Die ARD (NDR) hat heute einen Bericht aus der Reihe Panorama eingestellt über das Investment in Arzpraxen. In den vergangenen Jahren seinen Hunderte oder Tausende Praxen als Renditeobjekt aufgekauft worden. Konkrete Zahlen gibt es nicht. Hier der Fernsehbericht und ein langer Infotext vom 07.04.2022
https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2022/Spekulanten-greifen-nach-Arztpraxen,arztpraxen112.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
Nachrichten aus dem Gesundheitswesen
Das Video ist nicht neu, aber wahrscheinlich immer noch aktuell. Es tritt auf, als sei es die Sendung mit der Maus. Wenn Sie keine Kinder mehr im Maus-Alter haben und auch sonst die Maus aus keinen anderen Gründen seriell auf dem Schirm haben: Ohne Vorwarnung wären Sie vielleicht tatsächlich drauf reingefallen. Gut gemeint und gut gemacht.
Hier haben sich vor zehn Jahren angehende Mediziner ausgelebt und vorgestellt. Und sie erklären nicht nur den Kindern, wie Medizin studieren geht. Zwischen Klischee und Wirklichkeit liegt wohl auch heute noch irgendwo der Alltag.
Also, viel Vergnügen mit den Medizinstudenten, die sich die Maus mal kurz für ihre Zwecke geliehen haben:
In den USA haben Wissenschaftler Affen mit Corona infiziert und anschließend schwere Entzündungen und Blutungen im Gehirn der Affen nachgewiesen. Dabei gehen die Entzündungen wohl nicht unmittelbar vom Virus aus, sondern sind eine indirekte Folge. Artikel in sciencemedia, 01.04.2022:
https://www.sciencemediacenter.de/alle-angebote/research-in-context/details/news/schwere-entzuendungen-im-gehirn-von-affen-mit-covid-19-entdeckt/
Offenbar ist die Zeit der Lehren angebrochen – und nicht nur der Ethikrat fällt in die Lehre**. Das Land NRW jedenfalls hat nun eine Lehre auch vollzogen: Es gibt nun in NRW ein Gesetz, dass das Besuchsrecht auch in pandemischen Zeiten sichert. Als Lehre daraus, dass zu Beginn der Pandemie das Besuchsrecht teilweise ausgesetzt war – und Menschen sterben mussten, ohne ihre Angehörigen noch einmal zu sehen. Die kurze Nachricht im Deutschlandfunk, 06.04.2022:
https://www.deutschlandfunk.de/lehre-aus-corona-besuchsrecht-im-krankenhaus-gesetzlich-gesichert-102.html
**Siehe Artikel unten:
Der Ethikrat rät zu ethischen Entscheidungskriterien - 160 Seiten Studie zur Pandemie
Der Deutsche Ethikrat hat am 4. April eine 160 Seiten lange Stellungnahme veröffentlicht, die sich mit den Folgen der Pandemie beschäftigt. Fragestellung: Was kann und muss die Gesellschaft daraus lernen?
Erste Erkenntnis: Der Deutsche Ethikrat kann auch Englisch. Die Überschrift lautet: „Lessons learned.“ Das war der erste Teil. Der zweite Teil der Überschrift lautet: „Ethikrat bietet Orientierung für den künftigen Umgang mit Pandemien“.
https://www.ethikrat.org/mitteilungen/mitteilungen/2022/lessons-learned-ethikrat-bietet-orientierung-fuer-den-zukuenftigen-umgang-mit-pandemien/
Auch ich habe meine Lektionen gelernt. Im Deutschunterricht. So kann man in Sätzen unterschiedliche Schwerpunkte setzen: „Ethikrat bietet Orientierung für den künftigen Umgang mit Pandemien“, ist eine Aussagemöglichkeit. Die andere wäre gewesen: „Ethikrat bietet Orientierung für den Umgang mit künftigen Pandemien“. Der Unterschied scheint marginal – ist aber gewaltig. Es geht um den künftigen Umgang. Und darin liegt die noch verhohlene Kritik des Ethikrates am bisherigen Umgang. Die unverhohlene Kritik, die im Text zur Sprache kommt, löst natürlich umfangreiche mediale Reaktionen aus.
