NACHRICHTENPORTAL

Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Keine Quarantäne-Entschädigung für Ungeimpfte

Jetzt ist’s beschlossen: Wer ungeimpft in Quarantäne muss, weil er Kontaktperson eines Infizierten ist, der soll ab November keinen Verdienstausfall bekommen. Damit haben sich heute Bund und Länder auf etwas geeinigt, was längst schon im Infektionsschutzgesetz so formuliert, also bereits geltendes Recht ist. Ausgenommen sind Ungeimpfte, die nachweisen können, dass sie aus medizinischen Gründen nicht geimpft sind/werden. Wird die Quarantäne nötig, weil der Ungeimpfte selbst infiziert ist, bekommt er sein Geld selbstverständlich weiter: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Die Nachricht in der Tagesschau, 22.09.2021:
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/faq-verdienst-ausfall-arbeitnehmer-quarantaene-101.html

Beim BR kommen zur Nachricht noch Zahlen hinzu. Demnach hat eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes ergeben, dass bislang in der Pandemie für den Verdienstausfall wegen Quarantäne in der Pandemie 600 Millionen Euro ausgegeben worden sind. 22.09.2021:
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/ab-november-keine-lohnfortzahlung-fuer-ungeimpfte-bei-quarantaene,SjjsDqn

Die Diskussion darüber, inwieweit Ungeimpfte künftig Kosten selber tragen müssen, geht noch weiter. Der SWR berichtet über eine Versicherung, die überlegt, die Versicherungsbeiträge zu staffeln – und Ungeimpften einen höheren Beitrag zu berechnen. 21.09.2021:
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/braucht-es-krankenkassentarife-fuer-ungeimpfte-100.html

Ganz so eindeutig, wie der SWR diese Nachricht formuliert, verhält sich die Sache dann aber doch nicht. Der Chef der R+V-Versicherung hat dies zwar t-online gegenüber tatsächlich sehr deutlich so angedeutet, jedoch: Der Frager, alsodie Journalisten von t-online, fragen gezielt nach höheren Krankenkassengebühren, Norbert Rollinger jedoch antwortet weise: Er habe Verständnis für eine solche Diskussion sagt er, und begründet dieses Verständnis. Er spart sich allerdings auch nicht den Hinweis darauf, dass Krankenkassen bereits jetzt zwischen Rauchern und Nichtrauchern unterscheiden dürfen. Die Frage nach höheren Krankenkassenbeiträgen für Ungeimpfte ist jedoch nur ein Aspekt des Interviews, in dem sich die veränderte Lage der Versicherungen, auch bezüglich der Altersvorsorge, spiegelt oder spiegeln soll. Lohnt zu lesen – und t-online nutzt das Gespräch zu reichlichen Verlinkungen. 21.09.2021:
https://www.t-online.de/finanzen/news/unternehmen-verbraucher/id_90830952/r+v-chef-rollinger-impfverweigerer-zeigen-ein-sozial-schaedliches-verhalten-.html

Das Interview hat Folgen, vor allem medial. Verbraucherschützer und Presse laufen gleichzeitig zur Höchstform auf. Im Handelsblatt endet die Folgeberichterstattung mit dem Hinweis, dass es im Hause R+V keine Überlegungen gebe, Ungeimpften höhere Beiträge zu berechnen. 21.09.2021:
https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/versicherer/versicherungen-unterschiedliche-praemien-fuer-geimpfte-und-ungeimpfte-rv-chef-bringt-tarife-nach-impfstatus-ins-spiel/27632430.html?ticket=ST-151059-FXQHectnfgObeg9bXHLu-ap5

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Coronaregeln im Überblick

2G oder 3G? Und wenn ja, dann wo? Wo nicht? Und all diese Fragen für 16 Bundesländer. Wer den Überblick verloren hat, dem kann der RND ein wenig weiterhelfen. Die geltenden Corona-Regeln der Bundesländern, alphabetisch sortiert (21.09.2021):
https://www.rnd.de/politik/wo-gilt-die-2g-oder-3g-regel-alle-bundeslaender-im-ueberblick-MGCH3XW77FGNTGOCTWBA5LZNJE.html

