NACHRICHTENPORTAL

Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Zahlen aus dem tödlichsten Juli aller Corona-Zeiten - Oder: Noch ein Verriss

Die Medien und die Pandemie sind tiefgründig und voller Geheimnisse. Und dies ist der zweite Teil meiner morgendlichen coronaren Entdeckungsreise.
(Den ersten Teil lesen Sie im vorigen Artikel).

Kein Corona-Juli war so tödlich wie der Juli 2022. Berichtet der Tagesspiegel aus Berlin und leitet diese Nachricht mit einer Überschrift ein, die so laut wie hölzern ist: „Tödlichster Juli seit Beginn der Corona-Pandemie“. Der Nachrichtentext beginnt nach dieser Überschrift, die die Bild-Zeitung ganz gewiss sprachlich ausdrucksvoller hingekriegt hätte, szenisch mit der Stimme aus dem Off.

„Im öffentlichen Raum gibt es kaum noch Corona-Regeln, viele Maßnahmen beruhen auf freiwilliger Basis. Die Politik begründet das zum einen mit der hohen Anzahl an verabreichten Impfdosen – mehr als 51 Millionen Menschen in Deutschland erhielten bisher eine Auffrischimpfung – zugleich gilt die Omikron-Variante des Coronavirus als harmlos im Vergleich zu ihren Vorgängern.“
https://www.tagesspiegel.de/wissen/2839-menschen-starben-toedlichster-juli-seit-beginn-der-corona-pandemie/28619754.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Sehen Sie ihn auch? Den Zeigefinger des Autors Daniel Krause? Groß und lang dräut er über dem Text. Als seien 51 Millionen Auffrischungsimpfungen nicht viel mehr 51 Millionen Aluhüte. Dann braucht’s innerhalb des Artikels ein bisschen Raum für Eigen- und Fremdwerbung – und dann erfahren wir, wenn wir die richtige Zeile wiederfinden, die Wahrheit und nichts als die ganze, bittere Wahrheit. In Zahlen: 136 Tote Juli 2020, 274 Tote im Juli 2021, und im Juli 2022 verzeichnen wir 2839 Tote!

Dieser Präsentierteller, ich gebe es zu, ist eindrucksvoll. Aber wir sind hier schon auf dem Gipfel der Wahrheit angekommen. Kommen noch ein paar Zahlen aus dem Divi-Register – und dann kommt der Abstieg. Auch mathematisch. Rein rechnerisch und prozentual betrachtet, umgerechnet auf die Zahl der Neuinfektionen liegt die Zahl der Toten im Juli 2022 nämlich niedriger als im Juli 2020. Dass diese Erkenntnis gegen Ende des Artikels ausgerollt wird, hat bestimmt nichts mit Dramaturgie zu tun. Im Gegenteil. Zuerst einmal müssen ja in jedweder Lehreinheit die Voraussetzungen geklärt werden. Also erst die absoluten Zahlen und die absolute Wahrheit.

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Das Ende des Sommers? Der Anfang vom Herbst? Psssst!!

Manchmal steht in einem Text mehr zwischen als in den Zeilen. Wenn alles, was ein Text sagen will, zwischen den Zeilen steht und diese zwischenzeiligen Infos auch noch auf Übereinkunft zwischen Sender und Empfänger beruhen, spricht man von Steganographie. Das können Journalisten nun schlechterdings nicht leisten, sie sind der Öffentlichkeit verpflichtet, nicht dem Geheimnis. Und wenn wir alle wissen, welche Sprache zwischen den Zeilen gesprochen wird, ist das Geheimnis ja futsch. Außerdem: Wir leben ja keineswegs in einer Welt der Geheimniskrämerei. Coronazahlen, -daten, -infos: Alles offen. Jeder hat Zugang.

