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Raum oder Traum? Auf der Suche nach einem (Handels- oder Austausch?)-Platz für Gesundheitsdaten

Hand auf’s Herz: Wissen Sie ganz genau, was eigentlich ein Datenraum ist? Man kann sich ja so manches darunter vorstellen. Man kann auch beim Mitreden und Mitdenken improvisieren. Aber zu einer Definition wird’s nicht nur bei den Laien meist nicht langen. Der Duden stellt uns den Datenraum noch nicht einmal als Wort vor. Dabei ist das Wort nicht wirklich neu – auf Wikipedia wird seit 2008 daran gearbeitet.

Doch unser Unwissen ist nicht das einzige Problem bei der Definition. Während die Wikis sich in Datenräumen um den geschlossenen und gesicherten Austausch von Daten zwischen (sich verkaufenden) Unternehmen bewegen, und dabei auch immer noch um Erklärungsmithilfe bitten, haben die Wirtschaftler, Politiker und Journalisten den Raum schon deutlich vergrößert.

Das Handelsblatt behandelt gerade den europäischen Datenraum. Gemeint ist hier noch viel konkreter der europäische Gesundheitsdatenraum. Als solcher ist er aber für eine Überschrift deutlich zu lang. Aber nicht so lang, als ob er nicht schon lange auf einer Agenda stehen könnte. Nämlich auf der Agenda der Bundesregierung für die Zeit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft.

Dem Handelsblatt war das Thema eine Veranstaltung wert: „Health – The Digital Future“. Eingeweihte wissen’s schon längst: Es geht um den sicheren Austausch von Gesundheitsdaten innerhalb Europas. Nicht nur für die Impfforschung.

Den Stellenwert formuliert das Handelsblatt deutlich:

„Die Auswertung von Daten durch die Gesundheitsforschung ist das derzeit wohl meist diskutierte Thema im Gesundheitssystem — abgesehen vom Corona-Impfstoff.“

 

2021 soll der Rechtsrahmen für den Datenraum fertiggestellt sein. Doch das Handelsblatt zitiert Gottfried Ludewig, Leiter der Digitalisierungsabteilung im Bundesministerium für Gesundheit, mit der Erkenntnis: Fertig wird der Datenraum nie. Denn er wird immer angepasst werden müssen.

Artikel im Handelsblatt am 12.11.2020:
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/health-konferenz-wie-der-europaeische-datenraum-die-medizin-revolutionieren-soll/26619760.html?ticket=ST-12457962-GTyh0sOAonxjbnmslfpF-ap2

Noch ein Nachklapp: Auch den Datentraum kennt der Duden noch nicht. Wohl aber das Goethe-Institut. Das pflegt ein Projekt zum Thema, bewegt sich aber sprachlich eher durch digitale Räume:
http://www.goethe.de/ins/cn/lp/prj/dat/abt/deindex.htm

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