Die Ärzte-Zeitung bilanziert das niedersächsische telemedizinische Notfallprojekt. In einigen Regionen Niedersachsens fahren speziell ausgebildete Notfallsanitäter zum Patienten – statt der niedergelassenen Ärzte. Dieser Bereitschaftsdienst setzt dann ein, wenn keine Praxis Bereitschaftsdienst hat. Den Notfallsanitätern stehen telemedizinische Funktionen zur Verfügung, wenn die Situation schwierig ist. Artikel vom 10.7.2019:
Nachrichten aus dem Gesundheitswesen
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Telematikinfrastruktur, Gesundheitsakte, Gesundheitskarte, KI, TelemedizinDie KV Hamburg hat sich im Jubiläumsjahr (100) eine Erneuerungskur verordnet – und tritt damit laut in die Öffentlichkeit: Hamburgs Ärzte stellen ihre Termine ins Internet, Patienten sollen sich über das Portal Termine buchen können. Und der Vorstandsvorsitzende der KV Hamburg, Walter Plassmann, teilt gleich nach zwei Seiten hin aus: Gegen die Hamburger Gesundheitssenatorin, die sich besser informiert glaubt als die KV selbst. Gegen Dr. Ed (jetzt Zava), der als Internet-Arzt die Ärzte das Fürchten lehrt.
Welche Rollen die Klinikkonzerne spielen, wenn es um die Telemedizin und Videobehandlungen geht, nimmt die Heilbronner Stimme in den Blick. Im Kampf um die Softwarelösungen der Zukunft haben sie die Nase vorn – ausgehend davon, dass nur wenige Portale oder Lösungen sich durchsetzen werden. Der Artikel ist vom 8. Juli 2019:
Ein Drittel der Ärzte muss mit Honorarkürzungen rechnen, weil sie nicht an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sind, berichtet das Ärzteblatt am 1. Juli 2019 mit Zahlen vom Bundesgesundheitsministerium:
Die Kritik und den Widerstand von Ärzten und IT-Experten bezüglich der digitalen Patienenakte, die ab Januar 2021 eingeführt werden soll, hat Peter Welchering in einen Artikel zusammengefasst. Der Wissenschaftsjournalist, Jahrgang 1960, arbeitet für verschiedene Medien, hier fürs ZDF (3.7.2019).
Mehrere Ärzteverbände warnen vor der Spahnschen Digitalisierungspolitik. Sie halten die Telematikplattform für nicht sicher genug bei Hackerangriffen und wollen die Honorarkürzungen nicht hinnehmen, die ihnen laut Gesetz jetzt drohen. Heise.de berichtet (28.6.2019) und sie behielten sich eine Musterklage gegen die Verantwortlichen des Konnektors vor:
Morgen im Kabinett stellt Bundesgesundheitsminister Spahn den Entwurf zum Digitalisierungsgesetz vor. Da passt es ganz wunderbar, dass der Bundesverband Digitale Wirtschaft eine Studie vorlegt, mit dem Adjektiv repräsentativ versehen, die aussagt, dass der deutsche Bundesbürger die Digitalisierung kaum erwarten kann und KI in hohem Maße akzeptiert ist. Terminvereinbarungen und Untersuchungsbefunde per App würden mehr als die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer bevorzugen. Mehr davon im Berliner Sonntagsblatt, 25.6.2019. Erstaunlich bis merk-würdig: Bevor der Artikel beginnt, weist der Autor Andy Moor darauf hin, dass der Artikel Werbung erhält. Den Eindruck kann man tatsächlich sehr schnell haben. Redlicherweise nennt Moor aber die Bezugs- und Nenngrößen der Studie mit.
Joachim Jakobs nimmt in der Ärzte-Zeitung das Thema Hackerangriffe auf Herzschrittmacher wieder auf. Er berichtet von den Risiken – und davon wie Hersteller ihre Geräte schützen (27.6.2019):
Der österreichische Standard hat Daten und Zahlen zu Datenhacks im Gesundheitswesen gesammelt. Danach trifft es die Österreicher wohl deutlich heftiger als die Deutschen. Der Artikel ist eher allgemein gehalten, verweist aber aufs Portal doktorhelp, das Tipps und Infos zu aktuellen Angriffsmustern bereithält.
