Der Patient ist leidend. Das ist eindeutig – und wenn es nicht der Wahrheit entspricht, dann entspricht es aber wenigstens der Sprache. Und zwar der lateinischen. Vom Lateinischen kommt der Patient ins Französische und Italienische und von da aus in die deutsche Sprache, so erfahre ich aus dem Grimmschen Wörterbuch. Der Patient steht aber immer auch in Beziehung – und zwar zum Arzt oder Pfleger. Andernfalls ist er der Kranke. Als Patient, also als Leidender, muss er über eine Eigenschaft verfügen, die demselben lateinischen Wort entspricht: patience. Auf Deutsch: Geduld. Spottend könnte man weiterspinnen: Der Patient muss geduldig den Arzt erleiden.
Nachrichten aus dem Gesundheitswesen
„Kinderlähmung ist grausam – Schluckimpfung ist süß“. Wohl niemand, der älter als 50 Jahre ist, ist in seiner Kindheit an diesem Satz vorbeigekommen – und auch viele Jüngere werden sich noch an das Stückchen Würfelzucker erinnern, auf das der Impfstoff getropft wurde. Schluckimpfung und Kinderlähmung – das gehört fast wie selbstverständlich zusammen. Die Reihe anderer Schluckimpfstoffe dagegen findet sich wohl im Lexikon und bei Wikipedia, aber eher nicht im öffentlichen Gedächtnis. Seit 1999 wird in Europa die Schluckimpfung gegen Polio nicht mehr angewandt, da der Lebendimpfstoff in einigen Fällen auch für eine Erkrankung sorgte.
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Schluckimpfung
Nun arbeiten Forscher an einer Schluckimpfung für mRNA-Impfstoff. Die Hürde, so viel ist klar, ist die Magensäure. Das Ärzteblatt berichtet am 15.03.2023:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/141668/Arbeitsgruppe-will-mRNA-Schluckimpfung-entwickeln
Der Deutschlandfunk berichtete im Audio am 16.02.2023, der Beitrag dauert 4:42 Minuten:
https://www.deutschlandfunk.de/mit-hilfe-von-extrembakterien-forschungsprojekt-zu-mrna-schluckimpfung-dlf-1c2f866b-100.html
„Blut ist ein ganz besonderer Saft“, sagt Mephistopheles in Goethes Faust. Und dieser Satz liegt in der Zitatenschatzkiste ganz sicher irgendwo ziemlich weit oben. Vielleicht gleich neben: „Blut ist dicker als Wasser.“ Dann gibt’s das böse Blut, die Situationen, in denen Menschen Blut und Wasser schwitzen, es gibt die Dinge, die den Menschen in Fleisch und Blut übergehen. So manchem Menschen kocht sogar dann und wann das Blut in den Adern. Ein Anfänger bekommt gern die Eigenschaft „blutig“ zugesprochen, der Nachwuchs gilt gern als frisches Blut, der Adel hat blaues Blut. Blut hat geleckt, wer Gefallen an einer Sache gefunden hat. Sogar Verträge werden, sprachlich, mit Blut unter- oder geschrieben, manche Brüderschaften mit Blut geschlossen.
Und das ist gewiss nicht das Ende aller blutigen Redensarten und Lebensweisheiten. Aber: Blut ist auch ein teurer Saft. Und da die Blutspendebereitschaft sinkt, der Bedarf aber wahrscheinlich steigt, liegen alle Hoffnungen auf künstlichem Blut. Über den Stand der Forschung berichtet die Tagesschau am 08.03.2023:
https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/kuenstliches-blut-blutspenden-101.html
Ob künstlich hergestelltes Blut ethisch vertretbar ist, fragt am 14.11.2022 das Domradio und interviewt dafür einen Theologen.
