Bürgertest kostet den Bürger ab Juli 3 Euro - Katalog von Ausnahmen
Wir hatten es geahnt. Der kostenlose Bürgertest wird nicht kostenlos bleiben. Und so ist es auch gekommen. Am Freitag hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in einer Pressekonferenz kundgetan, was uns ab dem 1. Juli erwartet. Für die meisten sind das Kosten von 3 Euro pro Test. Für die Ausnahmen, und das sind nicht wirklich wenige, bleibt der Test kostenlos. Kinder unter fünf Jahren, Frauen zu Beginn der Schwangerschaft und Besucher von Krankenhäusern und Pflegeheimen zum Beispiel.
So sollen die Kosten gesenkt werden. 5 Milliarden Euro hätten veranschlagt werden müssen bis Jahresende, wenn der kostenlose Bürgertest für alle kostenlos geblieben wäre. Mit einer Beteiligung von 3 Euro von all den Bürgern, die nicht zum Ausnahmekatalog gehören, werden jetzt bis Jahresende stattdessen nur noch Kosten von 2,7 Milliarden Euro erwartet.
Gleichzeitig sinkt der Betrag, den Testzentren und Co. für einen Bürgertest abrechnen können. Und gleichzeitig ist noch nicht wirklich klar, wie die Bürger ihre Berechtigung zum kostenlosen Test nachweisen müssen. Die Rede ist von Selbstauskünften und von Formularen. Sicher, wir hatten es geahnt. In vier Tagen geht’s los.
Die Verkündigung:
Tagesschau, 24.06.2022:
https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-buergertest-101.html
Reaktionen:
Der NDR trägt die Reaktionen der niedersächsischen Gesundheitsministerin und der Diakonie schon am 24.06.2022 zusammen:
https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-buergertest-101.html
Am 27.06.2022 berichtet der NDR im Ticker um 14:13 Uhr von der Kritik des Hausärzteverbandes an dem neuen Verfahren. Das Stichwort: Zettelwirtschaft. Es könne nicht Aufgabe der Praxis sein, die Anspruchsberechtigung zu kontrollieren.
https://www.ndr.de/nachrichten/info/Corona-News-Ticker-Hausaerzte-kritisieren-Regeln-fuer-Buergertests,coronaliveticker1818.html
Der SWR hat am 24.06.2022 Antworten eines Teststellenbetreibers eingeholt:
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/betreiber-von-corona-testzentren-in-trier-kritisiert-plaene-von-lauterbach-100.html
Die Aachener Zeitung zitiert den Gesundheitsdezernenten der Städteregion Aachen, der von einer „grandiosen Fehlentscheidung“ spricht, 26.06.2022:
https://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/michael-ziemons-spricht-von-grandioser-fehlentscheidung_aid-71949701
Die „Osthessen-News“ haben ihre Leser befragt. 27.06.2022:
https://osthessen-news.de/n11690541/klare-meinung-zu-drei-euro-corona-abstrich-dann-eben-kein-test-mehr.html
Die Deutsche Apotheker-Zeitung zeigt den Apothekern auf, was sie künftig zu tun haben – so weit das schon genau klar ist. HIer sind auch die Ausnahmeregelungen genau aufgezählt. 27.06.2022:
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2022/06/27/buergertests-was-muessen-apotheken-kuenftig-kontrollieren
Kostenübernahme durch die Länder
Der Bundesgesundheitsminister hatte – vielleicht ist er ja doch ein ausgemachter Schelm – angedeutet, den Ländern sei es freigestellt, die 3 Euro für den Bürgertest zu übernehmen.
Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin hat bereits geantwortet: Ihr Land wird die Kosten nicht übernehmen. Bericht MDR, 27.6.2022:
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/keine-kosten-uebernahme-corona-schnelltests-100.html
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