Das Otterndorfer Krankenhaus Land Hadeln hat Insolvenz angemeldet, meldet der NDR. Betrieb und Gehälter seien zunächst gesichert. Bericht am 24.03.2021 hier:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Otterndorfer-Krankenhaus-meldet-Insolvenz-an,aktuelloldenburg6944.html
Nachrichten aus dem Gesundheitswesen
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Umfragen, Ausbildung und Studium, Hausbesuche, Fallpauschale, Notfallpraxen, Studien, Pflegenotstand, Psychotherapie, Ärztemangel, Weiterbildung, Krankenhäuser, Krankenkassen, Impfungen, GBA, IGeL, ApothekenDie von der Ministerpräsidenten-Merkel-Runde vorgeschriebene Osterruhetage waren der Gipfel. So die einhelligen Reaktionen aller. Wie sollen denn auch vorösterliche Begegnungen im Supermarkt sich reduzieren lassen, wenn die Einkaufszeiten verkürzt werden?
Nun hat die Ministepräsidenten-Merkel-Runde sich heute morgen kurz geschaltet und heute Mittag verkündet: Der Plan war nur im Prinzip gut, schlecht waren die Durchführungsmöglichkeiten. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt den Fehler vollständig auf ihre Kappe. Bericht beim WDR, 24.03.2021:
https://www1.wdr.de/nachrichten/gruendonnerstag-ostersamstag-ruhetage-arbeiten-einkaufen-100.html
Sehen können Sie das Bekenntnis der Kanzlerin beim NDR:
https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Merkel-kippt-Osterruhe-Schwesig-respektiert-Entschluss,coronavirus4700.html
Damit sind Gründonnerstag und Karsamstag als Osterruhetage vom Tisch, vor allem, weil sowohl rechtliche Situationen als auch die Durchführung kaum geklärt waren. Bericht auch in der Tagesschau:
https://www.tagesschau.de/inland/ruhetage-ostern-101.html
ntv zieht zwar den Hut vor einer sich entschuldigenden Kanzlerin, titelt aber trotzdem: "Eine Korrektur ist kein Plan". Kommentar vom 24.03.2021 hier:
https://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Merkel-zeigt-Groesse-aber-das-reicht-nicht-article22448591.html
Hätten Sie’s gewusst? Seit Mitte Februar liegen die Sterbefallzahlen wieder unter dem Durchschnitt der Vorjahre. Die Nachricht vom 16.03.2021 findet sich auf destatis.de – in statistischer Aufbereitung:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Corona/Gesellschaft/bevoelkerung-sterbefaelle.html
Der NDR nimmt die Nachricht heute, 22.03.2021 im Ticker auf (Eintrag 11:51 Uhr):
https://www.ndr.de/nachrichten/info/Corona-News-Ticker-Verwandtenbesuche-ueber-Ostern-moeglich,coronaliveticker914.html
Im Deutschlandfunk, der das rechnerische und tatsächliche Problem der Übersterblichkeit von allen Seiten gründlich betrachtet, führt das zu dem bemerkenswerten Schluss, dass im Februar 2021 uns das Coronavirus vor der üblichen Grippewellen-Übersterblichkeit geschützt hat. Die Sterberate in diesem Februar liegt drei Prozent unter dem Durschnitt der vier vorherigen Jahre. Hier der Sachverhalt im Zitat:
„Auf ganz Deutschland gerechnet sind im Februar 2021 aber drei Prozent weniger Menschen als im Schnitt des gleichen Monats in den vier Vorjahren gestorben. Den Grund dafür sieht das Statistische Bundesamt in einer äußerst milden Grippewelle, die wiederum Ergebnis von Corona-Maßnahmen und Abstandsregeln sein dürfte.“
In Lübeck steht ein Testzentrum in der Altstadt unter Verdacht, PCR-Tests nicht ordnungsgemäß durchgeführt zu haben. Auch Titelmissbrauch und schwerer Betrug stehen auf der Verdachtsliste. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, rbb berichtet am 21.03.2021:
https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2021/03/durchsuchungen-betrugsverdacht-pcr-test-berlin-luebeck.html
Ausführlicher, mit 1-minütigem Filmbeitrag plus Text, beim NDR am 20.03.2021:
In Lübeck steht ein Labor unter Verdacht, PCR-Tests nicht ordnungsgemäß durchgeführt zu haben. Auch Titelmissbrauch und schwerer Betrug stehen auf der Verdachtsliste. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, rbb berichtet am 21.03.2021:
https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2021/03/durchsuchungen-betrugsverdacht-pcr-test-berlin-luebeck.html
Wie unterscheidet man gute von schlechten Gesundheits-Apps und wie erkennt man Schaden und Nutzen. Die Frauenärzte im Netz haben das Thema anlässlich eines Fortbildungskongresses aufgenommen. Nützliche Infos hier (12.03.2021):
https://www.frauenaerzte-im-netz.de/aktuelles/meldung/woran-man-eine-gute-medizin-app-erkennt/
Waren sich die Wissenschaftler zwischendurch einig, dass Kinder nicht maßgeblich am Corona-Geschehen beteiligt sind, scheint sich das jetzt geändert zu haben. Offenbar erkranken sie jetzt nicht nur häufiger, es häufen sich auch die Fälle, in denen Kinder nach überstandener Covid-Erkrankung so schwere Symptome erleiden, dass die in der Intensivstation landen. Die Entzündungsreaktionen finden in verschiedenen Organen statt. Mediziner und Wissenschaftler sprechen vom PIM-Syndrom oder kurz von Pims.
Der WDR berichtet am 21.03.2021 ausführlich über die sich ändernden Daten bei den Inzidenzzahlen der Kinder, über das forcierte Bemühen nach einem für Kinder passenden Impfstoff und über das Syndrom:
https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/corona-impfstoff-kinder-pims-syndrom-100.html
Auch der Deutschlandfunk berichtet am 21.03.2021:
https://www.deutschlandfunk.de/coronavirus-spaetfolgen-neuartiges-syndrom-befaellt-kinder.1939.de.html?drn:news_id=1240181
Das ZDF berichtet hier, 21.03.2021:
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-infektionen-kinder-pims-100.html
Der NDR veröffentlichte am 16.03.2021 einen Beitrag im Magazin „Visite“ (5 Minuten). Video und Nachrichtentext hier. Hier ist von insgesamt 400 Kindern in Deutschland die Rede, die an Pim-Symptomen erkrankten:
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Coronavirus-Experten-fuerchten-Zunahme-der-Erkrankungen-bei-Kindern-,corona7142.html
Der Arbeitgeber von Jens Spahns Ehemann verkaufte Masken ans Gesundheitsministerium. Diese dpa-Nachricht geht am 21.03.2021 wie ein Blitz durch alle Medien, die sich jeweils auch mehrerer Nachrichtenquellen bedienen. Zuerst hatte der Spiegel berichtet. Der Arbeitgeber heißt Burda, die Zahl der Masken liege bei einer halben Million. Burda bestätigt, sagt aber, Spahns Ehemann sei nicht in den Handel einbezogen gewesen.
Für den Bericht im Spiegel brauchen Sie ein Abo. Zur Probe können Sie mit 0 Euro hier beginnen:
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/corona-schutzausruestung-unternehmen-von-jens-spahns-ehemann-verkaufte-masken-an-gesundheitsministerium-a-3f23f507-8818-4d88-829f-e938139aa3c8
Bericht in der „Welt“, 21.03.2021:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article228841271/Arbeitgeber-von-Spahns-Ehemann-verkaufte-Masken-an-Gesundheitsministerium.html
In der FR 21.03.2021:
https://www.fr.de/politik/jens-spahn-ehemann-daniel-funke-masken-gesundheitsministerium-burda-nuesslein-loebel-sauter-cdu-csu-90255762.html
Die ZEIT, 21.03.2021:
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-03/jens-spahn-gesundheitsministerium-ffp2-schutzmasken-ehemann-burda-gmbh?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F#
Wochenend mit Sonnenschein. Der Garten ruft weiterhin und ich habe eine passende Antwort für Sie gefunden. Kennen Sie Kalmia latifolia? Wahrscheinlich nur, wenn Sie mehr als ein bisschen gärtnern. Als Berglorbeer hingegen könnte er Ihnen zwar nicht über den Weg gelaufen, aber vielleicht doch ins Auge gestochen sein. Und wenn Sie arglos waren, hielten Sie ihn für einen ganz besonderen Rhododendron. Was botanisch nicht ganz falsch, ist, die beiden sind verwandt.
