NACHRICHTENPORTAL

Polio - die Nachrichtenlage

Die Kinderlähmung (Polio) kommt zurück. Zumindest hat es den Anschein. Eine kleine aktuelle Linkliste:

Die „Welt“ hat den dpa-Bericht eingestellt. Der Text beginnt mit dem jungen Mann, der sich im Sommer in New York mit Polioviren ansteckte und dessen Beine nun teilweise gelähmt sind. Berichtet wird über die Lage in New York, Israel, Groß Britannien, Deutschland …. Artikel vom 10.11.2022:
https://www.welt.de/gesundheit/article242058559/Kinderlaehmung-Was-Polio-Faelle-in-den-USA-fuer-Deutschland-bedeuten.html

In der Neuen Züricher Zeitung berichtet Annegret Mathari umfassend. Artikel vom 10.11.2022:
https://www.nzz.ch/panorama/polio-der-kampf-gegen-kinderlaehmung-ist-noch-nicht-vorbei-ld.1708740

Im Oktober hat eine Geberkonferenz 2,65 Milliarden Euro für den Kampf gegen Polio bereitgestellt. Der dpa-Bericht findet sich in der Nordsee-Zeitung vom 18.10.2022:
https://www.nordsee-zeitung.de/Nachrichten/Geberkonferenz-fast-27-Milliarden-Euro-gegen-Polio-94544.html

Der BR berichtet am 11.11.2022 – ebenfalls rundum und umfassend. Und hat noch einen Beitrag aus dem Archiv von 1962 dazugestellt, der für die Schluckimpfung wirbt:
https://www.br.de/nachrichten/wissen/kinderlaehmung-der-kampf-gegen-polio-geht-weiter,RfiNlpa

Mangel bei Medizinprodukten

In Kliniken fehlen teils Instrumente, die für lebensnotwendige Behandlungen nötig sind. Nicht immer ist Mangel der Grund. Ein kompliziertes Zulassungsverfahren stellt sich ebenfalls als Hindernis heraus. Die Tagesschau am 05.11.2022:
https://www.tagesschau.de/ausland/eu-medizin-ausruestung-101.html

Hochschulmedizin in Cottbus geplant

In Cottbus sollen ab 2024 200 Ärzte pro Jahr ausgebildet werden, für den Aufbau der Hochschule haben sich 21 Partner zusammengeschlossen. Bericht im Tagesspiegel, 07.11.2022:
https://www.tagesspiegel.de/berlin/uni-klinik-statt-braunkohle-ab-2024-sollen-in-cottbus-200-arzte-pro-jahr-ausgebildet-werden-8842855.html

 Hinter Bezahlschranke informiert die Lausitzer Rundschau über die möglichen Gefahren für den Bau der Uni. 07.11.2022:
https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/uni-medizin-cottbus-diese-unbeantworteten-fragen-sind-eine-gefahr-fuer-die-aerzteausbildung-67473131.html

Die Ärzte-Zeitung berichet ebenfalls am 07.11.2022:
https://www.aerztezeitung.de/Nachrichten/Geplante-Uni-Medizin-Cottbus-Akteure-vernetzen-sich-433976.html

ePa im Opt-out-Modus - und andere Pläne vom Lauterbach

Laut wird’s derzeit um Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Und auch Lauterbach selbst wird laut. Ob die verschiedenen Verlautbarungen zur Läuterung so mancher unlauterer Zu- und Umstände hinreichen?

Für die ePa zum Beispiel soll nach dem Willen des Bundesgesundheitsministers ein Opt-out-Verfahren eingeführt werden. Gut, dieses Kunstwort versteht nicht jeder in diesem Zusammenhang auf Anhieb. Das kann ja auch sinnvoll oder gar gewollt sein. Der Ausgangspunkt: Der elektronischen Patientenakte (ePa) fehlt noch das, was man in anderen Zusammenhängen das Coming Out nennen würde. Bislang ist die ePa nur out. Weder Opt noch Coming. Auch weil sie fast nichts kann, so die Spekulation im Handelsblatt am 07.11.2022:
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gesundheit-jeder-soll-automatisch-e-patientenakte-erhalten-lauterbach-bringt-opt-out-verfahren-auf-den-weg/28791320.html

