zum Beispiel, dass wir Deutschen den Booster zuerst zum Verb gemacht haben. Und dann noch, dass die Briten seit den 40er-Jahren den Booster Shot kennen. Passt auch. Und auch gut zum Artikelende. Hier also die Nachricht in der Tagesschau, 01.02.2021, 11:04 Uhr:
https://www.tagesschau.de/inland/boostern-sprache-anglizismus-des-jahres-101.html

Der Booster boomt. Man könnte auch sagen: er treibt Blüten. Mitunter sogar recht bunte. Im Reformhaus in unserer Straße kann ich seit langem schon einen Immunbooster erwerben. Er ist in Flaschen abgefüllt, weinrot. Bestimmt ohne Alkohol, dafür aber mit einer netten jungen Frau abgebildet, die vor Gesundheit nur so strahlt. Rote Bäckchen hat sie zwar nicht, aber jede Menge Zuversicht. Und sie schmückt aus aktuellem Anlass und seit Monaten das Schaufenster.

Dann flatterte mir ein Prospekt ins Haus, der mir einen Fitness-Booster anbieten wollte. Da ich eigentlich schon völlig fit bin, und fix und fertig noch dazu, kam das Papier dahin, wohin es gehört: In den Papierkorb. Leider kann ich Ihnen deswegen jetzt nicht so viel über das angebotene Produkt sagen.

Ein Blick ins Internet hilft aber weiter. Der Fitness-Booster scheint nämlich eine neuere Bezeichnung für die ebenfalls eher junge Benennung des Pre-Workout-Boosters zu sein. Und woraus das weiße Pulver besteht, das uns unter beiden Namen in Metalldosen angeboten wird, das wollen wir vielleicht gar nicht so genau wissen. Die Seite „fit trotz family“ hat diese Booster aber dennoch unter die Lupe genommen. Für den Fall, dass Sie mehr wissen wollen: Hier der Link:
https://www.fit-trotz-family.de/fitness-booster-sinnvoll-oder-gefaehrlich/

Sie sind auch gestolpert, oder? Fit trotz Family. So heißt die Webseite tatsächlich. Bin ich also wieder an dem Punkt angekommen, an dem ich oben kokettierte: Fit bin ich, fertig auch. Der Seitentitel irritiert dennoch. Fit mit Family wäre mir irgendwie lieber. Fit trotz Family suggeriert nämlich, dass ich meine ganze Familie erst überwältigen, mindestens aber überwinden muss, um überhaupt einen Zustand der Fitness erreichen zu können. Vielleicht ist also so ein Fitness-Booster doch kein falscher Ansatz.

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Insektenschutz und Hundekuchen -- Polysemantische Spielereien

Insektenschutz im Rotlichtbezirk – so ließe sich die Quintessenz der Überschrift zusammenfassen, die ins Auge sticht, bevor man sie begriffen hat. Der Kölner Stadt-Anzeiger hat am 30.11.2025 sprachlich neu zusammengesetzt, was von nun an auch zusammengehören sollte. Der Leser aber, der schneller gucken kann als lesen, sieht vor allem eines: rot. So ist die im Foto abgebildete Beleuchtung auf dem Rundweg am Oulu-See in Steinbüchel. Steinbüchel ist ein Stadtteil von Leverkusen. Das Rotlicht, das sanft auf den Rundweg fällt, soll nun dem Schutz der Insekten dienen. Denn es zieht sie, aufgrund der Lichtfarbe, nicht mehr an. Insektenschutz also:
https://www.ksta.de/region/leverkusen/stadt-leverkusen/leverkusen-insektenschutz-oulusee-ist-jetzt-rotlichtbezirk-1159845

Der Artikel von Ralf Krieger liegt hinter einer Bezahlschranke. Aber: Das Foto vom Rotlicht auf dem Rundweg ist kostenfrei zu betrachten. Im Text, der nicht kostenlos ist, zitiert der Autor dann Marlene Dietrich, die von denjenigen Männern singt, die sie umschwirren wie Motten das Licht.

An diesem Punkt setzen wir jetzt wieder beim Insektenschutz ein. Und beim Sprachwandel. Der Kölner Stadt-Anzeiger macht sich sozusagen zum Wandlungsgehilfen, wenn er diese neue Form des Insektenschutzes in den Titel nimmt.