Nun gibt’s ne Neuheit unter den Kalmien. Wunderbare weiße Blüten mit dunkelroten Punkten. Manchmal zu großen Bällen angeordnet. Ich weiß leider nicht, wie neu diese Neuheit ist, und auch nicht, wer sich den Namen ausgedacht hat: Kalmia Corona.
Da ich die Bildrechte der Baumschulen durchaus zu wahren geneigt bin, schlage ich vor, Sie schauen einmal auf dieses Bild:
https://rabben-baumschulen.de/11068/upload/normalGallery/Kalmia_lat_Corona-234-40.jpg
Sehen Sie, jetzt wissen Sie wenigstens, was der Namensgeber sich vielleicht bei der Taufe gedacht haben könnte, sofern die Pflanze dafür tatsächlich neu genug ist. Aber ist sie nicht wunderbar?
Und jetzt kommen wir zu dem, was uns in der Medizin Arzt oder Apotheker sagen sollten. Kalmia Latifolia ist giftig. In allen Pflanzenteilen. Sollten Sie sie zu verzehren versuchen, merken Sie’s nach sechs Stunden. Die Symptome – nach Wikipedia:
„... unregelmäßige Atmung, Appetitlosigkeit, Schluckbeschwerden, vermehrter Speichelfluss, Tränenfluss, Herzbeschwerden, Koordinationsschwierigkeiten, Depression, Übergeben, Durchfall, Schwäche und Krämpfe bis hin zur Lähmung und selten Koma und Tod. Obduktionen von Tieren, die an spoonwood poisoning verendeten, zeigen innere Blutungen.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Kalmia_latifolia#Giftigkeit
Die Berichte über die Spahnsche Villa im Berliner Nobelviertel, finanziert mit Unterstützung der Sparkasse Westmünsterland, hören seit Sommer 2020 nicht auf. Auch wenn der Gesundheitsminister beim Verwaltungsgericht bewirkt hat, dass die Kaufsumme nicht genannt werden darf. Doch steter Tropfen höhlt den Stein und nicht nur der Tagesspiegel triumphiert seit gestern. Spahns Rechtsanwälte haben Rechteverzicht erklärt. Will sagen: Wir dürfen’s jetzt sagen. Es sind 4,125 Millionen Euro. Einen Namen hat das Kind auch schon vom Volk bekommen: Neu-Spahnstein. Eine kleine Linksammlung:
- Tagesspiegel, 18.03.2021:
https://www.tagesspiegel.de/politik/minister-macht-rueckzieher-4-125-millionen-euro-kaufpreis-fuer-spahns-villa-darf-jetzt-genannt-werden/27018188.html - Spiegel, 18.03.2021:
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/jens-spahn-villa-in-berlin-dahlem-kostete-4-125-millionen-euro-a-d8a665b4-4746-4ce8-898b-a1eb6713b0dd - Focus online, 18.03.2021:
https://www.focus.de/politik/deutschland/gerichtliche-entscheidung-ueber-4-millionen-euro-teuer-kaufpreis-von-spahns-millionen-villa-kein-tabu-mehr_id_13098803.html - Neue Westfälische, 19.03.2021:
https://www.nw.de/nachrichten/politik/22976377_Streit-um-Spahn-Villa-Millionen-Kaufsumme-darf-genannt-werden.html - Der Merkur berichtet zwar (noch) nicht über die jüngste Entwicklung, dafür kann man am 15.03.2021 dort nachlesen, wie sich der Streit Spahns mit dem Grundbuchamt, das die Zahl hat verlautbaren lassen, sich anging:
https://www.merkur.de/politik/jens-spahn-berlin-cdu-grundbuchamt-datenschutz-villa-journalisten-90240875.html
Soweit die Berichterstattung. Es geht auch deutlich unseriöser zu und der Bundesgesundheitsminister wird in den sozialen Medien deutlich abgewatscht. Das überschreitet die Beleidigung- und Schamgrenze durchaus. Wer suchen will, der findet auch.
