Verschiedene Ärzteverbände haben für heute (23.1.2019) zu einem bundesweiten Protesttag gegen das geplante Terminservice- und Vergabegesetz des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn aufgerufen.
Mehr als 100 Lungenärzte haben ein Positionspapier unterzeichnet, dass die Diesel-Grenzwerte anzweifelt – und eine Überprüfung fordert. Das ZDF berichtet heute sehr ausführlich (23.1.2019):
Wird die Importförderklausel gestrichen? So sah es aus. Wird sie nicht gestrichen? So sieht es aus. Die Deutsche Apotheker-Zeitung berichterstattet dem Stimmungs- und Meinungswechsel wechselnd hinterher (22.1.2019):
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/01/22/spahn-will-importklausel-neu-fassen-statt-streichen
Nun wenden sich auch ITler und Datenschutzexperten an den Bundesgesundheitsminister. Sie sehen die Datensicherheit nicht gewährleistet – und richten sich in einem offenen Brief an Jens Spahn.
Einen Rundumschlag ums TSVG, Jens Spahn, dessen Konflikt mit der Ärzteschaft, dem Fettabsaugen – und dem Tauziehen der Kräftegruppen im Gesundheitswesen liefert die Medical Tribune in einem Doppel-Artikel (21.1.2019):
In Oldenburg, den Landkreisen Ammerland, Vechta und Cloppenburg wird in einem Pilotprojekt getestet, wie dem Arztmangel – speziell dem Notarztmangel – entgegengewirkt werden kann. Hier sind nun Gemeindenotfallsanitäter unterwegs, die dann eingesetzt werden, wenn kein akuter Rettungseinsatz notwendig ist, der Kranke aber zuhause aufgesucht werden muss oder soll.
In Niedersachsen hat heute im Landtag eine Enquete-Kommsion ihre Arbeit aufgenommen, die sich mit dem Mangel an Ärzten auf dem Land befasst. Sie beschäftigen sich nicht nur damit, den Mangel zu erfassen und benennen, sondern wollen auch nach Rezepten und Auswegen suchen. Die Arbeit der Kommission ist für die Dauer eines Jahres geplant. Leer, Delmenhorst, das Emsland, die Grafschaft Bentheim und der Landkreis Cuxhaven werden als die Gebiete betrachtet, die am dringendsten Ärzte benötigen.
Held der Kalenderwoche 3 ist: Jens Spahn. Meint zumindest der rbb und hat am 17.01.2019 ein Spahn-Video, genauer gesagt ein Spott-Video veröffentlicht:
Früher musste man sie gut ausrufen können, später musste man sie gut lesen können, immer aber muss die Schlagzeile vor allem wirkungsvoll sein – auf ihre Art. Süffisanz zum Beispiel ist nicht laut, schlägt auch nicht. Es sei denn einen Haken. Die Süddeutsche Zeitung ist nun angesichts der Politik des Bundesgesundheitsministers zur Süffisanz übergegangen. Nichts für einen Ausruf. Wohl aber gemacht, um im Kopf hängenzubleiben:
Die Uniklinik in Göttingen will dem Mangel an Pflegekräften entgegenwirken: Sie lädt derzeit Pflegekräfte aus Italien ein, um sie als Pfleger anzuwerben. Auch philippinische Pfleger sind als Zielgruppe im Gespräch. Die HNA berichtet über den Stand der Dinge, die Besuchergruppe aus Italien – und die Hoffnungen der Uniklinik (20.1.2019):
Die Hochschule Gesundheit in Bochum beginnt im Wintersemester mit dem Bachelor-Studiengang „Digitalisierung und Gesundheitsdaten“. Die Pressemitteilung auf idw:
https://idw-online.de/de/news709153
Die Hochschule selbst informiert hier:
https://www.hs-gesundheit.de/de/department-of-community-health/gesundheitsdaten-und-digitalisierung/
Freitag war der Tag der Konfrontation: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, das Terminservice- und Vergabegesetz „TSVG“ und 200 Ärzte. Gastgeber: die Kassenärztliche Bundesvereinigung, Ort der Handlung: Berlin.
In München demonstrieren Medizinstudenten dagegen, dass sie das Praktische Jahr ohne Entlohnung absolvieren. 44000 Unterschriften haben sie gesammelt, die die Forderung nach einer Aufwandsentschädigung unterstützen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet (16.1.2019):
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/medizinstudenten-praktisches-jahr-aufwandsentschaedigung-1.4288892
Die Forderung ist nicht neu. Schon 2013 berichtete das Ärzteblatt, dass die maximale PJ-Vergütung gemäß Bafög-Höchstsat 597 Euro betrug:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/148408/Praktisches-Jahr-Studierende-fordern-eine-faire-Bezahlung
Wie wichtig, ja sogar wie lebenswichtig, es ist, dass wir alle unsere Patientendaten aufs Smartphone holen können, wissen wir. Die Diskussion um die elektronische Patienenakte kennen wir. Pragmatisch gesehen ist vieles nachvollziehbar, manches tatsächlich wünschenswert, der Einwände sind immer noch genug – und alles ist gesagt.
Der WDR veröffentlicht einen Beitrag zum Kindergesundheitsbericht in Duisburg als Text- und als Radiobeitrag (14.1.2019):
https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/kindergesundheitsbericht-duisburg-100.html
Die elektronische Patientenakte kommt, daran besteht kein Zweifel. Und die Daten auf dem Smartphone sind gewollt. Auch daran besteht kein Zweifel. Dass dieser Datenkreislauf sicher vonstatten gehen wird, daran bestehen erhebliche Zweifel. Auch hier eine Linksammlung.
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