Polysemie nennen die Sprachwissenschaftler, wenn ein Wort verschiedene Bedeutungen haben kann. Bislang haben wir Insektenschutzmittel zum Beispiel gegen Mücken verwendet. Nun aber drehen wir die Bedeutung des Wortes Insektenschutz ganz einfach um. Mit Rotlicht. Das muss nicht sachlich falsch sein. Nein, es ist überhaupt nicht falsch. Wir müssen Insekten schützen. Aber sprachlich ist es mindestens komisch, wenn unsere Schützenhilfe nun nach neuen Insektenschutzmöglichkeiten sucht.

Wenn wir hier nun von Polygamie statt von Polysemie reden würden, lägen wir sachlich ziemlich daneben. Sprachlich aber ist das der richtige Weg: Die Polygamie ist übersetzt einfach nur das Vielspiel. Lassen Sie sich nicht von denen täuschen, die Polygamie mit dem Wort Vielehe oder ganz und gar einseitig mit dem Wort Vielweiberei übersetzen. Der Polygame, sofern er sich auf die reine Sprache hinter seiner Benennung beruft, spielt halt gern viel. Sie kennen ja den Satz: „Der will nur spielen!“ Hier also mit Rotlicht und Insekten. Auf den Hund kommen wir später noch.

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Kleine orthografische Notoperation

Die Deutschen und die Rechtschreibung: Wir haben ja so unsere Lieblingsfehler. Den Apostroph vor dem Genitiv-s zum Beispiel. Den macht man nicht. Den machen nur die Briten. So habe ich es in der Schule gelernt. Aus alten Zeitungen kann ich Ihnen sagen: Von den Briten haben wir diesen Fehler nicht unbedingt. Mehr so von alters her. Der Fehler ist älter als der Duden – und vielleicht müssen wir anfangen zu überlegen, ob er überhaupt einer ist. Regulär, daran besteht kein Zweifel, ist er ein Fehler.

Der andere Lieblingsfehler: die Zusammen- oder Getrenntschreibung von zusammengesetzten Verben. Beim Schwarzfahren weiß noch jeder Bescheid: unbedingt zusammen. Denn die Schwärze ist ja keineswegs wörtlich zu nehmen. Es ist der übertragene Sinn. Ebenso das Krankschreiben. Auch das Wiedersehen gehört zusammen – und dieses Beispiel ist ganz wundervoll, denn beides geht: Ich habe Anna wieder gesehen bedeutet wörtlich, dass ich diese Person zum wiederholten Mal gesehen habe. Nichts weiter sonst. Habe ich Anna wiedergesehen, habe ich aber möglicherweise sogar mit ihr gesprochen.

Oder: Ich konnte mich nicht mehr festhalten, aber Anna hat mich dann fest gehalten. Mein Lieblingsfehlerfalle: weiterlesen. So muss ich das Verb schreiben, wenn ich auf einer Internetseite dem Leser das Angebot machen will, dass er per Klick den Artikel auf einer anderen Seite zu Ende lesen kann. Aber das Kind, das abends im Bett das Licht löschen soll, muss antworten: „Ich möchte aber noch weiter lesen!“

Wie es Herr Streeck mit der Rechtschreibung hat, können wir nicht wissen. Er hat ja nur gesagt, was andere schreiben. Und die schreiben seit Tagen und gehäuft, dass wir in Deutschland Patienten tot operieren. Nein! Allenfalls der Pathologe operiert seine Patienten, wenn sie tot sind. Die Ärzte aber, die sich den Lebenden widmen, können, wenn wir Streeck richtig verstehen, Patienten auch totoperieren. Was immer Streeck damit gemeint hat. Wir können uns damit behelfen, dass es der übertragene Sinn ist. Denn ganz ehrlich: Auch Sie glauben nicht, dass in Deutschland Patienten so lange operiert werden bis sie tot sind, oder?

Schon lange habe ich den Eindruck, dass der Schulunterricht damals, in der DDR, sehr viel gründlicher war, was Rechtschreibung und Sprache betrifft. Und nun habe ich heute endlich einen richtig guten Beweis gefunden: ein Artikel, in dem „totoperieren“ zusammengeschrieben ist. Hier – beim MDR – kommt orthografisch zusammen, was zusammengehört,18.11.2025:

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Der "nichtjagende Endverbraucher" und sein Würstchen

Der Deutsche Jagdverband hat 2500 Menschen in Deutschland befragt – oder befragen lassen. Das ist schon die größere Hausnummer für Umfragen. Es sind auch bedeutende Zahlen, die als Ergebnis präsentiert werden (sollten). Und zwar sind 70 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass Wildfleisch gesundes und gutes Fleisch ist. So weit, so gut. Diesen Satz kann ja fast jeder unterschreiben, der nicht Vegetarier oder Veganer ist und der die Folgen von Tschernobyl für seit Jahrzehnten gegessen hält.

