NACHRICHTENPORTAL

Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Studie zur Beatmung im Krankenhaus - ein Kommentar

Eine Studie, die Forscher rund um einen Intensivmediziner der Lungenklinik in Köln-Merheim veröffentlicht haben, macht gerade medial die Runde (Links folgen unten). Ausgezählt wird in der Studie im Ländervergleich, wie viele alte und sehr alte Patienten in Krankenhäusern mechanisch beatmet werden. Das Ergebnis: Deutschland und die USA liegen da ganz weit vorn. Genau gesagt: Jeder zehnte Deutsche stirbt am Beatmungsgerät.

Nun ist eine solche Studie an sich ja eher eine Zusammenstellung und ein Vergleich von statistischem Material. Und tatsächlich kommt diese auch Studie zum Ergebnis, dass die Unterschiede zwischen den Ländern eklatant sind. Aber: Diese Studie fällt eben auch mitten in die Krankenhausreform, und die Berichte in den Medien über diese Studie weisen darauf hin, dass in Deutschland viele bis sehr viele alte Menschen nicht mehr friedlich zuhause sterben (können) und dass die Beatmung den Kliniken viel Geld bringt. Der Kausalzusammenhang wird nahegelegt – und nur manchmal relativiert: Möglicherweise, so ein anderer Begründungsversuch, der nicht in Geldgeschäften landen will, leiden in Deutschland ja auch mehr Menschen unter den Folgen des Rauchens.

Aber ja: Es wird stimmen, die Beatmung von Menschen bringt den Krankenhäusern Geld (übrigens vor, während und nach Corona mit kaum geänderter Patientenanzahl). Und ja: Es ist schlimm, dass das Sterben an Würde und vor allem an der Vertrautheit des Zuhauses verliert. Die Beatmungsmaschinen tragen daran aber wohl kaum die Schuld. Mit Sicherheit wird kein Sterbender ursächlich den Beatmungsgeräten und den Krankenhäusern überlassen, um den Kliniken Geld zu verschaffen. Und mit Sicherheit liegt das Problem des Sterbens am Beatmungsgerät ganz woanders: Wir können den Tod nicht zulassen. Auch weil in den Familien weder Platz, Zeit, noch Möglichkeit vorhanden sind, die Eltern, Großeltern, Urgroßeltern – oder die Unverheirateten, die Witwer und die Singles zuhause im Sterben zu begleiten. Die Krankenhausstruktur ersetzt ja das, was gar nicht mehr vorhanden ist: die Familie, die Zeit hätte, den Sterbenden über Tage des Sterbens hinweg zu begleiten. Die schlimmste Wahrheit ist bestimmt: Da ist keine Zeit mehr und kein Raum für den Tod - außer im Krankenhaus.

Ja, es ist richtig, dass es nicht richtig ist, das Sterben ans Beatmungsgerät zu legen. Aber es ist auch richtig, dass es höchst seltsam ist, wie unisono gerade jetzt die Presse gerade dieses Lied singt, wo die Krankenhausreform des Bundesgesundheitsministers dringend selbst eines Beatmungsgerätes bedürfte.  

FAZ, 14.06.2024:
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/studie-jeder-zehnte-in-deutschland-stirbt-beatmet-im-krankenhaus-19788047.html

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Studie zu Xylit: Risiko für Herzprobleme erhöht

Xylit oder Birkenzucker wird gerne als Alternative zum Zucker gepriesen, verliert aber gerade auch seinen guten Ruf. Einer Studie zufolge kann er zu Herzproblemen und Schlaganfällen beitragen. Hier die aktuellen Links:

RND fragt nach der Studie und nach den Alternativen. 12.06.2024:
https://www.rnd.de/gesundheit/xylit-wie-gefaehrlich-ist-die-zucker-alternative-TNHKFTYEOZG4PE2QYZ2RD43R5Y.html

Focus, 13.06.2024:
https://www.focus.de/experts/von-wegen-gesundes-xylit-infarkt-und-schlaganfall-drohen-studie-zeigt-dass-birkenzucker-dem-koerper-eher-schadet_id_260029365.html

