Kaum dass Ursula van der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin vorgeschlagen ist, hat die Diskussion um ihre Nachfolge begonnen. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn ist als Verteidigungsexperte im Gespräch:
Nachrichten aus dem Gesundheitswesen
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Umfragen, Ausbildung und Studium, Hausbesuche, Fallpauschale, Notfallpraxen, Studien, Pflegenotstand, Psychotherapie, Ärztemangel, Weiterbildung, Krankenhäuser, Krankenkassen, Impfungen, GBA, IGeL, Apotheken„Chefarzt krank, Klinik stellt alle Operationen ein“, titelt der NDR am 2.7.2019. Alte Journalistenweisheit, sinngemäß: Die schönsten Überschriften schreibt das Leben selbst. Die Nachricht hingegen klingt weitaus dramatischer, als die Wirklichkeit ist: Die Patienten werden in die 20 Minuten entfernte Nachbarklinik geschickt.
Bakterien sind echte Tausendsassas und offenbar arbeiten sie gerade erfolgreich an ihrem Ruf. Ganz im Sinne von „Tue Gutes und rede darüber.“ Raus aus der Schmuddelecke, heißt die Devise – mit großer Unterstützung von Forschern und Medien. Zurzeit sind es die Darmbakterien, auf denen das Hauptaugenmerk liegt. Reden wir also darüber:
Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung gefordert, dass Gesundheitsförderung zum Schulfach schon in der Grundschule wird. Diese Nachricht steht – verbreitet von dpa – überall in den Zeitungen. Das Interview bietet aber noch deutlich mehr Infos. Die Neue Osnabrücker setzt selbst die Nachricht in die Überschrift: „Niemand will die Praxisgebühr zurück“.
Mehrere Ärzteverbände warnen vor der Spahnschen Digitalisierungspolitik. Sie halten die Telematikplattform für nicht sicher genug bei Hackerangriffen und wollen die Honorarkürzungen nicht hinnehmen, die ihnen laut Gesetz jetzt drohen. Heise.de berichtet (28.6.2019) und sie behielten sich eine Musterklage gegen die Verantwortlichen des Konnektors vor:
Ärzte verdienen 18 Prozent mehr als vor zwei Jahren, halten das aber für zu wenig. So knapp kann man das Fazit aus dem Manager-Magazin zusammenfassen. Grundlage des dortigen Artikels ist eine Umfrage von Medscape und Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Am größten ist die Unzufriedenheit bei jungen Ärzten unter 45 Jahren. Der Durchschnittsverdienst beträgt hier 100.000 pro Jahr – zu wenig für die erbrachte Arbeitsleistung, so das Fazit der Umfrage.
Morgen im Kabinett stellt Bundesgesundheitsminister Spahn den Entwurf zum Digitalisierungsgesetz vor. Da passt es ganz wunderbar, dass der Bundesverband Digitale Wirtschaft eine Studie vorlegt, mit dem Adjektiv repräsentativ versehen, die aussagt, dass der deutsche Bundesbürger die Digitalisierung kaum erwarten kann und KI in hohem Maße akzeptiert ist. Terminvereinbarungen und Untersuchungsbefunde per App würden mehr als die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer bevorzugen. Mehr davon im Berliner Sonntagsblatt, 25.6.2019. Erstaunlich bis merk-würdig: Bevor der Artikel beginnt, weist der Autor Andy Moor darauf hin, dass der Artikel Werbung erhält. Den Eindruck kann man tatsächlich sehr schnell haben. Redlicherweise nennt Moor aber die Bezugs- und Nenngrößen der Studie mit.
Joachim Jakobs nimmt in der Ärzte-Zeitung das Thema Hackerangriffe auf Herzschrittmacher wieder auf. Er berichtet von den Risiken – und davon wie Hersteller ihre Geräte schützen (27.6.2019):
In Mecklenburg-Vorpommern fordert die Linke einen Ärztepool, auf den Kliniken zurückgreifen können, wenn zu viele Ärzte ausfallen. Hintergrund für die Forderung: Zeitweise mussten ganze Abteilungen von Kliniken wg. Personalmangel geschlossen werden. RTL veröffentlicht den dpa-Bericht (26.6.2019):
Die Uni Magdeburg richtet schon zum Wintersemester 2019/20 eine Hausarztklasse ein. 15 bis 20 Studenten werden dann auf ihren künftigen Einsatzbereich besser vorbereitet.
