Der Krallenfrosch hat sein Leben bestimmt nicht freiwillig in den Dienst der Wissenschaft gestellt. Aber hätte man ihn gefragt, er hätte ja auch nicht antworten können, denn er gehört zur Gattung der Zungenlosen Frösche. Sein wissenschaftlicher, vor allem aber sein praktischer Auftrag, begann in den 30er-Jahren in Kapstadt: Der Wissenschaftler Lancelot Hogben fand heraus, dass das Froschweibchen binnen 12 Tage ablaicht, wenn ihm der Urin einer schwangeren Frau gespritzt wird.
Nachrichten aus dem Gesundheitswesen
Die Nachricht auf Deutschlandfunk nova: Ein Roboter hat zum ersten Mal eine Darm-OP durchgeführt an einem Schwein. Die OP war erfolgreich, der Roboter zittert erwartungsgemäß nicht versehentlich – und er lässt sich blitzschnell anpassen, wenn sich das Konzept während der OP ändern muss. So weit, so gut. Sie finden den Nachrichtentext vom 27.01.2022 hier:
https://www.deutschlandfunknova.de/nachrichten/medizin-roboter-gelingt-komplizierte-darm-op
Sie finden aber noch mehr. Nämlich ein Bild. Das klassische Bild zweier Hände, die sich sogar berühren. Zitiert ist die Erschaffung Adams von Michelangelo. Während aber bei Michelangelo die Hand Gottes und die Hand des Menschen einander nur nahe kommen, sich aber nicht berühren, während bei Michelangelo die Hand des Menschen sich wohl Gott entgegenstreckt, nicht aber sich bittend öffnet, während bei Michelangelo die Hände bildlich auf gleicher Höhe einander entgegenkommen, stellt das Bild bei DLF dieses Gottes- und Menschenbild völlig auf den Kopf. Abgebildet ist eine Roboterhand, die von oben kommend eine Menschenhand am Zeigefinger trifft. Die Menschenhand kann man als bittend wahrnehmen, die Roboterhand als gebend.
NRWs Ministerpräsident Hendrik Wüst hat sich in Bielefeld den neuen Modellstudiengang Medizin angeguckt. Die Neue Westfälische berichtet am 25.01.2022 über den Besuch und den Austausch mit den Studenten:
https://www.nw.de/nachrichten/zwischen_weser_und_rhein/23179880_Medizin-Studium-in-Bielefeld-Patientenkontakt-ab-dem-ersten-Semester.html
Auch Radio Bielefeld berichtet am 25.01.2022:
https://www.radiobielefeld.de/nachrichten/lokalnachrichten/detailansicht/wuest-besucht-neue-medizinische-fakultaet-der-uni-bielefeld.html
Andere Länder, andere Sitten. Ist doch schön, wenn die alten Weisheiten auch auf den coronaren Alltag passen, oder? Der Tagesspiegel geht heute der Frage nach, wieso die Labore in Deutschland am Limit arbeiten (müssen), während die Zahl der PCR-Tests in anderen Ländern deutlich höher liegt, auch um ein Vielfaches, als bei uns – und geht dabei vor allem auf Österreich ein. Artikel vom 24.01.2022:
https://www.tagesspiegel.de/wissen/haben-wir-ein-laborproblem-wien-fuehrt-mehr-pcr-tests-durch-als-ganz-deutschland/27996234.html
t-online hatte die Debatte schon am 20.01.2022 aufgenommen:
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_91508126/pcr-test-wien-uebertrifft-ganz-deutschland-800-000-tests-am-tag-moeglich.html
Die Nachricht ging im Schatten des CDU-Parteitags ein wenig unter: Auch Jens Spahn ist ins Präsidium gewählt worden. Er hat dabei das zweitschwächste Wahlergebnis (60 Prozent), berichtet ntv am 22.01.2022:
https://www.n-tv.de/politik/Daempfer-fuer-Spahn-bei-Wahl-ins-CDU-Praesidium-article23077254.html
Carsten Fischer hat in den Ruhr-Nachrichten ebenfalls seine Freude am Wahlergebnis. 24.01.2022:
https://www.ruhrnachrichten.de/schwerte/cdu-fuehrungszirkel-um-friedrich-merz-ministerin-ina-scharrenbach-rueckt-auf-w1717169-2000429912/
Landauf landab bröckelt die Kontaktnachverfolgung schon lange. Im Dezember häuften sich dann die Nachrichten aus Städten, in denen es durchaus sieben Tage brauchte, bis ein Mensch, der mit einem Corona-Infizierten in Kontakt gewesen war, vom Gesundheitsamt Nachrichten erhielt. Ende Dezember berichtete dann das Ärzteblatt, dass manche Gesundheitsämter die Kontaktnachverfolgung eingestellt hätten. Seit Montag spricht die Stadt Köln die Kontaktpersonen von Infizierten nicht mehr an und setzt auf Eigenverantwortung – und macht damit gerade Schlagzeile.