Uneindeutiger wird’s mit der Kommunikation, wenn der Sender zwischen den Zeilen Infos rüberbringt – und der Empfänger nicht weiß, ob das Absicht, Zufall oder Versehen ist. Beispiel: Daniel Steiger schreibt am 02.09.2022 in der Südwestpresse:

„Die Thermometer klettern nicht mehr auf 35 Grad, immer mehr Bundesländer kehren aus den Sommerferien zurück ... langsam aber sicher kommen wir ans Ende des Sommers. Der Herbst steht vor der Tür.“

Keinerlei Neuigkeit, nur ein szenischer Einstieg, der uns Leser auf etwas vorbereiten soll. Dass der Herbst kommt, wissen wir. Dass die Temperaturen sinken, merken wir. Die Nachricht oder Nichtnachricht besteht jetzt in dem, was wir wissen, dort aber nicht steht: Die Coronazahlen sinken. Sagt uns Steiger aber nicht. Zumindest nicht hier. Irgendwo am Ende des Artikels kommt er mit den Corona-Zahlen vom RKI rüber, die die meisten Leser auch schon so ungefähr kennen:

So schnell geht man ein Bündnis ein! Da hat uns Daniel Steiger doch glatt auf seine Seite gezogen. Er weiß es, wir wissen es, es ist nur noch nicht offiziell und niemand würde es verlautbaren: Wenn die Coronazahlen jetzt sinken, könnte es doch sein, dass der uns angedrohte Corona-Herbst ausfällt oder flachfällt. Nicht einfach so. Aber vielleicht läuft er langsam aber sicher aus. So langsam und sicher, wie wir in Steigers erstem Satz ans Ende des Sommers kommen.

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Sommerliches - Nicht nur von Rudi Carrell

Die Frage, wann es mal wieder richtig Sommer wird, hat sich wohl spätestens in diesem Sommer erübrigt. Wahrscheinlich aber schon 2003 oder 2018. Und um das auch bei und für Rudi Carrell richtigzustellen, hat extra3 eine neue Fassung des alten Liedes herausgegeben. Mitsamt Diagnose. Wir alle sind schuld. Gar nicht nur die SPD. Und am schlimmsten ist unser Fleischkonsum.

Trotz oder wegen aller ideologischen Urteile: Wenn’s Ihnen zu heiß geworden ist, schauen Sie hier mal rein:


https://www.youtube.com/watch?v=i_b43dg3JqM

Wer aber lieber nostalgisch und ohne klimakatastrophalen Hintergrund von Hitzefrei und Sonnenbrand träumt, der ist vielleicht bei Rudi Carrell besser aufgehoben. 1975. Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?
https://www.youtube.com/watch?v=KzEOvyDcVas

Auch schön: Rudi Carrell, der 2003 sein Sommer-Sehnsuchtslied neu arrangiert, vorträgt. Und das in einem Jahr, als der Sommer eigentlich schon längst zurückgekehrt war. Vielleicht auch gerade deswegen.
https://www.youtube.com/watch?v=_-pYG3rlLkk

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Wer spinnt hier eigentlich? - Nosferatu und die neue Gruselmania

Ich glaube fast, ich spinne. Sie ist mittlerweile nahezu überall – vor allem in den Medien. Nosferatu. Eine nicht ganz kleine Spinne, die bislang wärmere Breitengrade bevorzugt hat. Sich jetzt aber, offenbar am Rhein entlang, hocharbeitet. Auch im tiefsten Westfalen – weit weg von Rhein und Ruhr – wurde sie schon gesichtet.

Untot ist sie nicht – und ein Unwesen wahrscheinlich auch nicht. Obwohl Überschriften gerne darauf hinweisen, dass sie eine Giftspinne ist. Wer Näheres wissen will, muss meist bis zu Ende des Artikels lesen, um dann zu Erkenntnis zu gelangen: Ein Wespenstich ist schlimmer. Zwei Tage hält der Biss von Nosferatu.

