Karneval der Winde: Menschen, Kühe, Forscher und ein Furz-Atlas
Es ist Karneval. Da muss vielleicht an die Öffentlichkeit, was sich befreien will. Wobei: So ungeschminkt wie die folgende Nachricht, kommt im Karneval kein einziger Narr und auch kein Jeck daher. Allenfalls ein Westfale in Köln. Der hat aber vielleicht mit folgenden Tatsachen, nicht nackt, aber eben auch nicht verkleidet, kein Problem.
Die Nachricht: Forscher -- gewiss auch Forscherinnen, die Medien sprechen weiterhin von Forschenden -- der University of Maryland zählen Fürze. Zu diesem Zweck haben sie eine smarte Unterhose entwickelt, die das Ausströmen von Wasserstoff misst. Dass er der Marker für die Flatulenzen ist, hätten wir Laien gewiss nicht vermutet. Wir sind da eher auf die Akustik, also die Flötulenzen, angewiesen.
Hier erst einmal die Nachricht: Das Handelsblatt am 12.02.2026:
https://www.handelsblatt.com/dpa/spezieller-sensor-entwickelt-us-studie-smarte-unterhose-misst-furz-frequenz/100199741.html
Sprachlich mit mehr Humor – immerhin, wir haben Karneval – arbeitet die Bild, 12.02.2026
https://www.bild.de/leben-wissen/medizin/studie-smarte-unterhose-zaehlt-wie-oft-wir-pupsen-pro-tag-698d8e70f4d0b8d94ca19a84
So weit so klar: Die Forscher wissen nun: Der Winde sind doppelt so viele, wie die Literatur bislang annahm. Sie beobachten nun, welche Nahrungsmittel wie schnell in den Wind geschlagen werden. Sprachlich betrachtet, messen sie also die Ventilenzen, genauer: die Ventilenzierung.
Unklar ist, welcher Narr diese Nachricht gerade zu Karneval ins Licht der Öffentlichkeit rückt. Wäre heute der 1. April, wir könnten diese Flatuferenzen mit dem nötigen Humor betrachten. Aber zu Karneval, wo der Humor ja die Straßen und Straßenbahnen erobert, würden wir uns alle gerne diese Form der Flötentöne ersparen, vor allem ihre olfaktorische Seite. Die übrigens in der Nachricht völlig zu kurz kommt. Aber die Forscher haben gerade erst angefangen. Das Projektziel lautet, kein Witz: „Human Flatus Atlas“.
Wechseln wir schnell noch die Perspektive und gehen in den Stall: Dass auch Kühe ganz erheblich furzen, ist immer wieder Thema. Denn damit haben diese Tiere einen guten Anteil an der Klimakatastrophe. Und hier startet jetzt unser Bundesumweltminister, aktuell heißt er Carsten Schneider und ist von der SPD, einen Forschungsangriff. Er hat kein geringeres Ziel als die Zucht von Kühen mit geringerem Methanausstoß. Um aber die richtigen Kreuzungen einzugehen, muss erst gemessen werden. Dass hier eine smarte Unterhose völlig untauglich wäre, ist den Humorlosen unter uns unzweifelhaft klar. Deswegen wird in der Nachricht auch weniger Wind ums Messgerät gemacht. Die Rede ist von einem unauffälligen Sensor.
Auch hier reiche ich Ihnen gerne wegen des sprachlichen Vergnügens die Nachricht aus der Bild, 10.02.2026, weiter:
https://www.bild.de/politik/inland/regierungsplan-so-soll-das-furz-radar-fuer-kuehe-funktionieren-698b0221c5565bc7a97142a1
Sollten Sie nun irgendwelche Zweifel an dem Nachrichtengehalt in der Bild-Zeitung haben, kann ich auch noch mit dem Verbraucherschutzform Berlin aufwarten. Trotz räumlicher Nähe zum Umweltministerium können sich die Verbraucherschützer ihren Humor an dieser Stelle nicht verkneifen. Sie rüsten sprachlich auf bis zur Methan-Massenvernichtung. Gut, ob man da noch lachen darf, ist in vielerlei Hinsicht zweifelhaft. Aber Hightech statt Heugabel – da gehen wir mit. Dazu kommt noch ein wenig mehr Liebe zum Detail: Sprachlich wird das Messgerät hier zur tragbaren Furzkabine.
Noch Fragen?
Zurück zum Menschen. Wenn Sie das Thema Winde und Windungen im körperlichen Sinne akustisch noch einmal vertiefen wollen: Georg Kreisler hat den Furz verdichtet und besungen, also schon 1972 Grundlagenforschung betrieben:
https://www.youtube.com/watch?v=l4wloN1Y-sw
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