Die Mitteldeutsche Zeitung ging am 18. März mit der Nachricht online, dass jeder fünfte Klinikarzt in Sachsen-Anhalt keinen deutschen Pass besitze. Wie Sprach- und Qualifikationsprüfungen verlaufen oder verlaufen sollten, wird im Verlauf des Artikels ebenfalls thematisiert.
Nachrichten aus dem Gesundheitswesen
Er könnte in die Rubrik „Helden des Alltags“ passen. Die Leipziger Volkszeitung bringt einen Bericht über einen Landarzt, der an sich ja schon einer aussterbenden Gattung angehört, der noch dazu 14 Pflegeheime betreut. Hausbesuche, zu denen viele Ärzte nicht mehr bereit seien. Eine Lesegeschichte mit Herz und Hoffnung (20.3.2019):
Der Landarzt, der keiner sein darf – Die Kieler Nachrichten betiteln so den Widerspruch, den ein Arzt im Umland von Kiel leben muss: Für die Kassenärztliche Vereinigung liegt seine Praxis zu nah an Kiel, als dass er als Landarzt durchgehen könnte. Dennoch: Der Bus nach Kiel fährt nur alle anderthalb Stunden – und das hat auch Auswirkungen auf den Alltag in der Praxis.
Das Radio „Antenne Niedersachsen“ hat sich ausführlich dem Thema Ärztemangel auf dem Land gewidmet. Beginnend mit den Zahlen: Schon jetzt fehlen demnach 355 Ärzte in Niedersachsen – und bis 2030 gehen noch etwa 2000 Ärzte in den Ruhestand. Die Projekte die das Radio vorstellt:
In NRW gibt es nun ein Landarztstudium – die Abinote ist nicht allein entscheidend. Das Bewerbungsverfahren beginnt im März. Infos gibt es hier:
Der Kreis Soest hat einen Hausärzte-Kümmerer. Angestellt ist der Mann bei der Wirtschaftsförderung des Kreises. Den Job macht er in Vollzeit – und er kennt nicht nur alle Förderprogramme, er unterstützt Ärzte, die willens sind, auf dem Land zu arbeiten, bei allen möglichen privaten Hindernissen, die sich auftun, wenn sie tatsächlich dann auf dem Lande arbeiten.
Landarztzahlen und -Nachrichten aus dem Landkreis Cloppenburg, Bericht in der NWZ (15.2.2019):
Der Kreis Kleve und das katholischen Karl-Leisner-Klinikum in Kleve unterstützen sieben Stipendiaten mit 1200 Euro monatlich. Geplant war zuerst nur ein Stipendium für 5 Stundenten. Im Ausgleich dafür müssen die Stipendiaten ihre fünfjährige Facharztausbildung im Klinikum und anschließend fünf Jahre als Arzt im Kreis Kleve absolvieren.
Im niedersächsischen Landarzt-Stipendium sind noch Plätze frei. Die Spielregel: Maximal vier Jahre lang 400 Euro – im Ausgleich dafür machen die Studenten ihren Facharzt in Allgemeinmedizin in Niedersachsen und verpflichten sich, so lange als Landarzt zu arbeiten, wie sie Geld bezogen haben.
Es war 2012 – und der Medizinstudent in Bosnien hatte einen Gehirntumor, der dort nicht operiert werden konnte. Mit einer Spendenaktion der NRZ wurde die Operation in Deutschland finanziert – und der Bosnier versprach, dass er als Arzt zurückkommt. Auch das ging nicht ohne Schwierigkeiten. Nun arbeitet er hier als Assistenzarzt, will in Rees Landarzt werden – und die ganze, schöne Lesegeschichte findet sich in der NRZ:
Er hat mit dem Ziel studiert, Hausarzt auf dem Lande zu werden. Nun macht er seinen Facharzt in Brinkum. Jeyachandru Emanualyanus hat gute Gründe für seinen Weg – und geht ihn trotz vieler Warnungen. Eine Lesegeschichte, die Mut macht, aus dem Weser-Kurier vom 20.1.2019:
Im Ruhrgebiet steigt die Zahl der Hausärzte. Das hat seinen Grund darin, dass der Sonderstatus im Revier aufgehoben ist – und die Zahl der Ärzte an den Bundesdurchschnitt angeglichen wird. Die Befürchtung, dass so ein Sog entsteht, der die Ärzte vom Land wegsaugt, ist möglicherweise richtig.