Oder in der „Welt“, 21.09.2021:
https://www.welt.de/politik/article233801290/2G-oder-3G-Welche-Corona-Regeln-jetzt-in-den-Bundeslaendern-gelten.html

Auch die Bundesregierung informiert über die Regeln der einzelnen Bundesländer:
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-bundeslaender-1745198

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Corona: In Köln gibt's die Zertifikate für die Genesenen online

Köln ist Vorreiter – und bietet Genesenen-Zertifikate als erste Kommune über ein Online-Portal an, berichtet die Tageschau heute, 22.09.2021 im „Coronavirus-Liveticker“ (11:23 Uhr):
https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-mittwoch-247.html

Die Pressemitteilung der Stadt Köln finden Sie hier (22.09.2021):
https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/23854/index.html

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Die Grippewelle hat begonnen - und der Grippeimpfung kommt während der Pandemie eine noch größere Bedeutung zu

Der September geht zuende, die Inzidenzwerte bessern sich unerwarteter Weise. Die Frage, ob die vierte Welle schon gebrochen ist, darf offenbar offen gestellt werden. Experten warnen zur Antwort weiterhin. Und dann gibt es ja noch das Thema Influenza, dass die Corona-Frage noch einmal in neuem Licht erscheinen lässt. Dabei geht’s vor allem ums Impfen: Corona und Influenza zusammen, getrennt. So wird dann auch gleich dass alljährliche Wer und Warum der Grippeimpfung thematisch bereichert. Kleine Linkliste folgt:

Der Deutsche Hausärzteverband kann sich die Kombi von Grippe- und Coronaimpfung gut vorstellen. Aber nicht alle Hausärzte finden diese Idee gut. ntv berichtet am 19.09.2021:
https://www.n-tv.de/panorama/Hausaerzte-sind-fuer-Impfung-im-Doppelpack-article22812866.html

Die Kombinationsimpfung ist heute (20.09.2021) auch Thema im Ärzteblatt:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/127416/Corona-und-Grippe-Hausaerzte-fuer-zwei-Impfungen-an-einem-Termin

Der Businessinsider nutzt das Thema sogar, um die alte Grundsatzfrage neu aufzurollen: Was ist denn nun gefährlicher? Grippe oder Influenza? Kein Zweifel natürlich, es ist Corona. Aber die Autoren rechnen und recherchieren gründlich. Und behandeln die Fragezeichen des Vergleichs. Die Dunkelziffer zum Beispiel, oder der Faktor der Durchimpfung. Wer den Artikel liest, ist also auf eine Diskussion des Themas gut vorbereitet:
https://www.businessinsider.de/politik/deutschland/corona-oder-grippe-was-ist-gefaehrlicher-was-wir-nach-zwei-jahren-pandemie-wissen-c/

In Rheinland-Pfalz steigt die Zahl der Grippefälle seit August, da die Immunität der Menschen aufgrund der Corona-Maßnahmen eher niedrig sein wird, ruft der Hausärzteverband zum Impfen auf, berichtet der SWR am 20.09.2021:
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/grippe-impfung-winter-2021-corona-100.html

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Biontech-Gründer in Köln geehrt

Özlem Türeci und Ugur Sahin haben in Köln die Ehrendoktorwürde der Universität Köln erhalten. Außerdem trug sich das Biontech-Gründer-Ehepaar in das Goldene Buch der Stadt Köln ein. Kleiner Pressespiegel:

Stadt Köln, 17.09.2021:
https://www.koeln.de/koeln/nachrichten/lokales/biontech-gruenderpaar-erhaelt-ehrendoktorwuerde-in-koeln_1182844.html

Universität Köln, 17.09.2021:
https://portal.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/presseinformationen/detail/oezlem-tuereci-und-ugur-sahin-im-historischen-rathaus-zu-koeln-geehrt

Kölner Stadt-Anzeiger, 17.09.2021:
https://www.ksta.de/koeln/-rockstars-der-wissenschaft--biontech-ehepaar-im-koelner-rathaus-geehrt-39033746?cb=1631959890932

Die Zeit, 17.09.2021:
https://www.zeit.de/news/2021-09/17/biontech-gruenderpaar-erhaelt-ehrendoktorwuerde-in-koeln?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

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KV-Chef drängt auf Ende aller Corona-Maßnahmen Ende Oktober

Die Bild-Zeitung setzt ein Ausrufezeichen und Großbuchstaben, um die Forderung des KV-Chefs Andreas Gassen zu unterstreichen. Der nämlich fordert das Ende aller Corona-Maßnahmen zum Ende Oktober. Die Nachricht ist noch nicht alt, aber sie läuft ....