Aber spätestens nach der Erklärung der Opt-out-Funktion ist’s klar. Die Option des Lauterbach lautet: Jedem seine ePa. Per se und im Grundsatz. Wer die ePa nicht will, ist zum Output verpflichtet. Will sagen: Muss Widerspruch einreichen. Oder „Opt out“. Beim Organspendeausweis sprach man noch von der Widerspruchslösung. Die Option, ein Out auszusprechen, ist da doch gleich viel gefälliger. Doch selbst wenn sich das Wort so anhört: „Opt out“ geht nicht auf Knopfdruck. Stattdessen aber gibt es ein Vierstufenmodell. Stufe 1: Wer der ePa nicht widerspricht, der hat sie. Und Stufe 2 bis 4 könnten dann wohl genauso gut als „Opt in“ gekennzeichnet werden. Vielleicht aber darf man sich dort aber dann immer noch outen, das Ganze ist bislang ja überhaupt nur eine Idee, die es zum Gesetzesvorschlag noch bringen muss. In Stufe 2 „opten“ Sie, so der Plan, ob Ihr Arzt Daten einstellen darf, Stufe 3 ist zuständig, wenn der (oder ein?) Arzt eingestellte Daten auch lesen dürfen soll und Stufe 3 ist so etwas wie die „Spenderstufe“. Dort können Sie anonym Ihre Daten an die Forschung spenden. Auf dieser Stufe ruht Lauterbachs ganze Hoffnung, weiß das Handelsblatt.

Nächstes Thema: 240 Millionen Euro will der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach den Kliniken für die Geburtshilfe zur Verfügung stellen. Diese Titelzeile hat, schon rein optisch, einen enormen Output, wenn man Lauterbach googelt. Doch wer diesen Output gründlich auswertet, der  findet daneben auch die Meldung, dass Mütter und Hebammen eine Petition starten. Denn Karl Lauterbach will die Hebammen aus dem Pflegebudget nehmen, heißt es. Die Befürchtung: Wenn dann die Krankenhäuser die Hebammen selbst finanzieren müssen, werden Hebammen durch Pflegekräfte ersetzt, die in der Geburtshilfe und Nachbetreuung unerfahren sind. Der Focus berichtet am 07.11.2022:
https://www.focus.de/gesundheit/news/neuer-finanzierungsplan-streicht-hebammen-aus-dem-pflegebudget-hebammen-starten-petition-gegen-geplante-lauterbach-reform_id_178045121.html

Und dann steht ja noch ein ganz anderes Outing im Raum. Die Kita-Schließungen, so Lauterbachs kürzliche Verlautbarungen, sollen unnütz gewesen sein. Hier sucht nun die Union nach dem großen Opt-out-Schalter und fordert das Urteil einer unabhängigen Expertengruppe. Merkur 05.11.2022:
https://www.merkur.de/politik/corona-massnahmen-virus-pandemie-union-cdu-csu-expertengruppe-lauterbach-gestaendnis-gesundheitsminister-91896226.html

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Die Pest und ihre Folgen für unser Immunsystem

Bestimmte Genvariationen trugen dazu bei, dass Menschen die Pest überlebten oder besonders anfällig dafür waren. Dass die Genvariationen, die für eine gute Immunabwehr gegen die Pest sorgten, sich besonders durchgesetzt haben, ist zu vermuten – und auch von einer Studie bestätigt. Spannend aber: Die Gene, die damals gegen die Pest schützten, haben auch Nachteile. Sie sorgen für Autoimmunerkrankungen. Auch und erst recht heute.

