Maria Siemer hat offensichtlich einen unerschütterlichen Humor. Auf jeden Fall lächelt die Ärztin aus Haselünne für den Fotografen der Neuen Osnabrücker Zeitung in die Kamera. Der Anlass: Eine KI hatte sie für tot erklärt. Der Grund ist simpel: eine Namensgleichheit.
Der Artikel in der NOZ liegt hinter Bezahlschranke, die Nachricht selbst ist kurz vorab lesbar. 21.07.2026:
https://www.noz.de/lokales/haseluenne/artikel/google-ki-erklaert-aerztin-aus-haseluenne-faelschlicherweise-fuer-tot-50945546
Nachrichten aus dem Gesundheitswesen
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Telematikinfrastruktur, Gesundheitsakte, Gesundheitskarte, KI, TelemedizinVeraltete Software und alte Hardware sind wahrscheinlich immer ein Problem. Vor allem, wenn dort Daten von Kunden bzw. Patienten verwaltet werden. Der Bundesverband der Krankenhaus IT-Leiter und -Leiterinnen hat sich die möglichen Probleme darstellen lassen. heise,de berichtet vom Vortrag. 13.07.2026:
https://www.heise.de/news/Krankenhaus-IT-Wenn-laeuft-doch-noch-nicht-reicht-11362176.html
Auf EHealthCom – einem Fachmagazin für Gesundheitstelematik nimmt der Bundesverband der Krankenhaus-IT Stellung zu den Planungen zur Cybersicherheit im Gesundheitswesen. Der Text ist vom 02.07.2026:
https://e-health-com.de/details-news/stellungnahme-des-kh-it-bundesverbandes-zum-geplanten-sofortprogramm-cybersicherheit-im-gesundheits/
Dass bei Doctolib terminlich nicht alles so unkompliziert ist, wie die Software scheint, ist Ihnen gewiss schon aufgefallen. Der Verbraucherzentrale auch. Die warnt nämlich vor der Kostenfalle. Als Patient geben Sie an, dass Sie einen Termin für gesetzlich Versicherte suchen – und dann sind dort doch die Termine für die Privatpatienten freigegeben. Das kann böse enden. Nämlich mit unvorhergesehenen Kosten.
Aber das Dilemma ist eigentlich noch größer: Sie suchen einen Facharzttermin, wählen die richtigen Kästchen aus und bekommen eine Auswahl an Terminen serviert. Leider eben auch die Termine, die zu Kosten führen. Dabei hatten Sie diese doch extra negiert. Das passiert Ihnen ein oder zwei Mal – und irgendwann wird Ihnen klar: So kommen Sie nie an einen Termin für gesetzlich Versicherte.
Wenn Sie Glück – oder Pech, das ist eine Frage der Bewertung im Nachhinein – haben, sagt Ihnen jemand, dass Sie für die Abfrage von Facharztterminen bei Doctolib früh aufstehen müssen. Und dann vor dem Bildschirm sitzen müssen, wenn etwa zeitgleich die MTAs der Fachärzte die abgesagten Termine wieder online schicken. Guter Plan, nur: Sie landen mit ziemlicher Sicherheit wieder in den Armen derer, die da ihre Leistung mit Ihrem Geld honoriert haben wollen. Eben deswegen, weil die Wege der Software Doctolib ähnlich voraussehbar sind wie die Wege des Herrn. Das Dilemma: Bis Sie aus dieser Falle wieder raus sind – selbst wenn Sie das absolut schnell durchschaut haben, weil Sie es kennen –, könnte genau Ihr Facharzttermin, der gerade eben möglicherweise für Sie frei geworden ist, schon an einen anderen Patienten vergeben worden sein. An jemanden, der vielleicht noch früher aufgestanden ist. Oder der gezielter fragen konnte. Weil er vielleicht auch nur bei diesem einen Arzt nachgeguckt hat.
Egal in welchem Dilemma Sie feststecken: Wer einen Facharzttermin über Doctolib buchen will, kommt besser klar, wenn er in früher Jugend ausgiebig Monopoly gespielt hat.
