NACHRICHTENPORTAL

Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Richtungswechsel am Montag: Die Impfschwänzer sind nicht das Problem

Gut, dass gestern Montag war! Zeit für journalistische Recherche, nicht nur dem Impfschwänzer hinterher. Der Kölner Stadt-Anzeiger zum Beispiel hat gründlich gearbeitet und widmet dem Thema aus verschiedener Perspektive verschiedene Betrachtungen und Artikel. Das Wichtigste vorweg: Dem Impfschwänzer wird wohl keine Strafe drohen, sagt auch Jens Spahn*. Die Häufigkeit der unabgesagten und verfallenen Impftermine wird mit 3 bis 6 Prozent angegeben, je nach Impfort (Hausarzt, Impfzentren) sind die Zahlen verschieden. Und ebenso wichtig: Den Impfzentren geschah – bis vergangenen Donnerstag – in der Regel kein Schaden, denn die Impfdosis wird immer erst aus dem Kühlschrank genommen, wenn der Impfling da ist. Hieß also fürs Impfzentrum und den Hausarzt bis vergangenen Donnerstag: Umdisponieren, Warteliste abarbeiten, Impfstoff einen Tag länger aufbewahren. Das war ganz gewiss organisatorischer Aufwand, aber so verfiel – zumindest bis zur Stiko-Kreuzimpfungsempfehlung – kein Impfstoff.

Dann kam eben dieser Donnerstag und die Stiko hatte empfohlen, Astrazeneca-Erstgeimpften beim zweiten Mal einen mRNA-Impfstoff zu spritzen. Seit der Empfehlung zur Kreuzimpfung ist’s mit den ausfallenden Impfterminen erst recht ein Kreuz. Bei den Hausärzten, so zitiert der Kölner Stadt-Anzeiger, Oliver Funken vom Hausärzteverband Nordrhein**, stieg die Rate die Ausfallquote rasant von 3 auf 20 Prozent. Der Anteil der nichtabgesagten Termine ist hierbei nicht benannt, wohl aber die Folge der ausgefallenen Termine: Astrazeneca-Impfstoff verfällt jetzt. Die Zahlen der Impfzentren: Am Freitag hätten rund 20 Prozent der Impfkandidaten, die zum Impfen ins Impfzentrum gekommen sind, das Impfzentrum wieder ungeimpft verlassen – da kein mRNA-Impfstoff angeboten werden konnte.

So die Sachlage. Wie zu erwarten war, redet nach den sonntäglichen Strafpredigten jetzt kaum noch jemand von Gebühren für Impfschwänzer. Allein der organisatorische Aufwand von Androhung bis Abrechnung würde ja die Höhe der Einnahmen möglicherweise schnell übersteigen.

Wir sollten aber dennoch die Suche nach den eigentlichen Tätern nicht aus den Augen verlieren. Denn es gibt sie, die Schuldigen. Und wenn es nicht Menschen sind, so sind es menschengemachte Ursachen, die dafür sorgen, dass die Impfterminierungen heftig durcheinandergeraten. KV-Chef Andreas Gassen hat ein paar von ihnen gefunden. Da trotz Aufhebung der Priorisierung Impftermine Mangelware waren, hat der gemeine Impfkandidat, der Vorsorge betreiben wollte, sich nämlich gleich mehrere Termine organisiert.Sicher ist sicher. Und sicher bin ich mir, dass das kein Spaß für ihn war, sondern Panik. Und sicher ist die Panik geschürt worden. Ein anderer Grund den Gassen benennt, sei in manchen Fällen die Schwierigkeit gewesen, das Impfzentrum überhaupt telefonisch zu erreichen.

Und dann kam ebendieser Donnerstag mit der Nachricht, am besten sei es, Astrazeneca kreuzweise, Sie wissen schon. Und nicht zu vergessen: Wissen Sie noch genau, wann jeweils welcher Abstand für welche Impfung angesagt war? Mal kurz, mal lang, mal mindestens 6 Wochen, mal unbedingt kürzer. Sicher, im Umgang mit neuen Pandemien und neuen Impfstoffen muss man erst Erfahrungen sammeln. Die Erfahrung, die Impfkandidaten seit Mitte Januar sammeln konnten, lautet: Empfehlungen kommen aus heiterem Himmel und können, aufs Ganze gesehen, durchaus vollkommen widersprüchlich sein. Das kann einem die Entscheidung für und gegen eine Impfung schon mal grundsätzlich schwer machen. Denn der Versuch, eine persönliche Entscheidung mit Verstand zu fällen, scheitert im Dschungel sich plötzlich wandelnder Empfehlungen. Die Wandlungen aber spiegeln sich dann im Ausfall der Termine. Plötzliche Umentscheidungen - auch aus heiterem Himmel sozusagen.

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Gut, dass morgen Montag ist - Einwände gegen eine Debatte, die sich gebührlich gibt

Neue Täter braucht das Land. Die Impfbetrüger, die Vordrängler, die Termin-Erschleicher – all diese Leute, die offenbar nur dort in Massen auftraten, wo sie schwer zu filmen waren, uns aber ganz ohne Maß als Schuldige auf dem abendlichen Nachrichtenteller serviert wurden, haben sich genauso offenbar in Luft aufgelöst.

Nun wurden sie – offenbar – abgelöst. Heißt: Sie haben ihre Nachfolger gefunden. Dem Impfbetrüger, den wir alle verachten sollten, folgt nun der Impfschwänzer, den wir alle verachten sollen.

Denn dieser Impfschwänzer nimmt uns weg, was die Gesellschaft dringend braucht. Impftermine. Das macht er, ohne abzusagen. Hier ist jetzt die Stelle, an der Sie empört nicken oder mit dem Kopf schütteln dürfen, denn das ganze Land nickt oder schüttelt gerade mit dem Kopf und debattiert, wie wir die Impfschwänzer gebührend bestrafen.

Nein, ich frotzele nicht, ich floskele nur: Als Gebühr sind Preise zwischen 25 und 30 Euro im Gespräch. Links dazu, wenn Sie der Debatte folgen wollen, finden Sie gleich unten am Text.

Zuvor ein offenes Wort: Es gehört sich nicht, einen Termin nicht wahrzunehmen ohne abzusagen. Und ja, auch ich habe den Eindruck, dass solche Verpflichtungen den Mitmenschen gegenüber den meisten Menschen gar nicht mehr bekannt sind. Geführt wurde diese Debatte ja auch schon längst vor Corona: Was ist mit den Patienten, die einen Platz im Terminkalender eines Arztes einnehmen – und ihn dann alleine sitzenlassen? Auch da sollte noch vor kurzem eine Geldstrafe das Problem lösen.

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Lesetipp: Die Labortheorie und der amerikanische Rassismus

Nichts Neues zur Wuhan-These? Doch! Wolfgang Stieler kommentiert auf Heise.de: „Warum die Labortheorie zu Covid-19 einen Nerv trifft“. Ausgehend von den wirtschaftspolitischen Spannungen zwischen den beiden großen Blöcken analysiert Stieler dann im Wesentlichen den mehr oder weniger subtilen Antirassismus der Amerikaner gegenüber Asiaten/Chinesen. Vor allem im Bereich der Wissenschaft. Stieler wartet aber nicht nur mit Thesen auf, sondern bringt Beispiele, die man sonst wahrscheinlich suchen müsste. Wobei: Der Artikel ist eine Provokation und will das auch sein. Die (bis jetzt) 153 Kommentare zu Stielers Kommentar sind zum großen Teil aufgebracht bis empört.

Dennoch oder genau deswegen: Lesetipp und mindestens bedenkenswert. Wer an dem Thema dran bleiben will, dem wird auf Schritt und Tritt mit Verlinkungen weitergeholfen.

Text vom 01.07.2021:
https://www.heise.de/hintergrund/Warum-die-Labor-Theorie-zum-Ursprung-von-COVID-19-einen-Nerv-trifft-6124270.html

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Gassen warnt vor Endzeitszenarien

Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, spricht von „Alarmismus“ und davon, dass man nicht den Eindruck habe, die Regierung habe etwas dazugelernt. Und damit meint er nicht nur den Umgang mit den Gefahren der „Delta-Variante“. Tim Szent-Ivany hat fürs RND am 30.06.2021 ein Interview mit Gassen eingestellt, in dem dieser gegensteuert: Auch wenn die Delta-Variante ansteckender sei, so sei sie wohl nicht gefährlicher als bisherige Varianten. Und die derzeitige Situation sei eine andere als noch vor einem Jahr, da viele geimpft seien.
https://www.rnd.de/politik/delta-variante-kassenarzt-chef-warnt-vor-hysterie-panikmache-und-alarmismus-XEB7DC6NZRGBVOAOEVO6K3EVKU.html

Die Tagesschau hat die Aussagen des KV-Vorsitzenden aufgenommen und titelt, Gassen zitierend, „Endzeitszenarien unverantwortlich“. 01.07.2021:
https://www.tagesschau.de/inland/delta-variante-kassenaerzte-101.html

Die Rheinische Post bemüht wsich am 30.06.2021 um eine Bewertung und Einordnung der Ereignisse in Sydney, wo sich zwei Menschen binnen weniger Sekunden mit der Delta-Variante angesteckt haben sollen:
https://rp-online.de/panorama/coronavirus/delta-kann-man-sich-im-vorbeigehen-mit-der-corona-variante-anstecken_aid-60366015

In Großbritannien waren ein Drittel der Menschen, die an einer Corona-Erkrankung aufgrund der Delta-Variante gestorben sind, zweifach geimpft, so die Statistik. Die Einordnung der Statistik bei Spektrum.de lässt diese Aussage jedoch in einem ganz anderen Licht erscheinen und erklärt die Zusammenhänge. So ist der Anteil der Vorerkrankten unter den Verstorbenen hoch – und bei ihnen ist der Impfschutz weniger vollständig. Kommentar von Lars Fischer, 29.06.2021:
https://www.spektrum.de/kolumne/delta-variante-warum-unter-den-coronatoten-immer-mehr-geimpfte-sind/1889236

Wem der Text von Lars Fischer gefallen hat: Fischer ist Wissenschaftsjournalist mit Ausbildung in Chemie. Im Spektrum hat er einen eigenen „Fischblog“, in dem zurzeit das Thema Corona im Mittelpunkt steht, das Themenspektrum reicht aber von "Allgemein" bis "Verhaltensforschung", und man kommt per Klick in die Themenwelten seiner Wahl.
https://scilogs.spektrum.de/fischblog/

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Strengere Anforderungen an die Bescheinigungen der Corona-Schnelltests

Erst war er in Zeichen der Hoffnung, nun steht er im Zeichen des Zwielichts: Der Corona-Schnelltest. So gibt es Tests, die falsch sind, Ergebnisse, die keinen Test als Voraussetzung hatten, Tests die gefälscht sind. Das betrifft gewiss nicht alle Testzentren – aber die schwarzen Schafe sorgen dafür, dass der Ruf der ganzen Branche doch arg gelitten hat.

Da setzt der Spiegel an mit seinem Einleitungssatz, der als Vergleich die handgeschriebene Schulentschuldigung heranzieht. Nachrüstung sei erforderlich, so die Autoren. Ab 1. August wird aber die Anforderung an die Bescheinigung der Testzentren doch erhöht. Ein PDF-Formular, das sich, nebenbei bemerkt, auch jeder selbst aus dem Internet hochladen – und ausfüllen – kann, reicht dann als Bescheinigung nicht mehr.

Bericht vom 29.06.2021:
https://www.spiegel.de/netzwelt/apps/corona-schnelltests-neue-regeln-fuer-testnachweise-a-d5e2b1eb-b2ae-4317-9bc0-baa8bb68db10

Infos der Bundesregierung zur neuen Coronavirus-Testverordnung:
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/cornoavirus-testverordnung-1935172

Die Zusammenfassung in der „Gelben Liste“:
https://www.gelbe-liste.de/apotheke/coronavirus-testverordnung-24-juni

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Spahns Maskenkauf und das Löschwasser aus dem Stausee ...

Thomas Reichart ist Fernsehjournalist, beim ZDF, berichtet aus Berlin. Und ist gerade offensichtlich verärgert. Das Schöne daran: Er berichtet es auch. Es geht um Jens Spahn. Nein, es geht um die Masken, die der Bundesgesundheitsminister zu viel beschafft hat. Der Bundesrechnungshof kritisiert. Spahn verteidigt sich. Mit der Feuerwehr – der würde man zu viel Löschwasser nach gelöschtem Brand auch nicht anrechnen. Sie sehen: Thomas Reichart hat durchaus Grund verärgert zu sein, denn das Löschwasser, das hier als Vergleich herhalten muss wird, sind 5,8 Milliarden Masken. Aber das ist nicht das Einzige, worüber Reichart sich ärgert.

Schön ist, wenn Berichterstattung nachvollziehbar ist. Manchmal gehört das Atmosphärische zwingend zur Nachricht. Der Artikel ist vom 18.06.2021 - aber weil er so schön ist, wollte ich Ihnen den doch noch nachtragen. Den Vergleich mit dem Stausee zieht übrigens am Ende Thomas Reichart, der der Ansicht ist, das 5,8 Milliarden Masken nicht verschüttetes Löschwasser sind, sondern von der Menge her dem Stausee entsprechen:
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-maskenkaeufe-bundesrechnungshof-spahn-100.html

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Der Lockdown und der Baby-Boom

Also doch! Lange spekuliert, dann wieder vergessen und jetzt im hellen Presseschein: Die Corona-Babys sind da. Im März ist die Geburtenrate in Deutschland so hoch gewesen, wie seit 20 Jahren nicht mehr, so die Statistiker. Schnelles Zurückrechnen führt aber zu unvermuteten Ergebnissen: Es war das Ende der ersten Corona-Welle, das der Geburtenrate förderlich war. Nicht der Lockdown.

Der BR (er)freut sich und uns am 15. 06.2021 mit der Analyse des Babybooms:
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/familienfreuden-babyboom-nach-corona-lockerungen,SaOBTAN

... und Michaes Zametzer glossiert zwei Tage später:
https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowelt/ende-der-welt-corona-babys-willkommen-boomer-100.html

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Studie lässt Debatte um die Aussagekraft der PCR-Tests als pandemisches Maß wieder aufflammen

PCR-Tests als Messinstrument der Pandemie, aus dem dann politische Maßnahmen abgeleitet werden, sind erneut in die Diskussion geraten. Die Universität Essen/Duisburg hat Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, in der die Daten von 190 000 PCR-Tests von 160 000 Personen ausgezählt wurden. Das Fazit ist kurz – und wahrscheinlich verkürzend: Der Ct-Wert, der als Messeinheit für den Ansteckungsgrad der Person gilt, ist, gelinde gesagt, flexibel zu handhaben – und taugt nicht zur Norm, da zu viele andere Faktoren eine Rolle spielen.

Die Tagesschau setzt sich im faktenfinder am 22.06.2021 mit der Studie auseinander:
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/corona-ctwert-101.html

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Helmholtz-Studie zeigt Dunkelziffer bei Corona-Infektionen im Raum Osnabrück

In Stadt und Kreis Osnabrück wurden 3000 Menschen daraufhin untersucht, ob sie Antikörper gegen das Coronavirus aufweisen. Ziel war es, herauszufinden, wie viele Menschen tatsächlich – auch unbemerkt – sich mit dem Virus angesteckt haben. Das Ergebnis überrascht: Es sind doppelt so viele, als in den Statistiken gezählt werden. Der NDR berichtet am 22.06.2021 über die Helmholtz-Studie:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Hohe-Dunkelziffer-bei-Corona-Infektionen-in-Region-Osnabrueck,helmholtz114.html

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Nachrichtenlage Novavax und Curevac

Aktualisierung 20:21 Uhr:

Der Ausfall von Curevac, dem Impfstoff aus Tübingen wurde eine Wirksamkeit von nur 47 Prozent bescheinigt, bedeutet für Deutschland 1,4 Mio. Impfdosen weniger in diesem Quartal, allein 0,7 Mio davon in NRW. Tagesschau 17.06.2021:
https://www.tagesschau.de/regional/nordrheinwestfalen/wdr-story-41119.html

Text 15:21 Uhr:

In Deutschland war die Hoffnung auf den Impfstoff von Curevac groß. Doch die neuesten Nachrichten sorgen für Kurseinbrüche und schwindende Hoffnungen: Eine Wirksamkeit von 47 Prozent lässt die Aktien um 50 Prozent sinken, berichtet das Handelsblatt am 17.06.2021:
https://www.handelsblatt.com/technik/medizin/corona-pandemie-curevac-impfstoff-liefert-nur-schwache-daten-bund-keine-auswirkung-auf-impfkampagne/27294828.html