Interessanter noch als die Lebensweise der Kräuseljagdspinne, die kein Netz baut, ihre Beute mit Sprüngen fängt, sind die Schaudergesänge, die ihr allerorten zur Begrüßung gesungen werden. Echo24, ein Medium, für das man vielleicht das schöne Wort halbseiden wiederaufleben lassen könnte, formuliert in großen Buchstaben in der Zwischenzeile:

„Giftspinne breitet sich in Deutschland aus – Experten warnen“

Der Trick funktioniert: Schlagartig ist der Leser gefangengenommen. Eingesponnen sozusagen von den Worten eines klugen und berechnenden Redakteurs, der im sich unmittelbar anschließenden Fließtext konkret und sofort weiterformuliert (29.08.2022): "Experten warnen vor Panik." Na dann!
https://www.echo24.de/leben/tiere/spinne-nosferatuspinne-warnung-ausbreitung-deutschland-gebaeude-experten-gift-kraeuseljagdspinne-90941682.html

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Acht Minuten für Karl Lauterbach - extra 3

Acht Minuten Zeit für nur einen einzigen Minister. In mehreren Auftritten. Christian Ehring meint’s echt ernst. Und knöpft sich den Bundesgesundheitsminister vor. Sein Verbesserungsvorschlag: Besser Krankheiten verbieten, als mehr Personal anordnen, dort wo mehr Personal nicht vorhanden ist. Ja, so könnte es gehen. Auf jeden Fall, so die Kritik: Lauterbach coronat zu viel und handelt zu wenig. Beitrag in extra 3, 20.08.2022:

https://www.youtube.com/watch?v=BtIbDWsAV_g

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Lauter Missverständnisse - Lauterbach klärt auf

Da haben wir doch alle – oder waren es mal wieder nur die Medien – unser aller Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach völlig missverstanden. Der Plan, dass von der künftig geplanten Maskenpflicht diejenigen ausgenommen sind, die frisch genesen oder vor spätestens drei Monaten geimpft wurden, bedeutet keineswegs, dass wir uns jetzt alle drei Monate impfen lassen sollen. Gut, dass Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach das jetzt richtigstellt: Sich alle drei Monate impfen zu lassen, sei medizinisch völlig unsinnig – und die vierte Impfung für alle habe er auch nicht gefordert.

BR, 10.08.2022: https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/lauterbach-corona-impfung-alle-drei-monate-ist-unsinnig,TE4wDji

So, dann wissen wir ja jetzt Bescheid. Unter gewissen Umständen – Alter, Gesundheit, etc. – dürfen wir uns die vierte Impfung also sparen und brauchen uns auch nicht damit auseinandersetzen, ob wir auf einen angepassten Impfstoff warten wollen, sollen oder müssen. Wir müssen einfach nur die Klappe halten, pardon, den Mund wieder bedecken.

Sollten wir dann doch frisch genesen sein, umso besser. Und damit der Rest der Welt gleich weiß, dass wir keinen Mundschutz tragen müssen, bekommt das Impfzertifikat in der Corona-Warn-App ein farbliches Kennzeichen. Das ist von großem Vorteil für alle, die da kontrollieren sollen werden müssen: Es geht schneller.

Blöd nur, wer noch immer keine Corona-Warn-App hat. Aber sicher lässt sich auch jedes andere Handy-Impf-Zertifikat, zum Beispiel bei CovPass, farblich kennzeichnen. Einfacher wäre es natürlich, ein jeder trüge ein farbliches Band am Oberarm. Aber nein, das geht natürlich gar nicht. Historisch nicht und praktisch nicht. Da könnte sich ja jeder sein Bändchen selbst herstellen.

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Mariannes Furcht vor den Affenpocken - und Helgas coole Sprüche

Herrlich norddeutsch: Freshtorge steht uns über Youtube mit seinen Charakteren Helga und Marianne seit Beginn der Corona-Pandemie treu, beratend, urteilend, sorgend, schimpfend an der Seite. Als hätte er uns auf's Maul geschaut. Nun fürchtet Marianne die nächste Pandemie - und Helga plädiert zur Abkehr von der Panikmache. Das Ganze wieder ganz wunderbar;
https://www.youtube.com/watch?v=FXv9P2Pxs3U

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Muskelaufbau ohne Anstrengung - Von den Sluraffen der Gegenwart

Gebratene Tauben, die einem ins Maul fliegen: Mal ehrlich, wer will das denn heutzutage noch? Diejenigen, die dem Fleischkonsum abgesagt haben, ganz gewiss nicht, und diejenigen, denen das Schnitzel oder das Steak die Leibspeise sind, stehen dem gebratenen Geflügel, das nicht aus dem Hühnerstall kommt, wahrscheinlich eher skeptisch gegenüber. Taube gibt’s halt nicht im Supermarkt. Oder am Grill. Nur im Schlaraffenland.