Links zu Nachrichten zum Thema:
Der Text der Verbraucherzentrale ist vom 06.07.2026:
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/aerztinnen-und-kliniken/doctolib-zeigt-kassenpatientinnen-trotz-filter-kostenpflichtige-termine-123863
Chip.de berichtet schon am 07.07.2026 umfassend:
https://www.chip.de/news/gesundheit-fitness/verbraucherschuetzer-kritisieren-doctolib-scheint-nicht-nur-terminportal-sondern-auch-verkaufsplattform-zu-sein_10c1d626-8bd5-4ad1-8a09-a42b66393d13.html
heise.de hat die Infos der Verbraucherzentrale – und die Implikationen – schon am 02.07.2026 online gestellt:
https://www.heise.de/news/Terminportal-im-Visier-Wie-Doctolib-gesetzlich-Versicherte-in-die-Irre-fuehrt-11352152.html
Die Ärzte-Zeitung fragt nach der kassenärztlichen Verantwortung – Näheres erfahren Sie, wenn Sie sich kostenlos einloggen.
https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/vzbv-contra-Doctolib-Verbraucherzentrale-dokumentiert-Verwerfungen-digitaler-Terminvergabe-463607.html
„Es geht auch ohne KI“ – das ist am 07.06.2026 die große Überschrift in der Sonntagsausgabe des Kölner Stadt-Anzeigers, die nur im Internet erscheint. Es folgt, nach einem Foto, das durch das Schutzgitter ins Innere eines Serverschrankes blickt, eine ganze Seite Text. Denn es gibt viele Gründe, KI zu meiden. Einige von ihnen gipfeln in: Sie nervt. Andere in: Energieverschwendung. Beides wird richtig sein. Die Anleitung zur KI-Abstinenz bedeutet aber auch: KI ist mitten in unser aller Alltag angekommen. Und zweifelsohne – sie hat an vielen Stellen einen Nutzen haben und ist an ebenso vielen Stellen fast nicht mehr wegzudenken.
Hier soll die KI deswegen nun fortlaufend tickern …, gesammelt werden Links zu Artikeln (vorwiegend ohne Bezahlschranke), die sich dem Thema KI in der Medizin, im Krankenhaus, im Labor und in der Arztpraxis widmen.
17.06.2026:
Der MDR berichtet aus einer Studie der Barmer. Danach nutzen etwa die Hälfte der Jugendlichen in Mitteldeutschland KI als ersten Ansprechpartner in Gesundheitsfragen, 16.06.2026:
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/gesundheitsfragen-nutzung-ki-,jugendstudie-120.html
Aber nicht nur Jugendliche wenden sich vertrauensvoll an die KI. Insgesamt befragt, so ein Bericht im Stern am 03.06.2026, ein Viertel der Deutschen erstmal die KI:
https://www.stern.de/news/umfrage--knapp-ein-viertel-der-deutschen-zieht-ki-dem-gang-zum-arzt-vor-37484076.html
Fit und gesund mit Arzt oder KI – ein Moderator hat in der ARD einen Selbstversuch gemacht. Der Beitrag ist in der Mediathek bis zum 12.02.2027 abrufbar, dauert eine gute halbe Stunde:
https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3JiYl9jZWJjMDU2ZS0wNmYyLTQ3NWEtYmNjNy1mY2RkYzExMTg5ZTRfcHVibGljYXRpb24
Die Inder und die Chinesen liegen ganz vorn, die Japaner ganz hinten – wir Deutschen in der Mitte. Umfragen sind doch immer wieder schön. Hier ging es darum, ob und wie die Menschen KI in Gesundheitsfragen nutzen. Genaue Zahlen finden Sie in der Berliner Morgenpost, der Artikel ist vom 04.06.2026:
https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article412164165/umfrage-viele-deutsche-fragen-lieber-ki-um-rat-statt-zum-arzt-zu-gehen.html
Der Stern gibt die Nachricht kurz und in der Fassung von AFP wieder, 03.06.2026:
https://www.stern.de/news/umfrage--knapp-ein-viertel-der-deutschen-zieht-ki-dem-gang-zum-arzt-vor-37484076.html
Fast könnte man fragen: Wann hat jemals die Enzyklika eines Papstes solche Furore gemacht? Wenn man dann über diesen emotionalen Impuls hinweg ist, lautet die Antwort wahrscheinlich: jedes Mal oder oft. Offensichtlich aber ist, dass nicht nur die Presse am päpstlichen Schreiben nicht vorbeikommt. Ein jeder Journalist zieht aus, zückt seinen Füllfederhalter und schreibt, wie es ihm gegeben ist. Nein, vielleicht doch ein wenig profaner: Der Papst veröffentlichte eine Enzyklika und die Journalisten hauten in die Tasten, was ihnen in den Sinn kam oder sie ihren Chefs schuldig waren.