Das 160-Seiten-PDF des Ethikrates mit dem Titel "Vulnerabilität und Resilienz in der Krise. Ethische Kriterien für Entscheidungen in einer Pandemie. Stellungnahme":
https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Stellungnahmen/deutsch/stellungnahme-vulnerabilitaet-und-resilienz-in-der-krise.pdf
Kurz zurück in meine Deutschstunde: Überschriften, die kein Verb enthalten, können schon mal problematisch werden: Ist hier die Vulnerabilität in der Krise? Die Resilienz? Beide? Nein, natürlich nicht. Die Krise ist. Und die Vulnerabilität sowie die Resilienz befinden sich sozusagen darin. Ohne selbst in der Krise zu sein. Sprachspielerei. Zugegeben. Aber der Ethikrat kann noch viel schöner mit Sprache spielen. Das, was hinter dem Link veröffentlicht ist, nämlich die gesamten 160 Seiten, ist die "Vorabfassung". Und die werde durch die lektorierte Fassung noch ersetzt. So steht es da. Heißt das etwa: "Änderungen vorbehalten"? Wobei: Nicht immer alles kritisieren. Es hat doch auch was Gutes, wenn der Ethikrat seine Gedanken veröffentlicht, bevor sie lektoriert sind, oder?
Schottische Studien haben schon 2013 den Zusammenhang zwischen Kopfball und Demenz nahegelegt haben. Seitdem rumort es nicht nur beim Fußball. Nun fordern Ärzte ein Kopfballverbot für Kinder, während der DFB auf altersgerechtes Training setzt.
Die Mittelbayrische berichtet am 06.04.2022:
https://www.mittelbayerische.de/panorama-nachrichten/aerzte-fordern-kopfballverbot-fuer-kinder-21934-art2106589.html
Auch die Rheinische Post berichtet am 06.04.2022:
https://rp-online.de/sport/fussball/kopfball-verbot-beim-fussball-training-aerzte-fordern-verbot-fuer-unter-12-jaehrige_aid-67831353
Der WDR sendete am 05.04.2022 einen Radiobeitrag zum Thema (3:16 min):
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-morgenecho-westblick/audio-kopfball-im-kinderfussball-vorsicht-geboten-100.html
Weiterführendes und Rückblickendes:
Auch im Saarland mangelt es an Landärzten. Über die Landarztquote dort berichtet die Saarbrücker Zeitung am 04.04.2022:
https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarland-mit-dieser-quote-studieren-auch-bewerber-mit-schlechten-chancen-medizin_aid-67768485
Auch der Kompromissvorschlag für eine Impfpflicht ab 60 Jahren ist schon wieder Vergangenheit: Die Unionsfraktion will gegen diesen Vorschlag stimmen. Bericht Tagesschau, 06.04.2022:
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/impfpflicht-60-kompromiss-vorschlag-103.html
Der Deutschlandfunk berichtet und sprach mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz, 06.04.2022:
https://www.deutschlandfunk.de/merz-union-lehnt-auch-impfpflicht-ab-60-jahren-ab-100.html
Die „Welt“ trägt heute morgen, 06.04.2022 hinter Bezahlschranke „Sieben zwingende Argumente gegen eine Impfpflicht“ zusammen:
https://www.welt.de/kultur/plus238012041/Corona-Politik-Sieben-zwingende-Argumente-gegen-eine-Impfpflicht.html
Rückwärtsgang: Die Idee, dass Corona-Infizierte nur noch freiwillig in die Isolation gehen – ausgenommen Beschäftigte im Gesundheitswesen – ist Schnee von gestern. Lauterbach rudert zurück. Es sei das falsche Signal, wenn Infizierte selbst entscheiden. Und Corona sei ja auch keine Erkältung.