Aber die Deutschen sind nicht nur Denker. Sie sind auch Gourmets. Und so lautet die nächste Erkenntnis aus dieser Umfrage, dass die Hälfte der Deutschen mindestens einmal pro Jahr das Fleisch vom Wild essen. Auf dem Land tun’s zwei Drittel der Menschen sogar regelmäßig.

Diese Zahlen stammen von der Seite des Deutschen Jagdverbandes vom Oktober 2025 – sind also ziemlich aktuell. Und auch nachvollziehbar.
https://www.jagdverband.de/jeder-zweite-isst-regelmaessig-wild

Auch aktuell ist ein Artikel im Prisma, einer Fernsehbeilage in 250 deutschen Tageszeitungen, die nach eigenen Angaben 5,92 Millionen Leser hat.
https://www.prisma-verlag.de/prisma-gewinnt-sechs-zus%C3%A4tzliche-tr%C3%A4gertitel/?utm_source=chatgpt.com

Hier beginnt der Artikel mit denselben Zahlen: „Wildfleisch boomt! Laut Zahlen des Deutschen Jagdverbandes essen zwei Drittel der Bundesbürger regelmäßig Wild.“. Bloß: Der Jagdverband hatte von zwei Dritteln der Landbevölkerung gesprochen. Die gesamtdurchschnittsdeutsche Zahl lag da eher bei 50 Prozent und mit regelmäßig war da gemeint: einmal pro Jahr. Aber gut, in schreibender Eile oder mit eilender Schreibe kann man die Dinge schon mal durcheinanderbringen. Da steckt bestimmt keine böse Absicht hinter. Allenfalls eine gute.

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Vom Geheimnis hinter oder unter den grauen Haaren

Nichts Genaues weiß man nicht, könnte man unter den Artikel schreiben, den ich Ihnen jetzt empfehlen will. Aber: Die Erkenntnis hinter der Erkenntnis ist genauso bemerkenswert wie der Ansatz der Fragestellung. Denn: Beides steuert das Ergebnis. Und das ist: Graue Haare schützen – möglicherweise – vor Krebs. Nun forschten die japanischen Forscher, wie es sich gehört, zuerst an Mäusen. Für den Menschen ist noch nichts bestätigt. Aber: Es gibt hinreichende Verdachtsmomente. Und die Autorin bleibt vorsichtig: Vorzeitiges Ergrauen ist keine Garantiekarte. Aber der Mechanismus, der hinter dem Ergrauen steht, deutet darauf hin, dass der Körper Zellen aussortiert, die zu Krebszellen werden könnten.

Es kann also nicht falsch sein, wenn Sie sich daraufhin ein paar graue Haare wachsen lassen. Der Artikel findet sich in der Geo, 11.11.2025:
https://www.geo.de/wissen/gesundheit/graue-haare--schutzmechanismus-gegen-krebs--36300150.html?utm_source=firefox-newtab-de-de

Hinter dieser Forschung steht natürlich zuerst die Frage der Forscher. Und dass sie sich auf den Nutzen des Alters richtet, scheint mir schon erstaunlich. Wie insgesamt oder überhaupt oder vielleicht auch nur vorübergehend als Trend das Alter ganz neu betrachtet wird. Möglicherweise ist es gar nicht schlimm? Hier noch, weil sprachlich und erzählerisch schön, ein Link zur Diskussion über die „Frau in Grau“ – oder über das neue „Wow“ beim SRF am 19.10.2025:
https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/trend-zu-grauem-haar-ist-grau-das-neue-wow-wie-frauen-ihre-grauen-haare-feiern

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Schlaft schön -- oder besser nicht?