Ulrich Weigeldt, Vorsitzender des Hausärzteverbands, hat dem Portal medscape ein Interview gegeben. Es geht um die Änderungen für Hausärzte in 2019. Konkret geht es aber vor allem um den Ärger der Hausärzte, die sich vom Bundesgesundheitsminister nicht bevormunden lassen wollen – auch wenn die Zahl der Sprechstunden nicht wirklich das Problem ist. Weitere Themen: Entbudgetierung, Regresskeule, Studienplätze, elektronische Patientenakte.
Sachsens Gesundheitsministerin setzt sich dafür ein, die Hürde zum Medizinstudium tieferzulegen und eine Landarztquote einzuführen, Gegenwind bekommt sie auch. Artikel in „Forschung und Lehre“, 2.2.2019
https://www.forschung-und-lehre.de/lehre/ministerin-will-mehr-aerzte-fuer-sachsen-1476/
Zwei Rezepte aus dem Landkreis Münchberg (Oberfranken), die die Versorgung mit Ärzten sicherstellen sollen: Studenten werden finanzell gefördert, wenn sie später im Landkreis arbeiten. Der Betrag kann sich auf bis zu 25200 Euro belaufen, die man nicht zurückzahlen muss, wenn man sich an die Bedingungen hält.
Die Ems-Zeitung berichtet von einer Informationsveranstaltung in Papenburg, die über den Studienweg zum Physician Assistant. Der Physician Assistant, also ein Arztassistent, soll ein breiteres Handlungsfeld haben als Arzthelfer und auf Anweisung des Arztes allein handeln können. Ein solcher Studiengang soll im Oktober in Oldenburg zusammen mit der Steinbeis-Stiftung etabliert werden. Auf den Weg gebracht hat dieses Vorhaben der Arzt Dr. Volker Eissing aus Papenburg. Die Veranstaltung war, so liest es sich in der Zeitung, mit 400 Zuhörern nicht nur bis zum letzten Platz, sondern bis auf die Treppe hinaus gefüllt.
Der Artikel in der Ems-Zeitung ist vom 26.1.2019:
https://www.noz.de/lokales/papenburg/artikel/1639812/grosses-interesse-an-arztassistenten-ausbildung-im-emsland
Nachtrag: Der Bericht zum Physician Assistant an der Seite des Hausarztes auch in "medscape" (24.1.2019): https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4907608
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In Oldenburg, den Landkreisen Ammerland, Vechta und Cloppenburg wird in einem Pilotprojekt getestet, wie dem Arztmangel – speziell dem Notarztmangel – entgegengewirkt werden kann. Hier sind nun Gemeindenotfallsanitäter unterwegs, die dann eingesetzt werden, wenn kein akuter Rettungseinsatz notwendig ist, der Kranke aber zuhause aufgesucht werden muss oder soll.
In Niedersachsen hat heute im Landtag eine Enquete-Kommsion ihre Arbeit aufgenommen, die sich mit dem Mangel an Ärzten auf dem Land befasst. Sie beschäftigen sich nicht nur damit, den Mangel zu erfassen und benennen, sondern wollen auch nach Rezepten und Auswegen suchen. Die Arbeit der Kommission ist für die Dauer eines Jahres geplant. Leer, Delmenhorst, das Emsland, die Grafschaft Bentheim und der Landkreis Cuxhaven werden als die Gebiete betrachtet, die am dringendsten Ärzte benötigen.
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