Aber: Das Schlaraffenland hat an Attraktivität deutlich verloren. Das wiederum könnte durchaus am Supermarkt liegen, der, sofern das Portemonnaie ausreichend gefüllt, tatsächlich ein bedenkenloses Sich-Durch-Fressen jedem möglich macht. Nein, auch das will heutzutage keiner mehr.

Bewusst, gesund und sportlich leben, das ist vielleicht nicht immer das Ziel, aber auf jeden Fall die Vorgabe. Der eigenen Körper wird performt. Oder gestaltet. Oder gestylt. Das Wort Bodybuilding hat sich – seltsam, oder? – allerdings auch überholt. Nein, die Körperkultur hat sich einen neuen Style gewählt. Man kann dabei – nicht nur sprachlich – bis zu einer gesteigerten Performance gelangen, aber Bodybuilding war tatsächlich früher.

Also Muskeln statt Masse. Und Muskelmasse statt Tauben. Wegen der Gesundheit. Aber selbst wenn sich die Wortwahl und der Betriebsmodus menschlicher Sehnsüchte ändert: Der innere Schweinehund, der bleibt. Und darum forschen Forscher, Forscherinnen, Forschende und Forsche nicht erst seit heute daran, wie der Muskelaufbau ganz ohne Anstrengung vonstattengehen kann. Das Zauberwort heißt Elektromuskelstimulation.

So könnten wir doch das Eine mit dem Anderen vereinen. Im Schlaraffenland der Zukunft sitzen wir bequem im Sessel, der innere Schweinehund liegt uns seufzend zu Füßen, das Fernsehgerät zeigt wahlweise eine Kochsendung (schön wäre jetzt, wenn eine Sternekoch Tauben braten würde) oder die Sportschau …. Und ganz nebenbei stimuliert ein Gerät unsere Muskeln elektrisch dergestalt, dass die Performance wieder stimmt. Vielleicht stellen wir noch einen Ventilator dazu, der für Kühlung sorgt.

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Faszien faszinieren in Wellness und Wissenschaft

Die Faszien sind ein Gewebe, das von Wissenschaftlern lange übersehen wurde. So der nicht mehr neue Refrain nicht nur aus dem Fitnessgewerbe. Der Versprechungen sind viele: Krankheiten und Schmerzen, die bisher schwer zu therapieren waren, sollen nun, wenn wir die Faszien richtig behandeln, Besserung erfahren. Wobei wissenschaftlich gesehen keineswegs ganz genau klar ist, was eine Faszie ist – und wer oder was eigentlich so alles ganz genau dazugehört. Noch weniger ist klar, welche Bedeutung und wie viele Aufgaben die Faszien im Allgemeinen und im Besonderen haben. Faszinierend ist aber allemal, wie schnell und wohin sich Medienwellen ausweiten, wenn neue Worte und neue Erkenntnisse in öffentliche Diskussionsräume geraten. Also auch hier eine kleine, hoffentlich feine Linksammlung von Februar bis Mai 2022 – und ohne Scheu vor Werbung oder gar vor ungewollter Komik. Wobei die ungewollte Komik am ehesten mit der Werbung einhergeht. Aber das wird Ihnen keinesfalls entgehen …

Texte aus dem Bereich Wissenschaft:

Im Spektrum arbeitet sich Caroline Williams am 31.05.2022 gründlich durch die wissenschaftliche Seite des Themas:
https://www.spektrum.de/news/bindegewebe-faszien-das-uebersehene-gewebe/2025739

Der Rundum-Überblick bei Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Faszie

Das Gesundheitszentrum Liebscher-Bracht klärt über Funktion, Aufbau und Arbeitsweise der Faszien auf:
https://www.liebscher-bracht.com/therapie/grundlagen/faszien/#

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Nachpandemische Fragezeichen in einer Zeit, die sich als noch-pandemisch begreift

Die längst veraltete, bespottet und bespöttelte Frage, die zur Paraphrase und zur Karikatur einer Innerlichkeitsbewegung lange vor der Corona-Pandemie gehört, lautet: Was macht das mit dir? Kabarett und Co. haben dieser Frage vielleicht das Wasser abgegraben oder sie vom Ernst der Lage befreit.

