NACHRICHTENPORTAL

Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Sturmsche Stellungnahmen in ZEIT und Handelsblatt

Nicht zum ersten Mal mischt sich Fresenius-Chef Stephan Sturm mit kritischen Äußerungen in die Corona-Debatte ein. Nun zielt er auf die Debatte um die Intensivbetten, denn der wirkliche Mangel bestehe nicht bei den Betten, sondern beim Intensivpersonal. Auch wenn dieser Hinweis nicht neu ist, lohnt es sich den Bericht in der „ZEIT“ zu lesen. Nicht nur, weil Sturm deutlich Stellung bezieht, sondern vor allem deswegen, weil die Helios-Tochter die größte private Krankenhauskette ist. Sturm spricht über Hotspots, nötige Vernetzung, Kapazitäten, die Verringerung der schweren Verläufe (14.11.2020):
https://www.zeit.de/news/2020-12/14/corona-fresenius-chef-kritisiert-fokus-auf-intensivbetten?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

Hier noch eine Sturmsche Stellungnahme zu Lehren, die aus der Pandemie erst noch zu ziehen sind – abgedruckt im Handelsblatt am 27.11.2020:
https://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-stephan-sturm-was-uns-die-corona-pandemie-fuer-die-zukunft-lehrt/26663456.html?ticket=ST-11441349-2cWWDtJf6BmgZW5WYyOQ-ap3

  1626 Aufrufe
1626 Aufrufe

Der Fernsehtipp

Die öffentlich-rechtlichen Sender stehen derzeit nicht nur wegen der erneuten Forderung nach Erhöhung des Beitrags in der Kritik. Auch die Corona Krise trägt dazu bei, einen kritischen Blick auf die Arbeit der Medien zu werfen. Es werden allenthalben Stimmen laut mit dem Vorwurf, man genüge nicht mehr dem Grundversorgungsauftrag neutraler Information und politischer Unabhängigkeit. Als Beispiel werden Nachrichtensendungen und die politischen Talkshows mit immer den gleichen Diskutanten angeführt.

Ein Blick über den Zaun zeigt, wie es herzerfrischend neutral und ohne Ideologie gehen kann. Der österreichische Sender ServusTV, der zum Konzern des Multimlliardärs Dietrich Mateschitz gehört, wartet mit Michael Fleischhacker als einem Moderator der Sonderklasse auf. Er moderiert gleich 2 Talksendungen mit hochqualifizierten deutschen und österreichischen Persönlichkeiten .

https://www.servustv.com/?s=Corona+Quartett – u.a. mehrmals mit Prof Bhakdi, Roland Tichy und Prof Homburg. In der letzten Sendung sprach Bhakdi über die Wirkung und die Folgen des übereilten Impfens.

https://www.servustv.com/?s=Talk+in+Hangar7 - donnerstags mit immer wieder wechselnden Themen.

Ebenso ein Genuss ist der Kommentator Ferdinand Wegscheider - ein Freund der offenen Sprache.  https://www.servustv.com/?s=Wegscheider

  2593 Aufrufe
2593 Aufrufe

Spahn will dem Virus an die Gurgel

Nun geht’s dem Virus an die Gurgel: Nicht nur der Bundesgesundheitsminister empfiehlt uns das Gurgeln gegen den Virus, ihm und der Forschung folgt bereits die ganze Medienlandschaft. (Alle Links am Textende und hinterlegt).

Zur Erinnerung: Im März tauchten Videos und Geheimtipps im Internet auf, wonach man durch gehöriges Trinken und häufiges Gurgeln dem Virus Contra bieten könnte. Diese Videos und Geheimtipps wurden von Ärzten und Journalisten als schädlich bewertet, weil sie die Menschen in falsche Sicherheit wiegen. Fake News, die wie immer aus dem Sumpf vom Youtube kamen.

Weiterlesen
  2026 Aufrufe
2026 Aufrufe

Digital Health: Her mit den Daten und app damit in die Zukunft - ein Kommentar

„34 Gesetze in 32 Monaten“ – die Überschrift im Netz prangt groß und grün auf der Web-Seite – und der Leser weiß noch nicht so recht, ob das jetzt ein Loblied auf die Regierung oder ein Verweis auf unsere preußische Tradition werden soll. Die grüne Farbe, das ist schnell erklärt, gehört zum Layout der Seite „Pharma Fakten“. Sie ist eine Initiative von Arzneimittelherstellern in Deutschland – und es gibt tatsächlich schönere Farben. Schreien tut sie aber, und darum geht’s.