Rheinische Post, 12.06.2024:
https://rp-online.de/leben/gesundheit/charite-studie-das-toedliche-risiko-von-suessungsmittel-xylit-v2_aid-114099521

Bild, 12.06.2024:
https://www.bild.de/leben-wissen/zucker-ersatz-xylit-kann-herzprobleme-und-schlaganfall-verursachen-66696647280c0f5a5ed54d3e

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Der kleine Unterschied - nicht nur beim Herzinfarkt von großer Bedeutung

Dass der Herzinfarkt bei Frauen andere Symptome zeigt als bei Männern, ist das Standardbeispiel: In der Medizin ist der Unterschied zwischen Frauen und Männern eben doch größer. Seit Jahren weisen Mediziner darauf hin. Das Stichwort: Gendermedizin.

Hier ein paar aktuelle Links:

Der NDR veröffentlicht am 03.05.2024 unter der Rubrik ARD1gesund zwei Web-Seiten mit langem, gut gegliedertem Text und Filmbeiträgen. Die beiden Seiten unterscheiden sich vom Aufbau, haben aber eine ziemlich große Schnittmenge:

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Herzinfarkt-bei-Frauen-Symptome-anders-als-bei-Maennern-,frauenherzen100.html?at_medium=mastodon&at_campaign=NDR.de

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Herzinfarkt-bei-Frauen-Symptome-anders-als-bei-Maennern-,frauenherzen100.html?at_medium=mastodon&at_campaign=NDR.de

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Krebsforschung im alten Ägypten

Entweder sie haben versucht, ein Krebsgeschwür aus seinem Kopf zu schneiden – oder sie haben sich nach seinem Tod Kenntnisse über den Krebs aneignen wollen. Ein 4000 Jahre alter Schädel gibt Anlass zu Vermutungen und Erkenntnissen über den medizinischen Kenntnisstand der alten Ägypter.

SWR, 06.06.2024:
https://www.swr.de/wissen/aegypten-aelteste-krebs-operation-vor-ueber-4000-jahren-100.html

Geo, 03.06.2024:
https://www.geo.de/wissen/forschung-und-technik/sensationsfund--alte-aegypter-versuchten--krebsgeschwuere-zu-entfernen-34754920.html

Spiegel, 30.05.2024:
https://www.spiegel.de/wissenschaft/archaeologie-bahnbrechender-fund-aerzte-versuchten-vor-4000-jahren-krebsgeschwuer-zu-entfernen-a-cf00486a-2004-4ffa-9956-10140b158aaf

Damals.de, 29.05.2024:
https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/krebsbehandlung-im-alten-aegypten/

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USA: Patient mit Schweineniere aus dem Krankenhaus entlassen

In den USA hat der erste Patient, dem eine – genetisch veränderte – Schweineniere eingepflanzt wurde, nach drei Wochen das Krankenhaus verlassen:

Stern, 04.04.2024:
https://www.stern.de/panorama/wissen/medizin--usa--patient-mit-schweineniere-aus-dem-krankenhaus-entlassen-34598792.html

Süddeutsche Zeitung, 04.04.2024:
https://www.sueddeutsche.de/wissen/medizin-usa-patient-mit-schweineniere-aus-dem-krankenhaus-entlassen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-240404-99-559254

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Zum Tod von Paul Alexander

Er gilt als der letzte Mensch, der mit Eiserner Lunge gelebt hat. Nun ist er gestorben. Die Bild nennt Corona als Ursache, die allermeisten anderen Medien nennen keine Ursache. Paul Alexander ist 78 Jahre alte geworden. Man hatte seinen Tod befürchtet, als er mit sechs Jahren an Kinderlähmung erkrankte. Eine kleine Linksammlung.