Die Regelungen für Köln fasst die Kölnische Rundschau im Ticker zusammen. 24.01.2022, 8:37 Uhr:
https://www.rundschau-online.de/region/koeln/corona-in-koeln-knapp-1900-neuinfektionen---koelner-kinderbauer-positiv-getestet-36420360?cb=1643034290935&
Auch der kostenlose PCR-Test für eine rote Warnmeldung in der Corona-App ist gestrichen. Wen die App warnt, der soll sich jetzt zum Bürgertest begeben – und bis zum Ergebnis sich isolieren. So die Info auf Twitter:
https://twitter.com/Koeln
Die Stadt Köln teilt die neue Regelung hier mit:
https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/gesundheit/infektionsschutz/corona-virus/informationen-fuer-corona-positiv-getestete-personen
Größere Verwirrung noch gibt es in Berlin: Dort werden Schüler nicht mehr kontaktnachverfolgt – und müssen nicht mehr in Quarantäne. Sagen die Amtsärzte. Die Corona-Verordnung des Senats sagt das aber keinesfalls. Und so berichtet der Tagesspiegel am 23.02.2022 (und der Amtsschimmel wiehert leise):
https://www.tagesspiegel.de/berlin/durcheinander-an-berlins-schulen-quarantaenefreiheit-fuer-schueler-widerspricht-corona-schutzverordnung/28000758.html
Labore am Limit. Seit Tagen berichten die Medien regional und überregional über die Zahl der PCR-Tests, die die Kapazitäten der Labore oft oder oft nahezu übersteigen. Hier eine kleine Linksammlung.
Die tz aus München berichtet am Beispiel einer Frau, die fast nicht operiert worden wäre. Das Ergebnis ihres PCR-Tests, der Voraussetzung für die OP war, bekam sie 11 Stunden nach der OP. Weil sie geboostert war, hat die Klinik letztendlich selbst einen Schnelltest angeordnet und auf das PCR-Ergebnis verzichtet. Außerdem sieht die tz einen der Gründe für die stark gestiegene Nachfrage nach PCR-Tests in der Berichterstattung über nicht zuverlässige Schnelltests. Der Artikel vom 20.01.2022 ist hier:
https://www.fr.de/politik/corona-impfpflicht-in-oesterreich-zielmarke-90-prozent-91246918.html
Die Labore verlangen seit Tagen nach einer Priorisierung der PCR-Tests. Bericht am 18.01.2022 in der FAZ:
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/corona-labore-verlangen-priorisierung-von-pcr-tests-17737781.html
Die ZEIT veröffentlichte am 19.01.2022 eine Analyse, in der Christian Endt die hohen Fallzahlen in Verbindung mit dem Meldesystem bringt. Sein Fazit: Blind durch die Omikronwelle. So die Überschrift. Denn die geplante Priorisierung der PCR-Tests verringere ja nicht das Testaufkommen – und verzerre vor allem das Ergebnis.
https://www.zeit.de/gesundheit/2022-01/pcr-tests-kapazitaet-labore-neuinfektionen?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F
Der WDR widmet sich am 19.01.2022 der praktischen Seite: Wann reicht ein Schnelltest, wann muss es ein PCR-Test sein und wer muss für wie lange in Quarantäne?
https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/corona-pcr-test-schnelltest-wann-was-100.html
Wir müssen reden. Jetzt. Zuerst über und in Redewendungen. Das Amen in der Kirche – zum Beispiel. Einst war es sicher in der Kirche. Und noch vor zwei Jahren hätte ich sicher behaupten können, dass die außerkirchlichen Fastenpredigten so sicher wie das Amen in der Kirche nach Neujahr in den Zeitungen und allen anderen Medien zu finden sein werden. Die Sicherheit, dass uns am Jahresanfang die Aufforderung zum Fasten ungefragt ins Haus fliegt, ist geblieben, das Amen in der Kirche jedoch hat an Stimmgewalt gewaltig eingebüßt.
