Die Unterscheidung der Menschen nach genetischer Herkunft steht aktuell wieder zur Debatte. Welche Unterscheidungen für die Mediziner doch oder doch nicht von Bedeutung sind, diskutiert das Tagblatt (Schweiz) unter der Überschrift: „Das Rasseproblem der Medizin“. Artikel vom 16.07.2020:
https://www.tagblatt.ch/leben/rasse-in-der-medizin-sollen-aerzte-ihre-patienten-je-nach-herkunft-anders-behandeln-ld.1238684
Nachrichten aus dem Gesundheitswesen
Mit Trick arbeiten Forscher in den USA: Sie stellen Nanopartikel her, die die Oberflächen der Zellen imitieren, an denen das Corona-Virus anzudocken pflegt. Die Viren, die darauf „hereinfallen“, richten keinen Schaden mehr an. Der Deutschlandfunk berichtet am 03.07.2020:
https://www.deutschlandfunk.de/kampf-gegen-sars-cov-2-virenfalle-aus-dem-labor.676.de.html?dram:article_id=479860
Wisschenschaftlern ist es gelungen, eine Ersatzgebärmutter für Kaninchen zu züchten und einzupflanzen. Auch Kaninchen wurden schon geboren: Vier von zehn blieben am Leben. So weit, so gut. So kennen wir die Wissenschaft. Nach diesem fetten Vorspann auf wissenschaft.de geht’s nahtlos zum eigentlichen Thema: Sechs Prozent der Frauen haben Gebärmütter, die untauglich sind .... Wer noch mehr lesen will (20.06.2020):
https://www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/eine-gebaermutter-aus-dem-labor/
Auch Deutschlandfunk Nova berichtet am 30.06.2020:
https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/studie-mit-kaninchen-weibchen-eine-ersatz-gebaermutter-aus-dem-labor
In Kenia haben Forscher Möglichkeiten gefunden, Mücken zu immunisieren. Damit wächst im Kampf gegen die Malaria eine Hoffnung von ganz anderer Seite. Zwar wird auch erfolgversprechend nach einem Impfstoff gesucht, die Immunisierung beruht aber darauf, dass den Mücken Mikroben übertragen werden – und sie danach den Malaria-Erreger nicht mehr beherbergen können. Die Tagesschau berichtet am 12.05.2020:
https://www.tagesschau.de/ausland/malaria-heilmittel-101.html
Die Deutsche Welle berichtete ausführlich am 05.05.2020:
https://www.dw.com/de/m%C3%BCcken-darmpilz-verhindert-%C3%BCbertragung-von-malaria/a-53335314
Es mehren sich die Hinweise, dass das Corona-Virus bereits früher in Umlauf gewesen ist, als bislang angenommen. Der Deutschlandfunk berichtet am 06.05.2020 von einem Patienten in Frankreich, der im Dezember an einer Lungenentzündung erkrankte. Der Abstrich, der erst vor kurzem ausgewertet wurde, weise das Corona-Virus nach, so der Bericht:
https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-coronavirus-hat-sich-womoeglich-frueher-in-europa.1939.de.html?drn:news_id=1128029
Weitere Berichte zum Thema finden Sie hier:
Die Welt (05.05.2020):
https://www.welt.de/wissenschaft/article207741571/Corona-Fall-in-Frankreich-schon-im-Dezember-WHO-geht-neuer-Spur-nach.html
Sputniknews (07.05.2020):
https://de.sputniknews.com/panorama/20200507327050120-coronavirus-seit-ende-2019/
Das Zika-Virus hat erstmals in Europa Menschen infiziert – und die Presse gleich mit dazu. In Frankreich sind zwei Infektionen nachgewiesen, in Deutschland auch. Noch zählt die Presse Einzelfälle auf – und malt entweder schwarz oder weiß. Zur Gelassenheit rät der Tropenexperte des RKI unter anderem im Spiegel: Es müsse erst einmal ein Infizierter Reisender auf eine nach Europa ausgewanderte Tigermücke treffen, und dazu müsse es auch noch warm genug sein. Andere Mücken als die Tigermücke könnten das Zika-Virus nicht übertragen. Der Focus hingegen rechnet mit der Spitze des Eisbergs: Da nur 1 Prozent der Erkrankungen wirklich schlimm ausfallen, kommt der Autor des Artikels auf eine hohe Dunkelziffer leichter Erkrankungen – und kann in der Überschrift mit ganz neuen Erkrankungswellen drohen. Bleibt einem also nur, sich selbst ein Bild zu machen. Dazu hier die Linksammlung:
Züricher Forscher haben ein neues Antibiotikum entdeckt, das gramnegativen Bakterien den Garaus machen kann. Der Deutschlandfunk berichtet kurz (24.10.2019):
CeTraMed – Zentrum für Translationale Medizin* lautet der Name eines neuen wissenschaftlichen Zentrums, für das in Jena gerade der Grundstein gelegt worden ist. 2022 soll der Bau fertig sein, erforscht werden sollen interdisziplinär Krankheiten, die dem Alter angerechnet werden. Aber der Auftrag reicht weiter: Die Erkenntnisse sollen in neue Therapieformen oder Diagnoseverfahren münden, die auch beim Patienten ankommen.
Sagen Sie niemals jemandem, der mit der englischen Sprache groß geworden ist, dass Sie im Home Office arbeiten. Im Zweifelsfall nimmt ihr Gegenüber nämlich an, Sie arbeiten im Innenministerium und/oder drücken sich nur schlecht aus. Die ganze Wahrheit lautet: Sie arbeiten von zuhause aus. Working from home – auf Englisch. Mit dieser Formulierung kommen wir der ganzen Wahrheit auch schon beträchtlich näher.