Bericht NDR, 06.04.2022:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Falsches-Signal-Lauterbach-kassiert-freiwillige-Isolation,corona10498.html
MDR, 06.04.2022:
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/corona-lauterbach-isolation-nicht-freiwillig-100.html
Ab dem 1. Mai müssen Corona-Infizierte nicht mehr zwingend sich in häusliche Isolation begeben, können dies aber freiwillig tun. Das gilt nicht für Beschäftige im Gesundheitswesen. Hier bleibt die bisherige Regel bestehen, wonach die Mindest-Isolationsdauer fünf Tage beträgt. Danach kann man sich freitesten. Die neuen Regeln hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach heute in Berlin kundgegeben. Ziel ist, einen hohen Personalausfall bei hohen Inzidenzen zu verhindern. Die „Welt“ berichtet am 04.04.2022:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article237988321/Lauterbach-Isolation-bei-Corona-Infektion-ab-1-Mai-nur-noch-freiwillig.html
Auch im Spiegel, 04.04.2022:
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/isolation-laut-gesundheitsminister-karl-lauterbach-ab-mai-nur-noch-freiwillig-a-a0215e30-75ff-4743-8f64-d99f7215c432
t-online hat einen Mathematiker zu diesen Regeln befragt, der die Pandemie „modelliert“. Seine Einschätzung: ein schlechter Aprilscherz. 04.04.2022:
https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_91955192/lockerung-der-quarantaene-regeln-experte-wohl-ein-schlechter-aprilscherz-.html
Ein Jahr und elf Monate, wenn man’s genau nimmt, ist die Maske im Gesicht Pflicht gewesen. Und zur Gewohnheit geworden. Nun gibt’s keine Pflicht mehr, aber genügend Appelle. Vermutlich werden die auch zum großen Teil gehört. Und nun, am ersten Werktag, nachdem die Pflicht zur Maske gefallen ist, gibt’s auch schon die ersten Artikel: Was machen Otto Normalverbraucher und Erika Mustermann , wenn sie in den Supermarkt gehen? Eine kleine Liste – für alle die, die auch erst mal gucken wollen, was der Rest der Welt jetzt so mit seinem Mundwerk macht. Ohne Mundschutz fühlen wir uns wahrscheinlich alle irgendwas zwischen nackt und unhöflich. Das legen auch die Artikel folgenden nahe:
Die Aachener Nachrichten haben am 03.04.2022 sich bereits in Gaststätten und beim Sonntagseinkauf, wo möglich, erkundigt, weichen dann aber für den Rest des Artikels auf die Inzidenzzahlen als Thema aus. Fazit unklar: Die einen freuen sich, ohne Maske durchs Restaurant zu gehen. Die anderen sind beim Einkaufen vorsichtig:
https://www.aachener-nachrichten.de/nrw-region/beim-einkaufen-bleiben-die-masken-sichtbar_aid-67741735
Auch der BR kommt zu dem Ergebnis, dass die Regensburger wie selbstverständlich mit Maske und Impfausweis auftauchen – und dass eine Gewohnheit sich nicht von alleine ablegt. 04.04.2022:
https://www.br.de/nachrichten/bayern/erster-tag-ohne-maske-so-lief-er-in-der-regensburger-gastro,T1x5OhV
In Trier war der Sonntag verkaufsoffen – und der SWR fand dort Menschen mit und ohne Maske. Bericht 03.04.2022:
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/kunden-in-trier-nutzen-wegfall-der-maskenpflicht-im-einzelhandel-100.html
Die Süddeutsche Zeitung schickte Mitarbeiter am Sonntag durch die Stadt – und berichtet am Montag hinter Bezahlschranke. Das Fazit ist aber vorab schon offen lesbar: die einen so, die anderen anders. Artikel vom 04.04.2022:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-corona-maskenpflicht-hofbraeuhaus-1.5560066?reduced=true
Wetten, dass auch Sie den Überblick verloren haben? Welche Coronaregel gilt ab morgen wo? Müssen Sie die Maske im Supermarkt tragen, im Krankenhaus, im Seniorenheim? Welche Bundesländer oder Städte sind Hotspots – und wie lange überhaupt ist der Bürgertest noch kostenlos? Fragen über Fragen, die nach zwei Jahren Corona zwar nicht an Dringlichkeit eingebüßt haben, aber im wirklichen Leben von den meisten mittlerweile erst dann gestellt werden, bevor ihre Beantwortung nötig ist. Also kurz vor gleich.
