Unfassbar. So sagt die Richterin über einen Arzt, der als Serienmörder in die Geschichte eingehen wird. Zuerst einmal aber wird er eine lebenslange Haftstrafe absitzen, die besondere Schwere der Schuld ist ihm von der Richterin bescheinigt – und die Sicherheitsverwahrung angeordnet. Sylvia Busch urteilte in der Überzeugung, der Mann habe nicht getötet aus dem Versuch heraus zu helfen. Nicht Mitleid und nicht falsch verstandene Sterbehilfe seien seine Motive für die 15 Morde, derentwegen er angeklagt war. Dass es möglicherweise mehr Morde waren, wird in den verschiedensten Nachrichtenorganen vermutet.

Unfassbar.

Zurück bleibt die Frage: Warum. Hier ein paar Links zu den Nachrichten.

Journalistisch betrachtet haben Verbrechen, besonders Morde, gerade Hochkonjunktur. True Crime lauten die Serientitel, die auf ihre Non-Fiktionalität hinweisen wollen. Aber eben zugleich auch ein Bild von den „wahren Verbrechen“ prägen.

Mord wird fast am laufenden Band gepodcastet und geyoutubt. Zeitungen graben alte Verbrechen aus und profitieren gerne vom Trend. Eigentlich ist es ein Jahrmarkt des Grauens, der da entsteht. Und ja: Das Grauen ist unter uns. Daher das Interesse am Unfassbaren.

Dass es auch Ärzte sind, die morden, ist ganz gewiss erschreckend – aber nicht wirklich verblüffend, wenn man zurückblickt.

Hier nur ein paar ausgewählte Beispiele: