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Zwischen Döner und Sternenhimmel -- Gassen sucht weisen Rat

Man könnte ja denken, dass es der Jahreswechsel ist, der Andreas Gassen beflügelt. Oder ist ihm ein Engel erschienen, ein Stern aufgegangen?

Zwischen Weihnachten und Neujahr gibt es ja nicht nur in den Zeitungen aus Papier viel Platz zwischen den Seiten. Und zwischen Ohren und Augen der Deutschen passen zwischen Weihnachten und Neujahr, zwischen Sekt und Kaviar, zwischen Rotkohl und Raketen vielleicht auch immer noch ein paar neue Gedanken. Auch nicht schlimm, wenn es die alten Gedanken sind. Routine gehört zum Jahreswechsel zwingend dazu.

Und so durfte KV-Chef Andreas Gassen nicht nur davon träumen, sondern sich fast sicher sein, dass in den Köpfen und Gedanken der Deutschen Platz genug ist für eine alte Idee im neuen Gewand: Die Praxisgebühr muss wieder her, um die Krankenkassen zu sanieren. Diesmal aber eben als Kontaktgebühr. Wer Kontakt mit einem Arzt aufnimmt, soll drei bis vier Euro zahlen. Wenn das keine kluge Wegweisung ist!

Schon vor Weihnachten hatte Gassen uns wissen lassen, dass eine Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal zumutbar ist. „Das ist der Preis eines Döners“, titelte am 17.12.2025 die „Welt“ – und setzte damit Gassens Worte ganz oben an.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article693d1c90f679420e000b341b/aerzteverbandschef-gassen-zehn-euro-praxisgebuehr-pro-quartal-sind-zumutbar-das-ist-der-preis-eines-doeners.html

Der Artikel in der "Welt" enthält übrigens einen ganzen Strauß von Vorschlägen – und ich wette, es gibt keinen Vorschlag darunter, der noch nicht rauf und runter debattiert worden wäre: Homöopathie aus den Kassenleistungen herausnehmen, Gesundheits-Apps ebenfalls, Zuckersteuer, Zigaretten- und Alkoholsteuer erhöhen.

Nun aber hat Gassen bis Weihnachten wohl noch einmal ausgiebig nachgedacht. Weiter im Text geht es jetzt also in der ZEIT vom 29.12.2025:
https://www.zeit.de/gesundheit/2025-12/gebuehr-arztbesuch-kassenaerzte-drei-euro-krankenhausgesellschaft-gxe

Gassens Vorschlag haben Sie gewiss längst schon irgendwo gelesen – zwischen den Jahren ist ja genau dafür Zeit. Drei bis vier Euro pro Arztbesuch, wie in Japan. Die Kassen sammeln das Geld – und das Ganze soll dann auch noch sozialverträglich gestaltet werden. Und um Doppelt- und Dreifachbehandlungen zu minimieren, also die Menschen abzustrafen, die sich von den drei Euro pro Arztbesuch gar nicht abschrecken lassen, weil sie ein Portemonnaie zur Verfügung haben, für das das Wort sozialverträglich unpassend wäre, schlägt Gassen vor, digitale Ärztelotsen einzurichten. Über die mittlerweile doch bekannte Telefonhotline 116117.

Der Nutzen liegt auf der Hand: Sobald es diesen digitalen Ärztelotsen gibt, wir könnten ihn Medbot nennen oder Docbot, rufen alle Patienten die 116117 an, um sich den Weg weisen zu lassen.

Und weil wir ja noch immer zwischen den Jahren weilen, wissend, dass die drei Weisen auf dem Morgenland dem Stern vertrauend noch auf dem Weg zum Kinde sind, und weil noch ein bisschen Platz zwischen unseren Augen und Ohren ist für neue Gedanken in alten Gewändern: Die Weisen haben die Wegweisung des Sterns zuerst irgendwie missverstanden. Sie landen nämlich in Jerusalem und fragen dort nach dem königlichen Kind. Das wiederum ruft Herodes auf den Plan.

Erst danach folgen die Weisen dem Stern in Richtung Bethlehem. Dass sie aber nicht zurückkehren sollen zu Herodes, das verraten ihnen nicht die Gestirne und nicht die 116117, sondern ihre Träume. Der heiligen Familie aber rät der Engel zur Flucht.

In diesem Sinne: Achten Sie auf ihre Träume – wenigstens noch bis zum 6. Januar. Und ob Gassen, die Ärzte oder die Patienten danach nach Ägypten fliehen müssen, das können wir noch ein paar Tage lang ausdiskutieren.

Debatte über Kürzungen im Gesundheitssystem: Es da...
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