Die Bild-Zeitung wartet mit einer Reihe eindrucksvoller Bilder aus dem Leben Alexanders auf, 13.03.2024:
https://www.bild.de/ratgeber/wissenschaft/ratgeber/paul-alexander-ist-tot-letzter-mensch-mit-eiserner-lunge-gestorben-87500292.bild.html

Der Spiegel veröffentlicht Alexanders Geschichte, genauer gesagt, sind es Geschichten und Geschichtchen, die ein Lebensbild zeichnen, am 14.03.2024:
https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/paul-alexander-ist-tot-der-wohl-letzte-mensch-der-in-einer-eisernen-lunge-lebte-gestorben-a-3312ed7c-04af-4aa4-a625-0d1d6c3a492c

Kölner Stadt-Anzeiger, 14.03.2024:
https://www.ksta.de/panorama/mann-mit-der-eisernen-lunge-nach-70-jahren-in-metallroehre-gestorben-1-757217

ZDF, 13.03.2024:
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/paul-alexander-polio-eiserne-lunge-usa-tot-100.html

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Neues Forschungsgebäude an der Uniklinik Köln

An der Uniklinik Köln wurde ein neues Forschungsgebäude eröffnet. Hier arbeiten künftig Medizhiner zusammen, die zu Infektionskrankheiten und Onkologie forschen. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet am 11.03.2024:
https://www.ksta.de/koeln/lindenthal/suelz/medizin-neues-forschungsgebaeude-der-uniklinik-koeln-eroeffnet-755996

Die Uniklinik berichtet hier, 11.03.2024:
https://www.uk-koeln.de/uniklinik-koeln/aktuelles/detailansicht/ministerin-ina-brandes-eroeffnet-forschungsgebaeude-trio/

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Lesetipp - eine kurze Geschichte der Krebsbehandlungen

Irgendwie auch tröstlich: Der Krebs ist älter als die Menschheit, so die dringende Vermutung. Wie die Menschheit dem Krebs auf die Spur kam, die alten Ägypter ihn schon zu operieren versuchten, worauf der Name der Krankheit mutmaßlich zurückzuführen ist, berichtet Lisa Lamm in National Geographic am 02.02.2024. Mehrere Bilder, ein Link zu einem Artikel zur Krebsrate vor der Industrialisierung usw. Kurz: Super für den schnellen Überblick, schön zu lesen. Vielleicht dann aber doch wieder zu kurz:
https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2024/01/wie-die-menschen-krebs-entdeckten-medizin-krankheit?utm_source=pocket-newtab-de-de

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Neues (und Altbackenes) vom Speiseplan der Steinzeitmenschen

Nein, so was aber auch: Forschungen aus den Anden legen nahe, dass die Steinzeitmenschen bei weitem nicht so viel Fleisch aßen, wie wir denken und dachten. „Spektrum“ hat über diesen Sachverhalt die wunderschöne Überschrift gesetzt: „Steinzeitmenschen jagten vor allem Kartoffeln“. Schlüssig eigentlich: Denn Kartoffeln – auch wenn wilde Kartoffeln gemeint sind – laufen gemeinhin nicht weg. Der Verdacht hätte also durchaus auch schon früher naheliegen können. Aber so ist das mit der Vergangenheit: Sie wirft immer auch ein Licht auf den Zeitgeist, in dem die Forscher der Gegenwart leben. Zurzeit aber isst der Mensch des Zeitgeistes eher fleischlos. Ob da die Forschung Zufall ist, die Forscher fanden, was sie suchten, oder die Forscher bereit waren, dort zu suchen, wo bislang niemand hatte sehen wollen? Die Frage ist müßig. Und die Erklärung, dass pflanzliche Nahrungsreste schneller verschwunden sind als Überbleibsel von der Jagd (Knochen, Werkzeug) ist ja nachvollziehbar.

Sollten Sie Lust haben, Ihr Weltbild ein wenig neu zu justieren: Der Artikel im „Spektrum“ ist vom 26.01.2024:
https://www.spektrum.de/news/ernaehrung-steinzeitmenschen-jagten-vor-allem-kartoffeln/2205431?utm_source=pocket-newtab-de-de

Diese Entdeckung, die Forscher in den Anden machten, hat natürlich Folgen. Auch für den Zeitgeist. Nun nämlich zieht im Zusammenhang mit dieser Forschung zum Beispiel die Paläo-Diät wieder erhöhte Aufmerksamkeit auf sich. Die Ernährungsform, die sich an der Ernährung der Steinzeitmenschen ausrichten will und trotz unseres Zeitgeistes sehr fleischlastig ist – vielleicht ist ja tatsächlich auch der Trotz hier der Vater der Gedanken – beruhe damit möglicherweise auf völlig falschen Annahmen. Diesen Aspekt nimmt vor allem ein Artikel auf „Utopia“ in den Blick. 29.01.2024:
https://utopia.de/news/forscher-kritisiert-paleo-diaet-studie-zweifelt-fleischkonsum-der-steinzeit-an_641122/