Bild, 18.09.2021:
Kassenärzte-Chef Gassen fordert: Am 30. Oktober Ende ALLER Corona-Maßnamen! - Politik Inland - Bild.de

Tagesschau im Ticker,  18.09.2021, 10:57 Uhr:
https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-samstag-287.html#Spahn-Mehr-als-62-Prozent-der-Bevoelkerung-haben-vollstaendige-Impfung-erhalten

BR, 18.09.2021:
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/corona-freedom-day-fordert-chef-der-kassenaerzte,SjKocvh

RND, 18.09.2021:
https://www.rnd.de/politik/kassenaerztechef-gassen-fordert-freedom-day-am-30-oktober-Y3OWGCKLMECYC5GPUM4P5LNE3Q.html

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Exkurs und Linkliste zur "Pandemie der Ungeimpften"

Die „Pandemie der Ungeimpften“, die ich in untenstehender Glosse Kleiner grammatikalischer Exkurs zum Genitiv der Pandemie auf ihre eigene Grammatik hin überprüft und auseinandergenommen habe, ist natürlich keineswegs die sprachliche Erfindung des im Kölner Stadt-Anzeiger namentlich ungenannten NRW-Ministeriumssprechers. Man kann die Berichterstattung jedoch nicht zu ihrem eigentlichen Erfinder hin zurückverfolgen. Allein schon deshalb nicht, weil’s in der Pandemie auch sprachlich sehr global und weltweit zugeht. Ich vermute, die Phrase von der "Pandemie der Ungeimpften" wurde, quasi als Propagandawaffe, sprachlich in den USA in die Welt gesetzt. Es können aber durchaus auch die Chinesen gewesen sein, deren Sprache ich trotz weltweitem Netz mangels Kenntnis nicht überprüfen kann. Und auch an dieser These kann man natürlich seine Zweifel haben. Ich will deshalb gar nicht ausschließen, dass die Russen, die Außerirdischen, die Scientologen, die Katholiken, die Einäugigen oder die Blauäugigen oder der Herr Wer-auch-immer mit diesem Wortungetüm ein Weltbild schaffen wollen, das vollkommen neu ist. Am Anfang war das Virus und das Virus kam gleich nach Gott. Oder ach nein. Ich stocke schon. Wer hilft mir fort? Am Anfang war der Impfstoff und der Impfstoff suchte das Wort. Sie wissen schon. Suchen Sie sich auf jeden Fall die Verschwörungstheorie aus, die am besten zu Ihnen passt. Ich serviere Ihnen hier nur eine kleine Denk- und Linkliste zur „Pandemie der Ungeimpften“. Und danach haben Sie wahrscheinlich den Eindruck, dass ihr Sprecher der amtierende Bundesgesundheitsminister ist.

 Zuerst die vier interessantesten Links:

nordbayern.de macht am 06.09.2021 darauf aufmerksam, dass in einigen Regionen Bayerns die Inzidenzzahlen der Geimpften und Ungeimpften schon getrennt erhoben werden. Dahinter hat sich aber das Milchmädchen versteckt, das immer noch falsch rechnet: Die Geimpften lassen sich, so ist es zumindest wahrscheinlich, seltener testen. Und kommen daher auf bessere Zahlen:
„Pandemie der Ungeimpften: Warum sich aus der Inzidenzzahl nicht alles ableiten lässt“
https://www.nordbayern.de/region/pandemie-der-ungeimpften-warum-sich-aus-der-inzidenz-nicht-alles-ableiten-lasst-1.11330712

Der andere Link dreht die Redewendung zur „Pandemie der Geimpften“. Hier ist es „The daily Exposé“ aus dem United Kingdom, das konstatiert: Seit Februar sind es zu 70 Prozent die Geimpften, die an Corona sterben. Der Artikel ist v om 06.09.2021, arbeitet mit Statistiken und Zahlen. Überprüfen kann ich ihn nicht:
Pandemic of the Vaccinated – Latest PHE Report reveals the vaccinated account for 70% of Covid-19 deaths since February
https://theexpose.uk/2021/09/05/latest-phe-report-reveals-the-vaccinated-account-for-70-percent-of-covid-19-deaths-since-february/

Der dritte Link nimmt die Phrasen von der Pandemie der Geimpften/Ungeimpften zwar überhaupt nicht auf, macht aber deutlich, dass die Unterscheidung schlichtweg gar nichts taugt. In Südkalifornien, so das Ärzteblatt, ist es ausgerechnet das geimpfte Klinikpersonal, dass als Infektionstreiber im Krankenhaus ausgemacht wurde. Schuld ist, so die Vermutung, nicht allein das Delta-Virus, sondern die frühe Impfung, deren Wirkung jetzt nachlasse. Dazu kommt, dass aufgrund der Impfungen die Masken längst gefallen waren. Artikel vom 06.09.2021.
Delta: Klinik in Kalifornien beklagt deutlichen Anstieg von Infektionen beim geimpften Personal
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/126963/Delta-Klinik-in-Kalifornien-beklagt-deutlichen-Anstieg-von-Infektionen-beim-geimpften-Personal

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Kleiner grammatikalischer Exkurs zum Genitiv der Pandemie

Die „Pandemie der Ungeimpften“ hat begonnen. Diese Nachricht können Sie heute, 07.09.2021, dem Kölner Stadt-Anzeiger entnehmen. Und zwar im Aufmacher auf der Titelseite. Unter der Überschrift „Uniklinik befürchtet Überlastung“. Und in diesem, tatsächlich durchaus auch sachlichen Artikel spricht ein namentlich ungenannter Ministeriumssprecher des Landes NRW darüber, dass die Pandemie längst zur „Pandemie der Ungeimpften“ geworden sei.

Sprache ist ein zweischneidiges Schwert. Und manchmal lagern sich Bedeutungsebenen an, die allein der Grammatik geschuldet zu sein scheinen. Denn selbstverständlich meint der namenlose Ministeriumssprecher nur, dass derzeit die Ungeimpften den deutlich größeren Teil der Menschen stellen, die am oder mit dem Coronavirus erkrankt sind. Nebenbei: Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? Wir reden weniger über diejenigen, die am oder mit dem Coronavirus gestorben sind. Aber sicher ist: Auch sie sind gemeint, wenn der Ministeriumssprecher von einer „Pandemie der Ungeimpften“ spricht. Ungeimpft gestorben.

Die zweite Schneid-Seite des Schwertes mit Namen Grammatik: Die „Pandemie der Ungeimpften“ kommt in der Gestalt des Genitivus subjectivus daher. Wahrscheinlich verstehen das nur noch Lateinlehrer alter Schule. Macht aber nichts, wird gleich trotzdem klar: Die Lateinlehrer nämlich mussten früher sieben verschiedene Genitive auseinanderhalten können. Das heißt: So viele Zweideutigkeiten, oder eben auch Zweischneidigkeiten, kann der Genitiv verstecken. Wir haben’s ja heute nicht mehr so mit der Grammatik. Auf keinen Fall mit der Differenzierung der Fälle. Deswegen ziehe ich auch nur noch den Genitivus Possessivus aus dem Lehrbuch.

Und jetzt: „Die Pandemie der Ungeimpften“ kommt in Gestalt des Genitivus subjektivus daher. Und bedeutet dann wohl in diesem Fall, dass die Ungeimpften selbst die pandemische Erscheinung sind. Dann wären sie selbst der Schrecken und müssten sich dazu noch explosiv vermehren. Fürchterliche Vorstellung. Das kann der Ministeriumssprecher keineswegs so gemeint haben. Hier liegt eindeutig eine Verwechslung vor – und nahe: Da wir die Ungeimpften als Subjekt begreifen und da der Genitivus subjectivus einer der häufigsten Genitive ist, assoziieren wir genau so. Ich gehe mal davon aus, dass der ungenannte Ministeriumssprecher diese Assoziation gerne – und nicht nur billigend – in Kauf genommen hat.

Richtig ist natürlich der Genitivus possessivus. Er beschreibt, wem etwas gehört oder zu wem etwas gehört. Die von mir konsultierte Grammatik-Seite wählt hier das schöne Beispiel vom Schwert des Gladiators. Genitivus possessivus. Die Grammatik des Ministeriumsprechers wäre auch possessiv. Subjektiv geht hier gar nicht, denn auch, wenn der Mann seine Grammatik beherrscht: In Fleisch und Blut wird sie ihm nicht übergangen sein. Nicht so zweischneidig, wie er spricht.

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Medikamente gegen Corona - Kleine Linkliste

Was macht die Forschung an Corona-Medikamenten? Der Schweizerische „Blick“ macht Hoffnungen auf Zulassungen schon zum Jahresende und fasst einige wichtige Entwicklungen hier zusammen:
https://www.blick.ch/ausland/studien-im-gange-kommt-die-pille-gegen-covid-19-schon-ende-jahr-id16790511.html

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Debatte: Dürfen Hausärzte sich weigern, Impfgegner zu behandeln?

Einige wenige Ärzte in Hannover wollen Ungeimpfte nicht mehr behandeln, berichtet die HAZ hinter Bezahlschranke (Gratistest möglich). Vor der Schranke erfährt man noch, das Ärtzeverbände uneins sind, ob das zulässig ist. Der Artikel ist vom 26.08.2021 und spricht von Einzelfällen.
https://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Aerzte-in-Hannover-Keine-Behandlung-fuer-Ungeimpfte

Plastisch und sprachlich unmittelbar berichtet die Bild am 27.08.2021 über Hassattacken auf ein Ärztezentrum in Hannover, das nur noch Geimpfte behandeln will:
https://www.bild.de/regional/hannover/hannover-aktuell/behandlung-von-geimpften-hass-attacken-gegen-arzt-praxis-in-hannover-77498718.bild.html

Die Einzelfälle haben aber eine Reihe von einzelnen Vorläufern, die teilweise für Aufsehen in der ganzen Republik sorgten. Ein Arzt aus Wallenhorst in Niedersachsen die Mediendebatte wohl im Juli angestoßen. Der Arzt erklärte sich aber bereit, sich mit Skeptikern auseinanderzusetzen. Auch müsse man sich nicht für einen Besuch bei ihm impfen lassen. Zu einer jahrelangen Behandlung sei er bei Impfgegnern, die sich nicht überzeugen lassen, aber nicht bereit

Der NDR berichtet am 30.07.2021 hier:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Hausarzt-will-Corona-Impfgegner-nicht-mehr-behandeln,wallenhorst382.html

Bericht am 30.07.2021 auf antenne.com mit Interview zum Hören:
https://www.antenne.com/niedersachsen/regionalnachrichten/news_region_osnabrueck_emsland/Darum-will-dieser-Hausarzt-Impfverweigerer-nicht-mehr-behandeln-id570436.html

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Die Pandemie, Pandora und die Büchse - und noch immer kein Ende in Sicht

Sprachlich liegt’s nahe. Vielleicht bin ich auch nicht die erste, die darauf gekommen ist: Die Pandemie ist eines der vielen Übel, das vor langer, langer Zeit aus der Büchse der Pandora entsprungen sein muss. Nämlich damals, als Epimetheus, der nachher Bedenkende und der Bruder des Prometheus, die Allgeberin Pandora geheiratet hat. So die Kurzfassung. Die Pandemie an sich hat sprachgeschichtlich mit einer Infektion noch rein gar nichts zu tun. Sie ist lediglich „das ganze Volk betreffend“. Und was immer Pandora da losgelassen hat, wissen wir nicht wirklich. Wer der Pandemie sprachlich dann Viren und Bakterien ins Programm geschrieben hat, das muss man wahrscheinlich die Medizinhistoriker fragen. Ein Gott wird’s nicht gewesen sein.

Bleiben wir aber vorerst noch bei den Göttern: Pandora also hat uns reich beschenkt, weil Epimetheus, der nachher Bedenkende, nicht auf Prometheus, den vorher Bedenkenden, gehört hat. Der hatte nämlich seinen Bruder noch gewarnt.

Prometheus, Epimetheus und Pandora - von Hermann Josef Schlösser. Die Büchse oben rechs.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Prometheus_and_Epimetheus_before_Pandora_by_Hermann_Julius_Schl%C3%B6sser.jpg

Das alles ist Mythologie. Es wurde Abend, es wurde Morgen, ein neuer Tag. Es kamen Pest, Typhus und Cholera. Bestimmt kamen die auch aus Pandoras Büchse. Und dann kam das 21. Jahrhundert und mit ihm das Virus, das den Pan- und Epidemien die Krone aufsetzte: Corona. Auch hier ist unklar, wer das Programm dafür geschrieben hat. Auch hier gilt: Ein Gott wird’s nicht gewesen sein. Alle anderen Schuldzuweisungen müssen wir als Fake News zurückweisen, wenn wir nicht selbst von den Panikern zurückgewiesen werden wollen.

Corona nämlich versetzte das ganze Volk (Pan-demie) allumfassend in Panik. Die Panik wiederum ist eine herausragende Fähigkeit des Hirtengottes Pan. Der konnte ganze Herden aus tiefster Ruhe durch laute Schreie aufschrecken. Wikipedia spricht hier von „anscheinend sinnloser Massenflucht“ (Link unten).

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Lesetipp: Ein Kommentar über die epidemische Lage und die nationale Tragweite

Lesetipp: Der Kommentar von Tim Szent-Ivanyi vom Redaktionsnetzwerk Deutschland, 25.08.2021. Es geht um die Verlängerung der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“. Szent-Ivanyi kommentiert das Handeln der Regierung als Tarnung eigener Fehler – und verortet die nationale Tragweite ziemlich woanders. Nicht nur wunderbar auf den Punkt gebracht, sondern hoffentlich der Beginn einer medialen Kehrtwende:
https://www.rnd.de/politik/pandemie-notlage-die-groko-verschleiert-ihr-eigenes-versagen-BMILSC4O2VDSNI3ONZYNM7BV5I.html

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Genesen ist nicht immer gleich genesen, der Weg zum Genesenenzertifikat ist steinig - und die Haltbarkeit begrenzt

Oh, oh – der Tonfall wird süffisant in der Berliner Zeitung, unterschwellig auch und unmissverständlich ebenso. Wer hier schreibt, hat den Kaffee und den Papp auf, ebenso wie die Faxen dicke. Es geht um Corona, um die Impfung und um die Genesenen – vor allem um den Nachweis der Genesung. Denn genesen ist keineswegs dasselbe wie genesen. Sie lesen richtig – und am besten lesen Sie jetzt die Berliner Zeitung, wenn Sie sich selbst auch auf das dritte G für genesen berufen wollen. Denn: Ein Antikörpertest reicht offenbar nicht, um eine Genesung nachzuweisen, Sie brauchen einen PCR-Test vom Zeitpunkt der Infektion – und der Genesenen-Status gilt danach nur ein halbes Jahr. Dann müssen Sie sich impfen lassen, sofern Sie ein G im Titel führen wollen. So ist es zumindest  Martin S. gegangen, dessen Erfahrungen Corinna Stolze am 23.08.2021 mit oben genannter Süffisanz ausrollt:
https://www.berliner-zeitung.de/news/berlin-impfen-und-corona-die-crux-mit-den-genesenen-li.178454

Und auch, wenn Sie einen entsprechenden PCR-Test vorliegen haben, der beweist, dass Sie infiziert waren – und der mindestens 28 Tage alt ist, damit sie sicher auch genesen sind: Es scheitert am digitalen Formular, dass es zwar schon geben soll, de facto in den Apotheken aber noch nicht gibt (Stand 20.08, Info SZ). In der Arztpraxis muss der Arzt, dem Ihr PCR-Test vorliegen muss, das Webportal von IBM nutzen, damit Sie an Ihr Zertifikat kommen. Und wenn Sie diese Hürden alle überwunden haben: Nach einem Jahr ist Ihr schöner Genesen-Status eben doch futsch. Unwiederbringlich. Ein Privileg bleibt Ihnen aber noch: Für ein G wie geimpft reicht bei Ihnen eine einzige Impfung aus. Diese Nachrichten finden Sie in der Süddeutschen Zeitung, 20.08.2021:
https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-genesen-nachweis-zertifikat-1.5386983