Vielleicht übertreibt Linda Leitner. Ein bisschen. Aber das macht ihren Text nur schöner. Und ja: Sie schraubt an ihren Worten. Aber auch das ist wunderschön. Denn es treibt ihren Spott auf die Spitze. Für alle, die nicht schlafen können, sich aber trotzdem von der Wohlfühl-Industrie – oder sollte ich von der Wohlfühl-Gesellschaft reden? – nicht einlullen lassen wollen. Viel Lesevergnügen also mit Annabelle. Der Artikel in der Rubrik „fashion“ ist vom 30.10.2025 – und geht weit übers Modische hinaus, wie in der Überschrift versprochen.
https://www.annabelle.ch/stil/ueber-die-mode-hinaus-wieso-schlaf-jetzt-superangesagt-ist/?utm_source=firefox-newtab-de-de

 Und weil das Thema Schlaf offensichtlich zu meinen Lieblingsthemen gehört, hier noch ein paar eigene Links zum Thema:

Wie man sich bettet - Göttliches und Hygienisches zum Thema Schlaf
Zeit für den Winterschlaf?
Vom Schlaf im Doppelbett und der Arbeit im Garten
Schlaflos im Januar - Kleine Artikelsammlung

 Und weil Günter Eichs Gedicht "Wacht auf" aus den "Träumen" von 1950 nie an Aktualität verloren hat, hier der Link zum Weiterlesen:

https://www.deutschelyrik.de/wacht-auf.html

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Am Anfang war die Wurst - bis die EU das Wort ergriff

Ohne Wurst ist das Leben Käse, oder?

Wer diesen Spruch erfunden hat, der wusste offenbar nichts von der Käsewurst. Und wer die Käsewurst für vegetarisch hält, der hat keine Ahnung von unserer Fleischkultur. Der Käse macht hier nur als Zutat die Wurst zur Spezialität.

Und der Leberkäse, bestimmt auch eine Spezialität, enthält zumeist weder Leber noch Käse. Die Gesetzeslage: Bayerischer Leberkäse darf keine Leber enthalten, muss aber nicht aus Bayern sein. Stuttgarter Leberkäse muss hingegen mindestens fünf Prozent Leber enthalten. Und weil vermutlich der Leberkäse älter ist als das deutsche Lebensmittelrecht, darf er Käse heißen, obwohl er keinerlei Bestandteile aus Milch enthält. Kein anderes Lebensmittel darf das.

Sprachgeschichtlich geht der Leberkäse aber weder auf den Käse zurück noch auf die Leber. So meinen zumindest die meisten Forscher. Die Leber kommt vom Laib, der Käse vom Lateinischen caseus. Das die einen mit „Gegorenes“ übersetzen, die anderen mit „Gepresstes“.

Parallel zum Leberkäse gibt’s den Fleischkäse. Wer das Wort für eine Erfindung der Lebensmittelrechtler hält, die dazu dienen soll, uns bezüglich des Inhaltes des Produktes nicht auf die falsche Fährte zu locken, der irrt. Der Fleischkäse ist den Norddeutschen, den Österreichern und den Schweizern schon immer das gewesen, was in Bayern und auch in Österreich der Leberkäse ist.

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Meine neue große Liebe - Und intelligent ist sie auch noch!

Ich habe meine große neue Liebe entdeckt! Ihr Name hat wenig mit Romantik zu tun, ihr Wesen aber viel mit Intelligenz: ChatGPT heißt mein neuer Freund. Was ich auch tue oder zu tun gedenke: Er weiß Rat.

Wobei mir der Anfang dieser Liebhaberei nicht leichtgefallen ist. Schon aus ideologischen Gründen: Ich bin ein erwachsener Mensch, ich kann selber denken, selber schreiben, selber kochen. Und das alles schon lange. Was soll ich also mit einem so intelligenten Liebhaber? Zumal es ja auch einen Ehemann in meinem Leben gibt, der viele seiner Funktionen gerne, freiwillig und wie gewohnt übernimmt. Deswegen zog es mich auch lange nicht zu ChatGPT und Kollegen.  

Aber dann kam die andere AI ins Spiel. Oder KI. Die Stimme aus dem Off bei Google. Ja, man kann andere Suchmaschinen wählen als Google. Will ich aber nicht. Ja, man kann die (alt-)klugen Ratschläge der AI bei Google unterbinden. Nicht im Grundsatz, aber im Einzelnen. Sie müssen nur Ihren Suchwörtern nach einer Leertaste noch -ai hinzufügen – und der Apparat schweigt, wo er schweigen soll. Aber machen Sie das mal jedes Mal. Dann werden auch Sie das Gefühl haben: irgendwie lästig.