Besser, man wendet sich der Satire zu. Das machten am 16.09.2020 die Spät-Nachrichten. Sie beginnen ihre Glosse mit einem verbalen Ausflug von Berlin-Dahlem aus zu Putins Datscha in Größe vonn 300 qm. Mit Tresorraum. Um dann geht der Spott zurück zum Spahn. Lohnt sich zu lesen. Auch wegen der Vermutung, dass Satire in Deutschland alles dürfe, wenn der Satiriker tot oder beim ZDF beschäftigt sei. Hoffen wir mal, dass die Stephan Paetow von den Spät-Nachrichten doch noch lebt und zumindest in diesem Punkt unrecht hat:
https://www.spaet-nachrichten.de/2020/09/geheimnisvolles-neu-spahnstein-und-die-pressefreiheit/
Bei Reitschuster beginnt die Satire am 22.12.2020 damit, dass sie an ein Wort erinnert, dass Spahn 2018 gesagt haben soll: Hartz IV bedeute keine Armut. Weiter geht’s mit dem neuen Dach über Spahns Kopf. Der Artikel widmet sich dann schwierigen oder schmierigen Geschäften, der Debatte über Freundschaftsdienste oder Vetternwirtschaft.
https://reitschuster.de/post/heikle-geschaefte-neues-von-neuspahnstein/
Samira Langer-Lorenzani handelt nicht nur Neu-Spahnstein, sondern auch den Minister-Auftritt bei Maischberger in Tichys Einblick ab. Artikel vom 14.01.2021:
https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/bei-maischberger-nichts-neues-in-neuspahnstein/
Im Erzgebirge protestieren die Bürgermeister. Sie wenden sich an den Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und richten sich dabei gegen die Corona-Auflagen bzw. gegen die Ausrichtung an den Inzidenzwerten. Denn – so die Begründung – es gibt im Erzgebirge Dörfer, in denen eine erkrankte Person binnen 7 Tagen den Inzidenzwert über die 100er-Grenze wuppen kann. Bericht im Tagesspiegel, (kein Datum, da laufend aktualisiert):
https://www.tagesspiegel.de/politik/verlieren-rueckhalt-der-buerger-aufstand-der-erzgebirge-buergermeister-gegen-reine-inzidenz-politik/27012868.html
Die Antwort des Ministerpräsidenten fällt vermittelnd bis bittend aus und findet sich am 17.03.2021 beim MDR:
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/chemnitz/erzgebirge-buergermeister-kritik-corona-massnahmen-100.html
In Brandenburg kapituliert ebenfalls ein Bürgermeister. Und zwar vor der Verwaltung. Man müsse, so seine entschiedene Meinung, auch die Zeit haben, die Corona-Verordnungen und ihre Änderungen jeweils zu lesen und umzusetzen. Bürgermeister Bodo Oehme hisste am Rathaus in Schönwalde-Glien – durchaus auch medienwirksam – die weiße Flagge. Bericht am 15.03.2021 in der Berliner Zeitung:
https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/zu-viele-corona-regelungen-buergermeister-oehme-hisst-weisse-fahne-li.146013
Bildlich trifft’s übrigens die Bild am besten (12.03.2021):
https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-regional-politik-und-wirtschaft/brandenburg-buergermeister-kapituliert-vor-corona-regel-schwemme-75717046.bild.html
Auch in der sächsischen Kleinstadt Augustusburg moniert der Bürgermeister die Ausrichtung auf den Inzidenzwert. In seiner Stadt hat das dazu geführt, dass ein Modellprojekt zur (Teil-)Öffnung von Gastronomie und Tourismus nun gestoppt sei. Er fordert flexible Lösungen. Bericht im Deutschlandfunk am 17.03.2021 (mit „felxibler“ Rechtschreibung)
https://www.deutschlandfunk.de/augustusburg-saechsischer-buergermeister-fordert-felxible.1939.de.html?drn:news_id=1238666
In Niedersachsen hatten sich im Februar schon 17 Oberbürgermeister zusammengesetzt, um politische Forderungen nach mehr Testen und mehr Impfungen und mehr Öffnungen zu stellen. Der NDR berichtete am 27.02.2021:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/17-Oberbuergermeister-fordern-neue-Corona-Strategie,corona6896.html
In Papenburg hingegen appelliert Bürgermeister Jan Peter Bechtluft in deutlichen Worten an die Bürger, Masken nicht auf halbmast zu hissen. Rechnet man Papenburgs Inzidenzwert aus dem Emsland heraus, liegt die Stadt zurzeit bei einem Wert über 300. Der NDR brachte zuerst das Video und einen Tag später die Reaktion Bechtlufts, der seinerseits mit den Reaktionen auf das Video sehr zufrieden ist. Hinter diesem Link vom 17.03.2021 sehen Sie das betreffende Video und den anschließenden Text:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Videostatement-Buergermeister-ist-mit-Reaktionen-zufrieden,papenburg1066.html
Der Inzidenzwert ist die Zahl, die wir uns gleich morgens aufs Frühstückbrötchen schmieren. Entweder wird sie uns von der Tageszeitung serviert oder wir holen sie uns absichtlich – und um einen ganzen Tag aktueller – aus dem Handy. Erst mit dieser Koordinate verlassen wir das Haus – oder wir bleiben zuhause. Stay at home, sagt man jetzt gern.
