Warken und Lauterbach ringen nicht nur um Reformen
Die Krankenhausreform, die Finanzierung der Krankenkassen, Aufschreie der Pharmaindustrie und Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz – Die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ist zurzeit ausgesprochen gefordert. Und dann ist da noch ihr Vorgänger. Der Ex-Bundesminister Karl Lauterbach tritt gerne öffentlich gegen seine Nachfolgerin auf. Ein Verhalten, das der Etikette und den Gepflogenheiten nicht wirklich entspricht – und auch in den Reihen der SPD nicht wirklich gut ankommt. Nina Warken aber kann Lauterbachs Angriffe lächelnd wegstecken, denn Lauterbach wirkt in der Rolle der beleidigten Leberwurst eher lächerlich als hinweisend.
Die Augsburger Allgemeine widmet sich ausführlich Lauterbachs Angriffen und Animositäten und hat für ihren Artikel nicht nur Warkens Antwort erfragt, sondern auch bei der Krankenhausgesellschaft nachgefragt. Der Artikel ist vom 09.02.2026:
https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/krankenhausreform-lauterbach-aetzt-gegen-neue-gesundheitspolitik-nachfolgerin-warken-kontert-kuehl-113403801
Themen, bei denen sich Lauterbach einmischt, gibt es offenbar reichlich. Er äußert sich nicht nur über die Krankenhausreform, die er selbst ja auf den Weg gebracht hat und nun verwässert sieht. Er hat auch konkrete Vorschläge, wie das Gesundheitsministerium es gewährleisten sollte, dass die Bundesbürger höchstens drei Wochen auf einen Facharzttermin warten müssen:
Bild, 05.02.2026:
https://www.bild.de/politik/inland/lauterbach-fordert-termingarantie-warten-beenden-6984523386378f7835c47ab0
Deutsches Ärzteblatt, 05.02.2026:
https://www.aerzteblatt.de/news/kein-rechtzeitiger-facharzttermine-vermittelt-vorschlag-fur-budgetkurzung-bei-niedergelassenen-2e9fe308-9796-4f54-bd0a-7b5ad1a36545
Pharmazeutische Zeitung, 05.02.2026:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/lauterbach-fordert-termingarantie-bei-fachaerzten-162543/
Nina Warken hat sich für die öffentliche Debatte gerade ein ganz anderes Thema vorgenommen: die Finanzierung der Krankenkassen. Sie will die Beiträge zu den Krankenkassen dadurch senken, dass sie die Krankenkassenbeiträge für Bürgergeldempfänger, die derzeit von den Krankenkassen gestemmt werden, aus Bundesmitteln finanzieren. Damit tritt sie gegen die SPD an, die eine gesellschaftliche Änderung von der Arbeit weg hin zum Kapital sieht – und daher es für eine gute Idee hält, zum Beispiel Mieteinnahmen in die Krankenkassenbeiträge einzurechnen.
Das Handelsblatt berichtete zuerst, 09.02.2026:
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/krankenkassen-warken-will-versicherte-nicht-fuer-buergergeldempfaenger-zahlen-lassen/100198658.html
Der Spiegel, 09.02.2026:
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/nina-warken-will-versicherte-nicht-mehr-fuer-buergergeldempfaenger-zahlen-lassen-a-9e111cee-a8f7-4663-b254-91ad5d04fb95
Zum Wahlkampf: Die Schwäbische freut sich am 09.02.2026 offensichtlich darüber, dass Nina Warken auch mit Absätzen auf einen Laufband eine gute Figur macht:
https://www.schwaebische.de/regional/allgaeu/isny/gesundheitsministerin-setzt-auf-mehr-eigenverantwortung-mit-absaetzen-auf-dem-laufband-4334629
Und dann rührt sich noch die Pharmaindustrie – und die Bild-Zeitung rührt gerne mit. Wer dabei das Bild vom verschlafenen Deutschland in die Debatte bringt, ist nicht ganz klar. Vermutlich ist es eher die Bild, die ein indirektes Zitat zur bildhaften Aussage macht. Der Pharmaindustrie, so kann man dem Artikel entnehmen, geht es darum, dass das Bundesgesundheitsministerium die Zeichen der Zeit wahrnimmt. Soll heißen: China ist eine Bedrohung, die amerikanische Zoll- und Arzneimittelpolitik auch.
Die Bild am 09.02.2026:
https://www.bild.de/politik/inland/alarm-aus-der-industrie-pharma-hersteller-schicken-warnbrief-an-warken-698a10beb08ffe5b8f60b156
Apotheke adhoc am 07.02.2026:
https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/brief-an-warken-big-pharma-warnt-vor-epochalen-problemen/
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