Sollten Sie doch irgendwie das Gefühl haben, sich grundsätzlich informieren zu wollen, ist der schnellste Überblick wahrscheinlich auf der Seite der Bundesregierung zu finden. Nach Bundesländern geordnet:
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-bundeslaender-1745198
Die Hotspot-Regelung wird zurzeit nur von Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern genutzt:
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-hotspot-regeln-anwendung-100.html
Bürgertests bleiben noch bis Ende Juni kostenlos. Badische Zeitung, 30.03.2022:
https://www.badische-zeitung.de/corona-buergertest-bleiben-bis-ende-juni-kostenlos--211091945.html
Und hier die Infos der regionalen Medien/Sender zu den einzelnen Bundesländern.
Der Marburger Bund hat heute seine Mitglieder in 460 Kliniken in ganz Deutschland zum Streik aufgerufen. Planbare Operationen können nicht stattfinden, der Notdienst soll aufrechterhalten bleiben. Hier die aktuelle Berichterstattung:
Der Spiegel, 31.03.2022:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/aerzte-bestreiken-460-krankenhaeuser-a-061eeb1e-e94a-4277-8321-e418aae161bf
In Niedersachsen werden 40 Kliniken bestreikt. Bericht beim NDR, 31.03.2022:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Aerzte-Warnstreik-40-Kliniken-in-Niedersachsen-betroffen,warnstreiks434.html
In Schleswig-Holstein sind 13 Kliniken betroffen. NDR, 31.03.2022:
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Aerzte-streiken-heute-an-Kliniken-in-Schleswig-Holstein-,aerztestreik208.html
Die Süddeutsche Zeitung berichtet am 31.03.2022 ausführlich und noch aus der Voraus-Perspektive vor allem über die Situation der Ärzte:
https://www.sueddeutsche.de/politik/aerzte-streik-donnerstag-hintergrund-1.5557538
Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech veröffentlicht seinen Bericht über das Geschäftsjahr 2021 und über die Pläne für die Zukunft. Die Pressemitteilung des Unternehmens finde Sie hier:
https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/biontech-veroeffentlicht-ergebnisse-fuer-das-vierte-quartal-und
Die Medien reagieren natürlich prompt und zahlreich. Hier eine kleine Linkliste:
Hier der dpa-Bericht zu den Zahlen und Zukunftspläne Biontechs in der Westdeutschen Zeitung, 30.03.2022:
https://www.wz.de/wirtschaft/biontech-steckt-milliardengewinn-in-forschung_aid-67631031
Die Tagesschau berichtet am 30.03.2022 ausführlich. Die Suche nach einem auf die Omikron-Variante des Coronavirus passenden Impfstoff, die Forschung an Impfstoffen gegen Gürtelrose, Grippe etc. stehen hier im Mittelpunkt:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/biontech-2021-gewinn-umsatz-101.html
Das ZDF verlinkt seinen Bericht u. a. mit einem Interview mit Ungernehmensgründer Ugur Sahin (30.03.2022):
https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/corona-covid-19-biontech-gewinn-100.html
Der Nachrichteninformationsdienst Wissenschaft idw verweist auf eine interessante Studie, die die Zukunft der Medizin in den Blick nimmt. Vor allem die digitale Zukunft. Es geht nicht nur um KI – es geht auch um die „neue Lust der Selbstverdatung“. Oder um es schöner und neudeutscher zu sagen: Lifelogging. Prämiert wurde die Bachelorarbeit von Magdalena Soetebeers mit dem Titel „Smarte Gesundheit“ auch.