Nächste Redewendung: Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Gut, genau genommen ist diese Redewendung einem Gedicht entnommen, das uns tröstlich von Stufe zu Stufe geleiten, gar heben will – und am Ende auch die Todesstunde mit neuem Leben füllt. Sie wissen’s schon: Hermann Hesse. Passt doch ganz gut zum Amen in der Kirche.
Doch die beiden, das Amen genauso wie die Todesstunde, wollen wir mal tunlichst links liegen lassen. Es geht nämlich um den Anfang, genauer: Um den Jahresanfang. Sollte ihm tatsächlich ein Zauber innewohnen, meist war er ja vor Corona gepaart mit Höllenlärm, hat sich dieser auch in diesem Jahr irgendwie verflüchtigt. Geblieben ist der Anfang. Und der beruht traditionell auf vielen guten Vorsätzen. Mehr Sport, weniger essen, weniger rauchen, weniger saufen. Sie erinnern sich: Allem Anfang wohnt ein Zauber inne. Auf jeden Fall könnten wir mithilfe eines Zauberers den Vorsätzen besser auf die Sprünge helfen.
Das mit dem Sport hat Corona ja schon mal erledigt. Zumindest dann, wenn er im Fitnessstudios hätte betrieben werden sollen. Das mit dem Essen hingegen ist nicht an Mundschutz und 1,5-Meter-Abstand gebunden. Im Gegenteil: Nicht essen lässt es sich besser allein. Auch wenn der Mundschutz hier eine Hilfe sein könnte. Den Mitmenschen brauche ich zum Fasten im Grunde nicht.
Und nun sind wir wieder bei den Zeitungen. Stellvertretend für alle anderen Medien, die das mit dem Jahresanfang und dem Zeitgeist gewiss nicht anders handhaben. Und nun heißt es hier für uns auch nicht mehr: Wir müssen reden. Nein! Wir müssen fasten! Das Zeitungsmagazin, dem ich zwar nicht vertraue, aber das mir zusammen mit meiner Tageszeitung quasi umsonst ins Haus kommt, schreibt mir auf zwei Seiten, wie das geht. (Die dritte Seite ist dann interessanten Rezepten fürs Fastenbrechen vorbehalten.)
Kleine Textsammlung zur Impfpflicht-Debatte:
Die WAZ fährt im Gefecht um die Impfpflicht schweres Geschütz auf: Sie weiß den ehemaligen Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier auf der Seite der Impfpflicht-Gegner. Er zweifelt an der Rechtmäßigkeit der Impfpflicht – und sieht die Justiz schon jetzt bei möglicher Strafverfolgung überlastet. Artikel vom 18.01.2022:
https://www.waz.de/politik/corona-impfpflicht-papier-verfassungsgericht-warnung-schwierigkeiten-id234336605.html
Die „Welt“ fasst heute, 18.01.2022 die Diskussion der Sendung „Hart aber fair“ zusammen, in der sich ein Medizinhistoriker eher skeptisch äußerte:
https://www.welt.de/vermischtes/article236309277/Hart-aber-fair-Die-Geschichte-der-Impfpflicht-ist-keine-Erfolgsgeschichte.html
Auch die Rheinische Post nimmt die Argumentations des Medizinhistorikers gerne auf, 18.01.2022:
https://rp-online.de/panorama/fernsehen/hart-aber-fair-impfpflicht-hat-vier-schwere-nebenwirkungen_aid-65404359
Der MDR fasst am 18.01.2022 die Meinungen der ostdeutschen Bundestagsabgeordneten zur Impfpflicht zusammen:
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/corona-impfpflicht-bundestag-debatte-osten-100.html
Lesetipp: Alexander Kekulé, Virologe, Epidemologe, ehemaliger Berater der Bundesregierung, jetzt Gastautor im Focus kommentiert die Corona-Lage. Und das ausgesprochen bildhaft – und mit Zahlenvergleichen aus der Anfangszeit. Fazit: Omikron könnte so etwa sein wie der Anfang vom Ende. Der Pandemie, versteht sich. Folgerichtig wäre die Abschaffung der Quarantäne. Ebenso provokant gesetzt und gemeint ist die These, dass eine Impfpflicht nichts mehr bringt.