https://www.domradio.de/artikel/ist-kuenstlich-hergestelltes-blut-ethisch-vertretbar
Die Suche nach dem Rezept für künstliches Blut ist dabei durchaus schon älter. In den „Nachrichten des Ruhrdepartments“ heißt es am 02.11.1811 aus Preußen: „Der Doctor Grindel hat 25mal seine Versuche erneuert, um künstliches Blut hervorzubringen. Der 10te ist ihm gelungen.“ Das ist leider auch schon die ganze Nachricht. Nachlesen kann man sie hier unter zeitpunkt.nrw:
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/8975436
Mehr als 100 Jahre später machte der Serologe Dr. Leon Normet aus Frankreich von sich reden: Er hatte ein Serum hergestellt, das menschliches Blut ersetzen sollte. Bei dreihundert Tierversuchen, so der Bericht in der „Morgen-Zeitung“ am 28.04.1929, seien nur drei Tiere gestorben. An Menschen war das Serum noch nicht getestet – bis auf einen Versuch an sich selbst.
https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/1523173
168 583 Todesfälle hat es in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie gegeben. Die Formulierung des RKI lautet „Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-29“. Die Angabe findet sich bei Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Deutschland
Man muss sich schon etwas Mühe geben, um diese Gesamtzahl der Coronatoten in Deutschland googelnd aufzutreiben. Statistiken und Grafiken mit Verlaufskurven und Momentaufnahmen überwiegen. Das ist verständlich, denn jede Statistik ist zweifelhaft. Und wer wann und wo mit und neben bei oder an Corona gestorben ist, wer die Statistik verfehlert hat und welche Mängel es sonst noch so gibt, ist eine Diskussion, die so notwendig und richtig wie auch nicht endend ist.
Genauso schwierig wie die Statistik ist der Vergleich. Denn auch er fasst zusammen, was unter Umständen nicht zusammengehört, er lässt aus, übersieht und schert über einen Kamm. So dass man letztendlich doch wieder Äpfel und Birnen miteinander vergleicht.
Trotz aller Unvergleichbarkeiten habe ich in alten Zeitungen nach Zahlen vergangener Epidemien gesucht, die sich den Toten dieser Pandemie gegenüberstellen lassen. Und ja: Es gab noch kein Antibiotikum, es gab noch keinen Impfstoff.
Was bleibt ist eine Erkenntnis: Der Schrecken, dem wir in der Pandemie anheimgefallen sind, mag groß sein. Ungleich schlimmer und größer muss die Wahrnehmung der Menschen gewesen sein, die die Pockenepidemien er- und überlebt haben.
Das quadratische Loch im Schädel lässt keinen Zweifel: Der Tote wurde vor 3500 Jahren operiert – und dazu wurde ihm der Schädel geöffnet. Die Nachricht über den Fund füllt heute die Panorama-Seiten der Tageszeitungen. Hier eine kleine internette Linkliste:
Das ZDF brachte den Artikel bereits am 26.02.2023:
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/bronzezeit-operation-schaedel-100.html
ntv (mit dpa), 26.02.2023:
https://www.n-tv.de/wissen/Forscher-entdecken-Schaedel-OP-vor-3500-Jahren-article23945324.html#
dpa-Text bei t-online, 26.02.2023:
https://www.t-online.de/gesundheit/aktuelles/id_100134934/brown-university-macht-sensationellen-fund-schaedel-op-vor-3500-jahren.html
dpa-Text in der Kreiszeitung Wesermarsch, 26.02.2023:
https://www.kreiszeitung-wesermarsch.de/Nachrichten/Mann-vor-etwa-3500-Jahren-anSchaedel-operiert-121573.html
Wer mehr über seine Zeit wissen will, ist ja manchmal gut beraten, sich in anderen Zeiten gründlich umzugucken. Für diese von Zeit zu Zeit auch sehr vergnügliche Geschichtsforschung hat das Zeitungsportal zeit.PunktNRW historische Zeitungen aus Nordrhein-Westfalen online gestellt – mithilfe vieler Akteure, wie u. a. das Land NRW und die Unibibliotheken Bonn, Düsseldorf und Münster. Auch im Deutschen Zeitungsportal finden Sie viele alte Zeitungen. Das Beste: Sie können dort auch Themen- und Wörtersuche betreiben. Allerdings: Sie müssen auch Frakturschrift lesen können. Doch das übt sich.
