Niederlande: Erstmals Arzt wegen Sterbehilfe vor Gericht
In den Niederlanden läuft das erste Gerichtsverfahren gegen einen Arzt, der Sterbehilfe geleistet hat. Zwar ist Sterbehilfe in den Niederlanden unter bestimmten Umständen erlaubt, doch die Patientin hatte sich widersprüchlich geäußert. Das Kölner Domradio berichtet hier (26.8.2019):
Auffällig ist, dass (bislang) nur die katholische Presse berichtet. Hier ein Link zur Nederlands omroep Sichting – für alle Grenzgänger und natürlich für diejenigen, die Niederländisch richtig können (26.8.2019):
https://nos.nl/artikel/2298997-eerste-rechtszaak-ooit-tegen-arts-die-euthanasie-uitvoerde.html
und zur NU (26.8.2019):
https://www.nu.nl/binnenland/5983309/om-onzorgvuldige-euthanasie-is-moord-maar-arts-verdient-geen-straf.html
Bemerkenswert ist: In 2018 ist in den Niederlanden die Zahl der Menschen, die auf eigenes Verlangen hin getötet wurden, zum ersten Mal gesunken. Über die Statistik hatte die Ärzte-Zeitung im Mai berichtet (21.5.2019):
https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gesundheitspolitik_international/article/988638/jahresbericht-toetung-verlangen-zahlen-holland-sinken.html
Die Debatte über Sterbehilfe in den Niederlanden wurde gewiss auch wieder angefacht durch den Tod einer 17-jährigen, die als Kind missbraucht worden war. Sie hatte ihr Sterben auf Instagram angekündigt – und soll allein durch den Verzicht auf Nahrung gestorben sein. In der Presse gibt es aber auch Berichte, dass die junge Frau Sterbehilfe in Anspruch genommen habe. Was aber aufgrund ihres Alters nicht erlaubt gewesen wäre. Eine Zusammenfassung ihrer (Medien-)-Geschichte gibt es auf dem NiederlandeNet aus Münster:
https://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/aktuelles/archiv/2019/0606-NoaPothoven.html
Nachtrag: Nun auch der aktuelle Bericht über das Gerichtsverfahren im Ärzteblatt:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/105526/Erstes-Gerichtsverfahren-gegen-Arzt-wegen-Sterbehilfe-in-Niederlanden
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