Schluss mit der Geschwätzigkeit: Die Pharmazeutische Industrie schätzt sich glücklich, dass endlich Bewegung in den Produktionsstandort Deutschland kommt. Es geht (auch und vor allem) um Digital Health. Auf der Hauptversammlung des BPI (Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie) hat sich eine Expertenrunde ausgesprochen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn war für ein Grußwort digital zugeschaltet und prangt deswegen jetzt mit seinem Konterfei unter der großgrünen Überschrift. Darunter die Zusammenfassung der pharma-industriellen Expertenrunde, die der Coronakrise eben so viel Positives abgewinnen kann, als dass es jetzt endlich losgeht.

Zitat aus dem Web-Auftritt:

Man habe in der Coronakrise erlebt, „wie viel besser es wäre, das alles schon zu haben – die Vernetzung in Europa direkt von den Patientenakten, die Zusammenführung von Daten, um daraus zu lernen und noch besser zu werden“.

https://www.pharma-fakten.de/news/details/1016-digitalisierung-im-deutschen-gesundheitswesen-34-gesetze-in-32-monaten/

Weiterlesen
  3016 Aufrufe
3016 Aufrufe

Glosse: Der fälschungssichere Impfausweis - mehr als nur eine Eintrittskarte in die Zukunft

Fast unbemerkt im Weihnachtstrubel beginnen Politiker und Veranstalter an den Stellschrauben gesellschaftlichen Handelns und Einverständnisses zu drehen. Das Ziel: Der Impfausweis als Eintrittskarte. Klar, so kommen die Organisatoren von Groß- und Größtveranstaltungen sicher aus der Falle raus. Und so können wir ein letztes Relikt aus dokumentarischen Zeitaltern in die digitale Zukunft retten. Der Impfausweis kriegt nen QR-Code verpasst, Labore hätten damit schon gute Erfahrungen gemacht, heißt es nicht nur in der nordrhein-westfälischen SPD. Einsetzbar ist ein solcher fälschungssicherer und digitaler Impfausweis vielfältig: Als Eintrittskarte fürs Fußballspiel, für den Flieger, für die neue Stelle, für den Besuch im Krankenhaus, um nur wenige Vorschläge zu machen. Die Linkliste zum Thema finden Sie im folgenden Artikel auf dieser Seite. Ich möchte an dieser Stelle nämlich lieber schnell noch ein paar weitere gute Ideen loswerden:

Nachdem wir uns nun neun Monate lang weder per Handschlag begrüßt haben, noch uns in die Arme gefallen sind, vom Küssen ganz zu schweigen,

Weiterlesen
  2110 Aufrufe
2110 Aufrufe

Der fälschungssichere Impfausweis - die Diskussion im Querschnitt

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet von oder startet die Debatte um den Impfausweis. Online liegt der Artikel hinter einer Bezahlschranke, in der Papierausgabe findet er sich heute, 03.12.2020, auf Seite 8 (Länge etwa ¾ Spalte). Josef Neumann, uns hier als Gesundheitsexperte der NRW-SPD vorgestellt, eröffnet die Diskussion mit dem so bildhaften wie auch richtigen Verweis darauf, dass der Impfausweis genauso fälschungssicher ist wie der Schülerausweis. So kommen wir natürlich nicht wieder ins Flugzeug. (Der online-Artikel datiert auf den 02.12.2020):
https://www.ksta.de/politik/impfpaesse-in-corona-zeiten-spd-will-die-ausweise-faelschungssicher-machen-37770562?cb=1606998250919

Seltsam ist: Neumann rennt hier mit sprachlicher Verve durch eine Tür, die halb oder auch schon ganz offen ist. Der digitale Impfausweis soll ab 2022 in der elektronischen Patientenakte zur Verfügung stehen, die Rahmenbedingungen sind längst geschaffen. Bericht im Ärzteblatt, 10.07.2020:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/114594/Rahmendaten-fuer-digitalen-Impfpass-festgelegt

