Göttliche Nähe: Mensch und Roboter nicht nur in der Medizin
Die Nachricht auf Deutschlandfunk nova: Ein Roboter hat zum ersten Mal eine Darm-OP durchgeführt an einem Schwein. Die OP war erfolgreich, der Roboter zittert erwartungsgemäß nicht versehentlich – und er lässt sich blitzschnell anpassen, wenn sich das Konzept während der OP ändern muss. So weit, so gut. Sie finden den Nachrichtentext vom 27.01.2022 hier:
https://www.deutschlandfunknova.de/nachrichten/medizin-roboter-gelingt-komplizierte-darm-op
Sie finden aber noch mehr. Nämlich ein Bild. Das klassische Bild zweier Hände, die sich sogar berühren. Zitiert ist die Erschaffung Adams von Michelangelo. Während aber bei Michelangelo die Hand Gottes und die Hand des Menschen einander nur nahe kommen, sich aber nicht berühren, während bei Michelangelo die Hand des Menschen sich wohl Gott entgegenstreckt, nicht aber sich bittend öffnet, während bei Michelangelo die Hände bildlich auf gleicher Höhe einander entgegenkommen, stellt das Bild bei DLF dieses Gottes- und Menschenbild völlig auf den Kopf. Abgebildet ist eine Roboterhand, die von oben kommend eine Menschenhand am Zeigefinger trifft. Die Menschenhand kann man als bittend wahrnehmen, die Roboterhand als gebend.
So weit, so gut. Wenn das Foto nicht zugleich das Zitat Michelangelos wäre, wäre die Welt in Ordnung. So bleibt mir nur zu denken: Gott hat das Lager gewechselt, ja auch die Seite. Nämlich von rechts nach links oben. Gott ist ein Roboter. Und er hält den Abstand zwischen Gott und Mensch nicht ein, den Michelangelo noch offensichtlich für den nötigen Mindestabstand hielt.
So weit, so miserabel. Jetzt können wir höflicherweise davon ausgehen, dass die Illustratoren – oder die Redakteure, die dieses Foto für passend hielten – die unterschwellige Aussage weder gemeint noch bemerkt haben. Und müssen wohl hoffen, dass der Roboter für diese Ebene der Wahrnehmung nicht programmiert ist.
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