Der Ethikrat hat eine Empfehlung zum Thema Impfpflicht gegeben. Danach solle für Ärzte und andere im Gesundheitswesen Tätige eine staatliche Impfpflicht eingerichtet werden, nicht aber eine allgemeine Impfpflicht. Der Schlüsselsatz: Es bestehe aber eine moralische Impfpflicht. Hier ein paar gesammelte Reaktionen, alle vom 27.6.2019:
Der Grippe-Ticker auf diesen Seiten hat seit Wochen keine Aktualisierung mehr erlebt. Wie denn auch, der Winter ist vorbei. Aber es gibt ja die Sommer-Grippe. Über die kann man auch schreiben. Jan Merklinger von den Stuttgarter Nachrichten macht das sogar ausgesprochen vergnüglich. Er nimmt sich nämlich nicht nur die Sommer-Grippe vor, sondern auch die Männer, die, aufgrund einer geringeren Östrogenausstattung oder warum auch immer, nachweislich mehr leiden. Merklinger kostet dieses Leiden mit all seinen sprachlichen Fähigkeiten wunderbar aus. Inwieweit er eigenen Erfahrungen in den Artikel einfließen lässt, bleibt unklar, aber das macht nichts. Fazit: Unbedingt lesenswert, auch wenn der Informationsgehalt bei diesem Artikel nicht im Vordergrund steht (26.6.2019):
Das Gesundheitswesen ist Kölns größter Arbeitgeber, stellt Dirk Riße im Kölner Stadt-Anzeiger fest. Binnen zehn Jahren hat sich die Zahl der im Gesundheits- und Sozialwesen Arbeitenden um 47 Prozent erhöht, zitiert er Zahlen der Stadt. Der Artikel lässt sich gewiss auf die eine oder andere Stadt übertragen, auch wenn der Zuwachs in Köln im NRW-Vergleich überdurchschnittlich ausfällt (26.6.2019):
Als erste Stadt in den USA verbietet San Francisco faktisch den Verkauf von E-Zigaretten. Sie dürfen nur verkauft werden, wenn eine Genehmigung der Gesundheitsbehörden vorliegt. Sie liegt aber nirgends vor. Aus diesem Anlass eine kleine Themen- und Textsammlung zur E-Zigarette:
Ausländische Ärzte sollen in NRW schneller ihren Berufsabschluss anerkannt bekommen. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann will die Zuständigkeiten neu zusammenfassen und so die Zeit des Anerkennungsverfahrens von 200 Tagen für Ärzte reduzieren.
In England haben Forscher jahrelang in Krankenhäusern Insekten gesammelt und untersucht. Ergebnis: Auch sie übertragen multiresistente Keime. Nicht immer in der Menge, die nötig wäre, Menschen zu infizieren. Aber manchmal schon. Die Wissenschaftler betonen, die Insekten seien nicht das Haupteinfallstor für Keime – dennoch lohne es sich für Krankenhäuser, auf Insektenschutz zu achten.
Ärzte arbeiten immer häufiger lieber angestellt. Das heißt vor allem: weniger. Andreas Mihm ist dieser Veränderung in der FAZ mit Zahlen auf der Spur. Zugrunde liegen die Zahlen des Zi-Praxis-Panel, 2016. Dachzeile des Artikels: Keine Lust auf eine eigene Praxis (25.6.2019):
Der österreichische Standard hat Daten und Zahlen zu Datenhacks im Gesundheitswesen gesammelt. Danach trifft es die Österreicher wohl deutlich heftiger als die Deutschen. Der Artikel ist eher allgemein gehalten, verweist aber aufs Portal doktorhelp, das Tipps und Infos zu aktuellen Angriffsmustern bereithält.
Das Ärzteblatt fasst eine Abendvorlesung von Prof. Dr. Stefan Gesenhues an der Uni Witten/Herdecke zusammen. Gesenhues hat eine Arztpraxis in Ochtrup und ist Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum der Uni Essen. Thema des Vortrages ist die Empathie – die Ärzten im Alltag verloren geht. Wie dieser Alltag aussieht, und worin sich Lehre und Alltag völlig unterscheiden, schildert Gesenhues eindringlich.
Ein Assistenzarzt soll an der Uniklinik des Saahrlandes in Homburg 2014 mehrere Kinder missbraucht haben. Der Arzt ist 2016 gestorben. Die Medien berichten von 30 Verdachtsfällen, drei hätten sich laut Staatsanwaltschaft konkretisiert. Das Klinikum will sich heute (Montag, 24.6.2019) auf einer Pressekonferenz äußern.
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