Ernst aber ist die Lage schon wieder oder immer noch – und wir gehen jetzt in den Pluralmodus über. Was macht das mit uns? So lautete zwei Jahre lang die Frage, wenn es darum ging, die gesellschaftlichen Änderungen und ihre Folgen, hervorgerufen von der Pandemie, in den Blick zu nehmen: Kein Handschlag, kein Händedruck, keine Umarmung. Das Lächeln nicht mehr sehen, den Nachbarn lieber fürchten als ihm begegnen. Das Treppengeländer nicht berühren. Und so weiter. Der Fragen waren viele.

Vieles ist geklärt, und wenn nicht, aber zumindest beantwortet.

Und jetzt drehen wir den Spieß ganz langsam wieder um: Was macht das mit uns, wenn wir uns nun wieder die Hände reichen zur Begrüßung? So lautet eine der neuen, aktuellen gesamtgesellschaftlichen Fragen. Hier eine kleine Sammlung von Antworten, nach denen Sie vielleicht noch gar nicht gesucht haben:

Die Frage nach der Wiedereinführung und der Auswirkung des begrüßenden Händeschüttelns beantwortet „Forschung und Lehre“ am 21.05.2022. Auch mit Tipps für alle die, die ihre Hand lieber auch weiterhin bei sich behalten wollen. Und mit einem schönen Foto gestischen Begrüßungsmissverständnisses.
https://www.forschung-und-lehre.de/zeitfragen/warum-wir-doch-wieder-haende-schuetteln-4729

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Überschriftliches oder über Schriftliches - Teil 2 der heutigen Nölerei ...

Gut, mit den Überschriften ist das so eine Sache. Sie zielen meist genau auf die Mitte des Themas und gehen dann trotzdem schon mal ab durch die Mitte, mittenmang dran vorbei, übers Ziel hinaus oder auch völlig daneben. Die FAZ traf hier ja beherzt fast das Gegenteil:
Kleine Klügelei - oder die FAZ und der versteckte Infinitiv

Der Gefahren im Umgang mit der deutschen Sprache – und mit Sprache überhaupt – sind natürlich viele. Beim Ärzteblatt läuft nicht nur sprachlich die Einsamkeit aus dem Ruder. Sie hat nämlich zugenommen. Aber nur moderat. Sie brauchen sich also nicht die Einsamkeit inmitten eines Speckgürtels vorzustellen. Wobei: Dieses Bild hängt nun wirklich schief. Und so hatte es das Ärzteblatt auch gar nicht gemeint, als es am 19.05.2022 titelte:

„Einsamkeit hat während der Pandemie moderat zugenommen“
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/134338/Einsamkeit-hat-waehrend-der-Pandemie-moderat-zugenommen

Also das schiefe Bild zur Seite, die Einsamkeit hat keine Ess-Störung. Und auch keinen Zählzwang. Den haben aber möglicherweise die Statistiker. Wie denn soll man - bitteschön - die Einsamkeit zählen oder gar messen? Welche Einheit? Stunden? Anzahl von Personenkontakten? Gefühlte und abgefragte Werte auf einer Skala von 1 bis 10?

Ich habe den Artikel durchsucht und erforscht. Nach bestem Wissen und Gewissen. Und kann Ihnen sagen: Die Einsamkeit hat in der Pandemie um 5 Prozent zugenommen. Im Durchschnitt. Das ist dann wohl das, was die Überschrift moderat nennt. So das Ergebnis einer Metaanalyse von 34 Studien aus 4 Kontinenten. Aber: keine Infos darüber, wer die Skala mit welchen Messwerten erstellt und angelegt hat.

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Kleine Klügelei - oder die FAZ und der versteckte Infinitiv

Kleine Sprach- und Überschriftenbelehrerei für Spötter, für Besserwisser und für alle anderen auch. Vor allem für FAZ-Leser und FAZ-Gegner: Die FAZ titelte nämlich am 18.05.2022:

„Bundesregierung will vierte Impfung für alle“

Hoppla. Wie sind wir denn so schnell dahin gekommen? Die Verpflichtung zur Impfung gilt doch bislang nur für Menschen, die in Gesundheitsberufen tätig sind. Welche Nachrichten habe ich denn da verpasst? Keine.

