Herrlich norddeutsch: Freshtorge steht uns über Youtube mit seinen Charakteren Helga und Marianne seit Beginn der Corona-Pandemie treu, beratend, urteilend, sorgend, schimpfend an der Seite. Als hätte er uns auf's Maul geschaut. Nun fürchtet Marianne die nächste Pandemie - und Helga plädiert zur Abkehr von der Panikmache. Das Ganze wieder ganz wunderbar;
https://www.youtube.com/watch?v=FXv9P2Pxs3U
Nachrichten aus dem Gesundheitswesen
Gebratene Tauben, die einem ins Maul fliegen: Mal ehrlich, wer will das denn heutzutage noch? Diejenigen, die dem Fleischkonsum abgesagt haben, ganz gewiss nicht, und diejenigen, denen das Schnitzel oder das Steak die Leibspeise sind, stehen dem gebratenen Geflügel, das nicht aus dem Hühnerstall kommt, wahrscheinlich eher skeptisch gegenüber. Taube gibt’s halt nicht im Supermarkt. Oder am Grill. Nur im Schlaraffenland.
Aber: Das Schlaraffenland hat an Attraktivität deutlich verloren. Das wiederum könnte durchaus am Supermarkt liegen, der, sofern das Portemonnaie ausreichend gefüllt, tatsächlich ein bedenkenloses Sich-Durch-Fressen jedem möglich macht. Nein, auch das will heutzutage keiner mehr.
Bewusst, gesund und sportlich leben, das ist vielleicht nicht immer das Ziel, aber auf jeden Fall die Vorgabe. Der eigenen Körper wird performt. Oder gestaltet. Oder gestylt. Das Wort Bodybuilding hat sich – seltsam, oder? – allerdings auch überholt. Nein, die Körperkultur hat sich einen neuen Style gewählt. Man kann dabei – nicht nur sprachlich – bis zu einer gesteigerten Performance gelangen, aber Bodybuilding war tatsächlich früher.
Also Muskeln statt Masse. Und Muskelmasse statt Tauben. Wegen der Gesundheit. Aber selbst wenn sich die Wortwahl und der Betriebsmodus menschlicher Sehnsüchte ändert: Der innere Schweinehund, der bleibt. Und darum forschen Forscher, Forscherinnen, Forschende und Forsche nicht erst seit heute daran, wie der Muskelaufbau ganz ohne Anstrengung vonstattengehen kann. Das Zauberwort heißt Elektromuskelstimulation.
So könnten wir doch das Eine mit dem Anderen vereinen. Im Schlaraffenland der Zukunft sitzen wir bequem im Sessel, der innere Schweinehund liegt uns seufzend zu Füßen, das Fernsehgerät zeigt wahlweise eine Kochsendung (schön wäre jetzt, wenn eine Sternekoch Tauben braten würde) oder die Sportschau …. Und ganz nebenbei stimuliert ein Gerät unsere Muskeln elektrisch dergestalt, dass die Performance wieder stimmt. Vielleicht stellen wir noch einen Ventilator dazu, der für Kühlung sorgt.
Die Faszien sind ein Gewebe, das von Wissenschaftlern lange übersehen wurde. So der nicht mehr neue Refrain nicht nur aus dem Fitnessgewerbe. Der Versprechungen sind viele: Krankheiten und Schmerzen, die bisher schwer zu therapieren waren, sollen nun, wenn wir die Faszien richtig behandeln, Besserung erfahren. Wobei wissenschaftlich gesehen keineswegs ganz genau klar ist, was eine Faszie ist – und wer oder was eigentlich so alles ganz genau dazugehört. Noch weniger ist klar, welche Bedeutung und wie viele Aufgaben die Faszien im Allgemeinen und im Besonderen haben. Faszinierend ist aber allemal, wie schnell und wohin sich Medienwellen ausweiten, wenn neue Worte und neue Erkenntnisse in öffentliche Diskussionsräume geraten. Also auch hier eine kleine, hoffentlich feine Linksammlung von Februar bis Mai 2022 – und ohne Scheu vor Werbung oder gar vor ungewollter Komik. Wobei die ungewollte Komik am ehesten mit der Werbung einhergeht. Aber das wird Ihnen keinesfalls entgehen …
Texte aus dem Bereich Wissenschaft:
Im Spektrum arbeitet sich Caroline Williams am 31.05.2022 gründlich durch die wissenschaftliche Seite des Themas:
https://www.spektrum.de/news/bindegewebe-faszien-das-uebersehene-gewebe/2025739
Der Rundum-Überblick bei Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Faszie
Das Gesundheitszentrum Liebscher-Bracht klärt über Funktion, Aufbau und Arbeitsweise der Faszien auf:
https://www.liebscher-bracht.com/therapie/grundlagen/faszien/#
Die längst veraltete, bespottet und bespöttelte Frage, die zur Paraphrase und zur Karikatur einer Innerlichkeitsbewegung lange vor der Corona-Pandemie gehört, lautet: Was macht das mit dir? Kabarett und Co. haben dieser Frage vielleicht das Wasser abgegraben oder sie vom Ernst der Lage befreit.