Hier auf der MEDNET Nachrichtenseite sollen nun von Zeit zu Zeit Meldungen und Nachrichten aus alten Zeiten eingestellt werden. Medizingeschichtliches, Ärztliches, Menschliches – dabei nicht nur Vergnügliches. Heute – aus Anlass des 100. Todestages Wilhelm Conrad Röntgens geraten die Reaktionen seiner Zeitgenossen in den Blick, als er seine Entdeckung öffentlich macht.
Wer danach selbst weiterrecherchieren möchte:
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper
https://zeitpunkt.nrw/
Zum 100. Todestag von Conrad Röntgen hat der SRF ein anschauliches Video mit alten Fotos und Dokumenten bereitgestellt. Dauert 5:33 min. 10.02.2023:
https://www.srf.ch/play/tv/srf-news-videos/video/conrad-roentgen-der-mann-der-die-medizin-revolutionierte?urn=urn:srf:video:fb43997c-ac7a-472d-8790-828904b1fc88
Eckart Roloff schreibt am 13.02.2023 in der „nd Journalismus von links“ über Röntgen:
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1170939.wissenschaftsgeschichte-roentgen-strahlender-durchblick-per-zufall.html
Angelika Resenhoeft in der Lippischen-Landes-Zeitung LZ am 10.02.2023:
https://www.lz.de/ueberregional/wissenschaft/23481338_Medizinischer-Revolutionaer-Roentgen-stirbt-vor-100-Jahren.html
Der BR hat Röntgen am 10.02.2023 mit Text und Audio gewürdigt, wobei das Audio deutlich darunter leidet, dass uns der Sprecher zum Zuhören und Lächeln motivieren will. Hilfreich und nützlich hingegen sind unter dem Text zwei Weiterleitungen, deren Links ich hier anschließe:
https://www.br.de/nachrichten/bayern/wuerzburg-zum-100-todestag-von-wilhelm-conrad-roentgen,TVSSzbS
BR, 22.12.2022, Das berühmteste Röntgenbild der Welt feiert Geburtstag:
https://www.br.de/nachrichten/wissen/das-beruehmteste-roentgenbild-der-welt-feiert-geburtstag,SJngk05
Von der Vergangenheit hinein mitten in die Zukunft – eigentlich ist der Weg ja unbedingt folgerichtig, den die ARD-Serie „Charité“ gehen will. In Portugal werden die sechs nächsten Folgen der Medizingeschichte gedreht – und zwar aus dem Jahr 2049.
Wer mehr wissen will: Die Braunschweiger Zeitung berichtet – mit dem grau hinterlegten Wort Anzeige über der Überschrift. Der eingestellte Text ist von ots – also die Pressemitteilung. Der Text ohne Datum, Google meldet ihn für den 11.02.2023:
https://www.braunschweiger-zeitung.de/wirtschaft/presseportal/article237602537/Die-Medizingeschichte-der-Zukunft-Die-ARD-Kultserie-Charite-springt-in-das-Jahr-2049-Drehbeginn-fuer-sechs-neue-Folgen-in-Portugal.html
Selber Text auf Seiten der ARD, aber mit Zitaten gefüttert:
https://www.daserste.de/unterhaltung/serie/charite/charite-drehstart-staffel-4-100.html
Auch bei Film.at, 14.02.2023:
https://www.film.at/news/charite-staffel-4-2049/402328881
Wer mehr über seine Zeit wissen will, ist ja manchmal gut beraten, sich in anderen Zeiten gründlich umzugucken. Für diese von Zeit zu Zeit auch sehr vergnügliche Geschichtsforschung hat das Zeitungsportal zeit.PunktNRW historische Zeitungen aus Nordrhein-Westfalen online gestellt – mithilfe vieler Akteure, wie u. a. das Land NRW und die Unibibliotheken Bonn, Düsseldorf und Münster. Auch im Deutschen Zeitungsportal finden Sie viele alte Zeitungen. Das Beste: Sie können dort auch Themen- und Wörtersuche betreiben. Allerdings: Sie müssen auch Frakturschrift lesen können. Doch das übt sich.
