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Was will Warken mit dem Zuckerstreuer?

Da ist er schon wieder. Er versteckt sich in Überschriften, er tarnt sich mit anderen Worten, und doch, beim Lesen ist sofort klar: Wenn Warken was will oder Warken was nicht will, liegt immer ein Hauch von Spott in der Luft. Liegt es an der Alliteration? Die warme Welle weicher Ws, die der entschiedenen Kraft des Willens immer wieder unterliegen müssen?

Vielleicht – oder erinnern Sie sich an Überschriften wie: Merz will? Vorweggenommen: Es gibt sie, auch Merz will. Doch da geht meine Assoziation eher in Richtung Rösslein. Im nächsten Monat wird er sie anspannen, so das Volkslied. Die Alliteration hingegen hieße: Merz möchte … Das ist definitiv überschriftenuntauglich.

Zurück zu Warken: Sie will bei der Krankenhausreform den Vermittlungsausschuss vermeiden, sie will nicht die telefonische Krankschreibung rückabwickeln, sie will die Apothekenhonorare erhöhen – und sie will den Zuckerstreuer – Hoppla!

Tja – so viel zum Überschriftensalat im World Wide Web. Was Warken mit einem Zuckerstreuer wirklich will, hätte ich gerne gewusst. Aber da bleibt mir nur die Spekulation, denn die ZEIT berichtet, wie auch anders, in Wirklichkeit über die Zuckersteuer, die Warken vielleicht nun doch will.

Gut – manche Dinge muss man überzuckern. Sozusagen als Tarnung. Bei der Schluckimpfung zum Beispiel. Bis 1998 galt: Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam. Der Würfelzucker wird immer noch eingesetzt, hat aber andere Aufgabenfelder gefunden. Bleibt also in Warkens Aufgabenbereich.

Als Bundesvorsitzende der Frauen-Union hat Warken auch noch andere Aufgaben, als sich um die Verteilung von Würfelzucker zu kümmern. In der Rheinischen Post hätte sie einen Streuer für Hagelzucker gut gebrauchen können. Wobei: Manuel Hagel hat ja auch echt Pech. Mitten im Wahlkampf in Baden-Württemberg entdeckt da jemand ein altes Video, in dem er, nach dem Besuch einer Schulklasse mit vielen Mädchen, über Eva mit den rehbraunen Augen spricht. Und deswegen will Warken Hagels Ehre wiederherstellen. Vielleicht, indem sie uns Hagelzucker ins Auge streut? Besser als Sand wäre das doch allemal. Wenn sie darauf dann noch eine Zusatz-Hagelzuckersteuer zahlt, hat auch der Staat was davon.

Über die Augenfarbe von Manuel Hagel ist hingegen wenig bekannt, auch nicht nach dem Videofund. Vergrößert man sich Fotos aus dem Internet, könnte man die Idee haben: froschgrün.

Wenn jetzt die Märchen mit Ihnen durchgehen: Ja, das wollte ich. Aber die Brüder Grimm hatten noch nicht im Blick, dass geküsste Frösche zu Ministerpräsidenten werden.

Wussten Sie übrigens, dass die Vorliebe für rehbraune Augen, die die Romantik schon zu zelebrieren wusste, ebenfalls ein märchenhaftes Vorbild hat? Es ist das Grimmsche Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ – und das Rehbraun steht hier für geschwisterliche, treue, unverfälschte Liebe. Erst später ging das Bild dann wohl richtig in Auge.

Uns sei an dieser Stelle die Bibel ins Gedächtnis gerufen. Matthäus 7, 3-5:
„Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?“

Modern formuliert entspricht das ungefähr der These, die der „Spiegel“ in seinem Hagel-Kommentar zur Überschrift macht: „Auch konservative Politiker dürfen eine Lernkurve haben“.

Kommen wir zurück zum Wesentlichen: dem Zuckerstreuer. Schon die Hexe wusste Hänsel und Gretel mit Süßem anzulocken. Von der Steuer hat sie nie geredet.

Wenn Warken das wirklich wüsste, würde sie über die Zuckersteuer schweigen, den Zuckerstreuer in die Hand nehmen und im Märzen die Rösslein des Bauern anspannen.


Die Links zu den aktuellen Warken-Themen erspare ich Ihnen, sofern ich nur die Themen genannt habe. Aber den Artikel aus der Rheinischen Post vom 25.02.2026 können Sie hier lesen:
https://rp-online.de/politik/deutschland/aerger-um-altes-video-bundes-cdu-sieht-schlammschlacht-gegen-hagel_aid-144398821

Und sollten Sie ein Abo des „Spiegel“ haben, können Sie auch Einblick nehmen in die Theorie der Lernkurve bei Politikern:
https://www.spiegel.de/politik/manuel-hagel-cdu-wahlkampfdebakel-auch-konservative-politiker-haben-eine-lernkurve-a-c62a93b7-80d0-472e-be9b-c0f15a3920d1

Und noch einen Nachtrag zum Zuckerstreuer: Kennen Sie seinen Ursprung, seine Geschichte? Wirklich rührend wird sie bei Wikipedia erzählt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Kurz_(Erfinder)

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