Artikel in National Geographic, 21.10.2022:
https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2022/10/wie-die-pest-bis-heute-unser-immunsystem-beeinflusst?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Wissenschaft.de, 19.10.2022:
https://www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/die-pest-hat-unser-erbgut-gepraegt/

Scinexx, 20.10.2022:
https://www.scinexx.de/news/medizin/genetik-schwarzer-tod-wirkt-bis-heute-nach/

Nachrichten zum Ärztemangel - Kleine Linkliste

Der Ärztemangel bleibt Thema. Immer wieder. Hier einige Artikel nur aus den ersten drei Novembertagen:

Die Tagesschau veröffentlicht am 02.11.2022 einen umfangreichen Bericht zum Ärztemangel. Eine der Erkenntnisse: Für jeden ausscheidenden Arzt müssten rechnerisch 1,2 neue Ärzte eingestellt werden. Denn das Problem hinter dem Ärztemangel ist auch die Arbeitszeit. Zwei Drittel aller angehenden Ärzte sind demnach Frauen. Und die sind, ebenso wie mittlerweile manche Männer, bestrebt, Beruf und Familie gleichzeitig bewältigen zu können. Der Artikel ist zudem noch verlinkt mit ähnlichen Artikeln der Tagesschau zum Thema.https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/aerztemangel-nachwuchs-fachkraeftemangel-kliniken-101.html

Plusminus hat einen Fernsehbeitrag veröffentlicht zum Thema Ärztemangel in den Kliniken. 02.11.2022, 9:05 Minuten:
https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/videos/aerztemangel-100.html

Die Lausitzer Rundschau stellt am 02.11.2022 drei angehende Ärzte, jetzt noch Stipendiaten, vor, die sich verpflichten später in Oberlausitz-Spreewald zu arbeiten. Der Artikel liegt aber hinter Bezahlschranke, ein Gratis-Monat ist möglich.
https://www.lr-online.de/lausitz/senftenberg/aerztemangel-in-brandenburg-drei-angehende-aerzte-schliessen-pakt-mit-dem-osl-kreis-67371593.html

Hannah Lohoff hat für den MDR Experten befragt nach den Ursachen für die derzeitige Übersterblichkeit. Behandlungsausfälle aufgrund von Personalmangel ist einer der Gründe, die sie aufzählt. Artikel von 03.11.2022:
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/hohe-sterberate-oktober-vorsorge-untersuchung-aerztemangel-100.html

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Porzellankistenklügelei für, mit und gegen Kita-Kinder - Erkenntnisse im Rückblick

Ja, hinterher ist man immer klüger. Und ja, der Bundesgesundheitsminister, der die Kitas geschlossen hat, als die Pandemie unaufhaltsam uns erschien, hieß nicht Karl Lauterbach. Es war der andere. Es war Jens Spahn. Und ja, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Das weiß wahrscheinlich auch jeder Bundesgesundheitsminister.

Und in dieser Porzellankiste – quasi die Büchse der Pandoramie – sind die allermeisten Kita-Kinder jetzt zwei Jahre lang groß geworden: Nichts umwerfen, nichts anstoßen, nichts falsch machen, nichts anfassen, nur nicht bewegen. Vorsicht. Mutter. Nein, Vorsicht: Vater Staat. Es war Vater Staat der für die Mütter (und natürlich auch für die Väter) die Lebenswelt der Kinder mit Porzellankisten ausgestattet hat.

Und nun, es ist fast zynisch, stellen Robert-Koch-Institut und die Deutsche Jugendstiftung fest, nachdem sie die nach den ersten Pandemiejahren vorliegenden Ansteckungsdaten ausgewertet haben: Die Schließungen der Kitas waren unnötig. Kitas waren kein Ort der Ansteckung. Und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach lässt diese Erkenntnis derzeit verlautbaren. (Bericht in der Tagesschau, 02.11.2022, https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/corona-studie-109.html).

Wie gesagt: Hinterher ist man immer klüger.

Aber halt! Stopp. Ganz hinten, ganz tief versteckt ist da doch noch eine Erinnerung. Hat es nicht am Anfang der Pandemie immer auch geheißen, dass das Virus die Kinder eher selten trifft? Und dann waren Theorien aus dem Nichts oder aus der Porzellankiste, vielleicht auch aus Pandoras Büchse gewachsen, nach denen die Kinder zwar nicht erkranken, aber das Virus quasi incognito weitergeben. Und dann waren die Kitas geschlossen worden und die Kinder – samt Eltern – in häuslichen Porzellankisten gefangen. (Das englische Fachwort lautet: Home-Office.)

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Kein zweiter Booster für alle

Kein zweiter Booster für alle, lautet die schlichte Empfehlung von STIKO-Chef Thomas Mertens. Der zweite Booster solle auch weiterhin nur für Menschen über 60 Jahre empfohlen werden. Seine Begründung ist deswegen so außerordentlich, weil sie den Alltag mit Corona bereits fest im Blick hat: Die Impfung schütze nicht vor der Infektion, sondern vor einem schweren Verlauf. Und wir alle werden uns in Zukunft immer mal wieder anstecken.

Bericht in der Tagesschau, 24.10.2022:
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/stiko-coronavirus-impfempfehlung-101.html

FAZ, 24.10.2022:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/corona-stiko-chef-will-booster-impfempfehlung-nicht-ausweiten-18410933.html

Prognostisches: Von der Twindemie bis zur schönen Bescherung

Sie macht’s hinter Bezahlschranke. Aber nicht heimlich, mehr so unheimlich, denn die Überschrift dürfen wir kostenlos lesen. „Warten auf die Twindemie“ titelt ZEIT online am 20.10.2022.
https://www.zeit.de/gesundheit/2022-10/corona-winter-grippewelle-impfung-rki?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Wer hat’s erfunden? Das Wort natürlich. Unklar. Schon der WDR winkte am 12.10.2022 mit der sprachlich hübschen Neuschöpfung.
https://www1.wdr.de/nachrichten/corona-und-grippe-kommt-die-twindemie-100.html

Noch früher, nämlich am 09.10.2022 wollte die FAZ Schluss machen. Mit der neuen Leichtigkeit. Die kleine Dachzeile über der Titelzeile erklärt’s schon: Virengefahr in der Twindemie.
https://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/influenza-und-corona-wie-gross-wird-die-virengefahr-im-winter-18369938.html

Die FR bleibt sprachlich eher solide aufgestellt: Sie spricht von der drohenden Grippewelle und den möglichen Doppelinfektionen. An der Twindemie kommt aber auch sie nicht vorbei. Zu schön die Wortschöpfung, um sie ungenutzt vorbeiziehen zu lassen. (19.10.2022)
https://www.fr.de/wissen/grippewelle-grippe-corona-doppelinfektionen-deutschland-winter-schwer-fachleute-impfung-91850721.html

Die Frauenzeitschrift Brigitte stellt sich gleich auf Seite ihrer Klientel. Hier warten nämlich die Expert-Doppelpunk-innen auf die Twindemie. Und Brigitte will’s ganz genau wissen und schiebt gleich in der Überschrift die richtige Frage nach: „Was ist das eigentlich“.
https://www.brigitte.de/aktuell/gesellschaft/corona-im-herbst--expert-innen-warnen-vor-der-twindemie---was-ist-das-eigentlich--13404476.html

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Youtube gründet Label für verlässliche Gesundheitsinformationen

Vorsicht! Die Welt ist voller guter Nachrichten. Da muss irgendein Virus ausgebrochen sein. Aber schaun Sie selbst: Youtube will ein Label einführen für zuverlässige Gesundheitsinformationen. Den dpa-Bericht darüber finden Sie in der Stuttgarter Zeitung vom 18.10.2022:
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.gesundheit-youtube-fuehrt-label-fuer-verlaessliche-gesundheitsinfos-ein.e43eac71-3966-4e1a-9d3a-40afff892168.html

Die Nachricht auch beim RND, 18.10.2022:
https://www.rnd.de/digital/youtube-health-label-fuer-verlaessliche-gesundheitsinformationen-ab-2023-NL6XTZQD7SD45PHSHDOKMILBKM.html

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, nicht wahr?

Aber zu den Fakten: Der Infobereich heißt dann Youtube Health, Deutschland ist das erste Probeland, gestartet wird Anfang 2023, mit dem Zusatz „voraussichtlich“. Gesundheitseinrichtungen, Fachzeitschriften etc. können sich ab 27. Oktober bewerben, wenn sie mitmachen wollen.

Faktisch denke ich aber doch ein wenig darüber nach, warum Deutschland das erste Land ist, in dem Youtube diesen Dienst ausprobiert. Was qualifiziert uns dahingehend? Denn wir sind ja weltweit betrachtet weder typisch noch Prototyp. Geht es bei dem Projekt darum, unsere überall verspottete Zurückhaltung bei der Digitalisierung von Patientendaten und -informationen zu durchbrechen? Qualifizieren uns unsere deutsche Gründlichkeit genauso wie unsere hypochondrischen Fähigkeiten? Oder geht es hier einfach nur um Eroberungen auf dem Datenmarkt? Fragen ohne Ende – vielleicht fallen Ihnen ja auch noch welche ein.

Unverbesserliche Deutsche - coroni, oblada und es kütt, wie es kütt ...

Die Menschen sind unverbesserlich, unvernünftig, unbelehrbar. Das weiß ja jeder. Aber wer hätte das gedacht: Nach gut zweieinhalb Jahren Abstand halten, Maske tragen, ins Testcenter rennen, Selbsttests im Supermarkt kaufen, Hygienespray in der Manteltasche tragen, Einkäufe reduzieren, Krankenhäuser meiden und vielen, vielen anderen sinnvollen und unsinnigen Maßnahmen, sind die Deutschen auf ihre alten Unsitten zurückgefallen: Sie gehen krank zur Arbeit. Auch dann, wenn sie coronapositiv sind. Nein, natürlich nicht alle Deutschen: Aber fast jeder Zehnte! Eine Krankenkasse hat’s festgestellt, die Tagesschau hat’s hinausposaunt (17.10.2022):
https://www.tagesschau.de/inland/krankenkasse-umfrage-krank-zur-arbeit-101.html

Aber hoppla Nummer 1: Wieso nennt die Tagesschau den Namen der Krankenkasse nicht. Doch, tut sie. Und zwar im dritten oder vierten Satz, nicht ohne vorher einzugestehen, dass sie den Bericht der Krankenkasse Pronova BKK aus der Funke Mediengruppe zitiert. Gut, manchmal ist ja Schnelligkeit wichtiger als die Originalquelle. Jedoch: Die Studie ist zwar aktuell, aber nicht brandneu. Die Pronova BKK wirbt natürlich selbst auf eigener Webseite mit ihren Erkenntnissen aus der Studie.

Aber hoppla Nummer 2: Wieso nennt die Pronova BKK in ihrem Eigenbericht über ihre Studie „Arbeiten 2022“ nicht an vorderster Stelle, dass jeder zehnte Deutsche coronakrank zur Arbeit geht? Unzweifelhaft ist doch, dass dieser Nachricht ein hoher Nachrichtenwert zukommt. Doch nein, bei der Pronova BKK selbst erfahren wir, wie viele Deutsche am Arbeitsplatz Maske tragen möchten, wer welche Coronasorgen für den und am Arbeitsplatz hegt – und dass das Homeoffice entzaubert ist. Kein Sehnsuchtsort mehr. Auch eine Nachricht ersten Ranges, sicher (11.10.2022).
https://www.pronovabkk.de/presse/pressemitteilungen/corona-herbst-berufstaetige-wuenschen-erneute-maskenpflicht-und-tests-aber-kaum-homeoffice.html

Die Nachricht, dass jeder zehnte Deutsche sich mit milden Corona-Symptomen zur Arbeit begibt, verbreitet sich natürlich dennoch und erwartungsgemäß wie ein Lauffeuer. Die Kommentare fallen auch genauso aus, wie Sie es erwarten würden. Deswegen zur Übersicht nur eine kleine Linkliste, aber unkommentiert. Sie finden aber deutlich mehr Kommentare und Nachrichten dazu im WWW.

Der WDR sammelt Stimmen von DGB bis zu Krankenhäusern und Seniorenheimen, 17.10.2022:
https://www1.wdr.de/nachrichten/trotz-corona-krank-zur-arbeit-100.html

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Karl Lauterbach befürchtet Klinikschließungen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will sich „schnell und auch wirklich drastisch“ für staatliche Hilfe für Krankenhäuser einsetzen, um eine Pleitewelle zu verhindern. Das „Gießkannenprinzip“ aber lehnte er ab.

Die Tagesschau aus dem „Bericht aus Berlin“, 16.10.2022:
https://www.tagesschau.de/inland/lauterbach-297.html

 T-online (dpa) berichtet darüber aus dem ARD-Magazin „Bericht aus Berlin“. 16.10.2022:
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100066738/karl-lauterbach-gesundheitsminister-warnt-vor-pleitewellen-bei-kliniken.html

Der „Spiegel“, 16.10.2022:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/karl-lauterbach-warnt-vor-drohenden-klinik-schliessungen-a-9ce3b550-d5d9-4ce3-ae0a-719814469084

Die „Welt“, 17.10.2022:
https://www.welt.de/politik/article241625307/Energie-und-Inflationskrise-Lauterbach-warnt-vor-drohenden-Klinik-Schliessungen.html

Bayerische Ärztekammer gegen Förderung von PA-Studiengängen

Die Bayerische Ärztekammer hat auf dem 81. Bayerischen Ärztetag in Regensburg bundesweit 6000 zusätzliche Studienplätze für Humanmedizin eingefordert. Deutlich wandte sich der Ärztetag gegen die Förderung von Studiengängen zum Physician Assistant. Die Studiengänge seien zum einen zu uneinheitlich und zögen zum anderen Kapazitäten der medizinischen Fakultäten ab.

dpa-Bericht im Stern, 16.10.2022:
https://www.stern.de/gesellschaft/regional/bayern/regensburg--aerztekammer-fordert-6000-weitere-medizin-studienplaetze-32821588.html

Ähnlich auch in der Mainpost, 16.10.2022:
https://www.mainpost.de/ueberregional/bayern/bayern/aerztekammer-fordert-6000-weitere-medizin-studienplaetze-art-10940984

Die Pressemitteilung der Bayerischen Ärztekammer formuliert deutlich drastischer als die dpa-Bearbeitung dieser Pressemitteilung und zielt ganz unmittelbar und sofort auf die Studiengänge zum PA. 16.10.2022:
https://www.blaek.de/meta/presse/presseinformationen/presseinformationen-2022/81-bayerischer-aerztetag-tag-2-der-arbeitstagung

"... verzichtet aber diesmal auf allzu drastische Worte"

Die Coronawelle kommt. Im Herbst. Aber: Diese Nachricht ist nicht nur nicht neu, sie wiederholt sich auch seit zwei Jahren. Und so haben Nachrichtenredakteure durchaus ein Problem, wenn Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach versichert: Die Coronawelle kommt. Im Herbst. Ganz bestimmt.

Aber nicht nur für die Nachrichtenredakteure gibt es gute Nachrichten. dpa hat genau auf Wortwahl und Ausdrucksintensität geachtet und lässt uns jetzt wissen: „Gesundheitsminister Lauterbach ruft zu Impfungen und Vorsicht auf, verzichtet aber diesmal auf allzu drastische Worte.“ Na siehste, geht doch. Alte Weisheit: Keine Nachricht ist auch eine Nachricht.

Diese Nachricht, die ja nun genau betrachtet tatsächlich eine eher nichtige bis Nicht-Nachricht ist, lässt sich aber noch ins Positive steigern. Nach der Artikel-Einführung wiederholt der dpa-Text Lauterbachs Satz mit der Vorsicht und den Impfungen in etwas anderen Worten. Und danach lautet der Nachrichtentext: Er „zeigte sich aber mit Blick auf die kommenden Monate auch zuversichtlich.“ Heißt in Lauterbachs Sprache: „Wir werden die Welle im Griff haben.“