Ernst aber ist die Lage schon wieder oder immer noch – und wir gehen jetzt in den Pluralmodus über. Was macht das mit uns? So lautete zwei Jahre lang die Frage, wenn es darum ging, die gesellschaftlichen Änderungen und ihre Folgen, hervorgerufen von der Pandemie, in den Blick zu nehmen: Kein Handschlag, kein Händedruck, keine Umarmung. Das Lächeln nicht mehr sehen, den Nachbarn lieber fürchten als ihm begegnen. Das Treppengeländer nicht berühren. Und so weiter. Der Fragen waren viele.
Vieles ist geklärt, und wenn nicht, aber zumindest beantwortet.
Und jetzt drehen wir den Spieß ganz langsam wieder um: Was macht das mit uns, wenn wir uns nun wieder die Hände reichen zur Begrüßung? So lautet eine der neuen, aktuellen gesamtgesellschaftlichen Fragen. Hier eine kleine Sammlung von Antworten, nach denen Sie vielleicht noch gar nicht gesucht haben:
Die Frage nach der Wiedereinführung und der Auswirkung des begrüßenden Händeschüttelns beantwortet „Forschung und Lehre“ am 21.05.2022. Auch mit Tipps für alle die, die ihre Hand lieber auch weiterhin bei sich behalten wollen. Und mit einem schönen Foto gestischen Begrüßungsmissverständnisses.
https://www.forschung-und-lehre.de/zeitfragen/warum-wir-doch-wieder-haende-schuetteln-4729
Gut, mit den Überschriften ist das so eine Sache. Sie zielen meist genau auf die Mitte des Themas und gehen dann trotzdem schon mal ab durch die Mitte, mittenmang dran vorbei, übers Ziel hinaus oder auch völlig daneben. Die FAZ traf hier ja beherzt fast das Gegenteil:
Kleine Klügelei - oder die FAZ und der versteckte Infinitiv
Der Gefahren im Umgang mit der deutschen Sprache – und mit Sprache überhaupt – sind natürlich viele. Beim Ärzteblatt läuft nicht nur sprachlich die Einsamkeit aus dem Ruder. Sie hat nämlich zugenommen. Aber nur moderat. Sie brauchen sich also nicht die Einsamkeit inmitten eines Speckgürtels vorzustellen. Wobei: Dieses Bild hängt nun wirklich schief. Und so hatte es das Ärzteblatt auch gar nicht gemeint, als es am 19.05.2022 titelte:
„Einsamkeit hat während der Pandemie moderat zugenommen“
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/134338/Einsamkeit-hat-waehrend-der-Pandemie-moderat-zugenommen
Also das schiefe Bild zur Seite, die Einsamkeit hat keine Ess-Störung. Und auch keinen Zählzwang. Den haben aber möglicherweise die Statistiker. Wie denn soll man - bitteschön - die Einsamkeit zählen oder gar messen? Welche Einheit? Stunden? Anzahl von Personenkontakten? Gefühlte und abgefragte Werte auf einer Skala von 1 bis 10?