Frei von diesen und auch von anderen Forschungsergebnissen schwebt ein Artikel auf „Familie.de“ eher unter den Wassern als darüber. Die Autorin ist bemüht, uns das Nahrungsmittelangebot des Nicht-Supermarktes der Steinzeitmenschen darzulegen. Das war, so informiert sie uns, sehr fleischlastig – und deswegen, diesen Schluss legt der Text gleich zu Anfang nahe, starben die Menschen damals nicht nur wegen mangelnder Hygiene ziemlich jung, sondern auch aufgrund ihrer einseitigen Ernährung. 70 Prozent Fleisch, alle Nahrungsmittel roh – das Feuer war noch nicht gefunden, so die gedankliche Grundlage dieses Textes. Womit die Autorin allerdings mit Sicherheit tatsächlich recht hat: Im mitteleuropäischen Raum gab es keine Kartoffeln. Möglicherweise aber doch etwas mehr als nur Wurzeln und Beeren? Und wieso nimmt die Autorin an, die Steinzeitmenschen hätten ihre Nahrung nicht kochen können? Wann die Menschen anfingen, Feuer entzünden zu können, ist wissenschaftlich umstritten. Aber dass der Steinzeitmensch das Feuer bewahren konnte, das ihm die Blitze bescherten, steht außer Frage.

Brot, Zucker und Nudeln, weiß die Autorin weiter, ohne die Quellen ihres Wissens in irgendeiner Form preiszugeben, gab es in der Steinzeit natürlich nicht, sondern teilweise erst im Mittelalter. Auch das ist nicht richtig. Zumindest, was das Brot betrifft: Es ist nachgewiesen spätestens seit der mittleren Altsteinzeit – und offensichtlich wurde das Getreide dafür erhitzt. Auf jeden Fall haben die Menschen der Altsteinzeit längst Brot gebacken, bevor sie Getreide ausgesät haben. Diese Info findet sich bei den Bäckern, bei Wikipedia und ganz gewiss an vielen anderen Stellen, wenn man denn recherchiert. Vielleicht hat die Autorin des „Familien“-Artikels auch recherchiert – aber dann an ganz, ganz  anderen Stellen. Vielleicht war ihr auch die Bitte des Vaterunsers „Unser täglich Brot gib uns heute“ gar nicht vertraut. Gut, Jesus ist kein Mensch der Steinzeit, ein Mensch des Mittelalters aber auch nicht.

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Hoffnung auf Plastikfresserchen

Pilze im Ozean – die dann auch noch die Weichmacher aus Plastikmüll verstoffwechseln. Das ist der Stoff, aus dem derzeit die Träume sind. Und vielleicht werden ja Träume auch manchmal wahr.

Der MDR berichtet am 22.01.2024 über die Forschung der Ozeanografen – mit Links zu Publikationen zum Thema:
https://www.mdr.de/wissen/news/ozean-pilze-koennen-weichmacher-verwerten-100.html

Über chinesische Forschungen in Küstensalzwiesen hatte scinexx im Mai 2023 berichtet. Die Rede ist dabei von „Plastikgourmets“. 24.05.2023:
https://www.scinexx.de/news/biowissen/viele-neue-plastikfressende-pilze-und-bakterien-gefunden/

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Unser Darm und unsere Persönlichkeit - kurze Überblickstexte

Der Darm und das Gehirn kommunizieren miteinander. Das ist schon lange klar. Nicht ganz klar ist, was sie wie miteinander austauschen und warum. Ein kompliziertes Dialoggeflecht. Aber es gibt beeindruckende Erkenntnisse über den Zusammenhang der Konstellation der Darmbakterien mit der Psyche. Die Tagesschau hat am 23.12.2023 – dieses Datum wird ja Absicht sein – das gegenwärtige Wissen zusammengefasst. Nicht alles ist neu, der Artikel aber kompakt und umfassend zugleich:
https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/darm-hirn-achse-100.html?utm_source=pocket-newtab-de-de