So weit der Einstieg in die gute Nachricht. Der Rest ist, was Sie zu Recht von dpa erwarten dürfen: Eine Beschreibung von Lage und Situation, Experteneinschätzungen etc. Ein wirklich fundierter Bericht. Sie finden ihn in den Stuttgarter Nachrichten am 30.09.2022:
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.corona-pandemie-lauterbachs-gute-botschaften-vor-dem-herbst.7729514d-d693-4e92-847f-fe5a20fb837f.html

Doch zurück auf Anfang. „Verzichtet auf allzu drastische Worte“, beschreibt Jörg Ratzsch das Verhalten des Ministers. Vielleicht ticke ich ja nicht richtig, aber die erste Antwort, die mir darauf einfiel, ist eine Uraltwerbung: „Mami, Mami, er hat gar nicht gebohrt.“ Das war der kleine Junge, der begeistert vom Zahnarzt in die Arme der Mutter rannte. Nun liegt es mir fern, in Jörg Ratzsch den kleinen Jungen zu sehen. Aber ich wittere den Pädagogen. Irgendwo beim Zitieren zwischen Ratzsch selbst und Lauterbach. Oder kann ich die Pädagogik deswegen nicht so genau verorten, weil sie über den einleitenden Worten quasi schwebt?

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Kurze Nachrichten zur Grippe

Ab Herbst ist die Grippe-Impfung auch in Apotheken möglich, wenn das Personal dafür geschult ist. Der dpa-Bericht in der Süddeutschen Zeitung, 27.09.2022:
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gesundheit-apotheken-wollen-im-herbst-mit-grippeimpfungen-starten-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-220927-99-916163

Die „Welt“ informierte am 19.09.2022, dass in diesem Jahr eine stärkere Grippewelle erwartet wird. Zudem wird aufgezählt, wer sich gegen Grippe impfen lassen sollte:
https://www.welt.de/gesundheit/article241146591/Influenza-Fuer-wen-eine-Grippe-Impfung-ratsam-ist.html

Auch in der „Welt“: Chinesische Forscher entwickeln Masken mit Sensoren, die die Viruslast von Grippe- und Coronaviren wahrnehmen und weiterleiten. Der Nutzer soll sie dann auf dem Handy ablesen können. Bericht 20.09.2022:
https://www.welt.de/wissenschaft/article241168873/Neue-Technologie-Schutzmaske-warnt-vor-Viren.htm

Vier Bundesländer gegen Isolationspflicht

Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein sind sich einig: Die Isolationspflicht muss weg. Sie fordern von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Abschaffung der Isolationspflicht für Corona-Infizierte ohne Symptome und verweisen dabei auf Österreich, dass eine „Verkehrsbeschränkung“ eingeführt hat. Danach sind symptomfreie Corona-Infizierte verpflichtet, an festgelegten Orten Maske zu tragen, dürfen bestimmte Orte nicht besuchen – haben aber im Grundsatz Ausgang. Lauterbachs Ablehnung kam prompt.

Die Nachricht von dpa in der Tagesschau, 27.09.2022:
https://www.tagesschau.de/inland/corona-isolationspflicht-101.html

… im ZDF, 27.09.2022:
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-bundeslaender-forderung-ende-isolationspflicht-lauterbach-100.html

Drei Krankenkassen beenden Finanzierung des Gesundheitskiosk Billstedt - Lauterbachs Pläne vor dem Aus?

Die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK verlängern ihren Vertrag mit dem Gesundheitskiosk in Hamburg Billstedt nicht. Diese unerwartete Nachricht, so die Meldung in der Ärzte-Zeitung vom 22.09.2022 bedeute für den Gesundheitskiosk das Aus. Der Text in der Ärzte-Zeitung ist umfangreich – und geht auf die Begründungen der Krankenkasse ein.
https://www.aerztezeitung.de/Nachrichten/Gesundheitskiosk-Ersatzkassen-ziehen-sich-aus-Finanzierung-zurueck-432708.html

Auch der NDR berichtet am 22.09.2022. Hier wird am Ende auch die Frage thematisiert, ob dieser Schritt der Krankenkassen eine warnende Antwort an den Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist, der in ganz Deutschland 1000 Gesundheitskioske einrichten will, die von den Krankenkassen getragen werden sollen:
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Krankenkassen-steigen-aus-Billstedter-Gesundheitskiosk-aus,gesundheit320.html