Gut, ich gebe zu, wir sind vier Tage weiter. Und der Apothekerverband meldet heute auch: Viele Apotheken stellen nun einen Genesenen-Ausweis aus. Aber: Sie müssen vorher fragen, ob die Apotheke Ihrer Wahl zu diesen Vielen gehört. Weitere Info, die sich hier findet: Wenn Ihr PCR-Test älter als 180 Tage ist, ist’s auch wieder aus mit dem Ausweis. Bericht 24.08.2021, BR:
 https://www.br.de/nachrichten/wissen/corona-apotheken-stellen-ab-sofort-genesenen-zertifikate-aus,Sh0BMU8

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Offener Brief an das RKI

Liebes Robert-Koch-Institut (RKI),

eine in der Öffentlichkeit vielfach unterschätzte Leistung Ihres Hauses in der Corona-Krise besteht darin, den Begriff des Formulars, nein, auch das Formular selbst, neu erfunden und definiert zu haben. Die bisherigen, engstirnigen Vorstellungen gerade auch im Bereich des deutschen Gesundheitswesens haben Sie im Laufe der Pandemie beherzt und mutig hinter sich gelassen. Das riecht nach Revolution. Toll. Bisher klebte am Formular der Staub von Jahren, wenn nicht gar von Jahrhunderten: kleine Ausfüllfelder, stets der gleiche Kopfdatenbereich und fest definierte Feldnamen.

Das klassische Formular war gestern, Sie sind heute. Sie schaffen jetzt und mit jeder Version ein Formular-Unikat, jedes Formular, nein, jede Version eines Formulars ist anders, ist eine fein gestaltete Laubsägenarbeit. Jede Textänderung verschiebt die zu bedruckenden Bereiche. Die Feldnamen im ausfüllbaren PDF sind unsystematisch durchnummeriert und ändern bei einem Versionswechsel glatt die inhaltliche Bedeutung. Mal hat das Formular vier Seiten, dann wieder sechs oder sieben Seiten. Das schafft Aufmerksamkeit und Individualität und vielleicht gibt es schon bald die ersten Sammler, die statt Briefmarken RKI-Formular-Versionen suchen und tauschen. Die blaue mRNA-Aufklärung als Fehldruck gegen drei rot gedruckte Vektor-Versionen der ersten Stunde?

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Komische Kirche im coronaren Alltag

Keine Ahnung, wie ich auf die Evangelische Wochenzeitung gekommen bin. Wahrscheinlich immer dem Klick meiner Maus hinterher. Auf jeden Fall auf der Suche nach guten Comics oder Cartoons, gern zu Corona. Was ich gefunden habe: Nicht weniger als die ganze komische Wahrheit. Gut, es ist die ganze evangelische Wahrheit. Das macht sie aber nicht zur Halbwahrheit, denn das Coronavirus hat mit seinen Auswirkungen die theologische ganze Wahrheit ein wenig in den Hintergrund verschoben. Im kirchlichen Alltag hingegen stehen nun Protestanten und Katholiken Seite an Seite vor neuen, ökumenischen Regeln, die sich unwahrscheinlich gut ritualisieren lassen. Noch hat der Zeichner die Frage nicht gestellt, ob wir es hier nicht mit einer großen, wahrhaftigen, neuen Religion zu tun haben. Er steckt noch in den Niederungen des Alltags – und die sind vor allem komisch:

https://unserekirche.de/cartoons/

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Millionen für die Uniklinik Rostock

Die Uniklinik in Rostock kann ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen, sagen mehr als 50 Ärzte in einem Brief an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Nun ist Millionenhilfe zugesagt. Der NDR berichtet im August in Bild und Ton (ohne Datum im Artikel) – und verlinkt auch zur bisherigen Berichterstattung:
https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Nach-Brandbrief-Land-sichert-Uni-Klinik-Rostock-Hilfe-zu-,brandbrief112.html

Das Ärzteblatt berichtete am 18.08.2021 hier:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/126479/Brandbrief-Unimedizin-Rostock-kann-Versorgung-nicht-mehr-gewaehrleisten

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Demente Mutter ins Heim nach Tschechien abgeschoben