Spötter sagen, so schrieb ich gestern, dass möglicherweise die nächsten päpstlichen Enzykliken von der KI geschrieben werden. Natürlich wusste ich, dass sich die Spötter schnell auf die gegenwärtige Enzyklika stürzen würden. Denn es ist ja auch zu schön: Wenn der Papst selbst für seine erste Enzyklika – die sich auch gegen die von der KI angerichtete Verunmenschlichung richtet – eben jene KI zur Hilfe genommen hätte, wer wollte darüber nicht lächeln können. Und richtig: Die KI-Maschinen haben längst die Enzyklika überführt. Und um den Verdacht auch ganz rund zu machen: Es muss Anthropic gewesen sein. Das passt auch deswegen super, weil Christopher Olah, Mitbegründer von Anthropic, bei der Vorstellung der Enzyklika einbezogen war. Christopher – so viel den Nicht-Christen als Übersetzungshilfe – ist der Christus-Träger. Der heilige Christoph hat nämlich einstens einem Kind übers Wasser geholfen, das Kind auf den Schultern tragend. Nicht wissend, wen er da trägt, hatte er schwer mit dessen Gewicht zu kämpfen.
Nun also kämpft Christopher Olah an der Seite des Papstes. Welche Wasser die beiden überqueren, wissen wir nicht.
Gesichert ist: Der KI-Vorwurf steht im Raum. Unverblümt bei Russia Today: Aber Vorsicht, sagt die Google-KI mir, das ist eine Desinformationskampagne. Da hat sie aber gut aufgepasst. Wenn Sie trotzdem einen Blick reinwerfen wollen in die desinformierenden Vorwürfe, 29.05.2026:
https://de-rtnews.com/international/281501-analyst-papst-nutzte-ki-um/
Konjunktivistischer und mit dem journalistisch angemessenen „Es wäre möglich, dass …“ ausgestattet, finden Sie diese Vorwürfe zusammen mit ihrer möglichen Entkräftung auf ifun.de, 28.05.2026. Die Gegenargumente: KI wertet Wahrscheinlichkeiten aus und führt nicht auf Quellen zurück.
https://www.ifun.de/papst-schreibt-ueber-ki-und-ki-koennte-mitgeschrieben-haben-280510/
Und was nun? Fragen wir doch mal jemanden, der was davon versteht. Nämlich die Google-KI, gefragt am 29.05.2026:
- Der „Verfassungseffekt“: Studien (u.a. der Stanford University) haben gezeigt, dass KI-Detektoren historische, religiöse oder stark formalisierte menschliche Texte fast immer als „KI-generiert“ einstufen. Testet man die US-Verfassung oder die Bibel, schlagen die Detektoren regelmäßig mit Wahrscheinlichkeiten von über 90 % an. Das liegt daran, dass diese Tools auf geringe Perplexität (Wortvielfalt) und geringe Burstiness (Varianz der Satzlänge) anspringen – Merkmale, die auf Beamtendeutsch, theologische Abhandlungen und KI-Texte gleichermaßen zutreffen.
- Der Übersetzungs-Filter: Wenn ein Text von Menschen auf Deutsch geschrieben, dann aber mit Software (wie DeepL) in andere Sprachen übersetzt wird, glättet die Software den Satzbau. Jagt man diese Übersetzung durch einen Detektor, erkennt das Tool die Spuren der Übersetzungs-KI und meldet fälschlicherweise: „Der Text wurde von einer KI geschrieben.“
Klingt plausibel. Blöd ist nur: In meinen Ohren klingelt es Sturm. Aber was sollen wir denn nun glauben? Wir leben zweifelsohne in einer Welt, in der die KI ganz ohne uns ausfechten kann, was wie von Bedeutung ist. Vielleicht sollten wir sie einfach genau das tun lassen – und uns derweil mit anderen Dingen beschäftigen.