Eine OP an einer Puppe – unter der Vorherrschaft der KI – damit steigt Benedikt Fuest in der „Welt“ in seinen Artikel über KI ein, der über Zukunft, Gegenwart, Vergangenheit und Schwächen informiert. Das Wichtigste ist vielleicht, dass einem beim Lesen klar wird, wer alles im Bereich der KI zu den Handelnden gehört. Auf jeden Fall ein Leseartikel, nichts für mal eben schnell in zwei Minuten:
Führungswechsel bei der Gematik – Bundesgesundheitsminister setzt den ehemaligen Ratiopharm-Chef Dr. Markus Leyck Dieken ein. Apotheke adhoc berichtet (17.6.2019):
Die ARD widmet sich dem Thema Künstliche Intelligenz in der Medizin. Der 6-minütige Film ist zu Gast in der Radiologie der Uniklinik Essen – und vergleicht mit den Radiologen die Fähigkeit der Bildauswertung von Mensch und Computer, macht das aber ganz gelassen und sachlich – ohne den Hype, der oft auch schon mal kurz vor der Anbetung endet – und ohne Mensch und Computer mit dem Maßstab von Über- und Unterlegenheit gegeneinander auszuspielen:
Dr. Ed will sich in Deutschland vergrößern. Der Online-Arzt aus London, der bisher vor allem in Fragen der Verhütung und Sexualitätsstörungen heimgesucht wurde, expandiert nach Hamburg. Die FAZ. weiß schon vor der offiziellen Kündigung von der Finanzspritze des niederländischen Fonds HPE Growth, der sich mit 28 Millionen Euro an Zava, so der neue Name von Dr. Ed, beteiligt.
Der heilige Gral der Medizin der Zukunft heißt KI. Oder Robotik. Oder Digitalisierung. Manchmal werden auch alle drei Substantive in einem Atemzug oder in einem Satz genannt. Die Gebetsmühlen zum Thema sind bekannt, Beispiele und Bewunderung in aller Munde. Dass die Kritik dabei nur stört, stört auch die Neue Züricher Zeitung. Die hat im Kampf um mehr Diskussionsfreiheit und Objektivität ganz tief in der Klamottenkiste nachgewühlt – und ein wunderbares Monty Python-Video gefunden. Eines, das den Glauben an die Gerätemedizin vorbildlich und (sau-)komisch in Szene setzt. Es geht um eine Geburt. Oder um die Maschine, die Ping macht. Aber erzählen kann man das nicht – das muss man sehen. Und den Artikel der Neuen Züricher sollte man vorher überflogen haben:
Das E-Rezept startet in Stuttgart und Tuttlingen im November, die Stuttgarter Nachrichten und die Wolfsburger Allgemeine berichten (10.6.2019). Handlungsweg ist hier das Programm docdirect der Kassenärztlichen Vereinigung:
Auf dem Deutschen Ärztetag in Münster ging es um viele grundsätzliche Themen. Eine kleine, unsystematische Presseschau im Rückblick:
Die FAZ berichtet – allerdings nicht kostenlos, sondern nur für Abonnenten – über einen Arzt, dem beim Anschluss an die Telematikplattform das bekannte Unglück ereilte: Nichts geht mehr, und damit wieder was geht, kostet es Geld und Zeit. Schmidt hat, so der Anriss der FAZ, ein Video gedreht, das in der Ärzteschaft umgeht. Der zweite Link führt auch ohne Abokosten zum br, der dasselbe Thema aufnimmt. Mit dem nicht nur finanziellen Fazit einiger Mediziner: Lieber den Honorarabzug riskieren – als später die Strafen nach der Datenschutzverordnung zahlen zu müssen.
Nikolaus Nützel ist im Deutschlandfunk der Frage nachgegangen, wie viele Ärzte in Deutschland via Internet behandeln – und wie’s überhaupt mit der Telemedizin in Deutschland steht. Heraus kommt wohl auch das bekannte Klagelied: Es sieht schlecht aus, auch mit den Bedingungen. Allerdings ist Nützel auch dort unterwegs, wo bereits tele-medizinisch behandelt wird. Sein Artikel (27.5.2019) ist ein Mittelweg aus Reportage und Bericht, und er ist anschaulich:
Deutlich mehr Besucher als beim 122. Deutschen Ärztetag werden in Leipzig beim Deutschen Röntgenkongress erwartet: 7000 im Vergleich zu 1500 Gästen, die in Münster erwartet werden. Und während der Ärztetag schon zum 122. Mal tagt, können die Radiologen mit einem wirklich runden Jubiläum aufwarten: Sie treffen sich zum 100. Mal. Zur Eröffnung kommt Ranga Yogeshwar. Der Wissenschaftsjournalist spricht über KI und Radiologie.
Das Handelsblatt diskutiert das Thema KI praxisnah, Stefan Merx beginnt seinen Artikel mit einem Menschen, dessen Handprothese sich seinen Gedanken anpasst und nicht umgekehrt. KI macht’s möglich. So wird sein Text auch zu einem Loblied auf den Weltmarktführer in Prothetik, der in Niedersachsen zuhause ist.
Doch um den Artikels „rund“ zu machen, spricht Merx auch andere Möglichkeiten der KI an, ebenso wie die Gefahren und die Frage nach den ethischen Grundlagen bzw. Grenzen. Wobei er bei den Kehrseiten ein wenig im Vagen bleibt. Dennoch lesenswert:
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