Auch die „Rechtsdepesche für das Gesundheitswesen“ diskutiert den Darm ebenfalls gern zu den Festtagen. Auch dieser Artikel zielt mehr so auf den zusammenfassenden Überblick:
https://www.rechtsdepesche.de/unser-darm-ein-unterschaetztes-superorgan/

Das österreichische Portal gesund24 verweist auf eine Studie, die die Struktur des Mikrobioms mit der Denkfähigkeit von Kindern vergleicht – mit der Erkenntnis, dass Mikroben einen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns haben. Dieser Artikel ist vom 27.12.2023:
https://www.gesund24.at/studie-zeigt-verbindung-zwischen-mikroben-im-darm-und-denkleistung-von-kindergehirnen/580118352

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Oh Schneck, lass nach! Eine kleine kosmetische Zeitreise

So unbeliebt die Schnecke im Garten ist, so beliebt ist sie, vielleicht sogar seit Menschengedenken, in der Kosmetik. Ein Geheimtipp, der in den Foren des Internets längst nicht mehr geheim geblieben ist, ist Seife mit Schneckenschleim. Die ist offenbar so beliebt, dass Sie sie selbst bei einer Supermarkt-Kette für 4,43 Euro online kaufen können. Reich an Allantoin, Collagen und Elastin – und von großem Nutzen für die Haut, heißt es dort. Sie können aber auch bei einem Anbieter mit edlerem und sprachlich anspruchsvollerem Auftreten 8,99 Euro für ein 150-Gramm-Stück zahlen. Dort wird Ihnen auch zusätzlich zur Seife und Gesundheit noch das Erlebnis verkauft: „Genießen Sie beim Duschen mit Schneckenschleim Naturseife den doppelten Schub natürlicher Wirkstoffe!“ und etwas weiter: „Beginnen Sie jetzt Ihre Reise zur schönen Haut!“

Damit Sie nicht denken, ich will Sie jetzt vergackschnecken oder verschneckeiern, hier der Link:
https://www.hamamworld.de/products/schneckenschleim-seife?variant=43617781219595&currency=EUR&utm_medium=product_sync&utm_source=google&utm_content=sag_organic&utm_campaign=sag_organic&gad_source=1&gclid=Cj0KCQiA35urBhDCARIsAOU7QwmdNyTwhblNjG8U5xSK3DRk6ljb5us2K5gUxT7klTQ8GN7AZJxFYCsaAqtzEALw_wcB

Es geht aber sprachlich noch viel mehr: Schneckenschleim ist nämlich, glaubt man Nume-Lab, der „heilige Gral der Hautpflege“:
https://www.nume-lab.com/de/schneckenschleim-extrakt-hautpflege/

Vielleicht sind die Angebote ja deswegen so zahlreich. In Drogerien, Online-Apotheken, als Creme, als Lotion, als Seife, als Salbe, als Duschgel, in Flaschen, in Tuben, in Stücken, in Dosen, edel, in Papier ….

Aber: Neu ist dieser Trend ganz und gar nicht. Vielleicht hat ja auch schon Cleopatra hin und wieder statt in Eselsmilch in Schneckenschleim gebadet, wer weiß? Das Nationalmuseum der Schweiz weiß zumindest ganz genau – von Ovid und Plinius – was die Römerin dafür getan hat, damit ihr Antlitz schön bleich bleibt: ein Pulver aus getrockneten Schnecken gemischt mit Saubohnenmus half da weiter. Und da das Nationalmuseum noch mehr schöne Dinge weiß, gibt es hier den Link zum Weiterlesen:
https://blog.nationalmuseum.ch/2017/03/lehmpackungen-und-eselsmilch-fuer-glatte-und-faltenlose-haut/

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Die Pille, die Licht in den Darm bringt