Hier auf der MEDNET Nachrichtenseite sollen nun von Zeit zu Zeit Meldungen und Nachrichten aus alten Zeiten eingestellt werden. Medizingeschichtliches, Ärztliches, Menschliches – dabei nicht nur Vergnügliches.
Wer danach selbst weiterrecherchieren möchte:
Das Fleckfieber heißt tatsächlich Fleckfieber, weil es auf der Haut Flecken erzeugt. Es wird auch Flecktyphus genannt. Aber nicht weil es eine Typhus-Erkrankung ist, sondern weil das griechische Wort typhos „Nebel“ bedeutet – und die Erkrankten Bewusstseinstrübungen erleiden. Um die Impfung gegen Fleckfieber hat sich ein Mann namens Ludwik Fleck verdient gemacht – und das dürfte ihm im Nationalsozialismus sein Leben gesichert haben. Das alles und noch viel mehr können Sie im „Spektrum“ nachlesen. Der informative Leseartikel ist vom 11.01.2023:
https://www.spektrum.de/kolumne/kleine-geschichte-des-forschers-ludwik-fleck/2097564?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
Und wer noch mehr wissen will, hier der Link zu Ludwik Flecks Wikipedia-Artikel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwik_Fleck
Fake-News-Bekämpfung anno 1816: „Seit einiger Zeit verbreitet sich hier die Erzählung, es sey mit der Schutzblatter eine zweifelhafte Sache; große Krankheiten folgen dieser für das Allgemeine so wichtigen Erfindung; der Herr Stadt-Direktor habe sogar in Erfahrung gebracht: bey einem Kinde sey auf und durch Schutzblatter eine Syphilis erschienen.“
Die Schutzblatter ist nichts anderes als die Impfung gegen Pocken. Und im Münsterischen Intelligenzblatt, 9. April 1816, klärt der „Central-Ausschuß zur Verbreitung der Vaccine“ die Westfalen auf. „An das Publikum zur Beruhigung“ steht unter der Rubrik „Bekanntmachungen“. Der Kreisausschuss gibt in den nächsten Sätzen die Zusicherung, dass die Anschuldigung untersucht wurde – und dass an ihr nichts dran ist. Und: Auch Hoffnung gibt es: „… und möge die Polizey die Quelle solchen ärgerlichen Geschwätzes ausmitteln.“ Das ärgerliche Geschwätz wird seine Wirkung nicht verfehlt haben: Denn wer möchte schon Gefahr laufen, dass seine Kinder an Syphilis erkranken.
Der Appell am Schluss: „Wir fordern das besonnene Publikum angelegentlich auf, nicht läßig zu seyn, um so mehr, als in der Umgegend der Stadt Pocken ausgebrochen sind.“
Und auch die Impfdisziplin ließ in den Augen der „Königlich Preußischen Regierungs-Commission“ zu wünschen übrig. Am 21.05.1816 ergeht deshalb an die Bürgermeister des Münsterischen Verwaltungsbezirks die nochmalige Aufforderung, die Verzeichnisse der Geimpften und der „dem Blatterngifte Unterworfenen“ abzugleichen und den Impfärzten mitzuteilen. Vor allem aber werden die Eltern daran erinnert, dass die Kinder am achten Tag nach der Impfung zur Nachuntersuchung zu bringen sind. Erst dann gibt es, und zwar kostenlos, das benötigte Attest. Andernfalls droht den Deliquenten das, was im April 1814 im Paragrafen 15 ausgesprochen worden sei.