Der eine Bericht steht auf heise.online – der andere, ausführliche, in der Heiseschen Technology Review. Die Technologie: Gentechnik. Es geschah in den USA. Dort wurde mittels Gentechnik das hornlose Rind gezüchtet. Zweifelsohne ein Vorteil für Rind und Mensch, denn nun muss dem Rind das Horn nicht mehr schmerzhaft genommen werden und die Gefahr ist trotzdem gebannt. Unerwarteterweise ist aber das Gen-Taxi, so der schöne Name für das Gen, das das erwünschte Hornlos-Gen an die gewünschte Stelle transportiert, im Körper des Richviechs verblieben. Was es nicht sollte – denn es ist ein Gen für Antibiotika-Resistenz. Das ist zwar unmittelbar noch kein Schaden für Rind und Mensch. Doch möglicherweise ein großer Nutzen für die Darmbakterien der Rindviecher. Die Folge ist spekulativ, aber denkbar.
Die Techniker Krankenkasse hat ihre Abrechnungsdaten ausgewertet – und die Krankheiten von Kindern, die mit Kaiserschnitt zur Welt kamen, verglichen mit denen, die natürlich geboren wurden. Das Ergebnis: Kaiserschnittkinder haben u. a. häufiger Allergien, chronische Bronchitis und Verhaltensstörungen. Die Untersuchung der TK wird von einem Großteil der Presse verarbeitet, hier nur drei Links:
79 Prozent der Deutschen sind zur anonymen – und kostenlosen – Datenspende bereit, wenn sie der medizinischen Forschung dient. Die Umfrage hat Forsa durchgeführt, die Ergebnisse sind bei chronisch Kranken und Gesunden gleich, bei Männern und Frauen ähnlich. Das Ärzteblatt berichtet (29.8.2019):
Forscher des Max-Planck-Institutes wollen mithilfe von Bio-Markern Rückschlüsse auf den zu erwartenden Gesundheitszustand und auf das biologische Alter von Menschen ziehen (20.8.2019):
Berliner Biologen stellen aus Muscheln und Bakterien einen Superkleber her, der zur Behandlung von Wunden und Knochenbrüchen dienen kann, berichtet das Portal Bioökonomie. Seinen Ursprung nahm das Projekt in der TU Berlin, die bereits 2017 darüber berichtete:
- Bildhinweis: Die Chimäre ist in der griechischen Mythologie ein Mischwesen, das griechische Wort bedeutet eigentlich Ziege:
Text Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Chim%C3%A4ra
Bild: Von Lampas-Gruppe - Jastrow (2006), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20086573
In Japan dürfen Tier-Embryonen mit menschlichen Zellen bestückt – und dem Muttertier wieder eingepflanzt werden, berichtet der Spiegel. Neu sei, dass dieses Mischwesen ausgetragen werden dürfe:
Der Chefkorrespondent Wissenschaft in der „Welt“, Norbert Lossau, hält diese Forschung für unbedenklich und nötig (31.7.2019), es gehe nur darum, Bauchspeicheldrüsen oder andere Organe zu züchten. Deutschland solle sich an diesen Forschungen beteiligen:
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article197761289/Japan-Die-Chimaere-macht-Angst-ist-aber-ethisch-unbedenklich.html

Der Jungbrunnen ist offenbar wieder mal gefunden. Nun liegt er im Silicon Valley. Dort soll es Forschern gelungen sein, neun Männer zu verjüngen, berichtet die Zeit. Kein Bad, keine Quelle, kein Mysterium. Die Fantasien der Gegenwart sind da wenig malerisch, sondern ausnahmslos medikamentös. Das Verfahren der Forscher aus dem Silicon Valley soll die Thymusdrüse der Männer regeneriert haben. Die Zeit berichtet essayistisch und packt die Hoffnung auf ein Leben ohne Tod journalistisch von vielen Seiten an (21.7.2019), es finden sich dort auch mehrere Links auf ähnliche Artikel zum Thema:
https://www.zeit.de/kultur/2019-07/verjuengung-silicon-valley-forscher-life-extension-tod-unsterblichkeit?utm_source=pocket-newtab
Die Gentherapie feiert erste Erfolge, die Finanzmedien feiern Firmen und Investitionsmöglichkeiten. Eine Linksammlung quer Beet zum Thema:
Joachim Hofer ist fürs Handelsblatt unterwegs im Forschungslabor von Brainlab – und berichtet nun über die Medizin der Zukunft (16.7.2019) und künftige OPs mit Computerbrille:
Forscher können Stammzellen mithilfe eines Proteins zu embryonenähnlichen Gebilden verwandeln. Am Anfang ähnelten diese Gebilde zehn Tage alten Embryos, auch weitere Entwicklungsschritte würden vollzogen, heißt es in der Süddeutschen Zeitung. Selbstverständlich, so die Forscher, werde kein Mensch daraus. Wahrscheinlich auch kein Frankenstein. Eher schon ein willkommenes Forschungsobjekt. Am Ende steht die ethische Frage, wie lange man diese „Produkte“, die bei den Wissenschaftlern „Werkzeuge“ heißen lebenlassen darf, soll, kann, muss.
In Köln wird heute (8.7.2019) ein neues Alzheimer-Präventsionszentrum (KAP an der Uni eröffnet. Die Forscher wollen Menschen ab 50 Jahren in den Blick nehmen und mit Präventionsmaßnahmen beginnen, wenn Auswirkungen von Alzheimer noch nicht eingetreten sind.
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