Die FAZ geht den Kurseinbruch aber positiv an. Kommentatorin Ilka Kopplin erinnert ebenfalls am 17.06.2021 daran, dass Flops für Wissenschaftler zum täglichen Brot gehören und noch gar nichts über die Zukunft aussagen. Prinzip Hoffnung:
https://www.handelsblatt.com/technik/medizin/corona-pandemie-curevac-impfstoff-liefert-nur-schwache-daten-bund-keine-auswirkung-auf-impfkampagne/27294828.html

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Corona: Die Delta-Variante ist umtriebig

Die Delta-Variante des Coronavirus, zuerst in Indien aufgetreten, bereitet Sorgen. Die Portugiesen schließen Lissabon übers Wochenende ab. Raus darf nur, wer einen triftigen Grund hat, berichtet das ZDF am 18.06.2021 hier:
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/lissabon-abgeriegelt-delta-variante-video-100.html

Wenn sie sich in Deutschland durchsetzt, müssen vor allem die Kinder, die ja zumeist ungeimpft sind, gegen sie kämpfen, so die Einschätzung. Die Tagesschau zitiert am 18.06.2021 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit der Aussage, die Frage sei nicht, ob die Delta-Variante die dominante Form werde, sondern wann das sei:
https://www.tagesschau.de/inland/corona-delta-variante-deutschland-103.html

Die Süddeutsche Zeitung fasst alles Wissenswerte am 18.06.2021 hier zusammen:
https://www.sueddeutsche.de/wissen/coronavirus-delta-variante-frage-antwort-1.5326032

Die Tagesschau schilderte Krankheitssymptome und Vorgehensweise der Delta-Variante am 16.06.2021 hier:
https://www.tagesschau.de/inland/faq-delta-variante-mutante-101.html

Der WDR berichtet am 18.06.2021:
https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/kinder-jugendliche-gefahr-delta-variante-100.html

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Der Teufel im Detail kann auch digital - Hakendes vom CovPass

Es ist alles ganz einfach: Ab in die Apotheke, Impfausweis vorlegen, Personalausweis auch, Daten werden minutenschnell beim RKI geprüft, QR-Code in der Apotheke (oder einem Impfzentrum) erstellt, dann QR-Code auf’s Handy – und ab in den Urlaub, zum Event oder wie gehabt zum Friseur. Beim Hausarzt geht’s meist noch nicht. Ende Juli, so das Versprechen.

Das war die Theorie – und da es in der Praxis allerorten hapert, eine kleine Linksammlung. Zuerst der große Pauschalverriss in der Welt. Wirtschaftskorrespondent Philipp Vetter kommentiert mit großem Schwung gleich in der Überschrift: Für Deutschland sei der digitale Impfpass eine unentschuldbare Blamage, so der Titel seines Kommentars. Und genauso tief holt er auch aus: Wir gehören zu den digitalen Entwicklungsländern, denn das Server aufgrund übergroßer Belastung ihren Dienst vorübergehend einstellen, entspräche nun so gar nicht mehr den Standards. Der Angriff zielt nicht nur auf den Bundesgesundheitsminister, sondern auf IBM, Bechtle etc.

Kommentar vom 16.06.2021
https://www.welt.de/wirtschaft/plus231867017/Digitaler-Impfpass-Eine-unentschuldbare-Blamage-fuer-Deutschland.html

Wen die lange Werbung am Anfang nicht stört, der kann das Video der Welt zum Thema Serverüberlastung hier ansehen (1:40):
https://www.welt.de/politik/deutschland/video231824969/Server-ueberlastet-Digitaler-Impfpass-mit-Startschwierigkeiten.html

Und auch bei der Ausführung der App lag und liegt mindestens einer der vielen, immer noch existierenden Teufel im Detail: Corona-Genesene, die einmal geimpft sind, gelten als immun. Die App aber weiß das nicht, sie zählt die Impfungen. Und für den vollständigen Impfschutz gilt die alte Weisheit: Einmal ist keinmal – (naja, bei Johnson & Johnson ist das anders). Bericht von Lukas Böhl in den Stuttgarter Nachrichten, 15.06.2021:
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.digitaler-impfpass-genesen-einmal-geimpft-mhsd.786cc004-50db-428a-aa7b-5d9aa6eaa73d.html

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Von Klägern und Richtern - oder: Muss man wirklich mit Impfvordränglern abrechnen?