Dem wirklichen Leben.
KI-Antworten, die das Zeug zum Schenkelklopfer haben, kennen Sie bestimmt alle. Und jede Wette: Jedes Betriebsklima bessert sich sofort, wenn zwischen den Schreibtischen, nein, natürlich über die Desktops hinweg, diese Lachvorlagen zum Kettenchat werden. Ich suchte heute, das als Einstieg, nach BMI-Abkürzungen. Der erste Fehler der KI: Sie lieferte mir den Brockhaus. Genauer gesagt: das Bibliographische Institut & F. A. Brockhaus AG.
Auf meine Frage, wo dann bitte das M im Brockhaus versteckt sei:
KI in der Arztpraxis – da werden Träume, Hoffnungen, Sorgen, Ängste und Befürchtungen wach. Manchmal alles gleichzeitig. Überwog in den Medien noch bis vor gar nicht allzu langer Zeit die Berichterstattung über künftige Möglichkeiten, ist die KI mittlerweile schon längst in vielen Praxen angekommen. Entweder fest etabliert oder als Versuch. Ihre Aufgaben sind dabei durchaus verschieden und reichen von Telefonvermittlung bis zur Überwachung von Patienten oder bis zur Datenauswertung. Die Stimmen, die sich zur KI in der Arztpraxis zu Wort melden, kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Eine kurze schnelle Übersicht über die Lage in den Medien ist deshalb kaum möglich. Ich werde hier auf einzelne Links ein wenig umfänglicher eingehen – sodass Sie schnell einen Überblick haben, was Sie wirklich gerade interessiert. Geordnet sind die Linkbeschreibungen chronologisch.
Patientenüberwachung/Kardiologie:
Der SWR berichtet am 23.04.2026 aus einer Praxis im Westerwald, die 15 Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen überwacht. Der Text ist überschaubar, ein Patient kommt auch zu Wort, das Audio zum Text dauert etwas länger als zwei Minuten.
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/westerwaelder-arztpraxis-ueberwacht-patienten-mit-kuenstlicher-intelligenz-100.html
Umfrage unter Ärzten:
Die Stiftung Gesundheit hat 957 Ärzte befragt zum Nutzen digitaler und KI-gestützter Anwendungen. Ergebnis: 70,3 Prozent der Ärzte sehen einen Nutzen. Die Webseite Health&Care Management berichtet – auch über die derzeitige Anwendung und über die Unterstützung, die noch gewünscht wird. 23.04.2026:
https://www.hcm-magazin.de/aktuelles/2026/ki-in-der-arztpraxis.html
Telefonassistenz:
Das Solinger Tageblatt hat vor ungefähr einem Monat aus einer Arztpraxis berichtet, in der die KI den Telefonjob übernimmt. Der Artikel liegt jedoch hinter Bezahlschranke, es gibt aber günstige Einstiegspreise:
https://www.solinger-tageblatt.de/lokales/solingen/in-dieser-solinger-arztpraxis-geht-der-ki-assistent-ans-telefon-QP6ANETXMBFBDBPBLG4XD4UGJE.html
Dokumentation von Patientengesprächen:
Über eine Software, die Patientengespräche mithört und gleichzeitig dokumentiert, berichtet elektronik.net am Beispiel einer sauerländischen Landarztpraxis. 02.04.2026:
https://www.elektroniknet.de/medizintechnik/e-health/so-laeuft-ki-gestuetzte-dokumentation-in-einer-deutschen-arztpraxis.a3069e6e-da8d-4751-95ad-682852f88842.html
Nun ist ein Urteil gefällt: Betreiber von Webseiten müssen für Falschantworten und Halluzinationen der KI, die sie einsetzen, geradestehen. Hier im konkreten Fall hatte ein Chatbot Berufsbezeichnungen frei erfunden.