Weiterlesen
  1985 Aufrufe
1985 Aufrufe

Von Rot zu Pink - oh komm, oh komm Immanuel, eine adventliche Assoziationskette

Die Steigerung von rot ist pink – so will es das RKI. Nötig wird der neue Komparativ der Farbskala bei den Grafiken zu den coronaren Inzidenzzahlen. Pink eingefärbt sind nun die Stadt Passau und der Landkreis Hildburghausen in Thüringen. Derart ausgezeichnet wird, wer den Inzidenzwert von 500 überschreitet. Im Moment liegt Hildburghausen ganz vorn mit einem Wert von 579,1, berichtet die Passauer Neue Presse am 29.11.2020:
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-regen/regen/Laut-RKI-Inzidenzwert-in-der-Stadt-Passau-auf-ueber-500-gestiegen-3852645.html

Weiterlesen
  2708 Aufrufe
2708 Aufrufe

Asymptomatische Erkenntnisse

Sie sind die Gespenster der Gegenwart: die Asymptomatischen. Die Nicht-Erkrankten und Doch-Überträger. Wenn das Virus schon schlimm ist, weil man es nicht sehen kann, sind die Asymptomatischen noch schlimmer. Bei ihnen kann man das Virus nämlich auch übermorgen nicht sehen – sie stecken’s weg. Und niemand wird auf die Idee kommen, die Asymptomatischen zu testen. Weil’s zu teuer ist.

Weiterlesen
  2051 Aufrufe
2051 Aufrufe

Faule Vorbilder, besondere Helden: Die Bundesregierung startet Sofakampagne

Und immer wieder fordern besondere Zeiten besondere Maßnahmen. Das mag uns noch so abgedroschen erscheinen, die Regel gilt erbarmungslos. Ganz besonders und vielleicht auch erbarmungslos eingesetzt hat sich nun die Bundesregierung. Sie stellt uns seit zwei Tagen per Video besondere Helden vor. Noch im Februar hätten wir sie Couch-Potatoes genannt – und das wäre eher noch eine liebevolle Bezeichnung gewesen. Die Vokabel Stubenhocker wäre uns antiquiert vorgekommen, noch antiquierter ist der Kalmäuser. Das Lexikon der Synonyme schlägt danach den Nesthocker als Alternative vor, aber der gehört wohl eher ins Tierreich. Kurz: Die Worte für den Zuhausebleiber müssen wir entweder aus anderen Sprachen entlehnen – oder wir müssen auf Grimmsches Vokabular zurückgreifen. Der Grund ist einfach: Der Stubenhocker entbehrt jeglicher Beliebtheit. In Wirklichkeit haben wir – bis zum Februar – nur selten über ihn geredet. Wir haben ihn einfach nicht beachtet, auf dem Sofa sitzen gelassen und sind selber ohne ihn ins Theater, ins Kino, ins Fitness-Studio, in den Park und sonstwohin gegangen. Zumindest dem Anspruch nach. Heute sitzen wir alle auf dem Sofa, der Aldi verkauft Näh- und Stricksets zum Glücklichmachen, Ausmalbilder für Erwachsene boomen immer noch, der Weihnachtsbaumschmuck verkauft sich gerade wie blöd - und der Büchertauschmarkt flunzt.

Zurück zu den besonderen Maßnahmen in den besonderen Zeiten: Nicht nur der Aldi zeigt uns, wie man auf dem Sofa sitzen bleibt. Auch die Bundesregierung gibt uns jetzt per Video eine Anleitung. Man kann sie auch als pädagogische Lehreinheit betrachten. Die getragen von Humor uns die Lehre leichter machen soll. Schon Grimmelshausen wusste, dass man, was man lehren will, überzuckern muss - wie der Apotheker die Pille. Der Humor der Bundesregierung ist seltsam bittersüß, vielleicht lag da noch jemandem der Geschmack von Lebertran auf der Zunge. Aber: Wir lernen schnell: Wer auf dem Sofa sitzenbleibt, ist in besonderen Zeiten ein besonderer Held. Und nicht nur das, subtil erfahren wir auch, dass Jahrzehnte später die Welt wieder in Ordnung sein wird.