Hier geht’s lang, wenn Sie mehr wissen wollen:
https://nachrichten.idw-online.de/2022/03/29/weg-vom-prinzip-one-drug-fits-all-hin-zur-smarten-gesundheit-bachelorarbeit-zeigt-perspektiven-auf/?groupcolor=3
Kaffeegenuss in moderaten Mengen kann einem Schlaganfall vorbeugen, so die jüngsten Forschungen aus London. Die Stuttgarter Nachrichten berichten offensichtlich gerne. Am 29.03.2022:
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.studien-zur-gesundheit-kann-kaffee-schlaganfaellen-vorbeugen.071176da-2b89-4e25-94a5-f2855bf7705c.html
Der Marburger Bund bereitet für den 31.03.2022 einen Ärztestreik in Kliniken vor. Eine kleine, unvollständige Linkliste:
In Niedersachsen sind rund 40 Kliniken betroffen. Bericht in der Süddeutschen Zeitung, 29.03.2022:
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/medizin-hannover-aerzte-warnstreik-40-kliniken-in-niedersachsen-betroffen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-220329-99-718865
Über den Streik in Schleswig-Holstein berichten die Kieler Nachrichten – hinter Bezahlschranke – am 29.03.2022 hier:
https://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Aerztestreik-in-Kiel-Preetz-Rendsburg-am-31.03.2022-Das-muessen-Patienten-wissen
Das Städtische Klinikum Karlsruhe berichtet hier:
https://www.klinikum-karlsruhe.de/aktuelles/presse/detailansicht/2022/03/ganztaegiger-aerztestreik-am-klinikum-karlsruhe-2
Der Marburger Bund berichtet in einer Pressemitteilung über den geplanten ganztägigen Streik am 31.03.2022 hier:
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/pressemitteilung/marburger-bund-mobilisiert-fuer-ganztaegigen-warnstreik-am-31-maerz
Etwas unspektakulär, die neue Freiheit, die keine ist. Freedom Day – das hatte doch nach großer weiter Welt geklungen. Nach Hoffnung. Nach: Wenn die bunten Fahnen wehen, weht der Wind wohl übers Meer. Woll’n wir ferne Länder sehen, fällt der Abschied uns nicht schwer. Nun, das ist nur meine Assoziation zum Thema Freiheit. Aber: Wir haben ihn ja nicht. Kein Freedom Day, sondern ein Übergang mit Bauchschmerzen in eine Freiheit, die sich keiner traut und keiner wünscht. Zumindest nicht ausgerechnet jetzt. Vor allem aber: Eine Freiheit, die sich bei den meisten im Alltag kaum widerspiegeln wird. Denn im Supermarkt bleibt die Maske auf. Und letztendlich: Zwischen all den Übergängen, Neuregelungen, möglichen Änderungen in möglichen Hotspots, nach all den Durchbrüchen und coronaren Wiederholungen und Doppelschleifen: Es lohnt nicht, sich grundsätzlich zu informieren, was man alles wieder darf. Denn wenn man wieder etwas dürfen möchte, kann sich ja schon alles wieder geändert haben. Und im notwendigen Einzelfall, nämlich Hochzeit, Geburtstag, Massentreffen, Konzertpläne, kann man dann ja immer noch nachschlagen. So zumindest mein eigener Pragmatismus. Sollte ich also ein Event planen wollen, ich finde die Regeln für NRW bestimmt. Ganz schnell. Und bis dahin: abwarten und Tee trinken. Von der großen Freiheit höre und sehe ich nichts. Keine bunte Fahnen. Stattdessen: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin ...