Die ganze Geschichte bei Golem, 16.05.2026:
https://www.golem.de/news/urteil-klinik-haftet-fuer-falschaussagen-von-ki-chatbot-2605-208728.html
Der Spiegel berichtete am 15.05.2026:
https://www.spiegel.de/netzwelt/urteil-in-hamm-wer-einen-chatbot-betreibt-ist-fuer-dessen-luegen-verantwortlich-a-96c73b7d-25ab-4c09-a510-f0582bc601ee
Das Handelsblatt am 15.05.2026:
https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/halluzinationen-vor-gericht-urteile-chatbot-betreiber-voll-fuer-ki-fehler-verantwortlich/100225379.html
Worauf zu achten ist, wenn KI-Systeme im Krankenhaus eingesetzt werden, fasst Dr. Uwe Schläger in den „Datenschutz-Notizen“ ausführlich zusammen. Wer’s eilig hat, bekommt am Ende des Textes im Fazit einen Kurzüberblick. Online ist der Artikel seit dem 13.04.2026:
https://www.datenschutz-notizen.de/ki-systeme-im-krankenhaus-datenschutzrechtliche-und-sicherheitstechnische-pflichten-3959696/
Der ORF hat ein Videobeitrag erstellt zum Thema KI im Krankenhaus. Beispiele sind Sturzvorsorge oder die Infektionsgefahr im Krankenhaus. Der etwa dreiminütige Beitrag vom 13.04.2026 ist bis zum 13.05.2026 online abrufbar:
https://on.orf.at/video/14319212/16070762/ki-im-krankenhaus
Die Medizinische Fakultät Duisburg entwickelt ebenfalls ein System mithilfe von KI, das den Ausbruch von Infektionskrankheiten im Krankenhaus früh erkennen soll, 13.03.2026:
https://mt-portal.de/aktuell/ki-system-soll-infektionsausbrueche-im-krankenhaus-frueher-erkennen/
kma online bringt am 08.04.2026 Beispiele an, wie Krankenhäuser sich umstrukturieren, um den Einsatz von KI sinnvoll planen und steuern zu können:
https://www.kma-online.de/aktuelles/it-digital-health/detail/charite-und-lmu-wie-kliniken-eigene-ki-institute-aufbauen-55467
Die elektronische Patientenakte ist nun ein Jahr lang verfügbar. Das ruft natürliche viele Reaktionen hervor: Pläne, Bilanzen, Kritik, Stimmungen. Hier eine Auswahl:
Neue Pläne für die Patientenakte: Der Zugang soll unkomplizierter werden – bei gleichem Schutz. Die E-Überweisung soll integriert werden, eine Terminvermittlung auch. Die Nachricht im Deutschlandfunk darüber am 18.02.2026 ist knapp:
https://www.deutschlandfunk.de/warken-kuendigt-verbesserungen-an-100.html
Die Rheinische Post berichtet umfassend – und baut den Artikel auf über die Kritik an der Patientenakte. 18.02.2026:
https://rp-online.de/politik/deutschland/warken-verteidigt-nutzen-der-elektronischen-patientenakte-epa_aid-144002469
Auch der Stern beginnt mit den kritischen Stimmen, 18.02.2026:
https://www.stern.de/news/elektronische-patientenakte-findet-wenig-anklang---warken-kuendigt-besserungen-an-37148008.html
Mit heftiger Kritik an Gesundheitsministerin Warken zieht Netzpolitik am 16.02.2026 seinen Artikel auf:
Die Telematikinfrastruktur (TI) muss stabiler werden. Den Satz unterschreiben noch alle. Die Gematik muss gestärkt werden. Auch diesen Satz unterschreiben viele. Das war’s wahrscheinlich auch erstmal mit der Einigkeit. Nun bringt die KBV ein neues Ziel in die Debatte: ein elektronisches Versorgungsfach neben der ePA, auf das die Ärzte sicheren Zugriff haben und das sie zum Datenaustausch untereinander nutzen. Wie das im Einzelnen aussehen soll oder kann bleibt unklar. Die Diskussion nimmt ja gerade erst Fahrt auf.