Die Ersten werden die Letzten sein, so lernten wir in Anlehnung an’s Neue Testament, Matthäus 19,30, als Kinder, wenn sich die anderen vorgedrängelt hatten, wo auch immer es was zu holen gab. In der Kindheit gibt der Satz wenig Trost, eher schon ist er ein Satz für die Weisheit des Alters. Dort noch nicht angekommen, sorgt er beim Menschen durchschnittlicher Abgeklärtheit eher für heimliche Schadenfreude. Vor allem dann, wenn er sich als richtig erweist.

Bernd Wiegand ist Oberbürgmeister von Halle und hat sich im Januar vorgedrängelt. Beim Impfen. Im Januar war das noch ziemlich unklug und jetzt ist er des Amtes enthoben worden. Vorläufig. Schon am 7. Juni, aber jetzt wird’s erst bekannt. RND am 15.06.2021:
https://www.rnd.de/politik/beim-impfen-vorgedraengelt-halles-ob-wiegand-des-amtes-enthoben-BGAU6FZMFITWJ7D5Z6YCOTZ34U.html

Damit ist er ganz offensichtlich ein Fall für oben dargelegte Schadenfreude. Oder, auch wieder biblisch betrachtet: Er könnte sich als bestmöglicher Sündenbock erweisen.

Jetzt aber lieber pragmatisch als weise: „Tausende Impfbetrüger“ schrien und titelten die Medien im Mai. Und sie machten uns Hoffnungen auf Bußgelder und Strafen, die all den Bösen, also den anderen, also nicht uns, drohen würden. Das Ziel: Den Vordränglern sollte eine Ordnungswidrigkeit vorgeworfen werden können, die dann mit Bußgeld belegt werden kann. Aus der Ordnungswidrigkeit wurde nichts, weil man vermeiden wollte, dass Impfstoff vernichtet wird, aus Furcht davor, Ordnungwidrigkeiten zu begehen, wenn übrig gebliebener Impfstoff an Nicht-Priorisierte geimpft würde. Diese Weisheit lag beim Gesetzgeber schon im März vor und wurde im Portal evangelisch.de als Text des evangelischen Pressedienstes auf ganzer Web-Breite ausgerollt.

https://www.evangelisch.de/inhalte/183337/04-03-2021/keine-hohen-bussgelder-fuer-vordraengler-beim-impfen

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Spahnischer Pressespiegel, 10.06.2021

Apothekerpreise für die Apotheken und verschwundene Intensivbetten: Der Bundesrechnungshof rechnet mit Jens Spahn ab, die Tagesschau berichtet. Geldverschwendung, so das Hauptwort der Überschrift am 10.06.2021:
https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/bundesrechnungshof-corona-101.html

Die Süddeutsche Zeitung setzt beim gleichen Thema das Gießkannenprinzip als Schlüsselwort in den Vorspann, 10.06.2021:
https://www.sueddeutsche.de/politik/jens-spahn-corona-masken-bundesrechnungshof-intensivbetten-1.5317544

Die „Welt“ macht sich ebenfalls über den Bundesgesundheitminister her. CDU und SPD wollen nämlich drei weitere Monate lang eine „epidemische Lage“ konstatiert wissen, getroffen werden soll die Entscheidung am morgigen Freitag und die „Welt“ schlägt sich in der Überschrift auf die Seite der Grünen: „Bundesregierung muss Entmachtung von Jens Spahn vorbereiten“ lautet der Titel am 10.06.2021:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article231702389/Epidemische-Lage-Regierung-muss-Entmachtung-von-Spahn-vorbereiten.html

Die Bild gibt sich volksnah, bildet ein Volksfest ab und bemängelt Spahns Partyzurückhaltung, 10.06.2021:
Obwohl Inzidenzen überall sinken - Spahn erteilt unseren Volksfesten Absage - Politik Inland - Bild.de

Was nachrichtlich etwas untergeht, ist der CovPass. Den hat der Bundesgesundheitsminister heute vorgestellt. Nach und nach sollen wir unseren Impfnachweis im Handy mit uns führen können. Nicht nur die Tagesschau hat die gesamte Vorstellung, Dauer 51 Minuten, online gestellt, es mangelt aber an medialer Auswertung.
https://www.youtube.com/watch?v=CAZp9130sSw