Den Kommentar vom 18.01.2022 finden Sie hier:
https://www.focus.de/gesundheit/news/focus-online-kolumne-von-alexander-kekule-kekule-im-omikron-tsunami-muessen-wir-die-quarantaene-abschaffen_id_39826310.html
Und hier der Wikipedia-Eintrag zum Autor:
https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_S._Kekul%C3%A9
Der MDR war zu Gast im Labor Altenburg. Thema: Die Auslastung mit PCR-Tests. Der Beitrag vom 17.01.2022 dauert etwa 3 Minuten:
Schon seit dem Sommer geht’s beim Impfen um die Wurst. Als Zugabe und als Anreiz. Das wiederum reizte Comedians wie Cartoonisten, auch zu Hohn und Spott. Die ganze Wahrheit aber ist: Reizendere Werbung kann man offenbar nicht machen. Und so gewinnen alle: Die Gesellschaft, weil die Impfquote steigt, die Impfzentren und Impf-Aktionisten (oder -Aktionäre?), die Impfkandidaten und die Pommesbuden.
Hier eine kleine Linkliste – mit aktuellem Anlass aus Essen:
WAZ, 16.01.2022, Kostenlose Currywurst nach Impfung in Essen:
https://www.waz.de/staedte/essen/corona-in-essen-bei-dieser-impfung-ging-s-um-die-currywurst-id234327805.html
Die ZEIT, 12.11.2021, Bratwurst in Neustadt:
https://www.zeit.de/news/2021-11/12/wer-sich-impfen-laesst-wird-mit-gratis-bratwurst-belohnt?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F
Journal Frankfurt, 26.10.2021, Currywurst im Römer:
https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Gesellschaft-2/Gemeinnuetzige-Veranstaltung-Currywurst-und-Impfung-im-Roemer-38185.html
Eine Schülerin in Hagen hat Asthma – und da die Hälfte der Klasse, wie sie sagt ungeimpft ist und auch nicht alle Lehrer geimpft seien, weigert sie sich, am Unterricht im Klassenraum teilzunehmen. Aus Protest setzte sie sich auf den Schulhof, um zu lernen. Dort darf sie nicht bleiben. Zu kalt, findet das Jugendamt. Die (Zwischen-)-Lösung bestand in einem (Zwischen-)Raum in der Schule, perspektivisch soll ihr Distanzunterricht ermöglicht werden. Auf Twitter löste die Schülerin erfolgreich eine Debatte aus, die seit Tagen anhält – und der Medienrummel ließ nicht auf sich warten. Aktuell gibt’s im Kölner Domradio ein Interview mit einem Mitglied des Deutschen Ethikrats, der aus mehreren Perspektiven Stellung nimmt:
Domradio, 17.01.2022:
https://www.domradio.de/themen/corona/2022-01-17/kein-recht-andere-zur-impfung-zu-noetigen-ethikratmitglied-kritisiert-unterrichtsboykott
Links zur Berichterstattung:
Ruhr-Nachrichten, 14.01.2022:
https://www.ruhrnachrichten.de/regionales/schuelerin-yasmin-t-aus-hagen-verweigert-unterricht-im-klassenzimmer-kompromiss-gefunden-w1713835-2000420853/
Bericht in Wort und Film beim WDR, 13.01.2022:
https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/hagener-schuelerin-lernt-auf-schulhof-100.html
Der SWR berichtet am 14.01.2022 über einen Hackerangriff auf einen Klinikverbund:
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/friedrichshafen/stoerung-der-it-im-medizin-campus-bodensee-100.html
In den USA haben Ärzte einem Patienten in einer achtstündigen Operation ein modifiziertes Schweineherz eingesetzt.
Die ZEIT berichtet am 10.01.2022 in Wort und Film. Das Video dauert etwa 1 min:
https://www.zeit.de/wissen/2022-01/transplantation-schweineherz-eingepflanzt-genetik-organspende?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F
Die Tagesschau berichtet am 11.01.2022 hier:
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/us-mediziner-schweineherz-transplantation-101.html
Das ZDF, 11.01.2022:
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/usa-herz-transplantation-mensch-schwein-100.html
t-online berichtet, 11.01.2022:
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_91458192/medizin-erstmals-schweineherz-transplantation-fuer-einen-menschen.html
Susanne Böhm hat im Nordkurier am 08.01.2022 den Erfahrungsbericht einer Frau zusammengefasst, die bis vor Kurzem ungeimpft war. Keine Impfgegnerin, aber eine ob der wechselnden Nachrichten sehr verunsicherte Frau. Der Bericht zeigt auf, wie die Stimmung in der Gesellschaft sich verändert hat – und wie die Frau sogar im Krankenhaus angefeindet, nicht aber angehört wurde. Eine Geschichte zum Nachdenken:
https://www.nordkurier.de/pasewalk/verschwinden-sie-arzt-sieht-bei-ungeimpfter-rot-0846637601.html
Die Zeit der Rückblicke ist ja noch nicht ganz rum, deswegen kann ich Ihnen schnell noch einen Artikel ans Herz legen, der die beiden Corona-Jahre in 13 Phasen einteilt. Stilisiert und typisiert, also treffend. Schön gemacht, schön geschrieben, schön bebildert, schön zu lesen. Kurz: Einfach schön. Nutzen? Ein wenig Rückblick, ein wenig Sentimentalität. Und Lesevergnügen. Süddeutsche Zeitung, 30.12.2021:
https://www.sueddeutsche.de/panorama/corona-pandemie-phasen-1.5497913
Der SWR stellt eine angehende „Landarztstudentin“ vor. Die junge Frau hat eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten absolviert. Doch ihr Abitur mit einem Schnitt von 2,2 hätte ihr kaum einen regulären Studienplatz ermöglicht. Nun kann sie ihren Traum verwirklichen – und die angedrohte Vertragsstrafe von 250000 Euro, sollte sie keine 10 Jahre im Baden-Württembergischen Land als Ärztin arbeiten, macht ihr nichts aus – denn ihr Traumberuf ist die Landärztin (Text und Fernsehbeitrag, Video 2 min, 10.12.2022.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/studentin-wird-landaerztin-100.html
Die NRW-Regierung zieht nach drei Jahren Landarzt-Studium ein positives Fazit, die Süddeutsche Zeitung berichtet am 03.01.2022:
https://www.sueddeutsche.de/politik/medizinstudium-aerztemangel-landarzt-quote-1.5499850
Die ZEIT berichtet auch in Zahlen. Demnach sind 63 Prozent der Bewerberinnen auf Landarztstudienplätze in NRW Frauen. Artikel vom 28.12.2021:
https://www.zeit.de/news/2021-12/28/zwei-drittel-frauen-bewerben-sich-auf-landarzt-studiengaenge
Die VKV Sachsen vergitb 40 Landarztstudienplätze an der Universität Pécs in Ungarn. Die Studenten verpflichten sich, mindestens fünf Jahre auf dem sächsischen Land als Ärzte tätig zu sein. Die ZEIT berichtet am 03.01.2022:
https://www.zeit.de/news/2022-01/03/40-studienplaetze-in-ungarn-an-kuenftige-landaerzte-zu-vergeben
In der Halterner Zeitung, hinter Bezahlschranke, blickt ein Landarzt auf 40 Jahre Tätigkeit zurück. Damals hatte es in Lippramsdorf keinen Arzt mehr gegeben. 19.12.2021:
https://www.halternerzeitung.de/haltern/40-jahre-landarzt-in-haltern-es-ist-ein-ur-vertrauen-gewachsen-w1705289-p-3000401749/
Die Nachrichten zur Omikron-Variante des Coronavirus sind so vielfältig wie verwirrend – auch in der Tendenz. Da werden einerseits die Wände voll mit Teufeln gemalt – und andererseits wird Omikron als Gamechanger zwar noch nicht gefeiert, aber doch angefragt. Gleichzeitig wird eine Quarantänezeit-Verkürzung diskutiert, deren Ziel es vor allem aber ist, dazu beizutragen, dass nicht ganze Versorgungsbereiche künftig uns nicht mehr versorgen können. Hier der Versuch einer Sammlung:
Der Bayrische Rundfunk trägt am 02.01.2022 ziemlich viele Aspekte der Diskussion zusammen: Omikron als Wechsel von der Pandemie zur Epidemie, damit Entlastung der Krankenhäuser. Desweiteren aktuelle Impfstände, der Hinweis, dass die meisten Schnelltests in Deutschland auch auf Omikron reagieren, die Sorge um die Ungeimpften, die Zulassung von Paxlovid möglicherweise noch im Januar, die fünfte Welle ....