Als Auftakt und Bonmot zuerst eine Überschrift aus „Apotheke adhoc“: „E-Rezept: Warken verbietet TI-Ausfälle“. Da spottet doch jemand ganz gewaltig! Wirklich wünschenswert wäre, Warkens Verbot könne wirksam werden. Doch: So weit wird ihr Arm nicht reichen. Und da liegt vielleicht nicht nur der Hund begraben. Für den Artikel vom 12.02.2026 müssen Sie sich anmelden, das Lesen bleibt aber kostenlos:
https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/e-health/e-rezept-warken-verbietet-ti-ausfaelle/
Am 11.02.2026 berichtete „Apotheke adhoc“ über den Vorschlag von Seiten der Ärzte, ein elektronisches Versorgungsfach zu schaffen:
https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/e-health/aerzte-fordern-elektronisches-versorgungsfach-neben-epa/#region
Die KBV berichtet auf ihren eigenen Seiten am 12.02.2026:
https://www.kbv.de/praxis/tools-und-services/praxisnachrichten/2026/02-12/steiner-epa-kann-digitales-versorgungsfach-nicht-ersetzen
Eine klare Stellungnahme zur Position der KBV und im Sinne der KBV gibt es auf der Webseite der „Monitor-Versorgungsforschung“, die sich als Diskussionsplattform versteht, 12.02.2026
https://www.monitor-versorgungsforschung.de/news/dr-sibylle-steiner-ob-mit-oder-ohne-epa-elektronisches-versorgungsfach-ist-erforderlich/?utm_source=chatgpt.com
Primärarztsystem ist das eine Schlagwort, Dialog das andere. Mit beiden geht bzw. ging Bundesgesundheitsministerin Nina Warken in die Schlagzeilen. Wobei: Hier liegt schon ein kleiner, aber feiner nachrichtlicher Unterschied: Es ist nun nämlich nicht mehr der (Haus-)Arzt, der der erste Ansprechpartner sein soll. Die Ersteinschätzung der Notwendigkeiten für den Patienten soll telefonisch oder digital erfolgen, auch von KI ist die Rede. Und, wenn man schon dabei ist: Auch Folgerezepte könnten ohne Arztkontakt ausgestellt werden können. Das allerdings ist, wenn es so formuliert ist, ja schon Wirklichkeit. Warken diskutiert gerade mit Vertretern der Ärzte und der Krankenkassen. Und das korrekte neue Schlagwort heißt nun: Primärversorgungssystem.
02.02.2026:
Die Rheinische Post berichtet am 01.02.2026 ausführlich über die Planungen der Bundesregierung zur Patientensteuerung:
https://rp-online.de/politik/deutschland/bundesregierung-plant-reform-wie-arztbesuche-kuenftig-ablaufen-sollen-v1_aid-142942681
Die Ärzte-Zeitung am 31.01.2026 hinter Anmeldeschranke:
https://www.aerztezeitung.de/Politik/Primaerversorgungssystem-Warken-steht-vor-ihrer-wohl-schwierigsten-Operation-461829.html
Der Merkur am 30.01.2026:
https://www.merkur.de/wirtschaft/fuer-kassenpatienten-aendert-merz-regierung-plant-hausarztpflicht-was-sich-94143091.html
Wissenschaftler, Ärzte, Vertreter von Krankenkassen und Politik haben in Mainz das Sein und Wirken der ePA diskutiert – und Marie Claire Koch von heise.de hat eine wunderbare Zusammenfassung für heise.de geschrieben. Es beginnt schon mit der Überschrift. Dort wird eine Hausärztin zitiert: „Elektronische Patientenakte ist ein digitaler Pappkarton“. Gemeint ist, das erfahren Sie im Text, die Sammlung von PDF, die nicht unbedingt dazu geeignet ist, einen schnellen Überblick oder Eindruck zu gewährleisten. Aber: Sie erfahren noch viel mehr: Die Rede ist zum Beispiel auch von Sicherheitsmängeln, von Anschreiben der Krankenkasse, die der Adressat als Werbung wahrnimmt. Das Gute an dem Artikel: Er arbeitet strukturiert die einzelnen Punkte hintereinander ab. Was beim Leser bleibt, ist am Ende ein guter Überblick. Der Artikel ist vom 07.11.2025:
https://www.heise.de/news/Digital-Health-Experten-fordern-anderen-Entwicklungsprozess-bei-E-Patientenakte-11069279.html
In der Apotheke adhoc finden Sie den dpa-Artikel – und der geht gezielt auf die Wahrnehmung der Hausärzte ein. Auch dieser Artikel ist gut strukturiert – Sie haben schnell einen Überblick, 08.11.2025:
https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/e-health/falsche-diagnosen-in-der-epa-kein-massenproblem/
Für den Merkur fasst Lara Hempel die Diskussion in Mainz zusammen. Sie stellt die Kritik von Experten in den Mittelpunkt ihres Textes. 09.11.2025:
https://www.merkur.de/welt/da-wurde-eine-wichtige-chance-vertan-darum-kritisieren-experten-die-patientenakte-94027941.html
Die Rheinpfalz geht dem Thema „falsche Diagnosen in der ePA“ nach und richtet sich dabei auf den Patienten aus: Was ist zu tun, wenn. Der Artikel liegt allerdings hinter Bezahlschranke. 10.11.2025:
https://www.rheinpfalz.de/ratgeber/gesundheit_artikel,-falsche-diagnose-in-der-patientenakte-was-kann-ich-tun-_arid,5830348.html
Das Handelsblatt hingegen nimmt sich ebenfalls die Frage vor, was bei falschen Diagnosen in der ePA zu tun ist – und ist offen lesbar:
https://www.handelsblatt.com/dpa/epa-falsche-diagnose-in-der-patientenakte-was-kann-ich-tun/100172937.html
Bestimmt hatten Sie diese Nachricht am Freitag auch auf irgendeinem Schirm – und bestimmt ist sie Ihnen auch ins Auge gesprungen: „Kaufland eröffnet erste Arztpraxis in der Filiale“ titelte die Bild. In der Zwischenzeit hat sich die Überschrift geändert. Der „Kaufland“ wurde durch die allgemeinere Bezeichnung „Discounter“ ersetzt. Warum auch immer. Die Bilder in der Bild von Wartezimmer und „Arzt aus der Box“ sind (bei Erscheinen des Artikels) exklusiv. Auch die wichtigsten Infos sind alle beisammen. Hier der Link, 07.11.2025:
https://www.bild.de/leben-wissen/mein-recht-verbraucherportal/kaufland-eroeffnet-erste-arztpraxis-in-der-filiale-690da4395d012ee169d9b1ac
Apropos Wartezimmer: Beim Versuch, die Möbel stilistisch in der richtigen Epoche zu verankern, habe ich ChatGPT zu Rate gezogen. Das macht man ja jetzt so – und es ist auch oft sehr nützlich. Ich konnte mich nicht entscheiden: Ist das abgebildete Wartezimmer nun ein Zitat der 50er-Jahre? Oder sind hier Reminiszenzen an die 70er-Jahre eingeflochten? Und wenn ja, warum? Und warum wirkt das Modernistische gleichzeitig so altmodisch? Sie müssen sich die Bilder tatsächlich angucken, dann verstehen Sie meine Verwunderung. ChatGPT bringt es dann in seiner Stil-Analyse ganz wunderbar auf den Punkt und spricht von dem „merkwürdigen Versuch, Retro-Gemütlichkeit und Digitalisierung in einem Wartezimmer zu vereinen“. Genau.