Seit mehr als zwei Tagen sind die Videos im Netz und nach Informationen der Morgenpost sind sie bereits mehr als zwei Millionen mal angeklickt worden bis Sonntag (15.11.2020):
https://www.morgenpost.de/vermischtes/article230919750/Corona-Helden-Videos-der-Regierung-ernten-Lob-und-Kritik.html

Hier die bisherigen Videos:

Der Rückblick eines etwa 80-Jährigen, der sich an seine Jugend 2020 erinnert:
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/besonderehelden-1-1811518

Weiterlesen
  2631 Aufrufe
2631 Aufrufe

Wenn der Arzt nicht mehr konform geht - Corona und der öffentliche Diskurs

Gute Ärzte, böse Ärzte – die Medien machen sich die Unterscheidung leicht. Wer sich kritisch zum Umgang mit der Corona-Pandemie äußert, trägt danach unter Umständen schwer am Stempel des Corona-Leugners. Aber auch wenn Schafe meist weiß und manchmal schwarz sind: Ärzte sind keine Schafe, und ihre weißen Kittel sind vielleicht manchmal fleckig. Selten durch und durch schwarz. Und verwaschen ist dann oft nicht nur der Kittel, sondern auch die Berichterstattung. Denn dass es ausgerechnet Ärzte sind, die die Pandemie oder auch nur den Umgang damit, infragestellen, das ist für die Öffentlichkeit offenbar schwer zu ertragen. Den Diskurs fördert die Schwarz-Weiß-Stempelei nicht. Und es ist auch nicht ganz leicht, sich ein Stimmungsbild zu machen. Hier ein kleiner Querschnitt aus der Berichterstattung der letzten Wochen:

Weiterlesen
  2006 Aufrufe
2006 Aufrufe

Ermittlungen gegen Arzt - und die Berichterstattung im Kölner Stadt-Anzeiger

Ein Arzt an der Kölner Uniklinik soll unnötige Operationen veranlasst und durchgeführt haben. Die Polizei ermittelt, Tim Stinauer berichtet im Kölner Stadt-Anzeiger. Die Fakten, die er zusammenträgt, lassen allerdings auch nachdenklich werden über die Art der Berichterstattung: Die Strafanzeige ist anonym, die Polizei ermittle seit Wochen wegen fahrlässiger Körperverletzung, die Staatsanwaltschaft äußere sich gar nicht. Der Arzt wird im Artikel Johannes V. genannt. Wie anonym eine solche Umbenennung tatsächlich bleiben kann, weiß jeder, der die Welt als Dorf schon kennengelernt hat. Es gelte die Unschuldsvermutung, schreibt Stinauer – und rollt auf der ersten Lokalseite die Vorwürfe gegen Johannes V. umfangreich aus. Unter den als Aufmacher aufgezogenen Artikel passt nur noch eine Anzeige,  daneben eine Meldungsspalte. Der Stoff reicht mindestens für einen Krimi, es geht um Karriere, Geld für die Uniklinik, Konflikte unter Kollegen und das Verhältnis zum Chef – und um einen Arzt, der sich offenbar der internen Diskussion entzieht und anders ist als die anderen.

Weiterlesen
  2239 Aufrufe
2239 Aufrufe

Wer spuckt denn da - oder spukt da wer? Jens Spahn und das politische (Medien-)Klima

„Jens Spahn bei Auftritt bespuckt und bepöbelt“, titelt die Rheinische Post am 31.08.2020. Andere Medien titeln ähnlich. Liest man mehrere dieser Nachrichten, schwindet jedoch die Klarheit. Klar ist: Bei einem Auftritt in Bergisch Gladbach wurde Jens Spahn beleidigt und beschimpft. So dass er das Gespräch abgebrochen hat. Die „Welt“ spricht am  01.09.2020 davon, dass Spahn „beschimpft“ und „angefeindet“ wurde, das Ministerium habe verlauten lassen, er wurde „bespuckt“ (alle Links am Textende).

Weiterlesen
  2489 Aufrufe
2489 Aufrufe

Corona: Den Amerikanern geht das Kleingeld aus

Den Amerikanern geht das Kleingeld aus, so die verblüffende Schlagzeile von heute. Und sie ist wörtlich zu nehmen: Es kursieren zu wenig Münzen in den Staaten. Der Mangel ist so groß, dass die Amerikaner aufgefordert werden, mehr mit ihrem Kleingeld zu bezahlen. Oder es gleich bei den Banken abzugeben. Denn auch die Münzindustrie steckt in der pandemischen Krise – und kann aus diesem Grund nicht im erforderlichen Ausmaß produzieren.