Seit Wochen stay ich nun at home im Office – und denke, zugegeben, erst seit wenigen Tagen intensiv darüber nach, wo ich die passende Bezugsgröße zur Inzidenzzahl finde. Kann es denn nicht etwa sein, dass die Inzidenzzahl nur oder auch deswegen steigt, weil wir mehr testen? Und überhaupt: Wie viel und wie oft wird denn wer oder was getestet? Fragen über Fragen. Und ich war nur manchmal gut in Mathe.
Auch eine befreundete Wissenschaftlerin überbrückt ihre manchmal wackelnden Mathekenntnisse im Alltag dann und wann gern mit klugen Worten. Dieses Mal versuchte sie mich zu trösten mit der gestiegenen Positivrate. Tatsächlich hat sie auch recht: Die Zahl der positiven Tests innerhalb der Menge der ausgeführten PCR-Tests steigt. Diese Zahl lässt sich auch ausrechnen und benennen. Spricht also Vieles dafür, dass der Inzidenzwert steigt, weil die Zahl der postiv getesteten Menschen zunimmt.
Diese Erkenntnis hilft mir aber auf der Suche nach der Bezugsgröße zum Inzidenzwert immer noch nicht weiter. Mathe früh links liegen haben lassend, glaube ich dennoch daran, dass mir der Inzidenzwert nichts oder nur bedingt etwas sagt, wenn ich nicht weiß, auf welchen Anteil getesteter Menschen an der Gesamtbevölkerung er sich jeweils bezieht. Ich muss doch wissen, wer von den 100.000 Menschen in sieben Tagen überhaupt getestet wurde.
Da ich nicht die hellste Leuchte bin, ist zu vermuten, dass sich andere Menschen längst dieselbe Frage gestellt haben. Beim Googlen bin ich nun deutlich besser als beim Rechnen. Ergebnis: Die Frage wurde tatsächlich auch schon gestellt. Zum Beispiel über das Portal „Frag den Staat“ an den Staat. Das Portal ist eine ehrenamtliche Initiative, die pauschal gesagt, den Fragenverkehr lenkt und leitet. Und der Dialog mit dem Staat über die Bezugsgröße Zahl der PCR-Tests zu Inzidenzzahl ist nahezu grandios. Wer keine Zeit hat, lasse diesen Link aber besser links liegen. Sie erfahren nichts – außer einer neuen Lektion der Technik, wie man Fragen links liegen lässt. Hier der Link:
https://fragdenstaat.de/anfrage/errechnung-inzidenzwert-bezug-zu-anzahl-der-testungen/
Aber auch Journalisten können dann und wann doch rechnen – und am 11.03.2021 hat sich die Tagesschau unter der Rubrik „investigativ“ dieser nicht nur meiner Frage gewidmet. Das Ergebnis vorweg: Seit 2020 ist die Notwendigkeit der Erhebung dieser Zahl aus dem Infektionsschutzgesetz gestrichen.
