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Wenn Vorschläge fliegen könnten, müssten Patienten zahlen

Wer nicht kommt, muss zahlen – das fordert der Ärtzeverband NAV Virchow-Bund und will damit den Patienten beikommen, die zwar einen Termin haben, aber ihn unentschuldigt versäumen. Die Stuttgarter Nachrichten haben das Thema heute (8.1.2019) aufgenommen:

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.strafen-fuer-patienten-aerzte-fordern-strafen-fuer-terminschwaenzer.c8698e6d-09b2-4cf3-87bd-227f8c16d42d.html

Die Herkunft der Nachricht lässt sich erahnen: web.de und msn.nachrichten lassen sich ebenfalls mit „Virchow-Bund" und „Strafe" ergoogeln – und zwar zeitlich vor den Stuttgarter Nachrichten. Das dürfte gute Presse-Arbeit für und vom Virchow-Bund sein. Die Schlagzeile ist zumindest schlagkräftig – und könnte es bis zum Regenbogen schaffen. Zumindest, wenn man vergisst, den Vorschlag der Virchows bis zuende zu lesen:

Gemeint sind die Termine beim Facharzt, die über die Kassenärztliche Vereinigung beantragt werden. Diese Terminbildung soll seit zwei Jahren den Patienten einen zeitnahen Termin ermöglichen. 30 Prozent dieser Termine würden versäumt heißt es im Laufe des Artikels.

Die Stuttgarter Nachrichten enden dann hoffnungsfroh: „Inwiefern der Vorschlag von der Politik aufgenommen wird, ist unklar."

„Inwiefern der Vorschlag von der Politik aufgenommen wird, ist unklar."

Stuttgarter Nachrichten, Artikel gekennzeichnet mit "red"

Das ist allerdings nicht die einzige Frage, die am Ende des Artikels offen bleibt. Schön wäre es ja auch, zu wissen, wie viele Termine denn von wie vielen Terminen von der Kassenärztlichen Vereinigung beantragt werden ...

Der Virchow-Bund hat zu Jahresanfang mal einen Luftballon losgelassen, wohlwissend, dass die Presse zwischen Silvester und Dreikönige auch auf Vorschläge gerne eingeht. Auch die Pressearbeit ist quasi gelungen – Spuren der Pressemitteilung tauchen auch nach Tagen noch auf. Was fehlt, sind aber nicht nur Antworten auf offene Fragen. Eine Stellungnahme der Kassenärztlichen Vereinigung wäre zum Beispiel auch ganz schick gewesen. Mal schaun, wie weit so ein einzelner, einsamer Luftballon wohl fliegen kann.  

Die Diskussion hat begonnen, der Anfang ist gemacht, lasst Luftballons steigen, je mehr wir drüber reden, desto ernster wird das Thema. Das nennt man dann Politik.

"Krankenkognak"
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