Es passte nämlich nur der Infinitiv nicht mehr in die Überschrift, oder er passte dem zuständigen Redakteur nicht in den Kram. Was auch immer. Auf jeden Fall: Er fehlt in der Überschrift. Unbedingt.

Denn im ersten Satz – nach dem Lead – werden wir im Artikel sofort vollständig über den Willen der Bundesregierung aufgeklärt:
„Die Bundesregierung will allen Bürgern bis zum Herbst eine vierte Corona-Impfung ermöglichen …“, heißt es da.

Welcher kluge Kopf hatte denn da wohl die Überschrift gemacht?
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/vierte-corona-impfung-soll-bis-zum-herbst-fuer-alle-moeglich-sein-18041006.html

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Die zehn Besten - Medizingeschichte im ZDF

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer die bedeutendsten zehn Ärzte in der Medizingeschichte waren? Bestimmt nicht. Aber das Zehner-Format ist am Fernsehen zurzeit auf mehreren Kanälen und in den verschiedensten Lebenssituationen serienbilden. Ist ja auch ungemein praktisch. Und so hat das ZDF bereits im März die zehn bedeutendsten Ärzte der Weltgeschichte auf Liste gesetzt. Mit Witz und dramaturgisch vielfältiger musikalischer Untermalung. Klar, Hildegard von Bingen ist dabei, Hippokrates auch, Sigmund Freud. Die würden Sie ja auch zu Recht erwarten. Aber der Blick geht auch nach Arabien. Und kennen Sie den Arzt, der ganz ohne Schulabschluss als Arzt und Hochstapler erfolgreich war?

43:29 Minuten, verfügbar bis 19.03.2024 – und ein kurzer Text, der einen Überblick geben soll:
https://www.zdf.de/dokumentation/die-glorreichen-10/die-erfolgreichsten-mediziner-der-geschichte-100.html

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Akademiker und Mundwerker: Lüder Wohlenberg ist Kabarettist und Arzt

Lüder Wohlenberg ist Arzt, Patient und Kabarettist. Als Kabarettist finden Sie ihn auch auf Youtube. Praktischer ist ein Besuch seiner Website. Dort hat er gleich mehrere Videos eingestellt. Als Patient – das erfahren sie aus seinem Kabarett – ist seine häufigste Krankheit „Verdacht auf“. Aber auch das Schnarchen gehört zu seinen Krankheiten – und als Patient legt er Ihnen dar, dass das Schnarchen die einzige Krankheit ist, an der die anderen leiden. Eine Frauenkrankheit also. Die Argumentationskette finden Sie im Video „Spontanheilung“: https://youtu.be/cSowkbccaYs

Hier geht’s lang, wenn Sie neugierig geworden sind. Sie landen gleich bei den Videos:
http://www.luederwohlenberg.de/kabarett-live-video.html

Ein eigenartiges, aber amüsanten Kabarett-Videoformat präsentiert Wohlenberg in der Medical Tribune. „Wohlenbergs Heile Welt“ finden Sie hier:
https://www.medical-tribune.de/meinung-und-dialog/wohlenbergs-heile-welt

 

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Corona, ein wenig aus dem Tick-Takt geraten

Beim WDR tickt’s nicht mehr richtig. Nein, der Satz ist natürlich falsch. Es tickert beim WDR nicht mehr. Und zwar weder falsch noch richtig – einfach nur nicht mehr. Der Ticker ist sozusagen aus dem Takt. Und damit gibt der WDR vielleicht den Auftakt zu ganz neuen Nachrichtenperspektiven.

Weniger kryptisch: Der WDR hat gestern, 11.05.2022, um 20.44 Uhr seinen Corona-Ticker ausgestellt. Wegen der Nachrichtenlage. Es gibt nämlich nicht mehr genügend Corona-Nachrichten um herumzutickern. Das könnte ein Zeichen der Hoffnung sein für uns alle. Wir könnten jetzt vor Freude in die eine Hand die OP-Maske, in die andere die FFP-2-Maske und dem Corona-Ticker hinterherwinken.  Zum Abschied. Könnten. Denn: Noch tickern die  Medien am laufenden Band. Der NDR, die hessenschau, der Focus usw. usf. Alle tickern weiter im Coronatakt.