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/bereitet-die-omikron-variante-der-corona-pandemie-ein-ende,StLx3VA
Die Tagesschau mit dem Impfständen, 03.01.2022:
https://www.tagesschau.de/inland/rki-omikron-infektionen-impfungen-experten-101.html
ntv berichtet über den Anstieg der Omikron-Fälle – bei gleichzeitig geringen Krankenhauseinweisungen. 03.01.2022:
https://www.n-tv.de/panorama/Omikron-Faelle-in-Deutschland-steigen-rasant-article23033541.html
RND am 03.01.2022 mit verschiedenen Studienergebnissen, die alle darauf hinweisen, dass die Omikron-Variante sich im Lungengewebe deutlich langsamer verbreitet als die Delta- Variante:
https://www.rnd.de/gesundheit/omikron-variante-studie-zeigt-wieso-infektionen-milder-verlaufen-koennen-L3TYONTFGRHHZHM4NVM2PQLZDQ.html
Man konnte die Nachricht im Focus lesen. Gestern noch. Heute lautet sie ganz anders. Gestern noch, am 1. Januar, verkündete der Focus, dass Unbekannte zwei Pflegerinnen die Autoreifen zerstochen hätten – und einen Bekennerbrief hinterlassen hätten. Es seien Impfgegner gewesen. Der Bekennerbrief war abgebildet – und ich persönlich muss bekennen, dass ich ihn nach der Nachricht nicht mehr gelesen habe. Denn ich war auf 180, wie man so sagt. Und auch meinen Reifen schien an dieser Stelle plötzlich und unerwartet die Luft auszugehen. Im übertragenen Sinn natürlich.
Dieser Nachricht im Focus fehlte nämlich nicht nur die Ortsangabe, ihr fehlte die Glaubwürdigkeit. Es gab im Text keinerlei Hinweis auf irgendeinen überprüfbaren Beweis. Es gab nur das Bild des Bekennerbriefes. Dieser Nachricht im Focus fehlte auf der anderen Seite jeglicher Witz, aber bis zum 1. April sind’s ja auch noch drei Monate. Kein Aprilscherz. Während mir also bei Wutdruck 180 gedanklich so die Luft ausgeht, schnattert es trotzdem unaufhörlich und laut im Kopf: fake news, fake news, fake news.
Die Pointe vorweg – dann müssen Sie nicht so lange warten: Heute kann man im Focus die Nachricht lesen, dass die Nachricht, Unbekannte hätten Pflegerinnen die Autoreifen zerstochen, um als Impfgegner auf den Ernst der Lage aufmerksam zu machen, eine Fake News ist. Siehstemalguck. Der angebliche Bekennerbrief ist immer noch abgebildet – und ich bekenne, ich habe ihn immer noch nicht gelesen. Hier der Link:
https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/corona-leugner-zerstechen-reifen-von-pflegerinnen-schockierender-brief-entpuppt-sich-als-fake_id_33182151.html
So weit, so gut. Nachricht vollständig. Inhalt: Der Focus ist auf Fake News hereingefallen, hat sie berichtet, danach sich und die Nachricht berichtigt und am Ende sich entschuldigt. So what? Alles gut?
Nein, nichts ist gut. Bleiben wir beim Blödeln. Was haben Corona und Nachrichten gemeinsam? Das Lauffeuer, so könnte eine Antwort lauten. Die Fragwürdigkeit eine andere. Denn sowohl in der pandemischen Lage als auch bei der Nachrichtenlage kann man nicht mehr immer sicher einschätzen, woran man ist. Je länger die Pandemie, desto größer die Zweifel. Auch eine Gemeinsamkeit.
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