Dass bei Doctolib terminlich nicht alles so unkompliziert ist, wie die Software scheint, ist Ihnen gewiss schon aufgefallen. Der Verbraucherzentrale auch. Die warnt nämlich vor der Kostenfalle. Als Patient geben Sie an, dass Sie einen Termin für gesetzlich Versicherte suchen – und dann sind dort doch die Termine für die Privatpatienten freigegeben. Das kann böse enden. Nämlich mit unvorhergesehenen Kosten.
Aber das Dilemma ist eigentlich noch größer: Sie suchen einen Facharzttermin, wählen die richtigen Kästchen aus und bekommen eine Auswahl an Terminen serviert. Leider eben auch die Termine, die zu Kosten führen. Dabei hatten Sie diese doch extra negiert. Das passiert Ihnen ein oder zwei Mal – und irgendwann wird Ihnen klar: So kommen Sie nie an einen Termin für gesetzlich Versicherte.
Wenn Sie Glück – oder Pech, das ist eine Frage der Bewertung im Nachhinein – haben, sagt Ihnen jemand, dass Sie für die Abfrage von Facharztterminen bei Doctolib früh aufstehen müssen. Und dann vor dem Bildschirm sitzen müssen, wenn etwa zeitgleich die MTAs der Fachärzte die abgesagten Termine wieder online schicken. Guter Plan, nur: Sie landen mit ziemlicher Sicherheit wieder in den Armen derer, die da ihre Leistung mit Ihrem Geld honoriert haben wollen. Eben deswegen, weil die Wege der Software Doctolib ähnlich voraussehbar sind wie die Wege des Herrn. Das Dilemma: Bis Sie aus dieser Falle wieder raus sind – selbst wenn Sie das absolut schnell durchschaut haben, weil Sie es kennen –, könnte genau Ihr Facharzttermin, der gerade eben möglicherweise für Sie frei geworden ist, schon an einen anderen Patienten vergeben worden sein. An jemanden, der vielleicht noch früher aufgestanden ist. Oder der gezielter fragen konnte. Weil er vielleicht auch nur bei diesem einen Arzt nachgeguckt hat.
Egal in welchem Dilemma Sie feststecken: Wer einen Facharzttermin über Doctolib buchen will, kommt besser klar, wenn er in früher Jugend ausgiebig Monopoly gespielt hat.
Links zu Nachrichten zum Thema:
Der Text der Verbraucherzentrale ist vom 06.07.2026:
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/aerztinnen-und-kliniken/doctolib-zeigt-kassenpatientinnen-trotz-filter-kostenpflichtige-termine-123863
Chip.de berichtet schon am 07.07.2026 umfassend:
https://www.chip.de/news/gesundheit-fitness/verbraucherschuetzer-kritisieren-doctolib-scheint-nicht-nur-terminportal-sondern-auch-verkaufsplattform-zu-sein_10c1d626-8bd5-4ad1-8a09-a42b66393d13.html
heise.de hat die Infos der Verbraucherzentrale – und die Implikationen – schon am 02.07.2026 online gestellt:
https://www.heise.de/news/Terminportal-im-Visier-Wie-Doctolib-gesetzlich-Versicherte-in-die-Irre-fuehrt-11352152.html
Die Ärzte-Zeitung fragt nach der kassenärztlichen Verantwortung – Näheres erfahren Sie, wenn Sie sich kostenlos einloggen.
https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/vzbv-contra-Doctolib-Verbraucherzentrale-dokumentiert-Verwerfungen-digitaler-Terminvergabe-463607.html