Hightech zusammen mit E.coli in einer Pille. Was soll das? Die E.coli-Bakterien fangen an zu leuchten, wenn sie auf bestimmte Moleküle treffen, die Pille enthält zugleich eine Fotozelle und kann Funksignale abgeben. Diese Signale kann der Arzt deuten – und kann den Zustand des Darms bzw. der Darmkrankheit seines Patienten daraus ablesen. Keine Zukunftsmusik. Das ganze Abenteuer ist nachlesbar auf „heise online“, 23.10.2023:
https://www.heise.de/hintergrund/Mit-Mikroben-gefuellte-Pille-soll-Entzuendungen-im-Darm-aufspueren-9341122.html

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Neue Erkenntnisse zur Ursache von Parkinson

Eine mögliche Ursache für die Erkrankung an Parkinson könnte im Darm liegen. Der Focus berichtet am 17.10.2023:
https://www.focus.de/gesundheit/winziges-teil-unseres-koerpers-forscher-entdecken-moegliche-parkinson-ursache-im-darm_id_224101457.html

Focus beruft sich dabei auf einen Artikel im Wissenschaftsmagazin Scinexx. Der erschien am 13.10.2023 hier:
https://www.scinexx.de/news/medizin/moeglicher-ausloeser-fuer-parkinson-entdeckt/

Die Augsburger Allgemeine nimmt das Thema am 19.10.2023 auf:
https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/parkinson-forscher-entdecken-moegliche-ursache-im-darm-19-10-2023-id68216606.html

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"Long Cold" - Wenn die Erkältung geht und Symptome bleiben

Manchmal scheint es, als seien Sprachbilder nicht in andere Sprachen zu übertragen. Britischer Forscher haben festgestellt, dass es nicht nur Long Covid gibt, sondern etwas, das sie Long Cold nennen. Nicht so schlimm wie Long Covid, aber im Prinzip dasselbe Phänomen: Die Erkältung ist weg – die Krankheit bleibt. Schlimm wird’s in der sprachlichen Übertragung – und da treibt der MDR seinen ganz eigenen Spaß und setzt den „Long Schnupfen“ in die Überschrift.

Nichtsdestotrotz verdient der Artikel, der die Ergebnisse einer englischen Studie aufzeigt, Aufmerksamkeit. Auch weil am Ende das Forschungsinteresse deutlich benannt wird: Im Windschatten von Long Covid hoffen die Atemwegserkrankungsforscher auf Aufmerksamkeit und vor allem Unterstützung für ein Phänomen, das bislang auch wegen seiner Verschiedenartigkeit wissenschaftlich noch nicht umfassend erforscht ist.

MDR, 09.10.2023:
https://www.mdr.de/wissen/long-covid-es-gibt-auch-long-schnupfen-100.html

„Long Cold ist das neue Long Covid“, titelt die Bild-Zeitung – und hat sich damit an alle Regeln gehalten, die es für gute Schlagzeilen gibt. Die Doppelung von Lo und Co bietet sich ja nahezu an. Doch liegt es andererseits auch nahe, dass der Long Cold wenig neu ist. Allenfalls wurde hier ein Kind zur Taufe getragen, das schon lange namenlos war.  09.10.2023:
https://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/gesundheit/wenn-erkaeltungen-nicht-enden-wollen-long-cold-ist-das-neue-long-covid-85664634.bild.html

Der Focus berichtet am 10.10.2023 über die Studie aus England:
https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/long-covid-vs-long-colds-auch-nach-normaler-erkaeltung-koennen-spaetfolgen-auftreten_id_222127816.html

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Lesenswertes zur Vergabe des Nobelpreises für Medizin

Katalin Karikó und Drew Weissman bekommen in diesem Jahr den Medizin-Nobelpreis. Beide haben mit ihren Forschungen die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe gegen Corona ermöglicht. Das Nobelpreis-Komitee in Stockholm verbindet mit der Preisverleihung auch die Hoffnung, Impf-Skeptiker zur überzeugen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach betont den Erfolg, zu dem die Forschungen der beiden Wissenschaftler beigetragen haben.