Und auch der WDR ist mit seinem Aus noch eher sehr vorsichtig. Erst einmal pausiert der Ticker nämlich nur. Darunter gibt’s den Knopf zum Aktualisieren. Doch: Pause bleibt Pause. Das wird nicht aktueller. Und noch mal drunter finden Sie die aktuellen Daten zur Corona-Lage. Darunter die Begründung, warum der Ticker nicht mehr getaktet wird. Und für alle, die ohne den Corona-Ticker aus dem täglichen Nachrichten-Tick-Tack geraten, gibt’s noch den Corona-Ticker vom Vortag, 11.05.2022. Und wer jetzt noch nicht beruhigt ist, dem sei versichert: Der WDR verspricht, dass es wieder weitertickert, sobald die coronare Nachrichtenlage das hergibt.

https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/ticker-corona-virus-nrw-100.html?time=1652373544902

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Die Kanadier wandern auf Rezept

Natur als Heilmittel auf Rezept. Das gibt’s jetzt in Kanada. Was sich liest, als sei es eine Karikatur unseres Zeitgeistes, ist vielmehr ein pragmatischer Ansatz: Ärzte in Kanada empfehlen per Rezept ihren Patienten (auch) das Wandern oder andere Aufenthalte in der Natur. Ziel: 2 Stunden pro Woche – und mindestens 20 Minuten am Stück. Wer ein solches Rezept in den Händen hält, hat freien Eintritt in die Nationalparks. Artikel in der Süddeutschen Zeitung, 06.05.2022:
https://www.sueddeutsche.de/leben/natur-heilsam-medizin-medikament-nationalparks-kanada-1.5578987

Die Erkenntnis, dass die Natur heilt und das Wandern gesund ist, ist dabei keineswegs neu. Und sie wird auch gerne immer wieder aufgefrischt von Esoterikkreisen, Naturforen, Naturparks und Touristenregionen. Die Erkenntnisinteressen sind da durchaus vielfältig. Deswegen gibt’s an dieser Stelle auch lieber keine Linkliste. Wohl aber einen einzelnen Link. Die Website Wanderforschung.de bietet vielfältige Infos unter verschiedenen Aspekten. In vielem nicht ganz aktuell. Aber wie gesagt: Die Erkenntnis, das Wandern gesund ist, ist das jau auch nicht. Anregungen und Infos auf der Website wunderbar geordnet:
www.wanderforschung.de

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Der Uhu und der Zahnarzt - eine ungewöhnliche Hilfsaktion im westfälischen Dorsten

Manchmal muss man beherzt handeln können. Und beherzt fragen. Gefragt hat der Besitzer eines Uhus einen befreundeten Zahnarzt. Denn der Uhu hatte sich die Schnabelspitze abgebrochen. Und der Zahnarzt aus Dorsten hat ihn beherzt behandelt. Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, bei der Bild-Zeitung gibt’s ein langes Video, bei Sat.1 ein kurzes:

Bild, 20.04.2022, Video 2:17 min (plus Werbung natürlich):
Schnabelspitze abgebrochen: Uhu „Juri“ muss nach Dorsten zum Zahnarzt | Regional | BILD.de

Sat.1, 19.04.2022, Video 1:19 min – und ohne Werbung:
https://www.sat1nrw.de/aktuell/uhu-beim-zahnarzt-223128/

Aber selbstverständlich hat die Geschichte vom Uhu beim Zahnarzt viel weitere Kreise gezogen:

Rein nachrichtlich die ZEIT mit dem dpa-Bericht am 19.04.2022:
https://www.zeit.de/news/2022-04/19/schnabelspitze-abgebrochen-zahnarzt-behandelt-uhu

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Medizin studieren - wie geht das? Ein Video mit Maus

Das Video ist nicht neu, aber wahrscheinlich immer noch aktuell. Es tritt auf, als sei es die Sendung mit der Maus. Wenn Sie keine Kinder mehr im Maus-Alter haben und auch sonst die Maus aus keinen anderen Gründen seriell auf dem Schirm haben: Ohne Vorwarnung wären Sie vielleicht tatsächlich drauf reingefallen. Gut gemeint und gut gemacht.