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Spökenkieker - oder: Mit dem Zweiten seh ich schlechter

Nachrichtlich vollkommen frei gibt's hier nun mal wieder einen Text von der Sorte, die mit dem Unsinn verwandt ist, ohne vollkommen sinnlos zu sein. Ich hoffe, er macht Ihnen Spaß:

Kennen Sie den Suppenmüller? Nein, den kennen Sie ganz bestimmt nicht. Ich kannte den Suppenmüller nämlich auch nicht, aber er flog mir beim Zeitunglesen eben geradezu ins Auge. Die Anzeige von Edeka bot mir einen Blumenkohl vom Suppenmüller an für 1,29 Euro. Guter Preis, aber: Wer zum Teufel ist Suppenmüller – und warum verkauft der Blumenkohl? Gut, ich könnte den Kohl in die Suppe tun, stutze aber weiter. Und zwar erfolgreich: Alle Artikel, die Edeka in der Anzeige nicht nur mir anbietet, sind vom Suppenmüller.

Nein! Wenn ich beide Augen inmitten der Brillengläser ganz fest zusammenkneife, muss ich feststellen: Alles nur Superknüller. Kein Suppenmüller und erst recht kein Suppenkaspar. Nur der Blumenkohl wäre für des Kaspars Suppe super geeignet. Also alles unspektakulär.

Bleibt nur ein Rückschluss: Ich werde älter. So ist das manchmal. Anderen Menschen passiert das auch. Alles halb so schlimm. Hier wird nicht gejammert.

Die Erkenntnis, dass die Sehfähigkeit zweifelhaft ist, ist außerdem mir persönlich gar nicht neu. Vor allem mit dem zweiten Auge sehe ich, und das seit meiner Geburt, schlechter. Nur nimmt der Grad der Veränderung gerade zu. Das bedeutet zugleich ungeahnte Möglichkeiten: Neben den Suppenmüllern sehe ich nämlich längst – aber nur im Augenwinkel des zweiten Auges – fliegende Radfahrer, reitende Horden, Schatten und Unholde, meist in Schwarz, dafür aber in allen möglichen Größen. Auch schon einen schwarzen Fuchs. Gewiss: Alles eine Frage der Fantasie. Wer links an mir vorbeifliegt, vorbeischwebt, vorbeihuscht oder sich sonstwie vorbeibewegt, hat, sofern mein Hauptaugenmerk nicht unmittelbar auf ihm liegt, gute Chancen als Fabelwesen völlig verkannt zu werden.

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Und die Mühlen mahlen wieder: Spahns Entlassung gefordert

Aktualisierung 06.06.2020:

Norbert Walter Borjans, SPD, fordert die "Entbindung" Spahns in der Bild am Sonntag, t-online prägt das Wort von der "Schrottmasken-Affäre", 06.06.2021:
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_90165358/schrottmasken-affaere-jens-spahn-schwer-unter-beschuss-ministerium-wehrt-sich.html

in der Bild, 05.06.2021:
„Unwürdig“ und „geschmacklos“ - SPD-Chef will Rücktritt von Spahn in Masken-Affäre - Politik Inland - Bild.de

 Auch in der "Welt"; 06.06.2021:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article231606949/Spahn-SPD-fordert-Konsequenzen-nach-Bericht-ueber-unbrauchbare-Masken.html

Derweil arbeitet das Bundesgesundheitsministerium an einem Eckpunktpapier, das Montag vorliegen soll - und das dazu dienen soll, den seriellen Betrug mit Schnelltestzentren zu verhindern. Bericht auch in der "Welt", 06.06.2021:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article231539683/Bundesgesundheitsministerium-Weniger-Geld-fuer-Schnelltests.html

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Impfen mit Drive-In - In Meerbusch ist's möglich

Die Bild-Zeitung macht’s mit Humor: „In diesem Stau standen die Autofahrer gestern gerne!“, schreibt sie in der ersten Zeile. Der Titel hatte es schon verraten: „3000 Impfungen am Drive-In von Meerbusch“ (05.06.2021)
https://www.bild.de/regional/duesseldorf/duesseldorf-aktuell/auto-schlangen-in-meerbusch-3000-impfungen-am-drive-in-76633714.bild.html

Dr. Markus Groteguth hatte vor seiner Praxis mehrere Impfstraßen aufgebaut. Die Impflinge mussten aus Meerbusch kommen und sich über Internet angemeldet haben. Und sie bekamen den Impfstoff von Johnson & Johnson, der nur einmal verimpft werden muss.