Weiterlesen
  2624 Aufrufe
2624 Aufrufe

Ein Loblied auf den Allgemeinmediziner

Werner Bartens lobt in der Süddeutschen Zeitung den Hausarzt. Der Kommentar vom 4. Juli ist lesenswert und fordert die Wende in der Anerkennung und Beachtung der Hausärzte, die das Rückgrat, nicht der Bodensatz der Krankenversorgung seien.
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/medizin-hausarzt-1.4956189

  2210 Aufrufe
2210 Aufrufe

Corona in Karikatur und Cartoon

Bilder sagen ja mehr als 1000 Worte, und Cartoons benötigen meist auch keine Blumen zum Sprechen. Ein paar Links, um sich ein Bild davon zu machen, wie coronar Leben, Politik und Alltag geworden sind:

Weiterlesen
  2348 Aufrufe
2348 Aufrufe

Von der Kirche in den Schlachthof - die Presse geht coronal viral

„Weg mit der Zugspitze – Freie Sicht auf den Watzmann“.

Dieser Slogan ist so alt wie vergessen. Vielleicht weil Ironie nie des Lesers Sache ist. Beim Hörer mag das anders sein – der Leser, so das Risiko des Schreibers, nimmt Vieles wörtlich. Deshalb vorab: Nehmen Sie mich bitte nicht wörtlich, wenn ich nun fordere:

Weg mit Kirche und Schlachthof.

Bislang hat das noch niemand in dieser Deutlichkeit gefordert – aber wir alle sind alle der Auffassung, dass die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen oft bis meistens menschenunwürdig sind. Unabhängig davon, ob sie schuld sind an den Corona-Ausbrüchen der jüngsten Zeit, ist es gewiss geboten, Mensch und Vieh mit Achtung zu behandeln. Darin besteht Einigkeit.

Schwieriger ist’s mit der Kirche. Der kann man politisch, gesellschaftlich, moralisch gerne und immer wieder Vorwürfe machen. Wir können auch über Ausbrüche schreiben, die schnell und manchmal auch mit Schadenfreude hochstilisiert wurden – aber nach zwei Tagen doch eher zum kalten Kaffee gehörten.

Was noch fehlt ist die große Corona-Krise in der Kirche. Alle warten drauf – und doch sind es meist die Evangelikalen, die Pfingstler und die kleinen Gemeinden, die für regionale Berichtswellen sorgen, die ins Überregionale überschwappen und dann, wenn der Sachverhalt untersucht wurde, sich als patente Ente erweisen: Meist war es nicht einmal der Gottesdienst, schon gar nicht der Gesang, der zum Quell des Hotspots wurde. Es waren private Feiern.  

Weiterlesen
  2083 Aufrufe
2083 Aufrufe

Morgenandacht bei t-online.de: Der "Tagesanbruch" des Florian Harms

Tagesanbruch heißt seine Rubrik. „Was heute wichtig ist“, soll darin benannt werden. Meinung, Stellungnahme, Zusammenfassung, Überblick. All das ist das Ziel. Kritischer Journalismus ist sein Schlüsselwort.

So weit, so gut. Eine Stellungnahme jeden Tag kann ja auch das Leben des Lesers in Zeiten wie den unsrigen, in denen keiner Zeit hat, erleichtern. Und wenn etwas den kritischen Journalisten in Deutschland wirklich oft mangelt, dann ist es die Fähigkeit, Position zu beziehen. Neutral lässt sich kein Kommentar verfassen.

Sein Plan also eigentlich wunderbar, wenn denn auch vielleicht ein bisschen vermessen. Jeden Tag die gesamte Weltlage bewerten – das ist nicht einmal für Fachleute leicht. Aber Florian Harms ist Journalist und Chefredakteur. Denen fällt das mit dem Bewerten schon mal leichter. Harms benimmt sich sprachlich, als sei er selbst schon Institution. Das macht das Lesen seiner Stellungnahmen von Anfang an etwas unvergnüglich. Denn wer schon Recht hat, bevor man begriffen hat, wovon er schreibt, vergrämt seine Leser, da er ihnen das Vergnügen und die Aufgabe abnimmt, ihm hinterherzudenken. Oder vorauszusehen. Der Dialog zwischen Autor und Leser, der im Kopf des Lesers stattfindet – für den bleibt kein Platz. Das, was Harms meint, meint er für den Leser gleich mit. So bleibt dem Leser abwechselnd die Luft und die Spucke weg.