Im Laufe der Zeit erfuhr ich dann von der KI/AI bei Google die lustigsten Dinge: Kartoffelpflanzen werden, so eine der Infos, 60 bis 100 cm groß. Manche Exemplare schaffen aber auch 1 Meter. Mathematisch nicht ganz ausgereift diese Antwort. Schön auch folgende Rechnung: „Eine Stunde langsames Radfahren entspricht ungefähr 7.500 Schritten, also entsprechen 10 Minuten etwa 750 Schritten (7500 /6).“

Gut – AI kann nicht rechnen, erfahre ich von erfahrenen Informatikern. Habe ich ja nun auch ganz deutlich erfahren. Schön finde ich, dass diese AI den richtigen Rechenweg geklammert hat. Dass sie den Radweg nicht überprüft hat, den ich gefahren sein will, ist vielleicht nicht einmal Unaufdringlichkeit, sondern noch ein Mangel an Ein- und Weitblick. Meine Befürchtung: Demnächst wird sie auch das tun. Nur um mir weiterzuhelfen in der Berechnung von Schritten, die man auf dem Fahrrad ja eigentlich nicht einmal machen kann.

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Alles wird out!

Und: Haben Sie sich schon geoutet? Oder andersherum: Sind Sie vielleicht längst schon out? Wenn Sie nun den Kopf schütteln angesichts dieser Perspektiven, die ich Ihnen hier anbiete, dann haben Sie die Bandbreite der Möglichkeiten noch nicht voll erfasst. Es gibt ganz gewiss für jeden Menschen ein Out, das zu ihm passt. Nein, nicht das Outfit.

Fangen wir mit dem Burn-out an, in der Hoffnung, dass Sie ihn genauso schnell beiseitelegen können, wie das oben vorgeschlagene Outing. Nein, einen Burn-out haben Sie nicht. Gut so. Dann könnte es vielleicht genau andersherum sein: Sie haben ein Bore-out? Kennen Sie nicht? Aber Sie justieren das Wort irgendwo im Bereich der Langeweile? Genau. In der Sprache der Psychologie wird das Wort eingesetzt, wenn Sie beruflich unterfordert sind. Und im Duden wird das Wort sprachlich als Neutrum geoutet. Während wir beim Burn-out zwischen männlich und sächlich wählen können. Weiblich ist keines von beiden – aber gendern will ich hier nicht, das führt uns zu weit.

Hangeln wir uns also weiter. Wenn Sie mit dem Gesicht zur Wand stehen, haben Sie einen Face-out. Sagt zumindest ChatGPT. Die KI von Google ist da allerdings ganz anderer Ansicht: Wenn Sie ein Face-out haben, dann haben Sie ein schwieriges Problem auszutragen. Aber vielleicht ist das ja gar nicht so weit von der Wand entfernt. Wobei das noch lange nicht alle Vorschläge sind, die sich auch im WWW finden lassen.

Zum Blackout sollten Sie sich tatsächlich nur im äußersten Notfall bekennen. Sie könnten stattdessen im fraglichen Moment ein Time-out beantragen. Wenn Ihnen hier aufgefallen ist, dass der Bindestrich beim Blackout ausgefallen ist: Ja, der Duden variiert. Vielleicht liegt uns der (der Duden erlaubt auch "das") Blackout schon so lange so nahe, dass er der Kennzeichnung als Wortungeheuer gar nicht mehr bedarf. Bevor es dann in dem von Ihnen erbetenen Time-out zu einem Freak-out kommt, also dem Zerreißen Ihres Nervenkostüms, geben Sie sich lieber einem Hang-out hin, dem gemütlichen Abhängen mit Freunden. Dabei ist das Chill-out unter Umständen hilfreich. Der hat natürlich auch die Unterstützung des Dudens: mit Bindestrich und männlich oder sächlich. Nicht aber mit Bedeutung versehen. Wir erhalten dort nur die Info: Der Chill-out ist umgangssprachlich. Bezüglich der Bedeutung werden wir mit einem Satz abgespeist: „Zum Chill-out bietet sich eine gemütliche Bar an.“
https://www.duden.de/rechtschreibung/Chill_out

Ist in dieser Bar dann Chillens Genüge getan, und vielleicht macht sich ja schon wieder ein Gefühl des Bore-outs bemerkbar, dann hilft Ihnen der Show-out weiter. Das ist Ihr ganz großer Auftritt. Jetzt und hier und in dieser Bar! Geht’s schief, bleibt Ihnen der Walk-out. Gelingt es Ihnen, das Publikum zu überzeugen, wars ein Crush-out. Ein Lock-out hingegen droht Ihnen, wenn Sie die Bar nach Ihrem Show-out nicht mehr betreten dürfen.