Ausführlicher Bericht über Forschungsgeschichtliches und die privaten Reaktionen der beiden Wissenschaftler beim BR, 02.10.2023:
 https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/medizin-nobelpreis-fuer-mrna-forschende-kariko-und-weissman,TrVENj0

Auch die Tagesschau berichtet ausführlich – mit einem Ausblick auf die Hoffnung über neue Grippe-Impfungen und Hilfe im Kampf gegen Krebs. 02.10.2023:
https://www.tagesschau.de/wissen/nobelpreis-medizin-mrna-forschende-100.html

Joachim Müller-Jung kommentiert in der FAZ unter der Überschrift: „Gegen die tauben Reflexe der Impfverschwörer“, 02.10.2023:
https://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-nobelpreis-2023-gegen-die-tauben-reflexe-der-impfverschwoerer-19215627.html

Die ZEIT, 02.10.2023:
https://www.zeit.de/gesundheit/2023-10/medizin-nobelpreis-fuer-grundlagenforschung-zu-corona-impfstoffen

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Schritt für Schritt dem Tod davonlaufen ...

„Wer früher stirbt, ist länger tot.“ Dieser Wortwitz hat einige Jahrzehnte auf dem Buckel, also habe ich vielleicht eine Chance, dass ihn jemand noch nicht kennt. Dieser Wortwitz, der das Lächeln bei den meisten Zuhörern ziemlich schnell sterben lässt, weil er so langweilig wie irrsinnig ist, ist aber deutlich mehr, als nur bedingt witzig. Er ist nämlich auch sprachkritisch. Denn: Was ist früh? Was ist lang? Und was überhaupt bedeutet Zeit? Und welche Relevanz hat dieses Zeitverhältnis im Angesicht des Todes?

Ziel meiner Erörterung ist ein Artikel über eine Studie zu den Schritten, die wir alle täglich machen sollten. Die gute Nachricht vorweg: Überraschend ist herausgekommen, dass wir mit 4000 täglichen Schritten auch schon ganz enorm weiterkommen. Das Zitat, auf das ich Sie vorbereiten wollte, kommt jetzt:

„Die im Fachjournal „European Journal of Preventive Cardiology“ veröffentlichte Studie ergab, dass schon mindestens 3.967 Schritte pro Tag das Risiko verringern, an irgendeiner Krankheit früher zu sterben.“

227 000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind Ihnen für dieses Ergebnis schon mal viele Schritte vorausgegangen. Aber es geht noch viel konkreter: 1000 Schritte pro Tag senken das Risiko, an irgendeiner Krankheit früher zu sterben, um 15 Prozent, 500 Schritte um sieben Prozent.

Nichts gegen die Studie, die habe ich nicht einmal gelesen. Aber der Text über die Studie macht mir reichlich Freude. Gerne, so die Berichterstatter, dürfen wir auch mehr als 20000 Schritte täglich gehen – je mehr, desto besser.

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Schmerz lass nach: Instektenstiche

Bei der Wahl dieses Themas habe ich wohl mitten ins Schwarze getroffen. Mitten im Sommer sind nämlich die Medien voller guter Ratschläge zum Umgang mit Insektenstichen. Und auch nachrichtlich haben sie einiges zu bieten. Weit entfernt von irgendeiner Vollständigkeit hier eine nur kurze Linkliste.

In Nordrhein-Westfalen häufen sich heftige Reaktionen auf Insektenstiche. Die Helios-Klinik in Oberhausen, mit Allergie-Netzwerk, trägt dafür mehrere Gründe zusammen. Trotzdem macht der Focus aus der Häufigkeit gerne ein Mysterium. Alternativ auch ein Rätsel.

Artikel vom 01.08.2023:
https://www.focus.de/panorama/welt/seltsame-entwicklung-in-nrw-insektenstiche-stellen-klinikaerzte-vor-raetsel_id_200469476.html

t-online wartet am 20.07.2023 mit einer Insektenstich-Schmerz-Skala auf – und geht der Frage nach, welches Tier denn weltweit die schmerzhafteste Stichwirkung hat. Mit Fotos einiger der Übeltäter:
https://www.t-online.de/gesundheit/gesund-leben/id_90396428/biene-wespe-und-co-das-sind-die-schmerzhaftesten-insektenstiche-der-welt.html#

Der Westfälische Anzeiger hatte sich schon am 27.07.2023 dieses Themas angenommen:
https://www.wa.de/nordrhein-westfalen/massenhafte-insektenstiche-nrw-aerzte-helios-klinik-oberhausen-wespe-hummel-biene-muecke-hornisse-92426816.html