Das Abendblatt beginnt seinen Artikel am 22.09.2022 gleich mit einem Foto von Karl Lauterbach, der erst kürzlich auf Besuch in Billstedt war:
https://www.abendblatt.de/hamburg/hamburg-mitte/article236494017/gesundheitskiosk-hamburg-krankenkassen-streichen-das-geld-billstedt-vorzeigeprojekt-karl-lauterbach.html

Apotheke adhoc am 22.09.2022 geht sprachlich gleich in die Vollen. Deswegen hier als Zitat: „1000 Gesundheitskioske will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bundesweit aufstellen. Die Vertreter:innen der Ärzteschaft und der Apotheken halten das für eine Schnapsidee. Und geht es nach dem Ärzteverband Virchowbund, hat es Lauterbach bislang nur geschafft, einen bestehenden Gesundheitskiosk zu gefährden.“
https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/virchowbund-lauterbach-gefaehrdet-gesundheitskiosk/

Der Tagesspiegel Background, bei dem man sich zum Lesen kostenlos anmelden muss, prophezeit am 23.09.2022 schon vor der Anmeldemeldeschranke, sozusagen als Appetithäppchen, dass der Schritt der Krankenkassen das Aus für Lauterbachs Gesundheitskioske bedeuten könnte:
https://background.tagesspiegel.de/gesundheit/rueckschlag-fuer-lauterbachs-lieblingskiosk

Scholz und Faeser haben Corona

Bundeskanzler Olaf Scholz hat’s und Innenministerin Nancy Faeser hat’s auch. Corona. Scholz leidet nur unter milden Symptomen, zu Faeser gibt es keine konkrete Angabe. Scholz hält sich in Isolation in der Kanzlerwohnung, Faeser zuhause. Bericht in der Tagesschau, 26.09.2022:
https://www.tagesschau.de/inland/bundeskanzler-scholz-corona-101.html

Der Mensch, seine Darmbakterien und ihre Evolution

Darmbakterien sind schon seit geraumer Zeit in den Mittelpunkt der Forschung gerückt. Jetzt stellten Forscher am Max-Planck-Institut in Tübingen fest, dass erstaunlich viele Bakterien aus dem menschlichen Darm sich während der Evolution erstaunlich parallel mit uns mit entwickelt haben. So sehr, dass sie ohne uns nicht könnten. Bericht bei ntv, 20.09.2022:
https://www.n-tv.de/wissen/Uberraschende-Erkenntnis-Darmbakterien-haben-sich-parallel-zum-Mensch-entwickelt-article23596231.html

Die Quarantäne des Bundesgesundheitsministers: Alles korrekt

Aktualisierung 21.09.2022:

Ermittlungen gegen Karl Lauterbach eingestellt, Bericht in der "Welt", 20.09.2022:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article241162581/Karl-Lauterbach-Gesundheitsamt-stellt-Ermittlungen-ein.html

19.09.2022:

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach soll sich zu früh aus der Corona-Quarantäne entlassen haben. Nun haben mehrere Personen Anzeige gegen ihn gestellt, das Gesundheitsamt Berlin-Mitte ermittelt, die Medien berichten …. Der Knackpunkt scheint zu sein, dass man im Land Berlin 48 Stunden symptomfrei sein muss, wenn man die Quarantäne verlässt, Lauterbach aber selbst in der ARD zuvor noch davon gesprochen hatte, zwar negativ getestet, aber nicht ganz fit zu sein. So ist es dem Bericht bei ntv zu entnehmen.

RBB, 16.09.2022:
https://www.rbb24.de/politik/thema/corona/beitraege/2022/09/berlin-mitte-gesundheitsamt-ermittlungen-lauterbach-quarantaene.html

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KBV Praxisnachrichten

Robert-Koch-Institut

Dies ist der RSS Feed des Robert Koch-Instituts zum Epidemiologisches Bulletin.

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09. November 2022
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