Da hatte doch jemand eine geniale Idee! Der Lauterbach und die Wagenknecht. Ein schöneres Bildschirmpärchen ist kaum denkbar. Zumindest nicht, wenn wir pandemisch denken wollen. Mit der Assoziation von „Die Schöne und das Biest“ tun wir vielleicht dem Herrn Lauterbach unrecht. Man kann ihm eine Menge vorwerfen, biestig ist er ja gar nicht. Und mangelnde Schönheit – da ist er nicht der einzige Mann und Politiker. Wie wär’s stattdessen mit: „Herr Sonderling und Frau Sonderbar“? Dieses Bild passt doch schon besser.
Nachrichten aus dem Gesundheitswesen
Korrektur: Tja, das war dann wohl leider der falsche Link, den ich Ihnen im am 29.04.2021 an diesen Artikel angehängt habe. Nun derselbe Text mit richtigem Link. Dazu noch ein Verweis aufs Bremische buten und binnen, wo eine Redakteurin einen ähnlichen Appell verfasst hat:
Nicht erst seit Corona lohnt es sich, „extra 3“ zu gucken. Für Nicht-Norddeutsche hier ein „Geheimtipp“: Die wöchentliche Aufarbeitung des politischen Alltags und (anderen) Unfugs in Deutschland versteckt sich mittwochs im NDR um 22:50 Uhr. Gestern (28.04.2021) hat Christian Ehring mich dabei ausgesprochen beeindruckt mit einem Plädoyer. Zwar in gewohnt satirischem Unterton, doch auch mit großer Empathie vorgetragen: Nachdem wir nun mehr als ein Jahr lang Rücksicht auf die Senioren genommen haben, ihre schwierige Lage in den Mittelpunkt gerückt haben, wird es vielleicht auch einmal Zeit, sich um die Probleme der Jugendlichen zu kümmern – nicht nur, aber auch ausgehend vom gerade begonnenen Abitur, fehlenden Ausbildungsplätzen, mangelnde Party- oder Ausgehmöglichkeiten. Auf den Punkt gebracht mit "Sie war 17 und der Abstand war 1,50".
Das Plädoyer finden Sie als drittes Thema in der Sendung, gekennzeichnet ganz prima mit einer Punktleiste im Video – oder übers Inhaltsverzeichnis. Sie dürfen aber auch gern alles gucken:
https://www.ardmediathek.de/video/extra-3-vom-28-04-2021-im-ndr/ndr-fernsehen/Y3JpZDovL25kci5kZS9kOGI5MDNiOC0wMWM5LTRmNjktYTdmZS0wZTdhODcyMTBjMzU/
Gleiche Absicht, drei Tage später: eine 29-jährige Journalistin mit ähnlicher Bitte:
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/junge-menschen-impfpriorisierung-kommentar-100.html
Das Portal news.de untertitelt sich mit „mehr als Nachrichten“. Auf Wikipedia firmiert es als deutschsprachig, überregional und boulevardjournalistisch.
https://de.wikipedia.org/wiki/News.de
Und da der Boulevard zum Flanieren gedacht ist, muss man sich schon mal herausputzen – „mehr als Nachrichten“ – eben. Von Fakenews wollen wir hier nicht sprechen, das wäre ja auch eher weniger als die Nachrichten.
Das Mehr in einer Nachricht vom 10.07.2021 besteht im Wesen der Mutanten von Fukushima. Dort haben sich nämlich, als nach der Reaktorkatastrophe die Menschen ihre Schweine im Stich lassen mussten, die Hausschweine mit den Wildschweinen gepaart. Herausgekommen sind eben diese Mutanten, die bei News.de als Nuklear-Schweine firmieren. Hinreichend wäre es vollkommen, von einer Kreuzung zu sprechen, wie sie im Tierreich nicht unüblich ist.
Die Beförderung zum Nuklearschwein allerdings ist unredlich, die Redakteure ahnen das womöglich, ich zitiere samt mutierter Grammatik:
„Die Forscher behauptet außerdem, dass bei den Wildschweinen zwar Radioaktivität nachgewiesen wurde, die Studie aber keine Verbindung zwischen Radioaktivität und der Entstehung der neuen Hybridart herstellt.“
Nichts Neues zur Wuhan-These? Doch! Wolfgang Stieler kommentiert auf Heise.de: „Warum die Labortheorie zu Covid-19 einen Nerv trifft“. Ausgehend von den wirtschaftspolitischen Spannungen zwischen den beiden großen Blöcken analysiert Stieler dann im Wesentlichen den mehr oder weniger subtilen Antirassismus der Amerikaner gegenüber Asiaten/Chinesen. Vor allem im Bereich der Wissenschaft. Stieler wartet aber nicht nur mit Thesen auf, sondern bringt Beispiele, die man sonst wahrscheinlich suchen müsste. Wobei: Der Artikel ist eine Provokation und will das auch sein. Die (bis jetzt) 153 Kommentare zu Stielers Kommentar sind zum großen Teil aufgebracht bis empört.
Dennoch oder genau deswegen: Lesetipp und mindestens bedenkenswert. Wer an dem Thema dran bleiben will, dem wird auf Schritt und Tritt mit Verlinkungen weitergeholfen.
Text vom 01.07.2021:
https://www.heise.de/hintergrund/Warum-die-Labor-Theorie-zum-Ursprung-von-COVID-19-einen-Nerv-trifft-6124270.html
Klima Mensch Gesundheit – so die drei Schlagworte der neuen Web-Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Online geschaltet vor wenigen Tagen, sind wirken die Informationen eher noch wie pädagogische Lehreinheiten. Doch gedacht ist die Seite wohl als Informations- und Nachrichtenportal. Und wer weiß: Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.
https://www.klima-mensch-gesundheit.de/
Mehr Stoff für die Auseinandersetzung lieferte die Mediendebatte vor drei Wochen. Anlass waren die Daten einer internationalen Studie aus mehr als 730 Städten aus der ganzen Welt. Die Studie schreibt jeden dritten Todesfall bei Hitze dem Klimawandel zu. Der Deutschlandfunk berichtet umfangreich – und endet mit der Erkenntnis, dass Deutschland ganz vorn liegt in der Statistik der Hitzetoten. 2018 sollen 2000 Menschen der Hitze zum Opfer gefallen sein.
Der Bericht vom 01.06.2021, mit weiteren Verlinkungen:
https://www.deutschlandfunk.de/hitzetote-der-klimawandel-ist-schon-heute-toedlich.676.de.html?dram:article_id=498150
Die ZEIT berichtete am 31.05.2021:
https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2021-05/hitzetote-klimawandel-erderwaermung-todesfaelle-nature-climate-change-bericht?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F
Zugang zur Studie bekommt man, nicht kostenlos, bei Nature.com:
https://www.nature.com/articles/s41558-021-01058-x
Apothekerpreise für die Apotheken und verschwundene Intensivbetten: Der Bundesrechnungshof rechnet mit Jens Spahn ab, die Tagesschau berichtet. Geldverschwendung, so das Hauptwort der Überschrift am 10.06.2021:
https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/bundesrechnungshof-corona-101.html
Die Süddeutsche Zeitung setzt beim gleichen Thema das Gießkannenprinzip als Schlüsselwort in den Vorspann, 10.06.2021:
https://www.sueddeutsche.de/politik/jens-spahn-corona-masken-bundesrechnungshof-intensivbetten-1.5317544
Die „Welt“ macht sich ebenfalls über den Bundesgesundheitminister her. CDU und SPD wollen nämlich drei weitere Monate lang eine „epidemische Lage“ konstatiert wissen, getroffen werden soll die Entscheidung am morgigen Freitag und die „Welt“ schlägt sich in der Überschrift auf die Seite der Grünen: „Bundesregierung muss Entmachtung von Jens Spahn vorbereiten“ lautet der Titel am 10.06.2021:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article231702389/Epidemische-Lage-Regierung-muss-Entmachtung-von-Spahn-vorbereiten.html
Die Bild gibt sich volksnah, bildet ein Volksfest ab und bemängelt Spahns Partyzurückhaltung, 10.06.2021:
Obwohl Inzidenzen überall sinken - Spahn erteilt unseren Volksfesten Absage - Politik Inland - Bild.de
Was nachrichtlich etwas untergeht, ist der CovPass. Den hat der Bundesgesundheitsminister heute vorgestellt. Nach und nach sollen wir unseren Impfnachweis im Handy mit uns führen können. Nicht nur die Tagesschau hat die gesamte Vorstellung, Dauer 51 Minuten, online gestellt, es mangelt aber an medialer Auswertung.
https://www.youtube.com/watch?v=CAZp9130sSw
Auch ohne Pressecodex gibt es so etwas wie Anstandsregeln im medialen Umgang. Und wenn nicht alle Anstandsregeln schriftlich fixiert sind, so gibt es doch Analogien. Das Bundesgesundheitsministerium – oder der Bundesgesundheitminister, das lässt sich nicht immer sauber unterscheiden – hat’s aber wohl eher nicht mit der Analogie. Der Tagesspiegel bringt heute die Nachricht, dass das Bundesgesundheitsministerium Fragen der ZEIT samt Antworten des Bundesgesundheitsminister/ium/s (das ist doch mal eine praktische Anwendung des Schrägstrichs, oder? Auf jeden Fall ganz genderlos) an andere Medien verschickt hat.
Tja. Benehmen ist Glücksache. Und Glück hat man halt selten. Oder: Die Sache mit dem Anstand kannste dir auch kniggen ....
Tagesspiegel 05.06.2021:
https://www.tagesspiegel.de/politik/pressefreiheit-verletzt-journalistenverband-ruegt-spahn-fuer-offenlegung-von-zeit-anfragen/27258122.html
Wahrscheinlich ist es nicht nur Historikern aufgefallen: Die Welt ist im Wandel. Und Deutschland wandelt mit. Schön, wenn einem dabei Historiker zur Seite stehen, die in Worte fassen, was man auch schon bemerkt hat. Das meine ich gar nicht so salopp, wie sich’s anhört. Manchmal ist das Zur-Sprache-Bringen genau das, was einem selbst noch nicht gelungen ist. Zumindest nicht so gut oder nicht so genau.
Gut, auch dass die Bedeutung der Kirchen abnimmt, ist nicht nur Historikern aufgefallen. Aber jetzt zum Punkt: Burkhart Ewert interviewt heute (15.05.2021) in der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) die Historikerin Eva Schlotheuber. (Alle Links am Textende). Schlotheuber ist 1. Vorsitzende des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands. Und im Interview tanzen Schlotheuber und Ewert fragend und antwortend um die Drehachsen gesellschaftlicher Veränderung. Die Aspekte:
Die Thrombose hat mit der Erfindung der Vektorimpfstoffe deutlich an medialer Aufmerksamkeit gewonnen. Kleiner Medienspiegel zur Risikoabwägung und Einschätzung – nur tagesaktuell:
Der SWR ist unter der Rubrik „Marktcheck“ das Thema Thrombose grundsätzlich angegangen. Denn es gibt weitaus größere Thromobose-Risiken, als es die Corona-Vektorimpfstoffe sind. Den 14-minütigen Beitrag und einen umfangreichen Text finden Sie hier (04.05.2021):
https://www.swrfernsehen.de/marktcheck/artikel-thrombose-100.html
Über die Thromboserisiken bei Vektorimpfstoffen informiert der Deutschlandfunk am 03.05.2021:
https://www.deutschlandfunk.de/corona-impfstoff-hoeheres-thromboserisiko-bei.1939.de.html?drn:news_id=1254864
Der Merkur berichtet über die Thrombosegefahr bei Vektorimpfung, über erste Anzeichen und über die Antwort der Ärzte, am 04.05.2021:
https://www.merkur.de/leben/gesundheit/thrombose-nach-corona-impfung-therapie-blutgerinnsel-seltene-nebenwirkung-heparin-aspirin-zr-90487942.html
Die rechnerische Risikoabwägung zwischen Corona-Einlieferung und Thrombose nach Impfung haben Forscher der Cambridge-Universität versucht. Die Tabellen dazu kursieren – auch schon mal ein wenig yellow – durch die Medien, hier die Links zu zwei Ippen-Produkten:
Aktualisierung 28.04.2021:
Medizin- und Pflegekräfte antworten mit: #allemalneschichtmachen:
https://twitter.com/hashtag/allemalneschichtmachen?src=hashtag_click
Das Video von Doc Caro, die sich als "Stimme des Gesundheitssystems, zumindest eine davon" bezeichnet, Initiatorin und Gesicht der Gegenaktion, finden Sie hier (25.04.2021):
https://www.youtube.com/watch?v=dGnRFPfmQBM
Audio-Bericht und kurzer Text im SWR, 27.04.2021:
https://www.swr.de/swr2/wissen/allemalneschichtmachen-medizin-und-pflegekraefte-starten-eigene-corona-kampagne-100.html
Die "Welt" berichtet auf Youtube (4:26 min):
https://www.youtube.com/watch?v=YigBWb5n_TQ
Das SWR Nachtcafé stellt am Freitag, 23.04.2021 die Frage: „Können wir der Medizin noch vertrauen?“ Die Gesprächspartner haben entweder durch medizinische Behandlung extreme Erfahrungen gemacht oder sind medizinische Fachleute. Die Sendung wird ausgestrahlt um 22 Uhr im SWR.