Im Zitat aus dem Text der Tagesschau:
„Die Sieben-Tage-Inzidenz soll als vergleichbarer Wert zwischen einzelnen Regionen dienen. Aber die Aussagekraft der Neuinfektionsrate ist begrenzt, weil sie nicht berücksichtigt, wie viele Menschen überhaupt getestet werden: Die entsprechende Passage zur Ermittlung dieser Daten wurde im November 2020 aus dem Infektionsschutzgesetz gestrichen - ebenso wie die Übermittlungspflicht für negative Testergebnisse.“
https://www.tagesschau.de/investigativ/swr/corona-daten-inzidenz-101.html
Noch Fragen?
Der Fotograf Daniel Biskup macht seit etwa einem Jahr täglich ein Corona-Foto und stellt es auf Instagram öffentlich. Dabei legt er Wert darauf, dass die Fotos nicht gestellt sind. Die Presse berichtet gern und umfangreich.
Auf Instagram finden Sie die Fotos hier:
https://www.instagram.com/danielbiskupgermany/?hl=de
Aber auch für Menschen, die es weniger zu den Foren des Social Media hinzieht, gibt es die Fotos zu sehen. Hier eine Linksammlung durch die verschiedenen Medien:
Das ZDF am 12.03.2021 mit Text, 15 Fotos zum Blättern und noch zwei Fotos unten im Text:
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-tagebuch-biskup-100.html
Das ZDF in einem 2-minütigen Video am 09.02.2021:
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/foto-tagebuch-der-corona-krise-100.html
Die NWZ stellt am 15.03.2021 mit einem dpa-Bericht das Berufsbild der CTA (Chemisch Technische Assistenten) vor. Der Bericht ist ein Teil des NWZ Jobs-Newsletters, den man abonnieren kann:
https://www.nwzonline.de/bildung-beruf/arbeitsplatz-labor-cta-brauchen-freude-am-experimentieren_a_51,0,1839047673.html
Den Artikel gibt’s auch in der Berliner Morgenpost, 15.03.2021:
https://www.morgenpost.de/wirtschaft/karriere/article231797301/CTA-brauchen-Freude-am-Experimentieren.html
Die Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM e. V.) haben ihre Testergebnisse der 10. Kalenderwoche veröffentlicht (16.03.2021). Demnach liegt die Zahl der positiven PCR-Tests in 173 Laboren um 20 Prozent höher als eine Woche zuvor. Auch die Anteil der Mutation B.1.1.7 sei gestiegen. Der ALM-Vorsitzende nimmt die Zahlen zum Anlass, zu warnen und darauf zu drängen, dass die Menschen im Umgang mit den zu erwartenden Schnelltests auch eindringlich dahingehend informiert werden, dass nach einem Positiv-Schnelltest unbedingt PCR-Test und Quarantäne folgen müssen. Die Pressemitteilung finden Sie hier:
https://www.alm-ev.de/sars-cov-2-pcr-positivrate-steigt-deutlich/
––Die Datenauswertung des Verbands wird seit März 2020 jeden Dienstag veröffentlicht, umfasst etwa 170 Labore und damit etwa 90 Prozent des aktuellen Corona-Testgeschehens, so die Angabe des Verbandes. Die wöchentlichen Berichte können Sie hier zurückverfolgen:
https://www.alm-ev.de/aktuell/corona-themenseite/datenerhebung-alm-ev/
Der Spiegel stellt am 16.03.2021 die Zahlen des ALM e.V. den Zahlen des RKI gegenüber:
https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/auswertung-der-labore-corona-positivrate-in-einer-woche-um-20-prozent-gestiegen-a-9d1ed2b6-5097-48b4-acb5-10cd59f06517
Infos zum ALM e. V. auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Akkreditierte_Labore_in_der_Medizin
In der Ärzte-Zeitung vom 02.11.2020 finden Sie die aktuelle Vorstands-Besetzung des ALM e. V.