Gut beraten war da natürlich derjenige, der entweder die Gesetzessammlungen oder die Münsterischen Intelligenzblätter gut abgeheftet hatte. Gewiss aber konnte der Ausschuss die Kenntnis der Impfregeln voraussetzen. Zweihundert Jahre später ist der Rückgriff auf den Gesetzestext leicht. Am 29. April 1814 findet sich die „Verordnung wegen der Kuhpocken-Impfung“, geltend für Münster und das damalige Kreisgebiet, ebenfalls im Münsterischen Intelligenzblatt:
Die Affenpocken kommen – nachrichtlich betrachtet – eigentlich wie gerufen. Journalisten können in ganzer epischer Breite das Thema Pandemie wieder ausleuchten - und damit die aktuellen Impfdebatten von historischer Seite her wieder neu beleben. Der aktuelle Aspekt: Der Pockenimpfstoff, mit dem in Deutschland bis 1976 verpflichtend geimpft wurde, ist noch zur Genüge vorhanden, er schützt auch gegen die Affenpocken. An neuen Impfstoffen wird dennoch gearbeitet. Und bei der Gelegenheit gibt’s auch wieder eine ganze Reihe medizinhistorischer Rückblicke. Hier eine kleine Linkliste.
Die Augsburger Allgemeine hat vor allem die Kapazitäten und Möglichkeiten neuer und alter Pockenimpfstoffe im Blick. 24.05.2022:
https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/viren-so-kaempft-der-mensch-gegen-die-pocken-id62789031.html
Stefanie Grossmann hat für den NDR eine Geschichte des Impfens – und auch die Geschichte der Impfgegner zusammengetragen. Mit wunderbaren Fotos. Und mit Beispielen und Ereignissen, die in den letzten zwei Jahren noch nicht überall zu lesen waren. Lesetipp! 24.05.2022:
https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Pocken-Polio-Corona-Geschichte-des-Impfens-und-seiner-Gegner,impfen446.html
Auch das Erzbistum Köln kann zur Geschichte der Pocken Wesentliches beitragen: Im Historischen Archiv des Erzbistums wurden die Impflisten einer Pfarrei entdeckt. Ulrich Helbach hat über die Bedeutung des Fundes geschrieben – und über den Ablauf der Impfung. Ohne Datum:
https://www.erzbistum-koeln.de/kultur_und_bildung/historisches-archiv/projekte/schaetze-aus-dem-archiv-3/meilenstein-in-der-medizingeschichte/
Der Tagesanzeiger veröffentlichte am 28.05.2022 eine Geschichte der Pocken, zwar hinter Leseschranke, aber wenn Sie Ihre E-Mail-Adresse angeben, dürfen Sie das Medium 14 Tage lang kostenlos lesen:
https://www.tagesanzeiger.ch/ein-bis-zwei-kinder-starben-in-jeder-familie-623622752273
Das Penicillin wird 80 Jahre alt. Das ZDF nimmt diesen Geburtstag zum Anlass für ein Interview mit Karl-Heinz-Leven, dem Leiter des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Nürnberg-Erlangen. 12.02.2021:
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/penicillin-antibiotika-medikament-100.html
Auch der Deutschlandfunk blickt zurück auf eine Erfolgsbeschichte mit vielen Rückschlägen (12.02.2021):
https://www.deutschlandfunk.de/erste-penicillin-behandlung-vor-80-jahren-der-lange-weg-zum.871.de.html?dram:article_id=492389
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer die bedeutendsten zehn Ärzte in der Medizingeschichte waren? Bestimmt nicht. Aber das Zehner-Format ist am Fernsehen zurzeit auf mehreren Kanälen und in den verschiedensten Lebenssituationen serienbilden. Ist ja auch ungemein praktisch. Und so hat das ZDF bereits im März die zehn bedeutendsten Ärzte der Weltgeschichte auf Liste gesetzt. Mit Witz und dramaturgisch vielfältiger musikalischer Untermalung. Klar, Hildegard von Bingen ist dabei, Hippokrates auch, Sigmund Freud. Die würden Sie ja auch zu Recht erwarten. Aber der Blick geht auch nach Arabien. Und kennen Sie den Arzt, der ganz ohne Schulabschluss als Arzt und Hochstapler erfolgreich war?