Noch umfangreicher – und ohne exklusive Fotos – berichtet ntv. Hier gibt’s aber noch die Nachricht (zitiert aus dem Handelsblatt), dass die Schwarz-Gruppe überlege, ins Geschäft des Medikamenten-Versandhandels einzusteigen – wie auch dm das derzeit plant. 07.11.2025:
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Kaufland-startet-aerztliche-Behandlungen-in-den-Filialen-article26148816.html
Das Handelsblatt berichtete bereits am 24.10.2025 von den Plänen bei dm – und den Plänen von Rossmann und Lidl:
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/apotheken-lidl-rossmann-und-dm-planen-einstieg-in-den-medikamentenversand/100162999.html
Zurück zum Medical Room im Kaufland: In Apotheke adhoc hat sich am 07.11.2025 umfassend mit den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten eines solchen Unterfangens beschäftigt, hat die Geschäftsstruktur beschrieben. Will sagen: Nach diesem Artikel hat man als Leser schnell und einfach einen Überblick und auch Einblicke in die Hintergründe erhalten:
https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/telemedizin-ekg-und-blutabnahme-bei-kaufland/
Claudia Lehnen, Journalistin beim Kölner Stadt-Anzeiger, hat in der heutigen analogen Zeitungsausgabe (20.10.2025) fast die ganze Seite 3 bekommen. Vier von fünf Spalten. Sie schreibt über die Schwierigkeiten bei der Anmeldung in der (eigenen) Patientenakte. Und was sie schreibt ist tatsächlich hanebüchen: Da ist eine 93 Jahre alte Dame, online absolut fit, den Umgang mit elektronischen Prozessen geübt. Aber: Sie scheitert am Zugang in die eigene Akte. Deswegen, weil sie sich elektronisch ausweisen muss, und das wiederum scheitert daran, dass sie keinen elektronischen Personalausweis hat und zum Bürgerbüro leider nicht mehr laufen kann. Das ist aber beileibe nicht die einzige Tür, die ihr verschlossen bleibt.
Der Artikel ist zugleich mit Zahlen unterfüttert, die zeigen, wie gering die Zahl der Patienten ist, die sich überhaupt bereits einen Zugang zur Patientenakte verschafft haben. Und auch bei den Krankenkassen hat sich Lehnen natürlich Stellungnahmen eingeholt.
Also: Absoluter Lesetipp – online finden Sie den Artikel hier:
https://www.ksta.de/ratgeber/gesundheit/koelnerin-kapituliert-vor-elektronischer-patientenakte-1129177
Beim rbb hat Autor einen "Selbstversuch" unternommen - und schildert den Lesern online am 17.10.2025 wie es ihm - nach Hindernissen - gelungen ist, in seine ePA zu schauen:
https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2025/10/berlin-brandenburg-elektronische-patientenakte-selbstversuch.html
Der Oktober naht, ab dann ist die elektronische Patientenakte für alle Ärzte Pflicht. Doch bislang sind erst 80 Prozent der Arztpraxen softwaretechnisch so ausgestattet, dass sie die Patientenakte bedienen können, lauten die jüngsten Infos der KBV. Den verbleibenden 20 Prozent der Praxen drohen Sanktionen. Wohlgemerkt: den Praxen, nicht den Softwareherstellern.
Die Mopo berichtet am 23.04.2025 hier (dpa, mp):
https://www.mopo.de/news/panorama/berlin-praxen-koennen-teils-noch-nicht-mit-e-akten-starten/
Das Ärzteblatt mit dpa, 23.04.2025:
https://www.aerzteblatt.de/news/der-breite-start-der-elektronischen-e-patientenakten-in-praxen-hakt-51f9f805-9b0c-41da-b21d-70c227a1bdc0
Das Handelsblatt mit dpa, 23.04.2025:
https://www.handelsblatt.com/dpa/digitalisierung-der-breite-start-der-e-patientenakten-hakt/30479936.html
Ab 1. Oktober ist die elektronische Patientenakte für alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen Pflicht. Also auch für Krankenhäuser. Doch die Realität sieht anders aus. Marie-Claire Koch berichtet für heise.de aus einer Umfrage der Deutschen Krankenhausgesellschaft, 03.09.2025:
https://www.heise.de/news/Elektronische-Patientenakte-Kliniken-werden-Pflichtstart-im-Jahr-2025-verfehlen-10630320.html
Auch das Ärzteblatt berichtet am 03.09.2025:
https://www.aerzteblatt.de/news/elektronische-patientenakte-umsetzung-an-kliniken-lauft-schleppend-e667cbdf-2db3-4596-bc93-db1a51631b86
Und auch Apotheke adhoc, 03.09.2025:
https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/e-health/kliniken-epa-kommt-spaeter/#
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