Ich habe den Artikel durchsucht und erforscht. Nach bestem Wissen und Gewissen. Und kann Ihnen sagen: Die Einsamkeit hat in der Pandemie um 5 Prozent zugenommen. Im Durchschnitt. Das ist dann wohl das, was die Überschrift moderat nennt. So das Ergebnis einer Metaanalyse von 34 Studien aus 4 Kontinenten. Aber: keine Infos darüber, wer die Skala mit welchen Messwerten erstellt und angelegt hat.
Kleine Sprach- und Überschriftenbelehrerei für Spötter, für Besserwisser und für alle anderen auch. Vor allem für FAZ-Leser und FAZ-Gegner: Die FAZ titelte nämlich am 18.05.2022:
„Bundesregierung will vierte Impfung für alle“
Hoppla. Wie sind wir denn so schnell dahin gekommen? Die Verpflichtung zur Impfung gilt doch bislang nur für Menschen, die in Gesundheitsberufen tätig sind. Welche Nachrichten habe ich denn da verpasst? Keine.
Es passte nämlich nur der Infinitiv nicht mehr in die Überschrift, oder er passte dem zuständigen Redakteur nicht in den Kram. Was auch immer. Auf jeden Fall: Er fehlt in der Überschrift. Unbedingt.
Denn im ersten Satz – nach dem Lead – werden wir im Artikel sofort vollständig über den Willen der Bundesregierung aufgeklärt:
„Die Bundesregierung will allen Bürgern bis zum Herbst eine vierte Corona-Impfung ermöglichen …“, heißt es da.
Welcher kluge Kopf hatte denn da wohl die Überschrift gemacht?
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/vierte-corona-impfung-soll-bis-zum-herbst-fuer-alle-moeglich-sein-18041006.html
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer die bedeutendsten zehn Ärzte in der Medizingeschichte waren? Bestimmt nicht. Aber das Zehner-Format ist am Fernsehen zurzeit auf mehreren Kanälen und in den verschiedensten Lebenssituationen serienbilden. Ist ja auch ungemein praktisch. Und so hat das ZDF bereits im März die zehn bedeutendsten Ärzte der Weltgeschichte auf Liste gesetzt. Mit Witz und dramaturgisch vielfältiger musikalischer Untermalung. Klar, Hildegard von Bingen ist dabei, Hippokrates auch, Sigmund Freud. Die würden Sie ja auch zu Recht erwarten. Aber der Blick geht auch nach Arabien. Und kennen Sie den Arzt, der ganz ohne Schulabschluss als Arzt und Hochstapler erfolgreich war?
43:29 Minuten, verfügbar bis 19.03.2024 – und ein kurzer Text, der einen Überblick geben soll:
https://www.zdf.de/dokumentation/die-glorreichen-10/die-erfolgreichsten-mediziner-der-geschichte-100.html
Lüder Wohlenberg ist Arzt, Patient und Kabarettist. Als Kabarettist finden Sie ihn auch auf Youtube. Praktischer ist ein Besuch seiner Website. Dort hat er gleich mehrere Videos eingestellt. Als Patient – das erfahren sie aus seinem Kabarett – ist seine häufigste Krankheit „Verdacht auf“. Aber auch das Schnarchen gehört zu seinen Krankheiten – und als Patient legt er Ihnen dar, dass das Schnarchen die einzige Krankheit ist, an der die anderen leiden. Eine Frauenkrankheit also. Die Argumentationskette finden Sie im Video „Spontanheilung“: https://youtu.be/cSowkbccaYs
Hier geht’s lang, wenn Sie neugierig geworden sind. Sie landen gleich bei den Videos:
http://www.luederwohlenberg.de/kabarett-live-video.html
Ein eigenartiges, aber amüsanten Kabarett-Videoformat präsentiert Wohlenberg in der Medical Tribune. „Wohlenbergs Heile Welt“ finden Sie hier:
https://www.medical-tribune.de/meinung-und-dialog/wohlenbergs-heile-welt
Beim WDR tickt’s nicht mehr richtig. Nein, der Satz ist natürlich falsch. Es tickert beim WDR nicht mehr. Und zwar weder falsch noch richtig – einfach nur nicht mehr. Der Ticker ist sozusagen aus dem Takt. Und damit gibt der WDR vielleicht den Auftakt zu ganz neuen Nachrichtenperspektiven.