43:29 Minuten, verfügbar bis 19.03.2024 – und ein kurzer Text, der einen Überblick geben soll:
https://www.zdf.de/dokumentation/die-glorreichen-10/die-erfolgreichsten-mediziner-der-geschichte-100.html
Die Sonderausstellung „Seuchen – Fluch der Vergangenheit, Bedrohung der Zukunft“, die im Hildesheimer Römer- und Pelizaeus-Museum zu sehen ist, war so erfolgreich, dass sie bis zum 17.07.2022 verlängert wurde.
Ein tragischer Lebenslauf zwischen Unternehmertum, Scheitern, Selbstmordversuch, Kunst und Heilanstalten. Ein Name, den kaum noch einer kennt, der nicht gerade im Bereich Kunst oder Psychiatrie schon auf ihn gestoßen ist. Josef Grebing. 1879 geboren, 1940 im Rahmen des Euthanasieprogramms umgebracht.
Die Comiczeichnerin Lucie Langston hat sich mit seinen – einbehaltenen und nie angekommenen – Briefen und mit seiner Kunst auseinandergesetzt. Daraus wurde so etwas wie ein biographisches Comic-Essay. Der SWR berichtet. Zu den Bildern der Künstlerin kommen Sie über den Instagram-Link beim SWR oder hier:
https://www.instagram.com/lucielangston/?utm_source=ig_embed&ig_rid=076db14e-8f51-401a-8990-733cf0776a4b
Infos und Filmbeitrag SWR, 03.03.2022:
https://www.swr.de/swr2/kunst-und-ausstellung/comic-von-lucie-langston-zu-einem-patientenbrief-von-josef-grebing-aus-der-sammlung-prinzhorn-100.html
Wikipedia-Artikel über Josef Heinrich Grebing:
https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Heinrich_Grebing
Langstons Bilder sind Teil einer Ausstellung in Heidelberg und dort noch bis Juni 2022 zu sehen. Infos und Hinweise beim SWR und hier:
https://hausamwehrsteg.info/
Sie hören lieber zu als selber zu lesen? Oder gehören Sie zu den Menschen, die auf langen Autofahrten wenigsten was auf die Ohren haben wollen. Und das muss nicht unbedingt Musik sein? Die Apotheken-Umschau hat ihre Podcast-Serie „Siege der Medizin“ in die zweite Runde geschickt. Ulrich Noethen liest den Text. Infos zu was, wann und wo in der Pressemitteilung vom 08.04.2022:
https://www.presseportal.de/pm/52139/5192113
Auch bei der Apotheken-Umschau selbst. Dort wird regelmäßig ein Podcast eingestellt. Zurzeit können Sie sich über die Erfindung der Pille informieren. Titel: „Antibaby oder Wunschkind“. Das ist Folge 8, die vorherigen Folgen finden sich auch, wenn man genügend weit nach unten scrollt.
