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Die Ehe - ein Demenzrisiko? Oder: Die Wissenschaft hat festgestellt ...

Die Ehe, so eine aktuelle Studie der Florida State University, ist ein echtes Risiko – für Demenz. 24000 Teilnehmer, Zeitraum bis zu 18 Jahre, Durchschnittsalter: 71,8. Ergebnis: 21,9 Prozent der verheirateten oder verwitweten Personen entwickelten eine Demenzerkrankung. Von den Geschiedenen oder Unverheirateten waren es nur 12,9 Prozent. Den Bericht zur Studie – und am Ende des Textes auch einen Link zur Studie – finden Sie in der Frankfurter Rundschau vom 12.06.2025:
https://www.fr.de/panorama/langzeitstudie-ehe-schuetzt-nicht-vor-demenz-im-gegenteil-zr-93765039.html

Nun ist guter Rat teuer. Denn bislang war das Gegenteil die herrschende Vorstellung. Nach dem Rat, an dem es nun ja mangelt, kommt das Raten oder Rätseln: Vielleicht, so eine der Thesen, ernähren sich die alleinlebenden Menschen besser, vielleicht haben sie umfassendere soziale Kontakte. Vielleicht aber ist alles auch ganz einfach: In der Ehe fällt die Demenz früher auf. Denn der alleinlebende Mensch hat keinen Partner, bei dem schon die ersten Symptome Argwohn wecken. Vielleicht.

Bevor Sie nun daran denken, Ihre Ehe auf welchem Wege auch immer zu beenden, nur um selbst nicht in der Demenz zu enden, kann ich Ihnen mit einer anderen, ebenfalls neuen, Studie weiterhelfen.

Chip führt nämlich am 26.06.2025 britische Forscher ins Feld – der Link zur Studie ist im Text hinter die britischen Forscher gelegt. Diese Forscher haben herausgefunden, dass Singles im Vergleich zu Verheirateten ein um 42 Prozent höheres Risiko haben, an Demenz zu erkranken, als Eheleute. Verwitwete trifft immer noch ein höheres Risiko von immerhin 20 Prozent:
https://www.chip.de/news/Verheiratet-Dann-haben-Sie-bei-Demenz-einen-klaren-Vorteil_185566079.html

Auch hier bleibt ein Erklärungsversuch nicht aus. Eheleute, so hier die Vermutung, haben nämlich umfassendere soziale Kontakte. Und sie ernähren sich gesünder.

Soso. Sie sehen: Hier sehen Sie auf jeden Fall nichts.

Trotzdem sind beide Texte in gewisser Weise hilfreich: Lesen Sie die Forschungsergebnisse im Chip zu Ende, erfahren Sie: Schlaf ist wichtig. Sport ist wichtig. Spiel ist auch wichtig. Und: Kaffeetrinken hilft. Vor allem den Frauen. Fisch kann auch helfen. Doch hier und am Ende des Textes kommt der Warnhinweis: „Es ist jedoch unrealistisch zu glauben, dass man Alzheimer durch den Konsum von Fischöl-Kapseln oder Fischgerichten verhindern kann.“

Und wenn Sie den Text in der FR intensiv gelesen haben, dann wissen auch Sie: Jegliche Pauschalisierung ist Blödsinn. Denn:

„Gesundheitliche Vorteile gibt es laut den Forschenden nur bei qualitativ hochwertigen Ehen. ,Die Qualität der Ehe könnte in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle spielen‘, so die Studienautoren. Kurz gesagt: Nur glückliche Ehen schützen vor Demenz.“ (Link oben)

Damit liegt an dieser Stelle der gute Rat quasi kostenlos auf der Hand: Bemühen Sie sich um eine „qualitativ hochwertige“ Ehe. Was immer das sein mag und wo bzw. wie auch immer Sie sie erwerben können.

Sollten Sie jetzt immer noch der Frage nachgehen wollen, welchen Einfluss die Ehe auf die Demenzerkrankung hat, die Sie ja vermeiden wollen, hier noch ein paar weitere Links:

Die Apothekenumschau bemüht sich am 30.05.2025 wacker, das Ergebnis der Studie zu erklären, die die Ehe als Demenzrisiko deklariert:
https://www.apotheken-umschau.de/mein-koerper/gehirn-und-gedaechtnis/demenz-risiko-bei-verheirateten-hoeher-als-unverheirateten-was-dahinterstecken-koennte-1323093.html

Die FR hatte tatsächlich bereits am 29.04.2025 über diese Studie berichtet:
https://www.fr.de/wissen/hochzeit-als-demenz-risiko-studie-zeigt-ueberraschende-ergebnisse-93693349.html

Die Berliner Morgenpost ist am 05.05.2025 verblüfft:
https://www.morgenpost.de/ratgeber-wissen/article409175668/demenz-leben-singles-womoeglich-gesuender-neue-studie-verbluefft.html

Im Prinzip landen Sie bei der Suche nach zusätzlichen Infos aber immer nur bei derselben Studie und ähnlichen Zusammenfassungen. Deswegen hier zum Schluss der Link zur Bild. Die schafft es nämlich auch hier, den Sachverhalt so zu vereinfachen, dass Zweifel und Fragen gar nicht nötig sind: „Die Ehe erhöht das Demenz-Risiko!“, verkündet schon die Überschrift. 29.05.2025:
https://www.bild.de/leben-wissen/studie-zeigt-unverheiratete-haben-geringeres-demenz-risiko-683814155f7a8d25a5be74ec

Sollten Sie nun völlig frustriert sein, Ihre Ehe an- oder bezweifeln, deren „qualitative Hochwertigkeit“ nicht erkennen können – und auch sonst keinen Ausweg wissen, kann Ihnen die ZEIT weiterhelfen. Die Ehe schützt Sie nämlich, so deren Informationen, vor allem Möglichen. Vor Depressionen, (hier auch vor Demenz), vor zu viel Alkohol, vor Blutzucker und Diabetes und so weiter, 11.11.2024:
https://www.zeit.de/2024/47/vorteile-ehe-depressionen-schutz-gesundheit

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