Weniger kryptisch: Der WDR hat gestern, 11.05.2022, um 20.44 Uhr seinen Corona-Ticker ausgestellt. Wegen der Nachrichtenlage. Es gibt nämlich nicht mehr genügend Corona-Nachrichten um herumzutickern. Das könnte ein Zeichen der Hoffnung sein für uns alle. Wir könnten jetzt vor Freude in die eine Hand die OP-Maske, in die andere die FFP-2-Maske und dem Corona-Ticker hinterherwinken. Zum Abschied. Könnten. Denn: Noch tickern die Medien am laufenden Band. Der NDR, die hessenschau, der Focus usw. usf. Alle tickern weiter im Coronatakt.
Und auch der WDR ist mit seinem Aus noch eher sehr vorsichtig. Erst einmal pausiert der Ticker nämlich nur. Darunter gibt’s den Knopf zum Aktualisieren. Doch: Pause bleibt Pause. Das wird nicht aktueller. Und noch mal drunter finden Sie die aktuellen Daten zur Corona-Lage. Darunter die Begründung, warum der Ticker nicht mehr getaktet wird. Und für alle, die ohne den Corona-Ticker aus dem täglichen Nachrichten-Tick-Tack geraten, gibt’s noch den Corona-Ticker vom Vortag, 11.05.2022. Und wer jetzt noch nicht beruhigt ist, dem sei versichert: Der WDR verspricht, dass es wieder weitertickert, sobald die coronare Nachrichtenlage das hergibt.
https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/ticker-corona-virus-nrw-100.html?time=1652373544902
Natur als Heilmittel auf Rezept. Das gibt’s jetzt in Kanada. Was sich liest, als sei es eine Karikatur unseres Zeitgeistes, ist vielmehr ein pragmatischer Ansatz: Ärzte in Kanada empfehlen per Rezept ihren Patienten (auch) das Wandern oder andere Aufenthalte in der Natur. Ziel: 2 Stunden pro Woche – und mindestens 20 Minuten am Stück. Wer ein solches Rezept in den Händen hält, hat freien Eintritt in die Nationalparks. Artikel in der Süddeutschen Zeitung, 06.05.2022:
https://www.sueddeutsche.de/leben/natur-heilsam-medizin-medikament-nationalparks-kanada-1.5578987
Die Erkenntnis, dass die Natur heilt und das Wandern gesund ist, ist dabei keineswegs neu. Und sie wird auch gerne immer wieder aufgefrischt von Esoterikkreisen, Naturforen, Naturparks und Touristenregionen. Die Erkenntnisinteressen sind da durchaus vielfältig. Deswegen gibt’s an dieser Stelle auch lieber keine Linkliste. Wohl aber einen einzelnen Link. Die Website Wanderforschung.de bietet vielfältige Infos unter verschiedenen Aspekten. In vielem nicht ganz aktuell. Aber wie gesagt: Die Erkenntnis, das Wandern gesund ist, ist das jau auch nicht. Anregungen und Infos auf der Website wunderbar geordnet:
www.wanderforschung.de
Manchmal muss man beherzt handeln können. Und beherzt fragen. Gefragt hat der Besitzer eines Uhus einen befreundeten Zahnarzt. Denn der Uhu hatte sich die Schnabelspitze abgebrochen. Und der Zahnarzt aus Dorsten hat ihn beherzt behandelt. Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, bei der Bild-Zeitung gibt’s ein langes Video, bei Sat.1 ein kurzes:
Bild, 20.04.2022, Video 2:17 min (plus Werbung natürlich):
Schnabelspitze abgebrochen: Uhu „Juri“ muss nach Dorsten zum Zahnarzt | Regional | BILD.de
Sat.1, 19.04.2022, Video 1:19 min – und ohne Werbung:
https://www.sat1nrw.de/aktuell/uhu-beim-zahnarzt-223128/
Aber selbstverständlich hat die Geschichte vom Uhu beim Zahnarzt viel weitere Kreise gezogen:
Rein nachrichtlich die ZEIT mit dem dpa-Bericht am 19.04.2022:
https://www.zeit.de/news/2022-04/19/schnabelspitze-abgebrochen-zahnarzt-behandelt-uhu
Das Video ist nicht neu, aber wahrscheinlich immer noch aktuell. Es tritt auf, als sei es die Sendung mit der Maus. Wenn Sie keine Kinder mehr im Maus-Alter haben und auch sonst die Maus aus keinen anderen Gründen seriell auf dem Schirm haben: Ohne Vorwarnung wären Sie vielleicht tatsächlich drauf reingefallen. Gut gemeint und gut gemacht.