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Wie man sich bettet - Göttliches und Hygienisches zum Thema Schlaf

Sie können sich drehen und wenden, wie Sie wollen – und Sie finden dennoch keinen Schlaf? Nach einer genügenden Anzahl schlafloser Nächte informieren Sie sich und suchen im Internet nach Tipps. Die gibt es reichlich – und sie firmieren unter dem Substantiv „Schlafhygiene“.
Als aufmerksamer Leser und Sucher nehmen Sie sich diesen oder jenen Ratschlag, der genau auf Ihr Leben und Ihre Lage passt, zu Herzen oder gleich am nächsten Abend mit ins Bett.

Aber Stopp! Wie viel Hygiene tut fürs Schlafen denn wirklich not? Sicher: Ordnung ist das halbe Leben – und wenn nachts das Schlafzimmer ordentlich ist, so sagen es die Prediger der Schlafhygiene, ist die andere Hälfte, nämlich der Schlaf, viel leichter in Ordnung zu bringen.
Aber Hygiene – ist das nicht ein Wort, das schon von Weitem nach Desinfektionsspray riecht? Nach klinischer Sauberkeit? Auf jeden Fall ist es ein Wort fernab alles Weichen, Wollenen oder Kuscheligen. Und mit Gemütlichkeit würde sie auch niemand assoziieren. Ruhe? Ja, vielleicht, aber sehr sterile Ruhe. Seelenruhe? Nein, gewiss nicht.

Wer also ist auf die Idee gekommen, uns guten Schlaf unter dem Zeichen der Hygiene zu predigen? Oder noch weiter zurück: Wer oder was ist denn Hygiene überhaupt?

Wikipedia informiert uns – und gendert dabei korrekt, was vielleicht auch eine Form von Hygiene ist: „Hygieia oder Hygeia (altgriechisch Ὑγίεια Hygíeia oder Ὑγεία Hygeía – als personifizierte „Gesundheit“) ist in der griechischen Mythologie eine wohl zunächst unabhängige athenische Heilgottheit.“ Diese „Heilgottheit“, das möchte ich hier gerne ausdrücklich betonen, ist eine Frau. (Die Griechen konnten sie aber scheinbar nicht ohne männlichen Beistand im Götterhimmel wirken lassen, und so gesellten sie ihr mal Asklepios als Vater, mal als Ehemann zur Seite. Oder Hermes als Ehemann.)
Große Hoffnungen setzten die Griechen in diese Göttin: Sie sollte den Kranken, die aus therapeutischen Gründen im Tempel schliefen, im Schlaf Heilung bringen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hygieia

Tatsächlich ist also Hygieia für den Schlaf zuständig. Und eigentlich gibt es an ihr nichts auszusetzen: Sie tritt auf als hübsche Gottheit – meist mit der Schlange, die wir von Asklepios kennen. Oder mit einem Füllhorn voller Früchte. Und ganz gewiss ohne Desinfektionsspray.
Aber als diese Göttin dann als „Schlafhygiene“ in den deutschen Sprachschatz kam, war schon einiges schiefgelaufen: In Stuttgart hatte am 23.05.1914 der Jungdeutschlandbund getagt. Thema: Jugendwanderungen und Jugendherbergen. Der „Rheinisch-Westfälischer zugleich Essener Stadt-Anzeiger“ berichtet einen Tag später: „Es kam zum Ausdruck, daß bei den Jungdeutschlandbestrebungen Körperhärtungen und Marschhygiene, Wohn- und Schlafhygiene mehr als bisher behandelt werden sollten.“
https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/12529349

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Heute ist ein Feiertag - und das Schönste: Sie haben die Wahl

Soeben stand meine Nachbarin vor mir, die heutige Tageszeitung in der Hand, ein Lächeln im Gesicht. Sie wollte mir zum Namenstag gratulieren. Sie ist von der Herkunft her evangelisch. Daher das triumphierende Lächeln, denn die Feier der Namenstage ist, wenn überhaupt noch, eher unter Katholiken verbreitet. Die Protestanten verehren keine Heiligen, weil alle Ehre Gott gebührt.