In München stand ein Sohn, 67 Jahre, vor Gericht, der seine 92-jährige, demenzkranke Mutter in ein tschechisches Seniorenheim gebracht hatte – gegen ihren Willen. Die alte Frau wurde dort mehr aufbewahrt als gepflegt – aber, weil eine Betreuerin Verdacht geschöpft hatte, mittlerweile, mit Hämatomen und offenen Wunden, wieder nach Deutschland gebracht. Sie lebt nun in einem Pflegeheim. Der Sohn wurde zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

Seine Mutter aber ist nicht die einzige Person, die in das tschechische Heim abgeschoben wurde. Der Bericht vom 20.08.2021 in der Süddeutschen Zeitung:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-tschechien-pflegeheim-urteil-1.5387857

und in der Abendzeitung, 20.08.2021:
https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/greise-mutter-auf-demenzstation-abgeschoben-muenchner-verurteilt-art-750817

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Dement ins Krankenhaus - mehr als ein Organisationsproblem

Wenn Demenzkranke wegen anderer körperlicher Krankheiten oder wegen notwendiger Operationen zur Behandlung ins Krankenhaus müssen, wird’s schwierig. Im Detail weiß das jeder, der Angehörige hat, die in diese Bredouille gerieten: Der Demenzkranke kennt sich erstens im Krankenhaus nicht aus und bleibt zweitens größtenteils sich selbst überlassen. Nichts ist mehr wie gewohnt, und auch das Gewohnte war ja schon schwierig gewesen.

Es gibt Krankenhäuser, auch in Deutschland, die nach Lösungen suchen. Die Möglichkeit, dass sich ein Verwandter gleichzeitig aufnehmen lassen kann, ist ein Weg. Stationen, die auf die Unsicherheiten der Demenzkranken ausgerichet sind, ein anderer.

Das Kölner Domradio nimmt einen Artikel der Katholischen Nachrichtenagentur auf, das die Bandbreite der Modellversuche und Möglichkeiten benennt. Artikel vom 23.08.2021:

https://www.domradio.de/themen/soziales/2021-08-23/rooming-und-wohnzimmeratmosphaere-demenzsensible-krankenhaeuser-sind-noch-die-ausnahme

Die Seite „betanet“ widmet sich dem Thema grundsätzlich und gibt Tipps, worauf zu achten ist, wenn für Demenzkranke ein Krankenhausaufenthalt unvermeidlich ist:
https://www.betanet.de/demenz-krankenhausaufenthalt.html

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Laumann plant Krankenhausreform für NRW

NRWs Gesundheitsminister Karl Josef Laumann will umstrukturieren: Das Leistungsspektrum der Krankenhäuser soll aufeinander abgestimmt werden, die allermeisten Menschen sollen in der Zeit von 20 Autominuten ein Krankenhaus erreichen können. Viele gute Absichten sind formuliert, Schließungen von Krankenhäusern werden nicht ausgeschlossen. Die SPD befürchtet Kahlschlag.

Bericht im WDR, 20.08.2021:
https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/krankenhausplanung-laumann-100.html

Ärzteblatt 20.08.2021:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/126545/Neuer-Krankenhausplan-Laumann-praesentiert-Entwurf-fuer-Nordrhein-Westfalen

Aachener Nachrichten 20.08.2021:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/126545/Neuer-Krankenhausplan-Laumann-praesentiert-Entwurf-fuer-Nordrhein-Westfalen

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Katholische Kirche kritisiert vorgeburtliche Bluttests als Kassenleistung

Bluttests auf Trisomie 21 sind künftig Kassenleistung – „begründeten Ausnahmefällen“. Die katholische Kirche und die Bundesvereinigung Lebenshilfe kritisieren das als ersten Schritt in Richtung Selektion. Den Bericht der Katholischen Nachrichtenagentur finden Sie auf Domradio, 20.08.2021:
https://www.domradio.de/themen/ethik-und-moral/2021-08-20/tendenz-richtung-regelmaessiger-selektion-vorgeburtliche-bluttests-werden-kassenleistung-kritik-von

Die FAZ berichtet am 19.08.2021:
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/down-syndrom-krankenkassen-zahlen-trisomie-test-17492301.html

Die Tagesschau, 19.08.2021:
https://www.tagesschau.de/inland/nipt-test-trisomie-101.html

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