Hier haben sich vor zehn Jahren angehende Mediziner ausgelebt und vorgestellt. Und sie erklären nicht nur den Kindern, wie Medizin studieren geht. Zwischen Klischee und Wirklichkeit liegt wohl auch heute noch irgendwo der Alltag.
Also, viel Vergnügen mit den Medizinstudenten, die sich die Maus mal kurz für ihre Zwecke geliehen haben:
Etwas unspektakulär, die neue Freiheit, die keine ist. Freedom Day – das hatte doch nach großer weiter Welt geklungen. Nach Hoffnung. Nach: Wenn die bunten Fahnen wehen, weht der Wind wohl übers Meer. Woll’n wir ferne Länder sehen, fällt der Abschied uns nicht schwer. Nun, das ist nur meine Assoziation zum Thema Freiheit. Aber: Wir haben ihn ja nicht. Kein Freedom Day, sondern ein Übergang mit Bauchschmerzen in eine Freiheit, die sich keiner traut und keiner wünscht. Zumindest nicht ausgerechnet jetzt. Vor allem aber: Eine Freiheit, die sich bei den meisten im Alltag kaum widerspiegeln wird. Denn im Supermarkt bleibt die Maske auf. Und letztendlich: Zwischen all den Übergängen, Neuregelungen, möglichen Änderungen in möglichen Hotspots, nach all den Durchbrüchen und coronaren Wiederholungen und Doppelschleifen: Es lohnt nicht, sich grundsätzlich zu informieren, was man alles wieder darf. Denn wenn man wieder etwas dürfen möchte, kann sich ja schon alles wieder geändert haben. Und im notwendigen Einzelfall, nämlich Hochzeit, Geburtstag, Massentreffen, Konzertpläne, kann man dann ja immer noch nachschlagen. So zumindest mein eigener Pragmatismus. Sollte ich also ein Event planen wollen, ich finde die Regeln für NRW bestimmt. Ganz schnell. Und bis dahin: abwarten und Tee trinken. Von der großen Freiheit höre und sehe ich nichts. Keine bunte Fahnen. Stattdessen: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin ...
So – so weit wollte ich sprachlich gar nicht ’rausschwimmen. Eigentlich wollte ich Sie nur zur Süddeutschen Zeitung lenken, in der Stephan Handel über die „Verschobene Freiheit“ spöttelt. Mit der Erkenntnis am Ende: Hände waschen? Können wir vielleicht auch bleiben lassen. 21.03.2022:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-corona-freedom-day-glosse-1.5551877
Noch eine „Panda-mie“. Diesmal in Ebern, im Landkreis Haßberge. Der Spiegel berichtet von der Fenster-Aktion, die stille Nachahmer findet – und hat als Beleg acht Fotos eingestellt (25.01.2021):
https://www.spiegel.de/panorama/panda-mie-facebook-hype-im-fraenkischen-ebern-a-c186246b-3ce9-48d7-a087-09815b13dc6d
auch bei RTL, 26.01.2021:
https://www.rtl.de/cms/panda-mie-statt-pandemie-warum-sich-in-ebern-die-schwarz-weissen-baeren-vermehren-4691971.html
Der BR würdigte die Pandamie mit einem 41-Sekunden-Beitrag am 21.01.2021:
https://www.br.de/nachrichten/bayern/pandamie-in-ebern-mit-pandabaeren-gegen-corona,SMkvRlf
Anfang Dezember waren in Frankfurt die Pandas los, Bericht hier:
Pandamie in Frankfurt
Eigentlich geht es hier nur ums Bild. Aber ein bisschen Nachricht ums Bild kann ja auch nicht schaden, denn ja: Der Krokus ist giftig. Und nein, die Nachricht ist nicht neu. Und ja, sie geht gerade trotzdem wieder viral. Sie sollen Kinder und Haustiere von den Pflanzen fernhalten. So die alljährlich wiederkehrende Nachricht.