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Wenn die Hoffnung nicht gut wird - Artikel zum Thema Kinderwunsch(behandlung)

In dem Dilemma zwischen Kinderwunsch und ausdauernder Kinderlosigkeit kann die Medizin nicht immer weiterhelfen, auch wenn sie den Anspruch hat. Eine Forschungsgruppe der europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin hat Tests und Behandlungen, die angeboten werden, untersucht und bewertet. Das Ergebnis: Vieles ist unnötig, einiges nicht hilfreich und manches möglicherweise schädlich. Der BR berichtet am 03.07.2023:
https://www.br.de/nachrichten/wissen/kinderwunsch-medizin-die-meisten-zusatzleistungen-sind-unnoetig,TieYDol

Einen ganz anderen Blickwinkel nimmt die Passauer Neue Presse in ihrem Artikel vom 19.05.2023 ein. Hier geht es um das Spannungsfeld innerhalb der Beziehung: Was, wenn der eine ein Kind will und die andere nicht – oder umgekehrt:
https://www.pnp.de/nachrichten/panorama/unerfuellter-kinderwunsch-wenn-frauen-anfangen-ihren-partner-zu-hassen-11213708

Zahlen, Erfolge, Statistiken zur Kinderwunschtherapie und mögliche Gründe für ungewollte Kinderlosigkeit sammelt ein Artikel auf der Seite der Tagesschau vom 20.11.2022:
https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/kinderwunsch-spermien-zahl-101.html

Einen beeindruckenden, sehr persönlichen, Bericht vom psychologischen Spannungsfeld, in die die ungewollte Kinderlosigkeit führen kann, hat Carlotta Welding für die ZEIT verfasst. Sie schreibt mit Humor ihre eigene Geschichte, spickt sie aber auch mit Zahlen und Infos. Unbedingte Leseempfehlung! Artikel vom 23.06.2023:
https://www.zeit.de/kultur/2023-06/unerfuellter-kinderwunsch-psychologie-behandlung-partnerschaft

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Menschliche Embryonen aus dem Labor?

„Künstliche menschliche Embryonen im Labor erschaffen“, titelt die Süddeutsche Zeitung am 17.06.2023. Zwei konkurrierende Forscherteams hatten sich, so die Süddeutsche ein „wissenschaftliches Wettrennen“ geliefert. Nachdem der Aufruf zur ethischen Debatte dann im ersten Satz abgearbeitet ist, erfahren wir im Laufe des Textes, dass man sich diese Embryonen als Zellhaufen vorstellen muss. Weder mithilfe einer Gebärmutter noch mithilfe von Labortechnik könne ein Mensch daraus erwachsen. Doch für die regenerative Medizin seien solche Klone gewiss von großem Nutzen:
https://www.sueddeutsche.de/wissen/embryonen-stammzellen-1.5941201

Die Süddeutsche Zeitung verweist auf Fachartikel, die mittlerweile veröffentlicht, aber noch nicht von Fachleuten überprüft worden seien. Dem Link kann man von der Nachricht aus folgen.

Auch die ZEIT spricht von einem Wettrennen und veröffentlich ein Interview mit einem Humangenetiker zu dem Thema, 17.06.2023:
https://www.zeit.de/wissen/2023-06/menschliche-embryonen-forschung-stammzellen-malte-spielmann

Der Tagesspiegel nimmt den „Labormenschen“ als Wort in die Überschrift, 16.06.2023:
https://www.tagesspiegel.de/wissen/die-ersten-labormenschen-embryonen-aus-menschlichen-stammzellen-gezuchtet-9999391.html

Am 15.06.2023 war die Vorsicht bei der Veröffentlichung der Nachricht noch größer. Die Tagesschau setzt ein Fragezeichen: „Synthetischer Embryo aus menschlicher Stammzelle?“ Grund für das Fragezeichen war der Zweifel von Fachleuten an der Seriosität. Die Studie sei noch nicht veröffentlicht. Nachricht vom 15.06.2023:
https://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/synthetische-menschliche-embryonen-von-forschern-hergestellt-18964915.html

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