Auch die Rheinische Post berichtet – hinter Bezahlschranke – am 05.06.2021:
https://rp-online.de/nrw/staedte/meerbusch/meerbusch-tausende-nutzen-drive-in-impfstation_aid-58977159

Der WDR berichtete am 02.06.2021 im Vorfeld:
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/impfung-meerbusch-drive-in-100.html

Und die Praxis veröffentlichte den Organisationsplan auf ihrer Internetseite:
https://medicm.de/corona-drive-in/

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Die vierte Welle - musikalisch und gedanklich untermalt

„Spahn plant für eine vierte Viruswelle“, titelt die Berliner Morgenpost am 02.06.2021.
https://www.morgenpost.de/vermischtes/article232428875/corona-news-impfung-who-china-lockerungen-rki-zahlen.html

Und ich frage mich, welches Vergnügen der zuständige Schlagzeilen-Redakteur bei dieser Schlagzeile wohl empfunden haben mag. Stellen Sie sich mal vor, Sie fliegen schnell über diese Zeile hinweg, weil Sie eigentlich gleichzeitig etwas anderes tun. Oder weil das Telefon klingelt. Oder weil Sie sich für Spahn nur deshalb interessieren, weil es ohne Gesundheitsminister auch nicht geht. Sie huddeln also optisch durch die oberste Zeile und lesen: „Spahn plant vierte Viruswelle“. Spätestens da hat die Berliner Morgenpost die Aufmerksamkeit, die man als Zeitung so braucht. Und dann bemerken Sie den Irrtum. Spahn plant nur für. Oder sorgt vor. Aber: Seit wann reden wir denn eigentlich von der vierten Welle? Und wer spahnt oder plant was und warum?

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Nicht nur in Köln: Lollitests und Kitas schneiden bestens ab

Die Stadt Köln und die Uniklinik Köln testen seit März Kinder in den Kitas mit den sogenannten Lollitests. Nahmen anfangs etwa 30 Kitas an dem Projekt teil, sind es nun fast alle. Gestern gingen Stadt und Uni mit Erfolgsmeldungen an die Presse: Etwa 90 Infektionen  wurden entdeckt, die Kitas sind keine Hotspots. Stattdessen liegt die Zahl der Infektionen in den Kitas eher unter dem Durchschnitt.

Berichte:

WDR, 01.06.2021:
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/bilanz-lolli-test-100.html

Kölnische Rundschau, 01.06.2021:
https://www.rundschau-online.de/region/koeln/corona-tests-in-koeln-lollitests-bis-ende-juli-in-kitas-38446258?cb=1622627188057

Kölner Stadt-Anzeiger, 01.06.2021, Bezahlschranke:
https://www.ksta.de/koeln/studie-zur-koelner-lolli-test-methode-infektionsketten-in-87-faellen-durchbrochen-38445322?cb=1622628063727

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Viele Fragezeichen rund um Stöltings geplantes "Hochdurchsatzlabor" in Gelsenkirchen

Tja, da hatte die Firma Stölting den Bau eines Labors mit großem Presserummel angekündigt. 140000 PCR-Tests täglich sollten hier möglich sein. Das Ganze – sprachlich als Hochdurchsatzlabor gepriesen –, entpuppte sich aber nun nachrichtlich als ganz groß angelegte Ente: Weder gehört der Stölting-Gruppe das Grundstück, noch gibt es einen Bauantrag. Dann war zwischendurch von Düsseldorf die Rede, nun wieder von Gelsenkirchen.

Der WDR berichtete am 26.05.2021 hier:
https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/verwirrung-um-coronatestlabor-gelsenkirchen-100.html

Die WAZ antwortete am 27.05.2021 auch mit der Stimme Stöltings auf die Nachricht des WDRs, leider hinter Bezahlschranke:
https://www.waz.de/staedte/gelsenkirchen/kein-pcr-hightechlabor-in-gelsenkirchen-das-sagt-stoelting-id232387555.html

Hier die bisheringe Berichte vom April/Mai:
Testzentrum in Gelsenkirchen geplant - bis zu 1 Million PCR-Tests wöchentlich

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