Hier im Soester Anzeiger, 10.03.2022:
https://www.soester-anzeiger.de/verbraucher/krokusse-giftig-symptome-kinder-hunde-katzen-hasen-kaninchen-pferde-haustiere-garten-maerz-wann-91400990.html
Etwas differenzierter berichtet Eva Monnig in „Mein schöner Garten“. Denn sie verschweigt nicht, dass die Giftinformationszentrale den Krokus als harmlos für Menschen einstuft. Anders ist das allerdings für Kaninchen, Meerschweinchen, Pferde .... und beim Herbstkrokus. (07.03.2022)
https://www.mein-schoener-garten.de/lifestyle/natur-tiere/wie-giftig-ist-der-krokus-50146
Affen behandeln ihre Wunden offenbar gegenseitig mit getöteten Insekten. Angenommen wird, dass die Insekten heilende oder schmerzstillende Stoffe abgeben. Bericht in den Stuttgarter Nachrichten, 08.02.2022:
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.gesundheit-schimpansen-legen-insekt-in-wunde-gezielt-als-heilmittel.779292df-096e-4b17-b689-0a9cc6a02b33.html
derselbe Bericht in Geo, 08.02.2022:
https://www.geo.de/natur/tierwelt/schimpansen-behandeln-wunden-mit-insekten-31608854.html
Die gegenüberliegende Forschung gibt’s offenbar auch. Der Artikel vom 16. September (vermutlich 2021?) im dentalteam vergleicht die Streitkultur von Ärzten und Affen mit dem Ergebnis, das die Überschrift schon kundtut: „Ärzte sind auch nur Affen“.
https://dental-team.de/work/vermischtes/streitkultur-im-op-aerzte-sind-auch-nur-affen/
Na dann! Thema auf jeden Fall rundrecherchiert. 🙃
Mitte Januar war Kovid Kapoor aus Bangalore, Indien, mit seinem Namen und seiner Geschichte in Deutschlands Medien ganz weit vorn. Seinen Namen möchte er nicht tauschen, denn auch in Indien ist er selten. Er bedeutet: Der Gelehrte. Weise genug, die Möglichkeiten seines Namens auch im Witz zu nutzen ist Kovid Kapoor allemal.
Hier seine Geschichte in der Augsburger Allgemeinen vom 18.01.2022:
https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/soziale-netzwerke-kovid-kapoor-teilt-seinen-vornamen-mit-der-covid-19-pandemie-id61521421.html
Google lieferte Ihnen, sofern Sei weitersuchen wollen, noch eine ganze Reihe weiterer Artikel. Und Kovid Kapoor selbst finden Sie auch auf Twitter.
Die FAZ hat in diesen Berichten einen Anlass gefunden, die Namen-Recherche noch ein wenig weiterzudrehen. Gesprochen hat sie mit dem Tavernenbesitzer, dessen Lokal Omikron heißt – und zwar schon länger als zwei Jahre. Das Eiscafé in Oberursel, das den Namen Corona trägt, kann ebenfalls nicht klagen und auch eine Firma mit dem schönen Namen „Booster“ – Veranstaltungstechnik ist ihr Geschäft – geriet plötzlich in den Blickpunkt.