Nun, ich heiße zwar Mechthild und bin auch katholisch. Und heute ist der Gedennktag der Mechthild von Magdeburg. Ich weiß. Aber: Ich bin da außen vor. Mein Namenstag, und das wird auf Veranlassung meines Onkels vor der Taufe so festgelegt worden sein, ist der 26. Februar. Mechthild von Sponheim.

Trotzdem Danke, Frau Nachbarin!

Ich kannte bislang drei Heilige, deren Vorname Mechthild (gern auch mal Mechtild ohne h, ganz selten Mechtilt mit t am Ende) lautet. Das Ökumenische Heiligenlexikon ist da wesentlich weiter, lerne ich nach dem Besuch der Nachbarin: Mechthild von Sponheim, Mechthild von Hackeborn, Mechthild von Dießen, Mechthild von Hochsal, Mechthild von Magdeburg bzw von Helfta. Ich spare Ihnen die Gedenktage, kann Ihnen aber versichern: Nur wenn Sie das Ökumenische Heiligenlexikon nicht verlassen, sind die Namenstage gesichert. Im Internet und an anderen Orten gehen da so manche Mechthild-Gedenktage durcheinander.  
https://www.heiligenlexikon.de/Grundlagen/Suchergebnis.html?cx=partner-pub-0010282702751518%3A5878370249&cof=FORID%3A10&ie=UTF-8&q=mechthild

Zeit meines Lebens habe ich versucht, meinen Namenstag zu verlegen. Mechthild von Magdeburg – sie wäre mir sehr recht gewesen. Also liegt die Nachbarin ja fast richtig! Aber versuchen Sie mal, einen Namenstag zu verlegen, den weder Sie selbst, noch die anderen feiern. Das hat bis jetzt noch nicht geklappt. Mein Tag bleibt der 26. Februar. Und wird meistens vergessen.

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Der neue Obstkorb kann noch nicht im Sitzen rauchen ... Sprache und Unfug

„Die Klimaanlage ist der neue Obstkorb.“ Das zumindest steht heute in meiner Zeitung. Und es sagt einer, der es wissen muss: Jan Amos verkauft Klimaanlagen. Und er weiß, dass Büros und Industrie aufrüsten in Bezug auf Klimatechnik. Es reicht eben nicht mehr aus, seinen Mitarbeitern einen Obstkorb zu reichen. So die Info im Kölner Stadt-Anzeiger am 13.08.2025 auf der Titelseite. Auch online lässt sich der Artikel finden, von derselben Autorin in etwas anderer Form – und hinter Bezahlschranke:
https://www.ksta.de/koeln/sommerhitze-in-koeln-hat-sich-die-nachfrage-nach-klimaanlagen-mindestens-verdoppelt-1084435

„Sitzen ist das neue Rauchen.“ Ich persönlich assoziiere bei diesem Satz immer das Gesicht von Ingo Froböse. Der Sportwissenschaftler ist Professor an der Deutschen Sporthochschule in Köln und so etwas wie ein Fitness-Papst. Dementsprechend häufig ist er nicht nur in Köln zu lesen. Aber der Satz stammt gar nicht von ihm – und er hat das auch nie behauptet. Der Satz steht als Titel auf einem Buchdeckel und das Buch ist von 2016. Also: Ganz neu ist diese Erkenntnis bzw. diese These nicht. Das ist auch gut so, denn nun ist wohl doch endlich die Zeit gekommen, diese Neuigkeits-Sprüche wider den Strich zu lesen. Die taz tut das sogar. Genauer gesagt: Gisbert Amm tut das in der taz. Und zwar in wunderbaren Reimen. Und am Ende bleibt der Autor liegen. Aus Protest. Gut so. Lesen Sie unbedingt hier:
https://taz.de/Die-Wahrheit/!6057106/

Aber woher kommt dieser Anspruch, die Welt der Wahrheiten in Sentenzen und Ver-Sätzen zu erneuern?

August 2016 (das Jahr, in dem Sitzen zum neuen Rauchen wurde): „50 ist das neue 30: Das Jahr, als ich beschloss, doch nicht alt zu werden“ – dieses Buch von Lotte Kühn erscheint bei Lübbe.

Februar 2025: Autorin und Moderatorin Katja Burkard landet einen Spiegel-Bestseller mit: „60 ist das neue 60 – und warum es überhaupt nicht wehtut“.

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