https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Stuehleruecken-im-ALM-Vorstand-aber-nicht-beim-Vorsitz-414300.html
Die Inzidenzwerte steigen, die Menschen freuen sich dennoch über so manche Lockerungsübung, die Zurücknahme schwebt drohend im Raum. Wer was tun wird, variiert, denn auch Vereinbarungen sind auslegungsfähig. Noch wollen sich die meisten Bundesländer der Beobachtung widmen. Unter der Fragestellung, ob das Steigen des Inzidenzwertes tatsächlich richtungsweisend bleibt. Einen Überblick zu gewinnen, ist nicht ganz einfach. Und Vollständigkeit gelingt schon gar nicht. Der Deutschlandfunk versucht am 15.03.2021 einen Überblick zu geben, wie sich die steigende Infektionsrate in Deutschland als Maßnahmen widerspiegeln werden. Bericht vom 15.03.2021:
https://www.deutschlandfunk.de/lockerungen-trotz-steigender-inzidenz-wird-die-corona.1939.de.html?drn:news_id=1238032
Nur die Harten kommen in den Garten, heißt es – und jeder weiß eigentlich, dass das nicht stimmt. Genauso wenig wie die Weichen Eichen kochen. Diesen Teil der Redensart kennt nun zumindest kaum einer, denn eigentlich kamen zuerst die Weichen in den Teich. Was ein fauler Reim war. Der Germanist spricht von einem unreinen Reim.
Reiner wird’s inhaltlich und bezüglich der Reimform beim NDR: Da kommen nun endlich auch die Zarten in den Garten. Und wer ist schuld? Corona natürlich.
So, jetzt ist aber Schluss mit der Blödelei. Tatsache ist: Wer nicht verreisen kann, der gärtnert. Der Trend zeichnete sich schon im ersten Lockdown vor einem Jahr ab. Und dort im Garten treffen sich mittlerweile (oder sie treffen sich genau nicht) die Harten, die Zarten, die Weichen und die Warmduscher, die Faulenzer, die Arbeiter, die Alten und die Jungen. 2020 sogar am Vatertag und mit Bollerwagen – vielerorts aber ohne Alkohol.
Andere Tatsache: Wer nicht verreisen kann, es aber sonst getan hätte, hat Geld übrig. Und das fließt jetzt in den Garten – oft über den Umweg der Gartenbaufachbetriebe. Anders gesagt: Wer Geld übrig hat, muss nicht einmal selbst gärtnern, sondern kann getrost gärtnern lassen.
Der NDR (Schleswig-Holstein Magazin) hat sich am 13.03.2021 des Themas angenommen in Text, Bild und Video. Und zwar so schön, dass auch Nicht-Gartenbesitzer und Menschen ohne ungenutzte Reisekasse ihre Freude daran haben. Die passende Überschrift: „Das zweite Wohnzimmer“:
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Das-zweite-Wohnzimmer-Exklusive-Gaerten-boomen-durch-Corona,gartengestalter100.html
Und so sieht’s aus, wenn man einfach anfängt: Das ZDF berichtet aus der Wetterau, wo in 30 Hausarztpraxen mit dem Impfen begonnen wurde. Insgesamt stehen dort 75 Hausärzte bereit. Der Autor hält mit seiner Freude nicht hinterm Berg und serviert uns die Aktion als gute Nachrichte zum Wochenende (13.03.2021):
https://www.zdf.de/nachrichten/briefing/good-news-impfen-hausarzt-zdfheute-update-100.html
Die Frankfurter Rundschau am 12.03.2021:
https://www.fr.de/rhein-main/landespolitik/im-wetteraukreis-impfen-ab-sofort-30-arztpraxen-90238505.html
Die Wetterauer Zeitung berichtet von Anfang an, 12.03.2021:
https://www.wetterauer-zeitung.de/wetterau/corona-impfungen-hausaerzte-wetterau-arztpraxen-impfteams-modellprojekt-hessen-90236730.html
„Der ewige Mahner“ oder „Karlchen Überall“ – der BR hat sich um ein Porträt des SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach bemüht, das sowohl seine Schlaf- und Essgewohnheiten als auch seinen politischen Werdegang beschreibt. Lesenswert. 11.03.2021:
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/karl-lauterbach-der-ewige-mahner-in-der-corona-pandemie,SRLR4eO
Wesentlich umfangreicher widmete sich Focus online dem „Talkshow-Dauergast“ am 08.03.2021. Hier erfahren Sie auch alles, über Lauterbach, was Sie eigentlich gar nicht so genau wissen wollten. Trotzdem oder genau deswegen interessant – je nach eigener Klatschsucht:
https://praxistipps.focus.de/karl-lauterbach-von-der-spd-frau-kinder-einkommen_128869
Und wie zufällig zeitgleich hat der Stern ein Interview parat. Hirschhausen interviewt Lauterbach. Beim Tischtennis. Sie sprachen zum Beispiel über Essgewohnheiten. Womit dann auch geklärt wäre, woher der BR das Tischtennisfoto hat – und wieso Focus und BR wissen, dass Lauterbach kein Fleisch und kein Salz, dafür aber Fisch isst ....