Die Institution, für die Florian Harms schreibt ist t-online.de. Also Ströer. Es gab Zeiten, da gab es pauschale Zweifel, dass Werbung und Journalismus voneinander unbeeinflusst wie Geschwister im gleichen Haus wohnen können. Diesen Zweifel konnten wir löblicherweise alle hinter uns lassen – und nun kann Florian Harms sich selbst als Chefredakteur eines kritischen Realismus rühmen und als Verkündiger der Nation gebärden.

Heute (20.05..) im Angebot: „Die Corona-Krise ist eine riesige Chance“
https://www.t-online.de/nachrichten/id_87911504/tagesanbruch-die-corona-krise-ist-eine-riesige-chance.html

Weiterlesen
  2268 Aufrufe
2268 Aufrufe

Das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe ist nun aufgehoben - Die Diskussion

Das Bundesverfassungsbericht hat am 26. Februar 2020 das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe gekippt. Die Nachricht sorgt nicht nur für Wirbel, auch für Missverständnisse. Überschriften verkürzen den Sachverhalt dahingehend, dass die Menschen nun ein Recht haben zu sterben. Nun braucht es Gesetze, die den Umgang mit der Sterbehilfe regeln.

Hier ein Nachrichtenüberblick zur Situation:

In der Tagesschau findet sich die Nachricht – samt Video der Urteilsbegründung des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle. Auch ein Audio-Kommentar des Senders ist hier zu finden (26.02.2020):
https://www.tagesschau.de/inland/sterbehilfe-urteil-103.html

Reaktionen aus der Ärzteschaft:

Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsens, Martina Wenker, reagiert ablehnend: Die Gesellschaft brauche mehr Informationen über Schmerztherapien, nicht aber eine geschäftsmäßige Sterbehilfe. Der NDR berichtet hier (27.02.2020):
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Geteiltes-Echo-auf-Urteil-zur-Sterbehilfe,sterbehilfe338.html

Weiterlesen
  2970 Aufrufe
2970 Aufrufe

Vom sündigen Fleisch und einer neuen Farbenlehre

Rot oder weiß? – Für den Kölner im Allgemeinen keine ernstzunehmende Frage. Die ernste Antwort aus Köln lautet bestimmt aber „rutwieß“ – und es handelt sich hier nicht um die Farben der Sauce auf der Pommes, sondern um die Farben der Stadt. Aber über Köln hinaus ist die Frage, ob rot oder weiß, sehr ernst, wenn man sie vom Fleische aus betrachtet.

Weiterlesen
  2715 Aufrufe
2715 Aufrufe

My home - not castle but office: Das heimische Büro macht offenbar krank

Sagen Sie niemals jemandem, der mit der englischen Sprache groß geworden ist, dass Sie im Home Office arbeiten. Im Zweifelsfall nimmt ihr Gegenüber nämlich an, Sie arbeiten im Innenministerium und/oder drücken sich nur schlecht aus. Die ganze Wahrheit lautet: Sie arbeiten von zuhause aus. Working from home – auf Englisch. Mit dieser Formulierung kommen wir der ganzen Wahrheit auch schon beträchtlich näher.

Weiterlesen
  3055 Aufrufe
3055 Aufrufe

KBV Praxisnachrichten

Robert-Koch-Institut

Dies ist der RSS Feed des Robert Koch-Instituts zum Epidemiologisches Bulletin.

Neueste Kommentare

Mechthild Eissing Kostenlose Kranken-Mitversicherung von Ehepartnern abschaffen?
25. März 2026
Die Zeiten der Nur-Hausfrau sind seit 20 Jahren vorbei, kommentiert Antje Höning, Leiterin der Wirts...
Mechthild Eissing Zehn Morde und 27 Mordversuche: Lebenslänglich für Pfleger aus Würselen
23. Januar 2026
Der wegen zehnfachen Mordes und 27fachen versuchten Mordes zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verur...
Mechthild Eissing Am Anfang war die Wurst - bis die EU das Wort ergriff
23. Dezember 2025
Die ZEIT ist auf der Suche nach der Geschichte der Veggie-Wurst bei Konrad Adenauer fündig geworden....