Die Pressemitteilung des SWR, die die Gesprächspartner vorstellt, finden Sie hier im Presseportal (20.04.2021):
https://www.presseportal.de/pm/7169/4894360
Ist es nun schon die Krönung oder ist es erst noch der Gipfel? Auf jeden Fall reden wir über einen neuen Höhepunkt. Auch wenn die Kanzlerin ihn so nicht empfindet. Im Gegenteil, sie kanzelte den NRW-Kandidaten für die Kanzlerkandidatur bei Anne Will ab mit dem Satz: „Das erfüllt mich nicht mit Freude.“
Der Satz kommt Ihnen irgendwie vertraut vor, richtig? Bei den Briten ist es regelmäßig die Queen, die „not amused“ ist. Ebenfalls ziemlich freudlos.
Also: Was ist da in NRW los? Reden wir noch von Corona? Von der Krönung der amtierenden Kanzlerin? Oder von der künftigen Kündigung des nicht mehr erfreuenden Kandidaten? Oder welchen Höhepunkt hat Merkel im Blick? Sie verkündete auf jeden Fall, dass die kontrollierte Öffnungsstrategie in NRW, die der Ministerpräsident des Landes fährt, ihr entschieden missfällt. Und auch wenn Laschet seine Strategie vom Gipfel für gedeckt hält, Merkel setzt sich die Krone auf und ist „not amused“. Freudlos, sozusagen.
Laschets Argumentation geht bei dieser Klatsche ein wenig unter – und auch die Rezeption in den Medien klatscht lieber ein bisschen mehr. Für Argumente ist ja auch oft kein Platz in den Tageszeitungen. Ausgenommen die Ausnahmen, wie zum Beispiel der Kölner Stadt-Anzeiger (Papierausgabe, heute, 30,03.2021): Auf fast einer ganzen Seite rollt er den Merkel-Corona-NRW-Laschet-Konflikt so aus, dass wir alle überzeugte Laschets sind, um dann im Kommentar auf der nächsten Seite Laschet wieder abzukanzeln. Ganz schlechte Karten hat nämlich so einer, wenn nach Ostern Kanzlkerkandidatenkür ist. Nun denn. Laschet tut, was ein Mann tun muss: Er bleibt aufrecht.
Zurück zur Coronalage, auch wenn die Kanzlerkandidatur drängt: Laschet – und gewiss nicht nur er – führt ins Feld: Das Coronavirus vermehrt sich im Privaten. Dort ist es nicht zu fassen und versteckt sich hinter der Dunkelziffer. Locken wir die dunklen Ziffern aber in die Stadt unter Einhaltung der Hygieneregeln, vor allem aber mit der Bedingung eines Testnachweises, bilden wir sie nachweislich in der Gestalt von rosafarbenen Teststreifen auf einem Schnelltestkit ab. Und dann: Ab zum PCR-Test, in die Quarantäne und in die Statistik!
Jan Hofer bekommt wieder einen Sendeplatz, meldet RTL. Er soll in einer Nachrichtensendung die Rolle des Anchorman übernehmen, wissen Spiegel, Süddeutsche Zeitung, Focus online am 24.03.2021. Ganz so viel weiß man sonst nicht, doch der Sender RTL lässt wissen, dass er im Sommer weiteres wissen lässt. Im Dezember hatte sich Hofer nach 35 Jahren von der Tagesschau verabschiedet.
Hier die Nachricht im Spiegel:
https://www.spiegel.de/kultur/tv/jan-hofer-soll-bei-rtl-nachrichten-moderieren-a-9dc486b3-00a1-4562-83a6-ad800c0f9723
Der Fotograf Daniel Biskup macht seit etwa einem Jahr täglich ein Corona-Foto und stellt es auf Instagram öffentlich. Dabei legt er Wert darauf, dass die Fotos nicht gestellt sind. Die Presse berichtet gern und umfangreich.