So – so weit wollte ich sprachlich gar nicht ’rausschwimmen. Eigentlich wollte ich Sie nur zur Süddeutschen Zeitung lenken, in der Stephan Handel über die „Verschobene Freiheit“ spöttelt. Mit der Erkenntnis am Ende: Hände waschen? Können wir vielleicht auch bleiben lassen. 21.03.2022:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-corona-freedom-day-glosse-1.5551877
Die Aachener Nachrichten nehmen heute, 22.03.2022, den Artikel zum Thema Personalmangel in Krankenhäusern wegen (oder im Zusammenhang mit?) Corona auf. Anlass ist wohl der künftige Wegfall des Rettungsschirmes.
https://www.aachener-nachrichten.de/politik/deutschland/omikron-faelle-bei-personal-schraenken-krankenhausbetrieb-ein_aid-67376171
Auch die Tagesschau berichtet am 22.03.2022:
https://www.tagesschau.de/inland/rki-zahlen-personalmangel-101.html
RND beziffert am 22.03.2022 den Personalnotstand in Krankenhäusern mit der Überschrift: „Personalnotstand wegen Omikron: 75 Prozent der Krankenhäuser arbeiten nur noch eingeschränkt“
https://www.rnd.de/politik/omikron-personalmangel-in-kliniken-75-prozent-arbeiten-eingeschraenkt-3P7PYYX4NZFBZMF4D6W5HMIROY.html
Über Personal- und Geldmangel klagen auch die Bayerischen Kliniken. Der dpa-Text findet sich u. a. in der Augsburger Allgemeinen, 22.03.2022:
https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/krankenhaeuser-zwei-drittel-der-bayerischen-kliniken-fuerchten-rote-zahlen-id62130091.html
Auch in Schweinfurt sind bereits Krankenhäuser nicht mehr handlungsfähig, so die Berichterstattung in der Main-Post. Nicht notwendige Operationen werden mancherorts verschoben. Bericht am 22.03.2022:
https://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/corona-lage-weiter-angespannt-es-gibt-wieder-ein-erstes-elektivverbot-art-10756329
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) argumentiert gegen die Umsetzung einer gesetzlichen Impfpflicht auf Seiten der Krankenkassen – und sorgt mit seinen Argumenten durchaus auch für Spott. Denn worum es wirklich geht, ist klar – und wir auch von der GKV so benannt. Die GKV fürchtet, dass die ganze Verwaltung auf die Krankenkassen abgeschoben wird. Vor allem aber, dass das Vertrauenverhältnis zu den Patienten doch sehr darunter leiden wird, wenn nun die Krankenkassen verpflichtet werden sollten, ungeimpfte Patienten der Bußgeldstelle zu melden.
Das Argument leuchtet unmittelbar ein, steht aber in der Berichterstattung in zweiter Reihe. Der wahre, wirkliche, große und schwere Grund, den die GKV benennt: Papiermangel. Es fehle an Material für die 120 Millionen Schreiben.
Die Reaktionen in der Presse? Unterschiedlich. Der WDR zum Beispiel hat den Bundesverband der Papierhersteller befragt. Der sagt natürlich: Papier ist da. Ist halt nur teuer. Bericht am 21.03.2022:
https://www1.wdr.de/nachrichten/wirtschaft/impfpflicht-papiermangel-100.html
Der ganze – auch mediale – Diskussionsverlauf wird bei t-online widergespiegelt. Denn am Ende fühlte sich die GKV grundsätzlich missverstanden. Gegen eine Impfpflicht sei sie nicht. Nur gegen die Abschiebung des Aufwands (so meine vielleicht etwas saloppe Übersetzung). Auf jeden Fall hilft Ihnen dieser Artikel beim Überblick (21.03.2022):
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_91871374/corona-impfpflicht-wegen-papiermangel-nicht-umsetzbar-.html
In der Tagesschau ist nur von 60 Millionen Anschreiben die Rede – und von der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums, dem keine Erkenntnisse zum Papiermangel vorlägen. Bericht 21.03.2022:
https://www.tagesschau.de/inland/corona-impfpflicht-papiermangel-gkv-101.html
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