Hier haben sich vor zehn Jahren angehende Mediziner ausgelebt und vorgestellt. Und sie erklären nicht nur den Kindern, wie Medizin studieren geht. Zwischen Klischee und Wirklichkeit liegt wohl auch heute noch irgendwo der Alltag.

Also, viel Vergnügen mit den Medizinstudenten, die sich die Maus mal kurz für ihre Zwecke geliehen haben:

https://www.youtube.com/watch?v=0IfNcSBD_cI

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Von der Freiheit in der Warteschleife

Etwas unspektakulär, die neue Freiheit, die keine ist. Freedom Day – das hatte doch nach großer weiter Welt geklungen. Nach Hoffnung. Nach: Wenn die bunten Fahnen wehen, weht der Wind wohl übers Meer. Woll’n wir ferne Länder sehen, fällt der Abschied uns nicht schwer. Nun, das ist nur meine Assoziation zum Thema Freiheit. Aber: Wir haben ihn ja nicht. Kein Freedom Day, sondern ein Übergang mit Bauchschmerzen in eine Freiheit, die sich keiner traut und keiner wünscht. Zumindest nicht ausgerechnet jetzt. Vor allem aber: Eine Freiheit, die sich bei den meisten im Alltag kaum widerspiegeln wird. Denn im Supermarkt bleibt die Maske auf. Und letztendlich: Zwischen all den Übergängen, Neuregelungen, möglichen Änderungen in möglichen Hotspots, nach all den Durchbrüchen und coronaren Wiederholungen und Doppelschleifen: Es lohnt nicht, sich grundsätzlich zu informieren, was man alles wieder darf. Denn wenn man wieder etwas dürfen möchte, kann sich ja schon alles wieder geändert haben. Und im notwendigen Einzelfall, nämlich Hochzeit, Geburtstag, Massentreffen, Konzertpläne, kann man dann ja immer noch nachschlagen. So zumindest mein eigener Pragmatismus. Sollte ich also ein Event planen wollen, ich finde die Regeln für NRW bestimmt. Ganz schnell. Und bis dahin: abwarten und Tee trinken. Von der großen Freiheit höre und sehe ich nichts. Keine bunte Fahnen. Stattdessen: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin ...

So – so weit wollte ich sprachlich gar nicht ’rausschwimmen. Eigentlich wollte ich Sie nur zur Süddeutschen Zeitung lenken, in der Stephan Handel über die „Verschobene Freiheit“ spöttelt. Mit der Erkenntnis am Ende: Hände waschen? Können wir vielleicht auch bleiben lassen. 21.03.2022:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-corona-freedom-day-glosse-1.5551877

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Panda-mie - diesmal in Ebern

Noch eine „Panda-mie“. Diesmal in Ebern, im Landkreis Haßberge. Der Spiegel berichtet von der Fenster-Aktion, die stille Nachahmer findet – und hat als Beleg acht Fotos eingestellt (25.01.2021):
https://www.spiegel.de/panorama/panda-mie-facebook-hype-im-fraenkischen-ebern-a-c186246b-3ce9-48d7-a087-09815b13dc6d

auch bei RTL, 26.01.2021:
https://www.rtl.de/cms/panda-mie-statt-pandemie-warum-sich-in-ebern-die-schwarz-weissen-baeren-vermehren-4691971.html

Der BR würdigte die Pandamie mit einem 41-Sekunden-Beitrag am 21.01.2021:
https://www.br.de/nachrichten/bayern/pandamie-in-ebern-mit-pandabaeren-gegen-corona,SMkvRlf

Anfang Dezember waren in Frankfurt die Pandas los, Bericht hier:
Pandamie in Frankfurt

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Robert-Koch-Institut

Dies ist der RSS Feed des Robert Koch-Instituts zum Epidemiologisches Bulletin.

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