Es könnte ein modernes Stillleben sein. Wenngleich ein fotografisches. Auf jeden Fall aber ein stilistisches. Der Tisch ist kein Tisch, sondern eine Fläche ganz in Rosa. Der Hintergrund ist keine Wand, sondern eine Fläche ganz in Türkis. Auf der Fläche, die kein Tisch ist aber rosa, steht eine Schale, vielleicht aus Keramik. Auf jeden Fall eine rustikale Schale, deren Porzellan an Keramik erinnern soll. Die Schale ist deutlich größer als ein Essteller es wäre. Man könnte sie gut als Obstschale verwenden. Für ein Stillleben hat das ja Tradition.
Aber da ist kein Obst, da sind nur Nudeln. Die ganze Schale voll mit Nudeln. Kunstvoll geschichtete Fusilli. Beim Hingucken fühlen Sie sich unweigerlich an den Konservenstapel erinnert: Irgendwer muss hier von unten eine Nudel herausziehen, und dann gibt es den fusillischen Dominoeffekt. Von allein jedenfalls fallen die Nudeln nicht. Erstens: Es ist ein Bild. Zweitens: Die Nudeln sind gar nicht gar. Sie sind nur fast gar. Vielleicht kleben sie dann besser.
Das Bild also ist farblich anregend. Appetitlich ist es nicht. Und wer würde schon eine solche Schale voller Nudeln essen wollen. Pur und garantiert ohne Ketchup.
Aber: Das Bild ist ein Stillleben. Wir schreiben das ja jetzt mit drei „l“. Damit jeder weiß: Das Bild ist still.
Wäre die Umgebung des Bildes auch still geblieben, es hätte einen gewissen Reiz. Aber: Das Bild ist umgeben von Text. Denn es ist gar kein Bild, es ist eine Illustration. Dass Adipositas das Thema ist, hatten Sie vor lauter Bild gewiss übersehen. Die Überschrift aber ist unübersehbar: „Wie Übergewicht das Gehirn programmiert – und welche Folgen es mit sich bringt“, will uns Geo am 21.01.2026 unterrichten. Und verspricht uns: In sechs Minuten sind wir durch mit dem Text. Kann man schaffen. Ob man das muss, will ich nicht beurteilen.
https://www.geo.de/wissen/gesundheit/adipositas-veraendert-unser-gehirn-37061672.html