Der Artikel in der FAZ ist vom 25.01.2022 und trägt die schöne Überschrift „Omikron-Gyros und Corona-Eis":
https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/betriebe-in-hessen-omikron-gyros-und-corona-eis-17745314.html
Wir alle wissen, dass eine vierte Impfung auf uns zukommt, wir ahnen, dass es mit der fünf weitergeht – und danach? Das wollen wir wahrscheinlich so ganz genau lieber noch nicht wissen. Der Postillon aber nimmt es mit der Zählung sehr genau und hat schon am 13.01.2022 von Mathematikern ausrechnen lassen, was nach der drei alles so möglich ist. Sicher ist auf jeden Fall: Nach der dritten Impfung kommt keinesfalls die fünfte. Wenn Sie noch mehr von diesem Unfug lesen wollen, hier ist die ganze mathematische Wahrheit über die Impfreihenfolge:
https://www.der-postillon.com/2022/01/mathematiker.html
Die Nachricht auf Deutschlandfunk nova: Ein Roboter hat zum ersten Mal eine Darm-OP durchgeführt an einem Schwein. Die OP war erfolgreich, der Roboter zittert erwartungsgemäß nicht versehentlich – und er lässt sich blitzschnell anpassen, wenn sich das Konzept während der OP ändern muss. So weit, so gut. Sie finden den Nachrichtentext vom 27.01.2022 hier:
https://www.deutschlandfunknova.de/nachrichten/medizin-roboter-gelingt-komplizierte-darm-op
Sie finden aber noch mehr. Nämlich ein Bild. Das klassische Bild zweier Hände, die sich sogar berühren. Zitiert ist die Erschaffung Adams von Michelangelo. Während aber bei Michelangelo die Hand Gottes und die Hand des Menschen einander nur nahe kommen, sich aber nicht berühren, während bei Michelangelo die Hand des Menschen sich wohl Gott entgegenstreckt, nicht aber sich bittend öffnet, während bei Michelangelo die Hände bildlich auf gleicher Höhe einander entgegenkommen, stellt das Bild bei DLF dieses Gottes- und Menschenbild völlig auf den Kopf. Abgebildet ist eine Roboterhand, die von oben kommend eine Menschenhand am Zeigefinger trifft. Die Menschenhand kann man als bittend wahrnehmen, die Roboterhand als gebend.
Wir müssen reden. Jetzt. Zuerst über und in Redewendungen. Das Amen in der Kirche – zum Beispiel. Einst war es sicher in der Kirche. Und noch vor zwei Jahren hätte ich sicher behaupten können, dass die außerkirchlichen Fastenpredigten so sicher wie das Amen in der Kirche nach Neujahr in den Zeitungen und allen anderen Medien zu finden sein werden. Die Sicherheit, dass uns am Jahresanfang die Aufforderung zum Fasten ungefragt ins Haus fliegt, ist geblieben, das Amen in der Kirche jedoch hat an Stimmgewalt gewaltig eingebüßt.
Nächste Redewendung: Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Gut, genau genommen ist diese Redewendung einem Gedicht entnommen, das uns tröstlich von Stufe zu Stufe geleiten, gar heben will – und am Ende auch die Todesstunde mit neuem Leben füllt. Sie wissen’s schon: Hermann Hesse. Passt doch ganz gut zum Amen in der Kirche.
Doch die beiden, das Amen genauso wie die Todesstunde, wollen wir mal tunlichst links liegen lassen. Es geht nämlich um den Anfang, genauer: Um den Jahresanfang. Sollte ihm tatsächlich ein Zauber innewohnen, meist war er ja vor Corona gepaart mit Höllenlärm, hat sich dieser auch in diesem Jahr irgendwie verflüchtigt. Geblieben ist der Anfang. Und der beruht traditionell auf vielen guten Vorsätzen. Mehr Sport, weniger essen, weniger rauchen, weniger saufen. Sie erinnern sich: Allem Anfang wohnt ein Zauber inne. Auf jeden Fall könnten wir mithilfe eines Zauberers den Vorsätzen besser auf die Sprünge helfen.
Das mit dem Sport hat Corona ja schon mal erledigt. Zumindest dann, wenn er im Fitnessstudios hätte betrieben werden sollen. Das mit dem Essen hingegen ist nicht an Mundschutz und 1,5-Meter-Abstand gebunden. Im Gegenteil: Nicht essen lässt es sich besser allein. Auch wenn der Mundschutz hier eine Hilfe sein könnte. Den Mitmenschen brauche ich zum Fasten im Grunde nicht.
Und nun sind wir wieder bei den Zeitungen. Stellvertretend für alle anderen Medien, die das mit dem Jahresanfang und dem Zeitgeist gewiss nicht anders handhaben. Und nun heißt es hier für uns auch nicht mehr: Wir müssen reden. Nein! Wir müssen fasten! Das Zeitungsmagazin, dem ich zwar nicht vertraue, aber das mir zusammen mit meiner Tageszeitung quasi umsonst ins Haus kommt, schreibt mir auf zwei Seiten, wie das geht. (Die dritte Seite ist dann interessanten Rezepten fürs Fastenbrechen vorbehalten.)
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