https://www.apotheken-umschau.de/podcast/serie/siege-der-medizin-804639.html
Waren Coronaviren vielleicht auch die Ursache für die Russische Grippe? Seit 2020 wird diese Frage immer wieder diskutiert. Hier zwei neuere Links:
Was für eine Covid-Pandemie im Jahre 1889 spricht, hat Spektrum.de am 14.03.2022 hier zusammengetragen. Autor Frederik Jötten ist Biologe und Journalist:
https://www.spektrum.de/news/russische-grippe-ausgeloest-durch-ein-coronavirus/1998340
Der Deutschlandfunk hat am 23.01.2022 einen Hörbeitrag von 8 Minuten eingestellt:
https://www.deutschlandfunk.de/war-die-russische-grippe-von-1889-in-wahrheit-die-erste-corona-pandemie-dlf-83c315e5-100.html
Es war der 1. Dezember 1720, der erste Adventssonntag, als Franz Xaver Hallauer, Jesuit, seine Pestpredigt hielt. Jetzt, 301 Jahre später, erinnert die Süddeutsche Zeitung an diese Predigt, an die Pest und zieht Vergleiche zur Gegenwart. Das macht Merlin Wassermann so wunderbar, dass Sie unbedingt in den Artikel reinschauen sollten. Oder sind Sie schon mal auf die Idee gekommen, dass eine Wallfahrt eine Public-Health-Maßnahme ist? Und der Plan, Glühwein aus der Hirnschale des heiligen Sebastian zu trinken, ist eine Übersetzungsstrategie, die vielleicht dem einen oder anderen schon zu makaber ist. Trotzdem oder genaus deswegen: Unbedingt lesenswert. Und eines fällt auf: Außer ein paar Psychologen und/oder Psychotherapeuten gibt es hier und heute viel weniger Sorge um unser Seelenheil. Vielleicht ist damit ja ein deutlicher Mangel benannt?
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/corona-pest-predigt-ebersberg-st-sebastian-1.5477093
Kleiner Nachtrag wegen der mangelnden Sorge ums Seelenheil. katholisch.de weist schon vor einem Jahr, im Dezember 2020, das in 2020 meistgeklickte Bibelwort aus. Es kommt von Jesaja und lautet: „Hab keine Angst“. Genaueres und mehr hier:
https://www.katholisch.de/artikel/27866-hab-keine-angst-ist-meistgelesener-bibelvers-2020
Henrietta Lacks ist 70 Jahre nach ihrem Tod von der WHO geehrt worden. Im Grunde genommen dafür, dass man ihr wegen eines Zervixkarzinoms – ungefragt – Zellen entnommen hat, die dann jahrzehntelang für die Forschung eine wichtige Grundlage bildeten. Zellen der HeLa-Linie sind immer noch legendär, das Magazin Geo spricht von 50 Millionen Tonnen Zellen, die aus den Lackschen Zellen vermehrt wurden, und von 75000 Studien, für die diese Zellen das Arbeitsmaterial bedeuteten.
Der Artikel in Geo fasst die Lebens- und Familiengeschichte der Henrietta Lacks kurz zusammen und widmet sich auch, aber eher überfliegend, der Forschung, 19.10.2021:
https://www.geo.de/wissen/spaete-ehre-fuer-henrietta-lacks-30843578.html
Ausgesprochen ausführlich wird die Geschichte der Henrietta Lacks (bis hin zur Geschichte der Urgroßväter) auf Wikipedia behandelt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Henrietta_Lacks
Die Stuttgarter Nachrichten berichten am 18.10.2021, allerdings hinter Bezahlschranke: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.schwieriges-erbe-der-medizin-wem-gehoeren-die-zellen-von-henrietta-lacks.30c08974-0279-477c-bed2-80e0e0ff0137.html?reduced=true
Im September 2020 veröffentlicht das Portal nature.com einen Artikel, der sich mit der rechtlichen Seite und auch mit dem Rassismus auseinandersetzt. Der Artikel beginnt szenisch: Die Urenkelin der Henriatta Lacks hält im Biologie-Unterricht an der Highschool die Zellen aus der HeLa-Linie in der Hand. Artikel vom 01.09.2020:
https://www.nature.com/articles/d41586-020-02494-z
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Impfquoten in Deutschland In eigener Sache Englische Version:
