Sie haben’s schon gelesen, nicht wahr? Das mit der „gelebten Frauenpolitik“. Ist ja auch gut, dass endlich mal jemand die Frauen in oder an die Hand nimmt. Dass das auch noch bei der CDU passiert – nun gut, wir alle haben ja unsere falschen Erwartungen. Nun lebt also Nina Warken die Frauenpolitik par excellence. Denn: Die Beitragsfreiheit von Frauen, die über ihren Mann versichert sind, keine Kinder erziehen und keine Angehörigen pflegen, ist ein, ich zitiere: „Beschäftigungshemmnis“.
Es geht noch genauer: Das Streichen der Beitragsfreiheit für diese Frauen fördere die Eigenständigkeit und Vorsorge, vor allem bei der Rente, so Warken. Die Tagesschau berichtet am 17.04.2026:
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/warken-kritik-mitversicherung-gesundheitsreform-100.html
Ja, recht hat sie. So ein Midi-Job von mindestens 603 Euro pro Monat: Damit ist der Lebensabend ohne Mann gesichert. Oder etwa nicht?
Auf jeden Fall lernen wir eines: Gelebte Frauenpolitik ist, wenn man die Frauen an oder in die Hand nimmt und ihnen die Richtung weist. Wurden früher die Frauen an den Herd geschickt, was, wie wir wissen, ja völlig falsch ist und weder Eigenständigkeit noch eigene Rente fördert, werden sie nun auf den Arbeitsmarkt geschickt. Damit sie eigenständig vorsorgen. Das ist gut, weil der Staat dann weniger vorsorgen muss. Ob das aber gelebte Frauenpolitik ist oder gelenkte Sozialpolitik, das müssten wir eigentlich ausdiskutieren.
Tun wir hier aber nicht. Denn nun geht’s zu Nina Warkens Schattenseiten. Optisch hat die ZEIT das wunderschön in Szene gesetzt, deswegen sei sie hier zuerst zitiert. Die Nachricht: Nina Warken will die monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung erhöhen. Einmalig und um 300 Euro.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-04/gesundheitsreform-krankenversicherung-nina-warken-spd-beitragsbemessungsgrenze