Auf Instagram finden Sie die Fotos hier:
https://www.instagram.com/danielbiskupgermany/?hl=de
Aber auch für Menschen, die es weniger zu den Foren des Social Media hinzieht, gibt es die Fotos zu sehen. Hier eine Linksammlung durch die verschiedenen Medien:
Das ZDF am 12.03.2021 mit Text, 15 Fotos zum Blättern und noch zwei Fotos unten im Text:
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-tagebuch-biskup-100.html
Das ZDF in einem 2-minütigen Video am 09.02.2021:
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/foto-tagebuch-der-corona-krise-100.html
Razzien in Arztpraxen, haufenweise kostenlose Maskenbefreiungsatteste, Querdenker und Querköpfe: Die Vorwürfe gegen Ärzte, die sich corona-kritisch oder gar leugnend äußern, machen in jedem Fall Stimmung. Und wer das Thema googelt, erntet haufenweise Artikel. Die meisten in regionaler Berichterstattung – und hinter Bezahlschranke. Der Duktus ist seit Wochen derselbe: Die Ärzte sind unverantwortlich, die Ärztekammer und Staatsanwälte unnachgiebig.
Spekulation, ob das Ausmaß der Berichterstattung der Wirklichkeit angemessen ist. Spekulation, wem’s denn dient. Dass es zur Einschüchterung der Ärzte dienen soll, scheint ein naheliegendes Interesse zu sein. Vielleicht aber lässt sich auch die Pandemie viel besser aushalten, wenn man weiß, worüber man sich so richtig empören kann.
Nun aber wenden sich zwar noch nicht das Blatt oder gar die Stimmung. Aber die Drohgebärden lösen sich auf – und offenbar auch die Möglichkeiten: Es hat sich herausgestellt, dass Ärzte eine Meinung haben dürfen und sie die auch privat äußern dürfen. Zumindest ist die Ärztekammer in Niedersachsen zu der Auffassung gelangt, dass man Meinungen, selbst wenn irrsinnig, nicht ahnden kann.
Hier das Video vom NDR mit der Berichterstattung über die „Ärzte für Aufklärung“. Es lohnt sich, die Zwischentöne zu hören. Denn da klingelt allmähliche ein deutliches „Abwarten und Teetrinken“ durch. Die Ärztekammer, so der Schluss-Satz, hält das Problem für gelöst, wenn die Pandemie vorbei ist.
Na denn! Hier das Video vom 12.02.2021:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/Corona-Serioese-Aerzte-veraergert-ueber-verharmlosende-Flugblaetter,ndrinfo13930.html
Kein Karneval, aber trotzdem ein Grund zu feiern. Der Medienkonzern Hubert Burda Media hat gegen den Bundesgesundheitsminister geklagt und gewonnen. Spahn hatte über Google für einen prominenten Platz fürs nationale Gesundheitsportal gesorgt - und damit die privaten Portale benachteiligt.. Das Gericht sah eine Gefahr für Medien- und Meinungsvielfalt. Und Focus online, zum Burda-Konzern gehörig, freut sich über den Sieg der Pressefreiheit.
Eine Karnevalsfeier im Kreis Heinsberg gilt als Auftakt der Pandemie in Deutschland. Vor einem Jahr wurde die Sitzung in Gangelt zum Superspreader-Ereignis. Der WDR blickt zurück und hat sich im Ort umgehört (12.02.2021):
https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/gangelt-kappensitzung-corona-100.html
Der Kölner Express blickte schon am 11.02.2021 auf die Anfänge in Gangelt zurück:
https://www.express.de/nrw/ein-jahr-nach-corona-ausbruch-so-geht-es-der-stadt-gangelt-heute-38050834?cb=1613379847330
Die öffentlich-rechtlichen Sender stehen derzeit nicht nur wegen der erneuten Forderung nach Erhöhung des Beitrags in der Kritik. Auch die Corona Krise trägt dazu bei, einen kritischen Blick auf die Arbeit der Medien zu werfen. Es werden allenthalben Stimmen laut mit dem Vorwurf, man genüge nicht mehr dem Grundversorgungsauftrag neutraler Information und politischer Unabhängigkeit. Als Beispiel werden Nachrichtensendungen und die politischen Talkshows mit immer den gleichen Diskutanten angeführt.
Ein Blick über den Zaun zeigt, wie es herzerfrischend neutral und ohne Ideologie gehen kann. Der österreichische Sender ServusTV, der zum Konzern des Multimlliardärs Dietrich Mateschitz gehört, wartet mit Michael Fleischhacker als einem Moderator der Sonderklasse auf. Er moderiert gleich 2 Talksendungen mit hochqualifizierten deutschen und österreichischen Persönlichkeiten .
https://www.servustv.com/?s=Corona+Quartett – u.a. mehrmals mit Prof Bhakdi, Roland Tichy und Prof Homburg. In der letzten Sendung sprach Bhakdi über die Wirkung und die Folgen des übereilten Impfens.
https://www.servustv.com/?s=Talk+in+Hangar7 - donnerstags mit immer wieder wechselnden Themen.