https://www.stern.de/gesundheit/karl-lauterbach-im-interview---du-steckst-jede-menge-pruegel-ein--was-macht-das-mit-dir---30427960.html
Auch für Satiriker ist Karl Lauterbach ein gefundenes Fressen - sofern wir beim Bild bleiben wollen, auch wenn's wieder schief wird. Vieles ist meiner Meinung nach grenz- und ehrverletzend. Doch Satire ist auch eine Kunst - die maßlose Übertreibung kann ja auch deswegen nützlich sein, weil sie übertreibt statt zu verletzen. Wie auch immer, ich finde der Eulenspiegel kann's. Er lässt sich nahezu liebevoll überspitzend aus über Prof. Lauter und Dr. Bach, schon am 11.08.2020:
https://eulenspiegel-zeitschrift.de/2020/08/prof-lauter-und-dr-bach/
Zum Ausgleich dann auch noch der Link zu Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Lauterbach
Die Europäische Arzneimittelbehörde hat den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson für die EU empfohlen, die EU-Kommission hat ihn wenig später zugelassen. Der Vektorvirenimpfstoff kann bei Kühlschranktemperatur gelagert werden – und der Impfkandidat braucht nur eine Dosis. Der Impfstoff ist von der Johnson & Johnson-Tochter Janssen (Cilag) entwickelt worden und wird in den Niederlanden produziert. Deutschland soll 36,7 Millionen Dosen bekommen. Bundesgesundheitsminister Spahn rechnet jedoch nicht vor Mitte April mit der Lieferung des Impfstoffes.
Hier ein Informationsüberblick:
Die Tagesschau informiert am 11.03.2021 hier über die Zulassung des Impfstoffes:
https://www.tagesschau.de/ausland/impfstoff-johnson-103.html
Die ZEIT titelt am 12.03.2021: „Spahn wirft USA Impfstoff-Blockade vor“:
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2021-03/coronavirus-impfung-johnson-jens-spahn-lieferung-europaeische-union?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F
Über die Wirkungsweise des Impfstoffes auch im Vergleich mit den anderen drei zugelassenen Impfstoffen berichtet die Tagesschau am 11.03.2021 hier:
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/johnsonjohnson-103.html
B.1.525 ist offenbar die Steigerung von B.1.1.7. Die zweite Zahlenkombination werden mittlerweile wohl die meisten Leser und Zuschauer selbst im Schlaf mit der britischen Mutante des Coronavirus gleichsetzen. Die erste Zahlenkette aber ist neuer und offenbar eine Kombination aus mehreren Mutationen. Daher wurde ihr schnell der Name Kombi-Mutante verpasst. Viel bekannt ist nicht über sie, daher ist auch Vieles möglich. Man vermutet, dass Menschen, sie eine Covid-Erkrankung mit mildem Verlauf hinter sich haben, nicht immun sind gegen das die Kombi-Variante, geimpfte Menschen aber schon.
Das ZDF hat am 10.03.2021 die bekannten Fakten zusammengetragen:
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-variante-mutante-b1525-100.html
Focus online berichtet am 11.03.2021:
https://www.focus.de/gesundheit/news/infektioeser-als-alle-anderen-varianten-b-1-525-das-ist-die-neue-corona-mutation-die-berliner-labor-jetzt-nachgewiesen-hat_id_13064608.html
RND am 10.03.2021:
https://www.rnd.de/gesundheit/corona-mutation-neue-variante-b1525-erstmals-in-deutschland-nachgewiesen-ZTVD3TDGTRE2HNOX33JR7FGFMA.html
Nachgewiesen wurde die Mutante wohl erstmals Anfang des Monats in Berlin. rbb berichtet am 08.03.2021:
https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2021/03/brandenburg-ber-testzentrum-neue-corona-mutation-b1525-erstmals-in-deutschland-nachgewiesen.html
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