Ebenso ein Genuss ist der Kommentator Ferdinand Wegscheider - ein Freund der offenen Sprache. https://www.servustv.com/?s=Wegscheider
Und immer wieder fordern besondere Zeiten besondere Maßnahmen. Das mag uns noch so abgedroschen erscheinen, die Regel gilt erbarmungslos. Ganz besonders und vielleicht auch erbarmungslos eingesetzt hat sich nun die Bundesregierung. Sie stellt uns seit zwei Tagen per Video besondere Helden vor. Noch im Februar hätten wir sie Couch-Potatoes genannt – und das wäre eher noch eine liebevolle Bezeichnung gewesen. Die Vokabel Stubenhocker wäre uns antiquiert vorgekommen, noch antiquierter ist der Kalmäuser. Das Lexikon der Synonyme schlägt danach den Nesthocker als Alternative vor, aber der gehört wohl eher ins Tierreich. Kurz: Die Worte für den Zuhausebleiber müssen wir entweder aus anderen Sprachen entlehnen – oder wir müssen auf Grimmsches Vokabular zurückgreifen. Der Grund ist einfach: Der Stubenhocker entbehrt jeglicher Beliebtheit. In Wirklichkeit haben wir – bis zum Februar – nur selten über ihn geredet. Wir haben ihn einfach nicht beachtet, auf dem Sofa sitzen gelassen und sind selber ohne ihn ins Theater, ins Kino, ins Fitness-Studio, in den Park und sonstwohin gegangen. Zumindest dem Anspruch nach. Heute sitzen wir alle auf dem Sofa, der Aldi verkauft Näh- und Stricksets zum Glücklichmachen, Ausmalbilder für Erwachsene boomen immer noch, der Weihnachtsbaumschmuck verkauft sich gerade wie blöd - und der Büchertauschmarkt flunzt.
Zurück zu den besonderen Maßnahmen in den besonderen Zeiten: Nicht nur der Aldi zeigt uns, wie man auf dem Sofa sitzen bleibt. Auch die Bundesregierung gibt uns jetzt per Video eine Anleitung. Man kann sie auch als pädagogische Lehreinheit betrachten. Die getragen von Humor uns die Lehre leichter machen soll. Schon Grimmelshausen wusste, dass man, was man lehren will, überzuckern muss - wie der Apotheker die Pille. Der Humor der Bundesregierung ist seltsam bittersüß, vielleicht lag da noch jemandem der Geschmack von Lebertran auf der Zunge. Aber: Wir lernen schnell: Wer auf dem Sofa sitzenbleibt, ist in besonderen Zeiten ein besonderer Held. Und nicht nur das, subtil erfahren wir auch, dass Jahrzehnte später die Welt wieder in Ordnung sein wird.
Seit mehr als zwei Tagen sind die Videos im Netz und nach Informationen der Morgenpost sind sie bereits mehr als zwei Millionen mal angeklickt worden bis Sonntag (15.11.2020):
https://www.morgenpost.de/vermischtes/article230919750/Corona-Helden-Videos-der-Regierung-ernten-Lob-und-Kritik.html
Hier die bisherigen Videos:
Der Rückblick eines etwa 80-Jährigen, der sich an seine Jugend 2020 erinnert:
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/besonderehelden-1-1811518
Gute Ärzte, böse Ärzte – die Medien machen sich die Unterscheidung leicht. Wer sich kritisch zum Umgang mit der Corona-Pandemie äußert, trägt danach unter Umständen schwer am Stempel des Corona-Leugners. Aber auch wenn Schafe meist weiß und manchmal schwarz sind: Ärzte sind keine Schafe, und ihre weißen Kittel sind vielleicht manchmal fleckig. Selten durch und durch schwarz. Und verwaschen ist dann oft nicht nur der Kittel, sondern auch die Berichterstattung. Denn dass es ausgerechnet Ärzte sind, die die Pandemie oder auch nur den Umgang damit, infragestellen, das ist für die Öffentlichkeit offenbar schwer zu ertragen. Den Diskurs fördert die Schwarz-Weiß-Stempelei nicht. Und es ist auch nicht ganz leicht, sich ein Stimmungsbild zu machen. Hier ein kleiner Querschnitt aus der Berichterstattung der letzten Wochen:
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